Berlin – Jeremy Irons ist der Präsident der 70. Berlinale

Jeremy Irons als Präsident der Berlinale präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Mit Jeremy Irons bekommt die 70. Berlinale einen charismatischen Präsidenten. „Die ikonischen Figuren, die Jeremy Irons verkörpert hat, und sein unverwechselbarer Stil haben mich auf meiner cineastischen Reise begleitet und mir die Komplexität der menschlichen Natur vor Augen geführt“, wertschätzt ihn Carlo Chatrian, Künstlerischer Leiter der Berlinale.
Umgekehrt freut sich Jeremy Irons, dass er die Rolle des Jurypräsidenten übernehmen darf.   „Es bietet mir nicht nur die Gelegenheit, in diese großartige Stadt zurück zu kehren, sondern auch die ausgewählten Filme anzusehen und deren Vorzüge mit meinen Jurykolleg*innen zu diskutieren.“

Berlin – Berlinale 2020

Berlinale präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

In sechs Wochen startet die Berlinale 2020. Vom 19. bis 29. Februar ist sie dieses Jahr relativ spät angesetzt, das Interesse sehr groß. Es ist nicht nur die 70. Berlinale und die erste unter unter der Leitung der Doppelspitze mit Carlo Chatrian als Künstlerischem Direktor und Mariette Rissenbeek als Geschäftsführerin…

Film – „Alles außer gewöhnlich“

Filmkritik "Alles außer gewöhnlich"

„Ziemlich beste Freunde“, dann  „Heute bin ich Samba“ und „Das Leben ist ein Fest“, jetzt  „Alles außer gewöhnlich“. Jedes Mal treffen Erich Toledano und Olivier Nakache mit ihren sozialkritischen Themen den Kopf. Ihre Geschichten beruhen auf genauen Recherchen, blicken die Kulissen verdrängter Realitäten, schrauben sich emotional tief ins Bewusstsein. „Alles außer gewöhnlich“ schmerzt die Seele. Doch das Regieteam entdeckt gleichzeitig die Momente skurrilen Humors und stillen Glücks.
„Alles außer gewöhnlich“ ist ein Plädoyer für die Menschlichkeit. Ja, so könnte es gehen…

Film- „Porträt einer jungen Frau in Flammen“

Filmkritik "Porträt einer jungen Frau in Flammen" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Als „Meisterwerk“ wird Céline Sciammas Film „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ vermarktet. Meisterlich sind in der Tat Regie und  die Kameraführung von Claire Manton,  die  auf die Augenblicke zwischenmenschlicher Begegnungen und einer beginnenden Liebe bis zur Leidenschaft in Flammen fokussieren. Die Szenen wirken wie leuchtende Ölgemälde, jedes für sich eine vollkommene Komposition.
Für 1770 ist Marianne (Noémie Merlant) in jeder Beziehung eine ungewöhnliche Frau. Sie malt nicht nur Porträts, sie unterrichtet auch, wie man malt.  Wegen einer Auftragsarbeit lässt sie sich über das Meer zu einer einsamen Insel rudern. Als der Holzkasten mit den Leinwänden ins Wasser fällt, holt sie ihn  schwimmend zurück.

Film – „Nurejew – White Crow“

Filmkritik "Nurejew White Crow" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Inzwischen ist Rudolf Nurejew eine Legende. In den 60er Jahren war der russische Balletttänzer ein Weltstar. Er wagte es, sich in den Westen abzusetzen und den klassischen Tanz zu modernisieren. 
Nurejews Geschichte verfilmte der englische Schauspieler und Regisseur Ralph Fiennes. 20 Jahre dauerte es, bis “Nurejew – The White Crow“ „Nurejew – der Außenseiter“ auf die Leinwand kam. Nach der Premiere 2018 ist er jetzt auch in Deutschland zu sehen.

Film –  „Die Einzelteile der Liebe“ 

Studenten der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb)

©dffb2019 Bei der Berlinale glänzte der Film „Die Einzelteile der Liebe“  von Miriam Bliese in der Rubrik „Perspektive“ durch seinen bürgerlichen Realismus, weit ab von den Partymeilen in Berlin, in einem  schlichten  Zeilenbau im Charlottenburger Hansaviertel. Sophie (Birte Schöik) ist hochschwanger, schiebt wacker den kaputten Wagen an, aber der will nicht mehr. Eine originelle Metapher […]

Film – Tarantinos „Once Upon  a Time … in Hollywood“

Filmkritik "Once Upon a Time in Hollywood" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Da ist es wieder das großartige Hollywood der 60er Jahre, doch ganz anders, alles andere als großartig. Starregisseur Quentin Tarantino  präsentiert, nach monatelanger Geheimniskrämerei, ein amüsantes Hollywood-Remake, 1969 verortet, das hinter die Kulissen blicken lässt und legendäre Hollywood-Mythen ganz schlicht im Menschlichen verankert. Die existentielle Schere zwischen Star und Loser ist enorm, das emotionale Elend ziemlich ähnlich. 

Der Plot ist hollywoodadäquat simpel mit viel Raum und amüsant  parodistischen Blick auf soziale Unterschiede und den Konkurrenkampf in der Filmindustrie und die beiden Hauptdarsteller in ihrem schauspielerischen Talent bestens in Szene setzt. 

Film – „Der unerhoffte Charme des Geldes“

Filmkritik "Der unerhoffte Charme des Geldes" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Als studierter Philosoph ist  Pierre-Paul (Alexandre Landry) viel zu intelligent, um Ungerechtigkeiten des Lebens nicht zu durchschauen. Groß in Gedanken, klein im praktischen Leben ermöglicht er sich als Kurier ein bescheidenes Leben und hilft,  wo immer er kann, den ganz Armen und Obdachlosen. Als ausgerechnet ihm, dem  schüchternen Philosophen, Millionen Gaunergeld  bei einem Banküberfall regelrecht zu Füßen fallen, kann auch er dem „Unverhofften Charme des Geldes“ nicht widerstehen. Mit Hilfe eines haftentlassenen Ganoven (Rémy Girand), der den Knast für ein Ökonomiestudium genutzt hat, dem besten Off-Shore-Banker (Pierre Curzi), einem Exkunden der Edelprostituierten Aspasias (Maripier Morin), die Pierre-Paul verzaubert, gelingt der große Coup die Millionen trotz polizeilicher Überwachung über eine Stiftung in London effektiv anzulegen. 

Berlin – Das Programmkino „Babylon“ feiert 90-jähriges Jubiläum 

Theaterkritk "Metropolis" und Programmkino Babylon präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

5076 Kinos gab es 1929 in Deutschland, 378 allein in Berlin und dann machte das „Babylon“ am Bülow-Platz, dem heutigen Rosa-Luxemburg-Platz vis-a-vis von der Volksbühne auch noch auf, ausgerechnet in einer Gegend, die schon völlig overscreent war. Straßennamen  wurden geändert, politische Systeme wechselten einander ab. Das „Babylon“ behielt seinen Namen und blieb, besitzt die älteste Stummfilmorgel und anlässlich des Jubiläums nun als  einziges Kino in Europa ein Stummfilmorchester.

Film – Almodóvars „Leid und Herrlichkeit“

„Ich will, dass du mich spielst, aber ich will es nicht sehen“, sagt Salvador Mallo

Der kleine Bub singt wunderbar, ist in allen Dingen begabt und lernt spielerisch. Später wird er, Salvador Mallo ein spanischer Starregisseur, in dem ganz viel Pedro Almodóvar steckt, ein Wrack, einsam, krank und schließlich heroinabhängig. Mit einer verblüffenden Offenheit präsentiert Pedro Almodóvar die Problematik des Alterns zwischen Erfolg, deprimierenden Resümees durch nicht überwundene menschliche Verluste, wodurch der Film die autobiografische Frage völlig in den Hintergrund stellt und zur großen Parabel „Zwischen Leid und Herrlichkeit“ des Lebens wird. „Ich will, dass du mich spielst, aber ich will es nicht sehen“, erklärte Antonio Banderas in einem Interview, Pedro Almodóvar wollte, dass er die Rolle spiele. Das ist ihm perfekt gelungen. 

Film – „Monsieur Claude 2“

Filmkritik "Monsieur Claude 2" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Als hätte der  erste Schock für Monsieur  Claude nicht gereicht, dass alle vier Töchter Ausländer heirateten. In „Monsieur Claude 2“ entpuppen sich die Schwiegersöhne auch noch als Loser, die sich gegenseitig aus einer Mischung von Unachtsamkeit und Übersensibilität rassistisch diskriminieren und als letzte Rettung mit ihren begeisterungsfähigen, leicht manipulierbaren Ehefrauen auswandern wollen.

Film – Jean-Luc Godards „Bildbuch“

Filmkritik von Godards "Bildbuch" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Wild Bunch Distribution
1960 begeisterte Jean-Luc Godard mit „Außer Atem“, ein Kultfilm, bekannter als alle anderen seiner 60-jährigen Regietätigkeit. Godard gilt als einer der ganz großen experimentellen  Filmphilosophen des 20: Jahrhunderts. Sein neuester Experimentalfilm „Bildbuch“, mit 88 Jahren gedreht, 2018 mit der der Palme d´Or Spécial ausgezeichnet, erreicht dennoch nur ein kleines Publikum. 

Film – „Kirschblüten & Dämonen“ von Doris Dörrie

Filmkritik-Kirschblüten und Dämonen präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Constantin Film 
Das Voralpenland glitzert japanisch, die Schneeberge wirken wie auf  japanischen Holzschnitten, mitten auf der Weide ein Kirschbaum. Zwischen Allgäu und Japan, ihrem Lieblingsfremdland oszilliert Doris Dörries wunderbare Filmmetapher „Kirschblüten & Dämonen“, Nachfolgefilm von „Kirschblüten – Hanami“.
Die junge Yu taucht ins Japanische Meer ein und im oberbayerischen See auf. Sie sucht ihren deutschen Vater Rudi und findet stattdessen seinen Sohn Karl, geschieden, Alkoholiker, von den Dämonen seiner Erinnerungen von einem Delirium ins andere gejagt. Es scheint sich ganz zart eine Liebesgeschichte anzubahnen, doch Doris Dörries Geschichte entpuppt sich als tiefgründige Selbstfindung in faszinierenden Bildsequenzen einer sich zum Puzzle zusammenfügenden Familienaufstellung.