Neu im Kino – „New Ordner – Die neue Weltordnung“

Filmkritik "New Order" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

  Auch in der Oberklasse von Mexiko wird schick gefeiert. Man gibt sich smart, lässig elegant, auch bei einer Hochzeit, zu der gerade die Gäste eintreffen, darunter eine hohe politische Führungskraft mit Familie,  die sich aber seltsamerweise schnell verabschiedet. Den Grund erfährt man erst am Schluss und lässt Rückschlüsse auf die latenten Prozesse im Hintergrund […]

Film – „Ich bin dein Mensch“ von Maria Schrader

Filmkritik "Ich bin dein Mensch" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ein Date in Berlin in plüschiger Umgebung wie einst in den 20er Jahren. Alma, optisch eine Durchschnittsfrau, trifft Tom. Er sieht nicht nur blendend aus, er hat auch beste Manieren und tanzt rasant Rumba. Eine kleine Panne setzt ihn auf Wiederholungsschleife wie auf einer verkratzten Schallplatte und schon ist man mitten drin in Maria Schraders außergewöhnlicher Filmgeschichte „Ich bin dein Mensch“ nach der gleichnamigen Erzählung von Emma Braslavsky.
Ausgesprochen humorvoll, voller Esprit und Tiefgang kreist Maria Schraders Film um die komplexe Frage, wann ist ein Mensch ein Mensch…

Chloé Zhaos „Nomadland“

Filmkritik "Nomadland" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Nomadland“ ist ein absoluter Ausnahmefilm, 2020 produziert, wegen der Pandemie erst jetzt in den Kinos zu sehen. Dass er mit dem Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet wurde und mehrere Oscars einheimste, könnte einer wohltuenden Entwicklung im Filmbusiness den Weg weisen. 
Fern, eine ältere Frau, Witwe, fährt mit ihrem Van gegen Westen. Sie ist eine fiktive Figur, aber die Geschichte folgt Jessica Bruders Sachbuch-Bestseller „Nomadland: Surviving America in the Twenty-First Century“.
Fern könnte bei der Schwester leben, aber sie will nicht. Nein, sie fühlt sich nicht obdachlos. Ihr Van ist ihre Heimat. Mit Leiharbeiterjobs kämpft sie sich durch das Leben. Die Begegnungen mit freundlichen, aufrechten Menschen in ähnlicher Lage, vor allem die stillen Momente in den Weiten der US-amerikanischen Landschaften, die Outdoor-Stimmungen am Lagerfeuer für viele erfüllen sie mit Glück…

Weltpremiere beim Dokumentarfestival 2021- „Der wilde Wald“ – ein Filmporträt des Nationalparks Bayerischer Wald

Filmkritik "Im Wald" beim Dok.festival 2021 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Wildnis beginnt, wenn man der Natur freien Lauf lässt und nicht immer als Mensch dazwischen funkt“, so Bastian Kalous. Er hat sich mit dem Wald zusammengerauft. Jetzt ist der Wald seine Heimat, seine „Spielwiese“ und sein bevorzugtes Fotomotiv. Filmemacherin Lisa Eder folgt den Spuren dieses Wanderers in wunderbaren Naturstimmungen, unterlegt mit unaufdringlich klangschöner Musik. Noch nie wurde der Bayerische Nationalpark mit so viel Empathie für die Schönheit des Waldes, seiner Pflanzen und Tiere, seinen Lichtstimmungen zwischen Tag und Nacht, biologischer Erneuerung und Emsigkeit in Szene gesetzt…

München – „Langsam vergesse ich eure Gesichter“ – Uraufführung während des Dok.festival 2021

Daniel Asadi Faezis erster Dokumentarfilm ist eine subtile Spurensuche, die durch ihre Authentizität sehr berührt. 

Klirrend langgezogene Tonspuren, dazwischen spielerische Töne. Zwei Männer sitzen an einem runden Tisch in einem nüchternen fensterlosen Raum. Es sind zwei Brüder, Hassan und Ebi, die sich gegenseitig Briefe, die dreißig Jahre ungelesen im Keller lagen, vorlesen. 
Hassans Sohn, Daniel Asadi Faezi, skizziert so die Geschichte seiner Familie und des Iraks, den er selbst erst mit 14 Jahren besuchte. Er selbst bleibt im Off, reagiert mit Fragen auf die Briefe. Sie öffnen etwas den Blick in die Vergangenheit, wie die geöffneten Türen des Raums, durch die die diffusen Bilder der Erinnerungen lebendig werden…

München – Helena Trestíkovás Film „Anny“ über eine Prostituierte bekommt den Hauptpreis des Dokumentarfilm-Festivals 2021

Filmkritik "Anny" beim Dok.festival 2021 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Anny ist 46 Jahre alt, putzt tagsüber eine öffentliche Männertoilette, verdient sich abends auf der Perlová-Straße in Prag als Prostituierte etwas dazu oder trifft sich mit ihrer Theatergruppe. 16 Jahre, von 1996 – 2012, folgt die tschechische Autorin und Regisseurin Helena Trestíková Annys Lebensweg im postsowjetischen Prag auf der Suche nach Glück und macht daraus einen schlichten, knapp zwei Stunden langen Dokumentarfilm, der schnörkellos das Leben an der existentiellen Basis zeigt und deshalb beim 36. Internationalen DOK.fest München 2021 mit dem Hauptpreis „VIKTOR Main Competition DOK.international“ ausgezeichnet wurde…

Dokumentarfilm – „Auf der anderen Seite des Flusses“ 

"On The Other Side of The River" , filmkritik präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Zwischen dem Schein einer pompös ausstaffierten Braut mit Perspektive auf ein männerdominiertes Leben in Armut und einem kleinem Jungen, der nicht die Hand seiner Mutter, sondern deren Kalaschnikow greift, entfaltet der Dokumentarfilm „Auf der anderen Seite des Flusses“ eine ungewöhnlich authentische Aura. 
Ein Jahr begleitete das Filmteam die 19-jährige Hala, die mit ihrer Schwester Sosam vor der Zwangsverheiratung aus ihrer nordsyrischen Heimat in die kurdische Frauenarmee flieht. Sie will gegen den IS kämpfen, vor allem gegen die Unterdrückung durch die Männer und für die Freiheit der Frauen. Sie lässt sich an der Militärakademie ausbilden und will dann ihre acht anderen Schwestern zu sich holen, um ihnen eine gute Erziehung und ein gutes Leben zu ermöglichen. Sehr subtil und empathisch verfolgt der Dokumentarfilm die Ausbildung, Halas beruflichen Einsatz, ihre Vision von der Befreiung der Schwestern. Kämpfen und der Umgang mit Waffen sind für sie Ausdruck ihrer neuen Freiheit…

München – Dokumentarfilmfestival – „Soldaten“

Filmkritik "Soldaten" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Es wird täglich rasiert. Es gibt keinen Bart. Es ist egal, woher man kommt. Hier sind alle gleich. „Haben Sie verstanden? Haben Sie Fragen?“ Die Antwort auf den rigiden Kommunikationsstil ist Schweigen. Still, mit verschlossenen Gesichtern stehen die Rekruten da. Sie wissen nicht, was auf sie zukommt. Aber sie wollen es versuchen.
Ruhig und unaufgeregt, sehr alltäglich, ohne Action entwickeln Christian von Brockhausen und Willem Konrad, verantwortlich für Regie, Buch, Kamera, aus den Porträts von drei Rekruten, warum und mit welchen Zielvorstellungen sie zum Militär gehen, wie sie sich während der Grundausbildung verändern und welche Qualität letztendlich die Bundeswehr seit 2011 auf Freiwilligenniveau hat…

Vorankündigung – „Die Kraft des Weiblichen – Starke Frauen * Feminismus * Matriarchat“

"Die Kraft des Weiblichen" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Könnten Frauen ein Gegenbild zu den gegenwärtigen Mächtigen aufbauen, die Helden der Macht ins Wanken bringen und festgefahrene Strukturen aufbrechen? Betrachtet man die mächtigen Frauen der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart, macht sich nicht unbedingt Optimismus breit. Mit ihrer Machtübernahme, haben sie auch die alten Strukturen männlichen Herrschens auf der Basis des Neoliberalismus und des Konsumkapitalismus übernommen und intensiviert, ohne dass die Qualitäten des Weiblichen an sich, Intuition, Kreativität, Gemeinsamkeit, Ganzheitlichkeit, Spiritualität, Selbst- und Nächstenliebe als eigene Werte hervorgehoben wurden. Auf diese “ Kraft des Weiblichen“ macht  „Aktionsradius Wien“ zwischen Anfang Mai und Anfang Juni  aufmerksam….

Berlin – 71. Berlinale – ein Resümee 

Resümee zur 71. Berlinale präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ohne Glanz und Glimmer fehlte der 71. Berlinale 2021 natürlich die prickelnde Atmosphäre eines Festivals. Hinter den Kulissen ging es rund um Verleih und Marketing in erster Linie um ökonomische Interessen, die wiederum der Pressestimmen bedurften, um Risiken und Erfolgsstorys abzuschätzen. 
Ohne Cinema-Format, Filmvorführungen waren einzig den Jurymitgliedern vorbehalten, konnten die Filme ihre Wirkung nicht ganz entfalten. Das Angebot war trotz der Pandemie vielseitig, mit spannenden Themen, unterschiedlichsten Bildästhetiken und filmischen Weiterentwicklungen…

„European Shooting Stars“ starteten mit „Kick-Off Show während der digitalen Berlinale 2021

Europaen Shooting Stars präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Gratulationen von allen Seiten gab es heute bei der Kick-Off Show für die neu gekürten „European Shooting Stars 2021“. Zum ersten Mal wurden sie in Kooperation mit der Berlinale 2021 öffentlich präsentiert. Mit dabei als deutscher Shooting Star ist Albrecht Schuch. Als Anti-Aggressionstrainer in „Systemsprenger“ und als Reinhold in„Berlin Alexanderplatz“ wurde er sehr bekannt und zweifach ausgezeichnet. Dieses Jahr ist er in „Fabian“, Wettbewerbsfilm bei der Berlinale als Fabians College-Freund zu sehen. Albrecht Schuch ist das beste Beispiel, wie karrierefördernd die Internationalen Filmfestspiele sind sowohl bei der Talentsuche als auch bei deren weltweiter Promotion…