Landshut – „Nathan der Weise“

Theaterkritik "Nathan der Weise" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai
„Schlägt Du meinen Juden, hau ich Deinen Juden“. Drei Stunden lang versucht Statistin Susanne Siedersberger das Graffitie aus dem Betonhalbrund vergeblich abzuwischen. Oder restauriert sie es? Die biblische Zahn-um-Zahn-Mentalität soll verschwinden, aber sie hat sich eingebrannt in das Denken der Menschen und ist  aktueller denn je.

Regensburg – „DER FAUST 2018“ – Verleihung des Deutschen Theaterpreises

Schon von weitem signalisierte das Regensburger Theater das große Ereignis. Rot beleuchtet strahlte der Theaterkomplex faustsche Energie ab, passend zu den roten Teppichen an allen Eingängen. Die Verleihung des 13. Deutschen Theaterpreises „DER FAUST“, der größten Auszeichnung,  sollte und wurde in jeder Beziehung ein Ereignis und Aufwertung nicht nur des Theaters, sondern ganz Regensburgs, denn bislang konnten  sich mit „DER FAUST“-Verleihung neben Berlin, München nur vorwiegend die Städte entlang der Rhein-Main-Neckar-Linie schmücken.

©Michaela Schabel
Schon von weitem signalisierte das Regensburger Theater das große Ereignis. Rot beleuchtet strahlte der Theaterkomplex faustsche Energie ab, passend zu den roten Teppichen an allen Eingängen. Die Verleihung des 13. Deutschen Theaterpreises „DER FAUST“, der größten Auszeichnung,  sollte und wurde in jeder Beziehung ein Ereignis und Aufwertung nicht nur des Theaters, sondern ganz Regensburgs, denn bislang konnten  sich mit „DER FAUST“-Verleihung neben Berlin, München nur vorwiegend die Städte entlang der Rhein-Main-Neckar-Linie schmücken.

Kabarett – „Hader spielt Hader“

Kabarettekritik "Hader spielt Hader" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Was tun, wenn die Erwartungshaltungen immens sind? „Hader spielt Hader“, Nummern aus fünf Programmen und tourt damit bereits acht Jahre durch die Lande. Parodistisch ringt er um den richtigen Anfang, die Stimmungskurve, den bedeutsamen Satz am Schluss, über den sich das Publikum am anderen Morgen schmunzelnd erinnert. Leitmotivisch taucht diese strukturelle Ebene zwischen den einzelnen Erzählmonologen immer wieder auf, was das Ganze nicht flotter macht.

Theater Regensburg – „Die Domäne“ – deutsche Erstaufführung  

Theaterkritik "Die Domäne" präsentiert www.schabel-kultur-blog.de

©Jochen Quast
Er lächelt für das Foto. Vater und Mutter kommen dazu. Ihr aller Lächeln ist die Außenfassade einer sympathischen Familie. Hinter der Fassade sieht es düster aus. Der Vater schwelgt in Sexualfantasien. Die Mutter schleppt sich durch den Tag, kaum fähig in die Arbeit zu fahren. Der Sohn schwänzt die Schule. Als die Eltern von der Schule informiert werden, dass ihr Sohn Mitschüler animiere, bei seinem selbst entwickelten grausamen Computerspiel mitzuspielen, eskaliert die Situation.

Landestheater Niederbayern – „Mit Arsen und Spitzenhäubchen“

Theaterkritik von "Arsen und Spitzenhäubchen" von schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai
Und immer noch amüsiert die nostalgische Boulevardkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“. Vor fast 80 Jahren, mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde Joseph von Kesselrings Boulevardkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ ein Broadway-Erfolg, Frank Capras Verfilmung kurz darauf ein Meilenstein der Filmgeschichte.
Unter der Regie Sarah Kohrs´ präsentiert sich die Inszenierung  des Landestheater Niederbayern als ein Remake in der Filmtradition, allerdings ohne große Schreckmomente.

Berliner Schaubühne – „Im Herzen der Gewalt“

Michaela Schabel scahrieb für schabel-kultur-blog.de die Theaterkritik in der Schaubühne Berlin "Im Herzen die Gewalt"

©Arno Declair
Thomas Ostermeier inszeniert Édouard Louis autobiografischen Roman

Eduard sitzt adrett im rosafarbenen Pullover und Hose auf einem Stuhl auf der Bühne. Nach Zweiviertel Stunden Spielzeit sitzt er wieder so da, doch die Unterhose ist blutverschmiert. Sein Leben hat sich grundlegend geändert. Der Junge aus der Provinz wollte den Vorurteilen der Familie und seines ländlichen Umfelds entfliehen, um in der Stadt seine Homosexualität leben zu können. Er lernt in der Nacht von Heiligabend  Reda, einen Algerier auf der Straße kennen. Sie flirten, haben in Édouards Wohnung Sex. Als Edouard bemerkt, dass Reda ihm das Handy klauen will, dreht Reda, als Dieb in seiner Ehre gekränkt, durch, droht mit einer Pistole, würgt und vergewaltigt Édourado.  

Berliner Theatertreffen – Jelineks „Am Königsweg“

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de die Inszenierung von Frank Richter Jelinek "Am Königsweg" , eine Produktion des Thalia-Theaters

©Arno Declair

Der Spielplan 2017/18 stand bereits, als  sich Elfriede Jelinek doch noch entschloss ihr neues Stücke „Am Königsweg“ für die Uraufführung am Hamburger Thaliatheater  freizugeben. Regisseur Falk Richter hatte die große Aufgabe aus einem 100 Seiten langen Text ohne jegliche Regieanweisung und Personenzuordnung in ein Bühnenstück zu verwandeln. Sein Anspruch war, das wuchtige Textkonglomerat so in Szene zu setzen, dass das Publikum einen roten Faden erkennen konnte.
Das ist bei Richter eindeutig der  aktuelle Bezug zu Trump, auch wenn er nie beim Namen genannt wird.

Berlin-Theatertreffen-Castorfs „Faust

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de Carstorfs Faust beim Berliner Theatertreffen

©Thomas Aurin
„Lasst uns einen neuen Menschen machen!“

Castorfs viel besprochener „Faust“-Marathon sorgte selbst in der allerletzten Vorstellung ein Jahr nach dem Abschied von der Volksbühne beim Berliner Theatertreffen  noch für ekstatische  Standing Ovations. Dieser „Faust“ ist schauspielerisch und texttechnisch zweifelsohne eine Meisterleistung mit Kultcharakter,  allein die Konzeption wird aber bei einer Spielzeit von sieben Stunden letztendlich zu L´art pour l´art. 

Landestheater Niederbayern – Der bayerische Sturm – Uraufführung

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de die Uraufführung des "Bayerischen Sturm" im Landestheater Niederbayern

©Peter Litvai

Der innere Sturm kurz vor dem Tod

Landestheater Niederbayern entdeckt mit dem „Bayerischen Sturm“ eine authentische Shakespeare-Version der Gegenwart mit bairischen Kolorit

Prospero liegt in einer Klinik oder Hospiz.  Er muss erst mit Tabletten beruhigt werden, darf im Fernsehen touristische Robinson-Insel-Idyll sehen, damit er gewaschen werden kann. Im „Bayerischen Sturm“ wird aus dem vertriebenen König  Prospero ein Jedermann  kurz vor seinem Tod.

Berlin – Schaubühne – „Professor Bernhardi“ von Arthur Schnitzler

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog Camus´"Der Fremde" in der Berliner Schaubühne

© Arno Declair
www.schaubuehne.de

Ostermeier holt in der Berliner Schaubühne Schnitzers „Professor  Bernhardi“ in die Gegenwart

Eine Wand mit Türen genügt als Bühne. Alles ist klinisch weiß, nur die Zimmerbezeichnungen, von Katharina Ziemke live an die Wand geschrieben, ausgewischt und verschmiert, stören die sterile Sauberkeit  ganz so wie manche Figuren aus dem Stück das menschliche Miteinander  durch ihr opportunistisches Verhalten. 

Berlin – Schaubühne – „Der Fremde“ von Albert Camus

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog Camus´"Der Fremde" in der Berliner Schaubühne

©Thomas Aurin

Auf die Bedeutungslosigkeit der menschlichen Existenz fokussiert die Berliner Schaubühne in einer exzellenten Inszenierung von Albert Camus´“Der Fremde“.
Es blendet intensiv. Die Gitterstäbe des Bühnenkubus leuchten, dass es schmerzt. Man fühlt dieses Licht. Es brennt in den Augen, so wie das Leben in der Seele brennt, ausholt, apathisch macht. 

Albert Camus´ Roman „Der Fremde“ ist nichts weniger als eine der zentralen Geschichten über die existentielle Absurdität des Lebens.

Berliner Ensemble „Endspiel“

Endspiel gespielt vom Berliner Ensemble

Immer noch erscheinen Nell und Nagg, die verstorbenen Eltern aus den Tonnen des Todes.  Sohn Hamm sitzt blieb und bewegungslos im Sessel und Diener Clov hampelt gehorsam umher. Vor 50 Jahren inszenierte Beckett sein Endspiel im Berliner Ensemble. Unter der Regie von Robert Wilson ist es jetzt dort wieder zu sehen, großartig inszeniert und gespielt. Man kann sich dem Zauber dieses absurden Spiels, das eben gar nicht so absurd nicht entziehen.  „Was ist lost? Was geschieht eigentlich?“.  Wilson entdeckt faszierend viele Ebenen.