Film – „Babylon Berlin“ – die dritte Staffel

"Babylon Berlin" Dritte Staffel präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Babylon, einst Ort der Verirrung und moralischen Grenzwertigkeit, wurde als Label für das Berlin der 20er Jahre zum Erfolgsetikett. In „Babylon Berlin“, ein Ausstattungsfilm vor historischem Hintergrund wurde mit nichts gegeizt, renommierte Schauspieler, authentische Spielorte und Kostüme auf allen Ebenen, quer durch alle sozialen Schichten.  
Heute wird in der dritten Staffel die Geschichte nach auf der Basis von  Volker Kutschers „Der stumme Tod, dem zweiten Roman seiner Gereon-Rath-Beststeller, weitergesponnen, von Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten wie schon in den ersten beiden Staffeln in ein spannendes Drehbuch für eine Kriminal-Fernsehserie verwandelt, produziert von X Filme Creative Pool in Koproduktion mit ARD, Degeto, Sky und Beta Film.
Wer die ersten beiden Staffeln kennt, fühlt sich sofort mitten im Geschehen, das in den ersten Folgen ziemlich vorhersehbar, dann aber raffinierte Verschleierungstaktiken entwickelt…

Berlin – „Berlinale 2021“ mit genderneutraler Prämierung

Berlinale präsentiert von schabel-kultur-blog.de

Die Berlinale 2021 ist in Planung und  bereits auf 11. – 21. Februar 2021 terminiert.  Das Leitungs-Duo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian freut sich,  „dass weltweit langsam wieder Festivals mit einem Publikum vor Ort stattfinden … Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist noch deutlicher geworden, wie sehr wir auch analoge Erlebnisräume in der Kultur benötigen”. Die Prämierung wird 2021 etwas anders sein  …

Film – „Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien“ – eine exzellente Dokumentation von Bettina Böhler 

Filmkritik "Schlingesief-In das Schreien hineinschreien" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Ach der, der immer provoziert“ wurde Schlingensief eine Marke über den deutschen Kulturbetrieb hinaus. Der niedliche Bub mit schauspielerischem Talent aus bürgerlichen Verhältnissen entwickelte sich durch seine agitatorisch grotesken Filme, Theaterinszenierungen und Straßenaktionen zum Enfant Terrible der deutschen Kunstszene. Anlässlich seines 10. Todesjahres präsentiert Bettina Böhler einen erstklassigen Dokumentarfilm über Schlingensiefs Leben und gesellschaftspolitisches Wirken…

Kino – „Exil“ – ein exzellentes Psychogramm

Filmkritik "Exil" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

An Xsafers Gartentür hängt eine tote Ratte. Er bekommt die Mails mit wichtigen Informationen nicht mehr. Notwendige Untersuchungsergebnisse werden nicht an ihn weitergeleitet. Sein Kinderwagen wird abgefackelt. Das sieht ganz stark nach intensivem Mobbing aus. Wie Mobbing die Seele des Menschen verändert, genau darum geht es in Visar Morinas Film „Exil“…

Venedig –  „77. Internationales Filmfestival“ mit 50 Filmen 

77. Filmfestival in Venedig präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Die Stars bleiben, Corona bedingt fern, doch als erstes Festival nach der Pandemie wird es umso mehr zum kulturellen Ereignis und umso stärker rückt beim 77. Filmfestival in Venedig vom 2. bis 12. September die Qualität der Filme in den Mittelpunkt. Mit nur 50 Filmen, ebenfalls den erschwerten Produktionsbedingungen durch die Pandemie geschuldet, bleibt das Festival überschaubar, bietet aber dennoch einen internationalen Querschnitt und Beiträge unterschiedlichster Genres. Das große Interesse gilt vor allem dem Hauptwettbewerb, wobei acht Filme und damit 50 Prozent von Regisseurinnen stammen. Filmfest Direktor Alberto Barbera verspricht etliche Überraschungen…

Venedig – Regisseur Christian Petzold ist Juror bei den Filmfestspielen 2020 in Venedig

Christian Petzold als Jurymitglied bei den Filmfestspielen in Venedig präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Mit den Filmen „Transit“ (2017/18) und „Undine“ (2019/20) und deren Hauptdarstellern Paula Beer und Franz Rogowski, nicht zuletzt durch etliche Tatort-Drehbücher spielte sich Regisseur Christian Petzold in den letzten Jahren noch stärker ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Sein Können als Regisseur, Drehbuchautor und Kritiker brachte ihm jetzt eine Stimme in der Jury der diesjährigen Filmfestspiele in Venedig ein…

Film – „Marie Curie – Elemente des Lebens“ 

Madame Curie sinkt nieder, kommt in die Notaufnahme.In ihren letzten Lebensmomenten leuchtet ihr Leben noch einmal auf. Berührend, hochdramatisch vermittelt Marjana Satrapis Film „Madame Curie - Elemente des Lebens“ nicht nur die Biografie  der der berühmten Naturwissenschaftlerin, zweifachen Professorin und Nobelpreisträgerin in Paris in ihren Kampf gegen die männliche Konkurrenz, sondern auch die Bedeutung und Ausbeutung ihrer Erfindungen vom ersten Werbeboom mit dem neuen Modewort „radioaktiv“  als Synonym für umwerfend gut bis zum radiokaktiven Massenmord…

Madame Curie sinkt nieder, kommt in die Notaufnahme. In ihren letzten Lebensmomenten leuchtet ihr Leben noch einmal auf.
Berührend, hochdramatisch vermittelt Marjane Satrapis Film „Marie Curie – Elemente des Lebens“ nicht nur die Biografie der berühmten Naturwissenschaftlerin, zweifachen Professorin und Nobelpreisträgerin in Paris in ihrem Kampf gegen die männliche Konkurrenz, sondern auch die Bedeutung und Ausbeutung ihrer Erfindungen vom ersten Werbeboom mit dem neuen Modewort „radioaktiv“ als Synonym für umwerfend gut bis zum radioaktiven Massenmord…

Film – „La Chana – mein Leben ein Tanz“

"La Chana mein Leben ein Tanz präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

La Chanas Füße trommeln wie ein Schlagzeug. Der Schweiß perlt ihr von der Stirn. Ihr Körper vibriert. Im Tanz ist die Flamencotänzerin ganz bei sich, so war es zu Beginn, so ist es bis zu ihrer letzten Vorstellung.
Lucija Stojevic zeichnet ein wunderbares Porträt, La Chana zu Hause, mit Hündchen, beim Abendessen mit Freunden und natürlich immer wieder beim Tanzen. Die Film kreist um La Chana, erzählt fast allein aus ihrer Perspektive. Nur ihre Tochter und ihr zweiter Mann kommen kurz zu Wort…

Berlinale – Fabio und Damiano Dínnocenzos „Favolacce“ (Böse Geschichten)

Filmkritik "Favollace", böse Geschichten, präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Von der Nähe wirkt das Haus in der nächtlichen Beleuchtung wie eine Villa. Doch der Schein trügt. Die Schrägluftaufnahme aus einiger Entfernung offeriert ein Reihenhaus. Durch ständige Perspektivwechsel entwickelt das Regisseur-Duo  nach dem Tagebuch eines Mädchen eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit, deren Wahrheit nur aus Lüge besteht, und mit anderen Lebensdramen verschlungen ist…

Berlinale –  Burhan Qurbanis  Weltpremiere von „Berlin Alexanderplatz“ als grandiose Metapher von Gut und Böse

Filmkritik "Berlin Alexanderplatz" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ida geht unter. Francis wird an die Küste gespült in ein neues Leben. In Berlin bekommt er eine zweite Chance. Jetzt will er seine Vergangenheit als Zuhälter und Menschenschmuggler hinter sich lassen, alles besser machen, gut sein, aber auch ein gutes Leben führen wie der kleinkriminelle Franz Biberkopf in Alfred Döblins  Roman „Berlin Alexanderplatz“. 
Um die Hälfte eingekürzt  wird Döblins Meisterwerk über einen Thriller im Berliner Flüchtlings-, Drogen- und Clubmilieu hinaus ein 3-stündiges Filmepos  von Gut im Böse  in der mythischen Tradition von „Faust“. Die Welt steht sinnbildlich  auf dem Kopf, wird von außen beobachtet, suggeriert durch die exzellente Kameraführung. Ekstatische Trommeln, melancholische Streicher,  Technobeats machen den  Puls der  extrem unterschiedlichen Welten und tiefgründigen Emotionen hör- und spürbar.

Berlin – „El Prófugo“ (Der Eindringling)

Filmkritk "El Protego" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Inés (Érica Rivas)  ist  Synchronsprecherin, stöhnt zu knallharten Liebesszenen, erlebt Gewaltszenen intensiv mit, damit sie den richtigen Ton trifft. Den trifft sie immer schnell, weil sie höchst professionell arbeitet. Später stellt sich heraus, dass sie eine ausgezeichnete Chorsängerin ist. 
Doch ihr Leben ändert sich mit ihrer neuen Liebe. Die glückliche Szenen einer Urlaubsreise verwandeln sich in einen Thriller. Ihr Lebensgefährte würgt sie, stürzt sich nach einem Streit aus dem Hotelzimmer und zerschellt im Swimmingpool…

Berlinale – Weltpremiere von Petzolds „Undine“

Filmkritik "Undine" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Wenn er sie verlässt, wird sie ihn töten. Der Satz irritiert, erklärt sich aber durch den Titel. Christian Petzolds neuer Film „Undine“ kreist nicht um eine überzogene Liebesgeschichte. Was anfangs und zwischendurch wie ein Liebesthriller wirkt, fokussiert in Wirklichkeit um den Mythos „Undine“. Raffiniert verschwimmen im wahrsten Sinne des Wortes die realen Situationen. 
Petzold beginnt ganz schlicht zu erzählen, setzt dezente Hinweise auf den Mythos, in dem eine Nymphe stirbt, weil sie sich in einen Menschen verliebt, der diese Liebe verrät.