Münchner Staatsoper „Orlando paladino“

schabel-kultur-blog.de präsentiert Opernkritik in Münchner Staatsoper "Orlando Paladino"

©Wilfried Hösl
Münchner Staatsoper begeistert mit  Haydns „Orlando Paladino“ in einer raffinierten Inszenierung von Axel Hanisch

„Orlando Paladino“ beginnt wie ein Liebesschulze der 50er Jahre. „Medoro und Angelica“ schmachten auf dem Filmplakat. Der Film zur Ouvertüre indes zeigt sehr eindeutig das Liebesleben der alten Kinobetreiber, starker Tobak für so manche Zuschauer, die am Schluss das Regieteam entsprechend ausbuhten. Doch Axel Hanischs Regiekonzept ist überaus stimmig für diese „Opera Eroicomico“, komisches Heldenoper, wie Haydn sie benannte , zwar sehr komplex, aber auch umwerfend gut. Wer die Spielhandlung der Oper kennt, kann mehr genießen. 

Berliner Staatsoper – Uraufführung von Sciarrinos „Ti vedo, ti sento, mi perdo“

schabel-kultur-blog präsentiert Opernkritik zu Sciarrino

©Clärchen und Matthias Baus
Die Stille ist ihm wichtig, die Stille zwischen langgezogenen Tönen, kleinen Melodienlinien. Töne tauchen auf dem
Nichts aus und verschwinden, bauen geheimnisvoll abgründige Klangräume auf, in denen Klangmuster aus anderen Musikepochen auftauchen und fusionieren. Selten ist die Stille tatsächlich still. Beim Lauschen werden plötzlich Hintergrundgeräusche hörbar.

Berlin – Debussys Oper „Pelléas et Mélisande“  ein symbolistisches Meisterwerk mit Me-Too-Akzent

schabel-kulturblog veröffentlicht Opernkritik "Pelleas et Melisande" in Berlin

©Monika Rittershaus
Nach der Geburt des Kindes liegt Mélisande blutüberströmt am Boden. Geneviève wischt das Blut mit immer neuen Lappen ab und reicht sie dem ersten der Schlange stehenden Männerreihe. Die blutigen Lappen wandern von einem zum andern bis zu Arkel dem alten König. Auch er wollte sich noch etwas an der Schönheit Mélisandes berauschen. Mélisande als Opfer der Männer eine #MeToo-Oper?

Landestheater Niederbayern – „Der fliegende Holländer

schabel-kultur-blog.de hat Opernkritik "Fliegenden Holländer" im Landestheater NIederbayern

©Peter Litvai
Richard Wagners „Fliegender Holländer“ wird in am Landestheater Niederbayern unter der Regie von Johannes Reitmeier als kurzweilige Geistergeschichte inszeniert. Ohne zusätzliche Interpretationsebenen, ohne Pause mit Zweiviertelstunden knackig kurz inszeniert, präsentieren Johannes Reithmeier und Basil H. E. Coleman einen kurzweiligen schmissigen Opernabend zwischen Naturspektakel und großer Liebesdramatik, ideal Richard Wagner kennenzulernen, weniger geeignet für Bayreuther Wagnerianer. Eine stürmische Fahrt über die Ostsee inspirierte Richard Wagner zu dieser Oper nach der Sage um den Seefahrer Bernhard Fokke.

Salzburg-Rossinis „L´italiana in Algeri“

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de in den Salzburger Festspielen die Oper "L`Italiana" von Rossini

©Bernd Uhlig
Salzburger Pfingstfestspiele entdecken den Frauenfreund Rossini

Rossinis Isabella aus seiner Opera buffa „L´italiana in Algeri“ ist wohl eine der selbstbewusstesten und gewitztesten Frauen der Opernliteratur. Diese Oper zum 150. Todestag im Umfeld der Me-Too-Debatte als Auftakt für die Salzburger Festspiele zu wählen, zeigt Cecilia Bartolis ganz besonderes Gespür als künstlerische Leiterin für die richtige Oper zur rechten Zeit und die richtige Partie für sich selbst.
Die Geschichte ist simpel.

Landestheater Niederbayern – Donizettis „Lucrezia Borgia“

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de Donizettis "Lucrezia Borgia" im Landestheater Niederbayern Landshut und Passau

© Peter Litvai
Roland Schwab gelingt Donizettis Belcante-Oper „Lucrezia Borgia“  als spannender Krimi einer Amüsiergesellschaft. Gleichzeitig rehabilitiert er das Image der Giftmörderin Lucrezia Borgia 

Lucrezia Borgia gilt als die große intrigante Giftmischerin des mächtigen Borgia-Clans. Kein geringerer als französische Dichter Victor Hugo (1802-1885) schrieb den romantischen Schauerroman „Lucrezia Borgia“, nachdem Donizettis Libretto für die gleichnamige Oper (1833) entstand und Lucrezia Borgia wiederum zum Männer mordenden Ungeheuer abgestempelt wurde. Die historische Realität ist eine andere. Gerade sie war die Ausnahme in der Borgia-Sippe und zog sich immer wieder in ein Kloster zurück, um die Schicksalsschläge, die man ihr als Giftmörderin unterschob, zu verarbeiten.  Hier setzt Regisseur Roland Schwab an.

Berlin-Staatoper-„L´incoronazione di Poppea“

Zum ersten Trommelwirbel entrollt sich das Bühnenbild (Jens Kilian) in Gold von oben hinweg über die Bühnenschräge. Die Figuren, allesamt in ständigen Variationen darauf positioniert wirken wie kleine Marionetten, mögen ihre Gewänder noch so golden funkeln. Der skurrile Mix aus bizarren Barockreifröcken, steifen Renaissancehalskrausen und chicen Partydress parodiert die Macht ihrer Träger, entrückt sie durch die raffinierte Lichtregie (Olaf Freese und Irene Selka) als Grenzgänger zwischen Diesseits und Jenseits, die nichts als große Schatten werfen und tot auf der Drehbühne drapiert zur Allegorie eine Lebenskreislaufs zwischen Lust und Mord mutieren.

© Bernd Uhlig

©Bernd Uhlig
Der krönende Abschluss der Monteverdi-Trilogie „L´incoronazione di Poppea“ wird an der Staatsoper Berlin  zum glanzvollen Auftakt im endlich fertig sanierten  Opernhaus Unter den Linden. 
Zum ersten Trommelwirbel entrollt sich das Bühnenbild (Jens Kilian) in Gold von oben hinweg über die Bühnenschräge. Die Figuren, allesamt in ständigen Variationen darauf positioniert wirken wie kleine Marionetten, mögen ihre Gewänder noch so golden funkeln. Der skurrile Mix aus bizarren Barockreifröcken, steifen Renaissancehalskrausen und chicen Partydress parodiert die Macht ihrer Träger, entrückt sie durch die raffinierte Lichtregie (Olaf Freese und Irene Selka) als Grenzgänger zwischen Diesseits und Jenseits, die nichts als große Schatten werfen und tot auf der Drehbühne drapiert zur Allegorie eine Lebenskreislaufs zwischen Lust und Mord mutieren.