„Candelaria“ – Kubanische Liebesgeschichte mit berührender Authentizität 

schabel-kultur-blog.de präsentiert Filmkritik "Candelaria" Kuba

©DCM
„Wann habe ich aufgehört dich anzuschauen“. Plötzlich wird  76-jährige Viktor Hugo  (Alden Knight) wieder bewusst, was für eine wunderbare Frau er hat. Candelaria (Veronica Lynn), nur ein Jahr jünger, arbeitet in der Wäscherei eines Hotels. Er ist Vorleser in einer Tabakfabrik. Beider Leben ist wie in den Texten der kubanischen Liedern, arm, voller unerfüllter Sehnsüchte und Entbehrungen. Es fehlt an allem, in erster am Essen. Wegen der Wirtschaftsblockade in den 90er Jahren wird der Strom schon nachmittags abgeschaltet. Im Kerzenlicht wirkt alles noch armseliger. 
Umso mehr strahlen diese beiden alten Menschen.

Film „The Isle of Dogs“ – eine Film-Fantasy-Fabel mit ökologisch-politischen Hintergrund

schabel-kultur-blog.de präsentiert Filmkritik "Isle of Dogs"

© 2018 Twentieth Century Fox
„So sind wir“, ein japanischer Haiku ist die Botschaft dieses Films. Gemeint sind wir Menschen mit unserem Machtinstinkten. Regisseur Wes Anderson überrascht nach „Tokyo Hotel“ mit einem Animationsfilm als Fiktion, wie eine japanische Metropole in 30 Jahren aussehen will. Historische Vergangenheit und Science Fiction verschmelzen zu einer berührenden Fantasyfabel, in der urbane Verdichtung mit ihrer Verslumung, ihren Müllproblemen auf diktatorische Manipulationen treffen. 

Wim Wenders „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“

schabel-kultur-blog präsentiert Filmkritik von "Papst Franziskus"

©Universal Pictures
Das ist schon ein absolutes Novum, dass ein Papst einen Filmdokumentation von sich machen lässt. Wenn Wim Wenders diesen Film macht, sind besondere Erwartungen berechtigt. 

50 Fragen an Paps Franziskus wurden Wim Wenders gewährt. Er bekam Einblick in die Archive des Vatikans und durfte einzigartigeDokumentationen verwenden. Doch Wim Wenders beginnt nicht mit dem Papst, sondern mit dessen Namenspatron, dem heiligen Franz von Assisi. 
Die Nebel lichten sich. Assisi, der Wirkungsort Franz von Assisis, funkelt im Morgengrauen.

Film – „In den Gängen“

michaela schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de den Film "In den Gängen"

© MDR/Sommerhaus Filmproduktion/Anke Neugebauer
Mit großartigen Schauspielern und exzellenter Kameraführung gelingt „Zwischen den Gängen“ zur Metapher, was Menschen zum Menschen macht. 

Wie fühlt sich das Menschsein in heutiger Zeit an? Diese existenzielle Frage umkreist  Regisseur  Thomas Stubers nach einer Kurzgeschichte seines Ko-Autoren Clemens Meyer. Das Ergebnis ist ein wunderbar poetischer  Film. „In den Gängen“  passiert wenig und doch extrem viel. 

Film – „Maria by Callas“

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de den Film Maria by Callas

© Fonds de Dotation Maria Callas

Mit bisher noch unveröffentlichten Materialien lässt Tom Volf in seinem Dokumentationsfilm „Maria by Callas“ Maria Callas ihr Leben aus ihrer eigenen Perspektive beschreiben 

Maria Callas (1923-1977) wurde mehr, als die Mutter visionierte, nicht nur eine große Opernsängerin, sondern eine Legende. Mit ihrer charismatischen Stimme eroberte sie die großen Opernbühnen und Konzertsäle der Welt, ganz und gar Primadonna. Über Fernsehinterviews, Super-8-Aufnahmen, Briefe, persönliche Notizen kristallisiert Tom Volf enthüllt „Maria by Callas“ ganz zielstrebig ohne Anekdoten  und Nebensächlichkeiten,  wie Maria Callas als Mensch war.

Film – „Transit“ von Christian Petzold

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de Christian Petzolds Film "Transit" nach dem Roman von Anna Seghers

©zdf/Marco Krüger

Christian Petzold lässt in der Flucht vorm Faschismus die heutige Flüchtlingsproblematik aufleuchten 

Anfangs der 40er Jahre wird Marseille zum Hoffnungsort auf der Flucht vor dem Faschismus. Die DDR-SchriftstellerinAnna Seghers thematisierte 1942 in ihrem Roman „Transit“ die Einsamkeit, Unbehaustheit, Verzweiflung der Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen und macht sie an einem Erzähler und dessen menschlichen Verwicklungen fest. 
Regisseur Christian Petzold folgt Anna Seghers Figuren, verlegt das Geschehen in die Szenerie von heute und verbindet, ohne explizit davon zu sprechen, allein durch die Szenenoptik, die Flucht vom Faschismus mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik.

„Das Leben ist ein Fest“ von Eric Toledano & Olivier Nakache

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de den Film Das Leben ist ein Fest von Eric Toledano

Pressefoto

Kann man einen Film wie „Ziemlich beste Freunde“ noch steigern? Dieser Film  ist 1a  und machte natürlich neugierig auf die neue Produktion von Eric Toledano & Olivier Nakache. 

Nach dem etwas schleppenden Einstieg glaubt man fast „Das Leben ist ein Fest“ floppt. Ein Paar möchte edel heiraten, doch alles ist zu teuer. In einer grotesken Reduzierungsliste visioniert Monsieur Max, der frustrierte Wedding Planer,  eine preiswerte Hochzeit mit Würstchen und Billignachspeise ohne Fotograf und ohne Blumenschmuck und vergrault das Paar.  Aber es gibt sie noch die üppigen Hochzeiten, die von allem das Beste wollen.

„Aus dem Nichts“ von Fatih Akin

Michaela Schabel besuchte für schabel-klultur-blog.de den Film Aus dem Nichts von Fatih Akin

Pressefoto

Fatih Akins neuer Film macht nachdenklich.
Der Film beginnt wie eine Seifenoper, schwenkt ins Dokumentarische und endet wie ein Thriller und doch ist Fatih Akins neueste Produktion „Aus dem Nichts“ eine absolut nachvollziehbare Geschichte. In Anlehnung an die NSU-Prozesse erzählt er ein Nagelbombenattentat aus der Sicht des Opfers, sehr, subtil, emotional, empathisch, immer  den Fokus auf die Sprache der Blicke, und dadurch sehr berührend. Es geht ihm nicht um die Schuldfrage, nicht um die politischen Konsequenzen, sondern allein um Situation der Opfer und wie Gewalt Gegengewalt provoziert.