Film – „Nurejew – White Crow“

Filmkritik "Nurejew White Crow" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Inzwischen ist Rudolf Nurejew eine Legende. In den 60er Jahren war der russische Balletttänzer ein Weltstar. Er wagte es, sich in den Westen abzusetzen und den klassischen Tanz zu modernisieren. 
Nurejews Geschichte verfilmte der englische Schauspieler und Regisseur Ralph Fiennes. 20 Jahre dauerte es, bis “Nurejew – The White Crow“ „Nurejew – der Außenseiter“ auf die Leinwand kam. Nach der Premiere 2018 ist er jetzt auch in Deutschland zu sehen.

Film –  „Die Einzelteile der Liebe“ 

Studenten der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb)

©dffb2019 Bei der Berlinale glänzte der Film „Die Einzelteile der Liebe“  von Miriam Bliese in der Rubrik „Perspektive“ durch seinen bürgerlichen Realismus, weit ab von den Partymeilen in Berlin, in einem  schlichten  Zeilenbau im Charlottenburger Hansaviertel. Sophie (Birte Schöik) ist hochschwanger, schiebt wacker den kaputten Wagen an, aber der will nicht mehr. Eine originelle Metapher […]

Film – Tarantinos „Once Upon  a Time … in Hollywood“

Filmkritik "Once Upon a Time in Hollywood" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Da ist es wieder das großartige Hollywood der 60er Jahre, doch ganz anders, alles andere als großartig. Starregisseur Quentin Tarantino  präsentiert, nach monatelanger Geheimniskrämerei, ein amüsantes Hollywood-Remake, 1969 verortet, das hinter die Kulissen blicken lässt und legendäre Hollywood-Mythen ganz schlicht im Menschlichen verankert. Die existentielle Schere zwischen Star und Loser ist enorm, das emotionale Elend ziemlich ähnlich. 

Der Plot ist hollywoodadäquat simpel mit viel Raum und amüsant  parodistischen Blick auf soziale Unterschiede und den Konkurrenkampf in der Filmindustrie und die beiden Hauptdarsteller in ihrem schauspielerischen Talent bestens in Szene setzt. 

Film – „Der unerhoffte Charme des Geldes“

Filmkritik "Der unerhoffte Charme des Geldes" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Als studierter Philosoph ist  Pierre-Paul (Alexandre Landry) viel zu intelligent, um Ungerechtigkeiten des Lebens nicht zu durchschauen. Groß in Gedanken, klein im praktischen Leben ermöglicht er sich als Kurier ein bescheidenes Leben und hilft,  wo immer er kann, den ganz Armen und Obdachlosen. Als ausgerechnet ihm, dem  schüchternen Philosophen, Millionen Gaunergeld  bei einem Banküberfall regelrecht zu Füßen fallen, kann auch er dem „Unverhofften Charme des Geldes“ nicht widerstehen. Mit Hilfe eines haftentlassenen Ganoven (Rémy Girand), der den Knast für ein Ökonomiestudium genutzt hat, dem besten Off-Shore-Banker (Pierre Curzi), einem Exkunden der Edelprostituierten Aspasias (Maripier Morin), die Pierre-Paul verzaubert, gelingt der große Coup die Millionen trotz polizeilicher Überwachung über eine Stiftung in London effektiv anzulegen. 

Berlin – Das Programmkino „Babylon“ feiert 90-jähriges Jubiläum 

Theaterkritk "Metropolis" und Programmkino Babylon präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

5076 Kinos gab es 1929 in Deutschland, 378 allein in Berlin und dann machte das „Babylon“ am Bülow-Platz, dem heutigen Rosa-Luxemburg-Platz vis-a-vis von der Volksbühne auch noch auf, ausgerechnet in einer Gegend, die schon völlig overscreent war. Straßennamen  wurden geändert, politische Systeme wechselten einander ab. Das „Babylon“ behielt seinen Namen und blieb, besitzt die älteste Stummfilmorgel und anlässlich des Jubiläums nun als  einziges Kino in Europa ein Stummfilmorchester.

Film – Almodóvars „Leid und Herrlichkeit“

„Ich will, dass du mich spielst, aber ich will es nicht sehen“, sagt Salvador Mallo

Der kleine Bub singt wunderbar, ist in allen Dingen begabt und lernt spielerisch. Später wird er, Salvador Mallo ein spanischer Starregisseur, in dem ganz viel Pedro Almodóvar steckt, ein Wrack, einsam, krank und schließlich heroinabhängig. Mit einer verblüffenden Offenheit präsentiert Pedro Almodóvar die Problematik des Alterns zwischen Erfolg, deprimierenden Resümees durch nicht überwundene menschliche Verluste, wodurch der Film die autobiografische Frage völlig in den Hintergrund stellt und zur großen Parabel „Zwischen Leid und Herrlichkeit“ des Lebens wird. „Ich will, dass du mich spielst, aber ich will es nicht sehen“, erklärte Antonio Banderas in einem Interview, Pedro Almodóvar wollte, dass er die Rolle spiele. Das ist ihm perfekt gelungen. 

Film – „Monsieur Claude 2“

Filmkritik "Monsieur Claude 2" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Als hätte der  erste Schock für Monsieur  Claude nicht gereicht, dass alle vier Töchter Ausländer heirateten. In „Monsieur Claude 2“ entpuppen sich die Schwiegersöhne auch noch als Loser, die sich gegenseitig aus einer Mischung von Unachtsamkeit und Übersensibilität rassistisch diskriminieren und als letzte Rettung mit ihren begeisterungsfähigen, leicht manipulierbaren Ehefrauen auswandern wollen.

Film – Jean-Luc Godards „Bildbuch“

Filmkritik von Godards "Bildbuch" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Wild Bunch Distribution
1960 begeisterte Jean-Luc Godard mit „Außer Atem“, ein Kultfilm, bekannter als alle anderen seiner 60-jährigen Regietätigkeit. Godard gilt als einer der ganz großen experimentellen  Filmphilosophen des 20: Jahrhunderts. Sein neuester Experimentalfilm „Bildbuch“, mit 88 Jahren gedreht, 2018 mit der der Palme d´Or Spécial ausgezeichnet, erreicht dennoch nur ein kleines Publikum. 

Film – „Kirschblüten & Dämonen“ von Doris Dörrie

Filmkritik-Kirschblüten und Dämonen präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Constantin Film 
Das Voralpenland glitzert japanisch, die Schneeberge wirken wie auf  japanischen Holzschnitten, mitten auf der Weide ein Kirschbaum. Zwischen Allgäu und Japan, ihrem Lieblingsfremdland oszilliert Doris Dörries wunderbare Filmmetapher „Kirschblüten & Dämonen“, Nachfolgefilm von „Kirschblüten – Hanami“.
Die junge Yu taucht ins Japanische Meer ein und im oberbayerischen See auf. Sie sucht ihren deutschen Vater Rudi und findet stattdessen seinen Sohn Karl, geschieden, Alkoholiker, von den Dämonen seiner Erinnerungen von einem Delirium ins andere gejagt. Es scheint sich ganz zart eine Liebesgeschichte anzubahnen, doch Doris Dörries Geschichte entpuppt sich als tiefgründige Selbstfindung in faszinierenden Bildsequenzen einer sich zum Puzzle zusammenfügenden Familienaufstellung. 

Film – „Green Book – Eine besondere Freundschaft“

Filmkritik "Green Book" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©2018eOneGermany
Die schwarzen Landarbeiter kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie angewurzelt stehen sie in Reih und Glied da und gaffen auf die Straße. Ein Weißer chauffiert einen Schwarzen, was in den 60er Jahren tatsächlich noch ein absolutes Novum war.
Das ist tatsächlich eine große Szene, die wie ein Genrebild die Zeiten der Sklaverei noch einmal in Erinnerung ruft. Ansonsten ist „Green Book – Eine besondere Freundschaft“  ein konventionelles Buddy-Road-Movie, das von Ort zu Ort eilt und vom Situationswitz lebt, indem es manche Klischees auf den Kopf stellt.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – Eine Ära geht zu Ende

Berlinale präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Mit dem Abschied von Dieter Kosslick geht mit der Berlinale 2019 eine Ära zu Ende. Dieter Kosslick hat die Berlinale zu dem gemacht, was sie heute ist, eine der drei größten internationalen Filmfestspiele. 
Das Angebot an Filmen war im Durchschnitt beeindruckend, aber ohne den Film schlechthin, der über allen glänzt, was die wechselnden Umfragewerte bestätigten.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin  – „Gully Boy“ – Sektion Berlinale Special

Kinokritik Berlinale "Gully Boy" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Excel Entertainment Pvt.Ltd.
Nein,  Murad will nicht Autos knacken in der indischen Supermetropole Mumbasa, auch wenn er  in Armut lebt. Er macht als Rapper seinen Weg  und bei diesem Weg, werden die traditionellen Schranken in der indischen Gesellschaft zum Prüfstein individueller Durchsetzungsfähigkeit.
Regisseur Zoya Akthar gelingt eine mitreißende Milieustudie zwischen Moslems und  Hindus, den Demütigungen der Armen angesichts der indischen Oberschicht.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Mr. Jones“- Sektion Wettbewerb

Berlinale Filmkritik "Mr. Jones" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Robert Palka/Film Produkcja
Grunzende propere Schweine fressen im Zwielicht. Simultan formuliert ein einsamer Mann, dass er nicht mehr in diese Zeit passe. Aus dem Rätsel entwickelt sich eine die spannende Geschichte um den jungen britischen Journalisten Gerath Jones, der bei seinen Recherchen über die Sowjetunion die ukrainische Hungerkatastrophe am eigenen Leib erlebte. Das Getreide, das Gold der Ukraine, wurde nach Moskau transportiert und die Kolchosebauern verhungerten.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Der goldene Handschuh“ – Rubrik Wettbewerb

Berlinale Filmkritik "Der goldene Drache" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©gorden timpen/2018 bombero.int/Warner Bros Ent
Zum Erbrechen ist dieser Film, so grausam, brutal im Morden, so ehrlich unästhetisch und hässlich in der Personen- und Milieuzeichnung im Hamburgs verruchten St. Pauli der 70er Jahre.
„Der goldene Handschuh“, ein Titel wie für ein Märchen, ist die Geschichte des Massenmörders Honke, der in den 70er Jahren Frauen auf das Übelste vergewaltigte, tötete und die Leichen zerstückelte und sie in seiner schäbigen Wohnung aufbewahrte, bis ein Brand die Morde an den Tag brachte.