69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Der goldene Handschuh“ – Rubrik Wettbewerb

Berlinale Filmkritik "Der goldene Drache" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©gorden timpen/2018 bombero.int/Warner Bros Ent
Zum Erbrechen ist dieser Film, so grausam, brutal im Morden, so ehrlich unästhetisch und hässlich in der Personen- und Milieuzeichnung im Hamburgs verruchten St. Pauli der 70er Jahre.
„Der goldene Handschuh“, ein Titel wie für ein Märchen, ist die Geschichte des Massenmörders Honke, der in den 70er Jahren Frauen auf das Übelste vergewaltigte, tötete und die Leichen zerstückelte und sie in seiner schäbigen Wohnung aufbewahrte, bis ein Brand die Morde an den Tag brachte.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Systemsprenger“ – Sektion Wettbewer

Berlinale Filmkritik "Systemsprenger" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Peter Harwig/kineo/Weydemann Bros/Yunus Roy Imer
Benni hasst alle. Sie schmeißt Spielzeug, Möbeln durch die Gegend, wird von einem Heim zum anderen. Dazwischen sind Aufenthalte in der Intensivstation. Neun Jahre ist Benni erst. Eigentlich heißt sie Bernadette. Wo sie hinkommt, gibt es Ärger. Sie beleidigt mit den übelsten Schimpfwörtern rauft, schlägert, rennt davon, klaut und reagiert auf Hilfe mit Tobsuchtsanfällen. Schon als Baby wurde sie traumatisiert, als ihr der Vater nasse Windeln ins Gesicht drückte.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Es hätte schlimmer kommen können“ – Sektion Berlinale Special

Berlinale Filmkritik "Es hätte auch schlimmer kommen können" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Coin Film
„Von meinem Körper war ich nicht so begeistert“, gesteht Mario Adorf. „Ich empfand mich nicht als schön“. Mario Adorf spricht sehr sachlich, aber auch humorvoll über sich und sein Leben. Er blickt auf 88 Jahre zurück, die Regisseur Dominik Wessely in dem Film „ Es hätte schlimmer kommen können“ Revue passieren lässt. 

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „L´Adieu à la nuit“

Berlinale Filmkritik "L' Adieu à la nuit" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Curiosa, Adieu à la nuit 2019
„Blick nicht in die Sonnenfinsternis. Das schädigt die Augen“. Dieser ganz alltägliche Appell an Muriel lässt schon in den ersten Sekunden aufhorchen, verfremdet die Landidylle durch ein traumatisches  Halbdunkel und offeriert die raffinierte Doppelbödigkeit des französischen Spielfilms „ L’Adieu à la nuit“. Noch blühen die Kirschbäume, Kinder reiten auf den Ponys. Pflanzen, Tiere und Menschen vermitteln ein ruhiges harmonisches Miteinander. Doch schon bald wird sich Muriel Leben verdunkeln.   

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Fortschritt im Tal der Ahnungslosen“ – Sektion „Forum“

Berlinale präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©tsb/Joanna Pieschotta
Mitten in Sachsen, aber schon recht abseits Richtung polnischer Grenze, weg von gut funktionierenden Fernsehanschlüssen wurde Neustadt zu DDR-Zeiten im Volksmund zum Mittelpunkt des „Tals der Ahnungslosen“. In seinem Film „Fortschritt im Tal der Ahnungslosen“ spielt Florian Kunerts auf sehr liebenswert ironische Weise das Miteinander von Syrien und Deutschen über den innerdeutschen Systemwechsel hinweg an.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Erde“ – Sektion Forum 

Filmkritik Berlinale "Erde" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Nikolaus Geyrhalter Filmprodukiton
Ein Bagger schiebt Geröll den Steilhang hinab. Der Mensch macht sich wichtig in der Millionen Jahre alten Geschichte der Mutter Erde und wirkt noch lachhaft klein. 
In sieben Szenen fängt Regisseur Nikolaus Geyhalter die negative Entwicklung menschlicher Gier. Berge werden abgetragen, ausgehöhlt, ausgebeutet, 156 Millionen Tonnen Material von Menschen  jährlich bewegt. Nicht der einzelne handelt, sondern die Menschheit an sich, obwohl das Anthropozän nur einen Wimpernschlag in der Weltgeschichte darstellt.

69. Internationale Filmfestspiele – „Öndög“ – Rubrik Wettbewerb

Berlinale Filmkritik "Öndög" von schabel-kultur-blog.de

©Wang Quan´an
Weit ist der blaue Horizont über den gelben mongolischen Steppen. Eine Leiche wird gefunden. Polizisten ermitteln. Einer muss nachts Wache schieben, denn die Gesetze sind auch in der Steppe einzuhalten. Er trifft den Jüngsten und Naivsten. Nach Elvis Presley „Lovely Tender“ hüpft er herum, um sich gegen Kälte, Einsamkeit und Angst zu schützen. Doch er wäre erfroren, hätte ihn die Viehhirten nicht vor dem Erfrieren gerettet. Sie nutzt die Chance, sich schwängern zu lassen und nimmt später den Nachbarn zum Mann, der sie immer schon mochte, aber keine Kinder zeugen konnte. 
Dennoch ist „Öndög“ weder Mord- noch Liebesgeschichte.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin –  „Easy Love“  – Sektion Perspektive Deutsches Kino 

Berlinale Filmkritik "Easy Love" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Janis Mazuch
Sieben Männer und Frauen suchen nach der Liebe, die nicht einengt, nur Genuss bringt. Das funktioniert natürlich nur in den ersten Nächten und nur solange nicht Dritte ins Spiel kommen. Zwischen Dokumentar- und Spielfilm lässt  Jamar Jandali die Facetten durchdeklinieren. Neue Facetten ergeben sich nicht.

Film – „Shoplifters“ 

Der Vater lenkt ab, der Sohn klaut die Lebensmittel. Auf dem Nachhauseweg finden sie ein verängstigtes kleines Mädchen und nehmen es mit. Nun sind die Shibatas am Rande Tokios in dem winzigen Häuschen der Oma zu sechst und leben von deren Rente. Sie sind arm, sehr direkt, aber herzlich.  Mit sehr viel Feingefühl entwickelt Regisseur Hirokazu Kore-eda eine zugespitzte Milieustudie japanischen Großstadtlebens  zwischen Existenzminimum, beruflicher Ausbeutung, diebischer Selbsthilfe und einen eigenen, sehr pragmatischen Wertegefühl. Sie nehmen sich, was die Gesellschaft ihnen verwehrt. 

© Wild Buch Germany 2018
Der Vater lenkt ab, der Sohn klaut die Lebensmittel. Auf dem Nachhauseweg finden sie ein verängstigtes kleines Mädchen und nehmen es mit. Nun sind die Shibatas am Rande Tokios in dem winzigen Häuschen der Oma zu sechst und leben von deren Rente. Sie sind arm, sehr direkt, aber herzlich. 

Mit sehr viel Feingefühl entwickelt Regisseur Hirokazu Kore-eda eine zugespitzte Milieustudie japanischen Großstadtlebens  zwischen Existenzminimum, beruflicher Ausbeutung, diebischer Selbsthilfe und einen eigenen, sehr pragmatischen Wertegefühl. Sie nehmen sich, was die Gesellschaft ihnen verwehrt. 

Film – „Colette“ – eine autobiografische Geschichte 

Filmkritik "Colette" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Mars Films
„Ich bin Claudine“. Alle Frauen im Paris Anfang des 20. Jahrhunderts eifern plötzlich Claudine nach. Sie lassen sich die Haare schneiden, tragen Kleider wie Claudine und geben sich selbstbewusst. Der Roman „Claudine“ macht Willy berühmt. „Claudine“ wird zum Kult, zum Label von Luxus bis zur Claudine-Seife. Der Bedarf nach weiteren Romanen steigt. Doch nicht er schreibt die Romane, sondern seine Frau Colette.

Film – „100 Dinge“ – eine hippe Buddy-Komödie

Filmkritik "100 Dinge" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Warner Bros
Nur einen kleinen Koffer hatte Tonis Oma, als sie vom Osten floh. Er enthielt alles, was sie hatte. Enkelsohn Toni  (Florian David Fitz) und sein Freund Paul (Matthias Schweighöfer)  aus Kindheitstagen und Geschäftspartner sind flotte Start-up-Unternehmer.  Sie leben als hippe Bohemien in Berliner Industrielofts, umgeben von den Dingen des Shopping-Livestyles,  Klamotten und Schuhe. Der große Durchbruch scheint zu gelingen.