"Kultur macht glücklich"


  • Justine Triet „Anatomie eines Falls“ – Ist Wahrheit ergründbar?

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    Justine Triet „Anatomie eines Falls“ – Ist Wahrheit ergründbar?

    Eine extrem laute karibische Soundschleife nervt. Die junge Studentin weiß die Zeichen zu deuten und verabschiedet sich von der Schriftstellerin, die sie eigentlich interviewen wollte und die ihr so wohlwollend gegenüber sitzt. Deren Mann Samuel scheint das nicht zu gefallen. Einen Tag später liegt er tot im Schnee. Vom Dachfenster stürzte er drei Stockwerke in…



  • Paloma Zapata – „La Singla“ – eine einzigartige Flamencotänzerin

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    Paloma Zapata – „La Singla“ – eine einzigartige Flamencotänzerin

    Ein Dutzend Palmeros, La Singla tanzt wild, ernst, schüttelt sich die Haare aus dem Gesicht. Ihr Blick ist traurig, wütend. Sie tanzt entrückt, hat den Rhythmus in sich. Ihr ganzer Körper scheint aufzuschreien gegen das Unrecht, das ihr das Leben bereitet. Wer sich mit Flamenco beschäftigt, kennt La Singla. Ihr Foto in der schwarzen Bluse…



  • Berlin – „23. Filmfest FrauenWelten“ als Hommage an starke Frauen im Kino der KulturBrauerei

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    Berlin – „23. Filmfest FrauenWelten“ als Hommage an starke Frauen im Kino der KulturBrauerei

    Annie hat Angst. Sie will kein drittes Kind mehr. Über eine Untergrundorganisation kann sie in Frankreich 1974 illegal abtreiben. Vom Einsatz der Frauen für Frauen ist sie so begeistert, dass sie mitzuarbeiten beginnt. Ihr Leben bekommt einen neuen Sinn durch die Vision einer antipatriarchalischen und solidarischen Gesellschaftsentwicklung, die heute, fast 50 Jahre später in vielen…



  • Magarethe von Trottas „Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste“ – klug konzipiert, exzellent gespielt

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    Magarethe von Trottas „Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste“ – klug konzipiert, exzellent gespielt

    Ein analoges Telefon klingelt penetrant. Eine Frau tastet sich in einem dunklen Gang vorwärts, nimmt den Hörer, vernimmt verstört ein höhnisches Lachen am anderen Ende. Schnitt. Ingeborg Bachmann wacht in der Klinik aus diesem Alptraum auf. Ausgerechnet sie, die immer in Freiheit leben und lieben wollte, stürzte das Verlassenwerden in den Abgrund. Sehr subtil und…



  • Lila Avilés – „Tótem“ – von der Kraft der Familie 

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    Lila Avilés – „Tótem“ – von der Kraft der Familie 

    „Wir lieben dich alle!“ Welch ein Bekenntnis, welch eine Freude das Fest rundherum für das Geburtstagskind Tona, einen jungen, todkranken Vater, Ehemann, Sohn, Bruder, Neffe, mitten unter vielen Freunden. Nach dieser lebensfrohen Party findet er den Weg in eine andere Welt… 



  • Wim Wenders – „Anselm – Das Rauschen der Zeit“ – Porträt eines Besessenen

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    Wim Wenders – „Anselm – Das Rauschen der Zeit“ – Porträt eines Besessenen

    Weiße Brautkleider, Hüllen ohne weibliche Körper im Wald schwebend, statt mit Köpfen mit Geäst und bizarren Dinglichkeiten gefüllt. Welch ein sinnliches Bild der Unschuld angesichts der grausigen Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus. Das Verschweigen und Verdrängen dieser Zeit erlebten Wim Wenders und Anselm Kiefer, beide 1945 geboren als Nachkriegskinder. Sie entwickelten sich zu außergewöhnlichen…



  • „Music for Black Pigeons“

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    „Music for Black Pigeons“

    Jazz ist sehr komplex und vielschichtig, international ein Sound um unterschiedlichste Gefühle auszudrücken, ein Kosmos hochbegabter MusikerInnen. Jahrzehnte lang hatten die Regisseure Andreas Koefoed und Jørgen Leth durch die Freundschaft mit dem dänischen Jazzgitarristen Jakob Bro die Gelegenheit verschiedene Jazz-Sessions mitfilmen zu können. Es ist absoluter Wohlfühljazz…



  • Stephen Frears – „The Lost King“

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    Stephen Frears – „The Lost King“

    Eine wahrhaft skurrile Geschichte – Phillippa, eine 43-jährige Frau entdeckt über eine Shakespeare-Vorstellung ihre Leidenschaft für König Richard III. Sie liest alle historischen Bücher über ihn, widerlegt nicht nur teilweise Shakespeares Bösewicht-Interpretation, sondern setzt auch noch Ausgrabungen durch, bei denen die sterblichen Überreste Richard III. gefunden werden. Was zunächst nicht zuletzt durch den trockenen britischen…



  • Jialing Zhangs Dokumentalfilm  „Total Trust“ – Wie China seine Bürger observiert

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    Jialing Zhangs Dokumentalfilm  „Total Trust“ – Wie China seine Bürger observiert

    Schon der Vorspann ist an Gigantonomie nicht zu übertreffen. Eine Mega-Skyline mit funkelnder Parole. „Nur das kommunistische System kann schaffen, was China gelungen ist“, in derart kurzer Zeit zur zweiten Weltmacht aufzusteigen. Was sich wie ein Werbefilm offeriert, enthüllt sich als überaus interessante Dokumentation, wie China seine Menschen observiert und damit jeglichen Widerstand unterdrückt. „Total…



  • Aki Kaurismäki – „Fallende Blätter“ 

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    Aki Kaurismäki – „Fallende Blätter“ 

    Ansa arbeitet in einem Supermarkt. Wegen einer abgelaufenen Packung, die sie mit nach Hause nimmt, verliert sie ihren Job. Jetzt karrt sie in einer alten Industrieanlage Sand hin und her. Holappa wird als Metallarbeiter entlassen, weil er trinkt. Am Bau verdient er noch weniger, Grund noch mehr zu trinken und zu rauchen. Zwei Loser begegnen…



  • Tomasz Wasilewski – „Die Verlorenen“ – Liebe als Gefängnis

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    Tomasz Wasilewski – „Die Verlorenen“ – Liebe als Gefängnis

    Sie lieben sich. Als sich die Tür öffnet, steht das Wasser an der Türschwelle. Eine bedrohlich traumatische Atmosphäre entfaltet sich, die diese dialogkarge Liebesbeziehung immer rätselhafter verdichtet. Erst im letzten Satz wird plötzlich alles klar…



  • Mary Harron „Dalíland“

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    Mary Harron „Dalíland“

    Dalí als charmanter Gast in einer amerikanischen Talkshow 1952. Schnitt. Dalí im Rollstuhl mit schweren Brandverletzungen nach einem Brand in seinem Haus in Südspanien 1974. Zwischen diesen Eckpunkten zeigt Mary Harron in ihrem neuen Film „Dalíland“ das Leben dieses umstrittenen Künstlers. James, ein junger Kunststudent, der sein Studium abgebrochen hat, beobachtet als Assistent eines Galeristen…



  • Dominik Graf „Jeder schreibt für sich allein“ 

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    Dominik Graf „Jeder schreibt für sich allein“ 

    In einer Zeit, in der in Europa eine Demokratie nach anderen nach rechts rückt, kommt Dominik Grafs Film gerade recht. Entlang von Anatol Regniers Buch „Jeder schreibt für sich allein“ präsentiert er über zahlreiche Interviews, zitierte Originaltexte und historisches Filmmaterial ein fast 3-stündiges dokumentarisches Essay, wie bekannte Schriftsteller, die von 1933 – 1945 nicht emigrierten,…



  • Ridley Scott „Thelma & Louise“ – immer noch ein Kultfilm

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    Ridley Scott „Thelma & Louise“ – immer noch ein Kultfilm

    Und immer noch hat es besonderen Charme, wenn zwei Frauen sich der männlichen Dominanz widersetzen. 1991 wurde Ridley Scotts Roadmovie „Thelma & Louise“ teilweise von den männlichen Kritikern verrissen. Kein Wunder, denn zum ersten Mal waren zwei starke Frauen am Steuer. Jetzt ist der Film wieder in diversen Kinos zu sehen…



  • Locarno – „Goldener Leopard“ ging an den Iran – Deutsche FilmemacherInnen ganz vorne dabei

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    Locarno – „Goldener Leopard“  ging an den Iran – Deutsche FilmemacherInnen ganz vorne dabei

    „Das war eine ausgezeichnete Ausgabe mit einem Zuschauerzuwachs von 10 Prozent“, kommentierte Giona A. Nazzaro, der Künstlerische Leiter  des Locarno Film Festivals, das gestern Abend mit der Preisverleihung endete.  Von den vier großen Filmfestivals in Cannes, Berlin, Venedig und Locarno, gelten zumindest die Wettbewerbsfilme beim Locarno Film Festival als die anspruchsvollsten. Hier einen Preis zu…