Landestheater Niederbayern – „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“

Theaterkritik "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai
„Die verknöcherte alte Schachtel“ und der junge Tanzlehrer passen so gar nicht zusammen. Hübsch ist er, aber aggressiv und verletzend im Ton. Sie kontert elegant ironisch. „Schwamm drüber“, schließlich will sie nicht mehr so alleine sein. Er braucht das Geld. Dass sie schon tanzen kann, merkt er nach den ersten paar Bewegungen. Sich gegenseitig kennenzulernen dauert etwas länger und genau darum geht es. 

Berlin – Schaubühne – Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“

Theaterkritik "Der gute Mensch von Sezuan" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Gianmarco Bresadola
„Wie soll ich gut sein, wenn alles so teuer ist“, Brechts Shen Te spricht aus, was aktueller denn je ist. Sein Stück „Der gute Mensch von Sezuan“, seit 40 Jahren ein Klassiker im Kanon der Schullektüre, zeigt exemplarisch, dass die Gier des Kapitalismus das Gutsein verhindert. Shen Te kann nur hinter der Fassade des strengen Vetter Shui Ta überleben. 

Berlin – „Erste Tode“, eine Inszenierung des Theaterkollektivs „Die Spalter“

Theaterkritik "Erste Tode" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Jason Krüger
Wolf, Panther, Löwe als Allegorien des menschlichen Lebens blicken auf die menschliche Existenz, die sich in Kraftprotzerei, Triebsteuerung und Alpha-Dominanz nicht allzu sehr von der Tierwelt unterscheiden. Die drei Schauspieler  legen ihre Masken ab und spielen drei Lebensmodelle mit dem Tod am Ende.

Landestheater Niederbayern – „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“

theaterkritik "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai

Wie Szenen einer Ehe mal Zwei  gelingt Landestheater Niederbayern eien  spannende Inszenierung von Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“
Schick und kontrastreich ist das Wohnambiente zwischen Dunkelrot, Beige und Türkis, Wärme und Kühle. Trapezförmig öffnet es sich die Bühne  zum Zuschauerraum und bündelt die Konzentration der Zuschauer in die Mitte des Geschehens. Wie das riesige Bücherregal fallen die zwei Ehepaare aus dem Rahmen, vollgepackt mit dramatischen Lebensgeschichten.

Kammerspiele Landshut – Assous Stück „Glück“

Das kleine Theater Landshut präsentiert mit Éric Assous Erfolgsstück „Glück“ als  Botschaft zum Glücklichsein. Ein roter Apfel auf dem Tisch leuchtet verführerisch und schon ist man mitten im Geschehen. Ungeniert, ziemlich angeheitert verführen sich Louise und Alexandre, die sich an diesem Abend irgendwo kennenlernten. Voller Lust  landen sie im Bett hinter dem roten Segel, das mit grünen, gelben über die Bühne gespannten Segeln sehr gelungen atmosphärisches Ambiente und Fragilität des anvisierten Liebesglücks symbolisieren (Bühne Irina Kollek). Kaum erwacht zerbröckelt die nächtliche Leidenschaft. Als er sich verduften will, sperrt sie ihn einfach ein. Zwei unterschiedliche Welten prallen aufeinander auf der Suche nach Glück. 

©Hilda Lobinger
Das kleine Theater Landshut präsentiert mit Éric Assous Erfolgsstück „Glück“ als  Botschaft zum Glücklichsein.

Ein roter Apfel auf dem Tisch leuchtet verführerisch und schon ist man mitten im Geschehen. Ungeniert, ziemlich angeheitert verführen sich Louise und Alexandre, die sich an diesem Abend irgendwo kennenlernten. Voller Lust  landen sie im Bett hinter dem roten Segel, das mit grünen, gelben über die Bühne gespannten Segeln sehr gelungen atmosphärisches Ambiente und Fragilität des anvisierten Liebesglücks symbolisieren (Bühne Irina Kollek). Kaum erwacht zerbröckelt die nächtliche Leidenschaft. Als er sich verduften will, sperrt sie ihn einfach ein. Zwei unterschiedliche Welten prallen aufeinander auf der Suche nach Glück. 

München-Teamtheater-Thomas Manns „Zauberberg“ in einer Inszenierung von Andreas Wiedermann

Theaterkritik "Der Zauberberg" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Uli Scharrer
Die singende Säge flirrt in Eistönen. Nebel wallt bis in die Zuschauerreihen. Ingenieur Hans Castorp ist angekommen im Sanatorium, zwischen seinen beiden Koffern im Lichtspot wirkt die Szenerie tatsächlich wie auf Bergeshöhen irgendwo und überall. 

Bei Thomas Mann ist es das Sanatorium „Berghof“ in Davos, in dem der Ingenieur Castorp seinen Cousin besucht. Aus den geplanten drei Wochen werden sieben Jahre. 1924 veröffentlicht ist „Der Zauberberg“ ein gesellschaftliches Kaleidoskop vor dem Ersten Weltkrieg

Landestheater Niederbayern – „Aladdin“ – Christmas Pantomime

"Aladdin" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai
„The Coleman Organisation presents Aladdin“. Die Bühne im Theaterzelt wird mit Filmvorspann zur Hommage des Mannes, der die Christmas-Pantomime in Landshut initiierte und kulturvierte.
Nicht zum ersten Mal spielt Musikgeneraldirektor Basil H. E. Coleman selbst mit. Dieses Mal stöckelt er in silber glänzenden Pumps als Aladdins Mutter eine Mischung  aus schriller Old English Lady und Queen durchs Geschehen. Die Sultane tragen Turbangebirge, der Schlangenbeschwörer wirft sein Reptil wie ein Lasso und ein Zirkusmuskelmann ist auch noch dabei. 
Schriller geht es kaum noch…

Landshut – „Nathan der Weise“

Theaterkritik "Nathan der Weise" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai
„Schlägt Du meinen Juden, hau ich Deinen Juden“. Drei Stunden lang versucht Statistin Susanne Siedersberger das Graffitie aus dem Betonhalbrund vergeblich abzuwischen. Oder restauriert sie es? Die biblische Zahn-um-Zahn-Mentalität soll verschwinden, aber sie hat sich eingebrannt in das Denken der Menschen und ist  aktueller denn je.

Regensburg – „DER FAUST 2018“ – Verleihung des Deutschen Theaterpreises

Schon von weitem signalisierte das Regensburger Theater das große Ereignis. Rot beleuchtet strahlte der Theaterkomplex faustsche Energie ab, passend zu den roten Teppichen an allen Eingängen. Die Verleihung des 13. Deutschen Theaterpreises „DER FAUST“, der größten Auszeichnung,  sollte und wurde in jeder Beziehung ein Ereignis und Aufwertung nicht nur des Theaters, sondern ganz Regensburgs, denn bislang konnten  sich mit „DER FAUST“-Verleihung neben Berlin, München nur vorwiegend die Städte entlang der Rhein-Main-Neckar-Linie schmücken.

©Michaela Schabel
Schon von weitem signalisierte das Regensburger Theater das große Ereignis. Rot beleuchtet strahlte der Theaterkomplex faustsche Energie ab, passend zu den roten Teppichen an allen Eingängen. Die Verleihung des 13. Deutschen Theaterpreises „DER FAUST“, der größten Auszeichnung,  sollte und wurde in jeder Beziehung ein Ereignis und Aufwertung nicht nur des Theaters, sondern ganz Regensburgs, denn bislang konnten  sich mit „DER FAUST“-Verleihung neben Berlin, München nur vorwiegend die Städte entlang der Rhein-Main-Neckar-Linie schmücken.

Kabarett – „Hader spielt Hader“

Kabarettekritik "Hader spielt Hader" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Was tun, wenn die Erwartungshaltungen immens sind? „Hader spielt Hader“, Nummern aus fünf Programmen und tourt damit bereits acht Jahre durch die Lande. Parodistisch ringt er um den richtigen Anfang, die Stimmungskurve, den bedeutsamen Satz am Schluss, über den sich das Publikum am anderen Morgen schmunzelnd erinnert. Leitmotivisch taucht diese strukturelle Ebene zwischen den einzelnen Erzählmonologen immer wieder auf, was das Ganze nicht flotter macht.

Theater Regensburg – „Die Domäne“ – deutsche Erstaufführung  

Theaterkritik "Die Domäne" präsentiert www.schabel-kultur-blog.de

©Jochen Quast
Er lächelt für das Foto. Vater und Mutter kommen dazu. Ihr aller Lächeln ist die Außenfassade einer sympathischen Familie. Hinter der Fassade sieht es düster aus. Der Vater schwelgt in Sexualfantasien. Die Mutter schleppt sich durch den Tag, kaum fähig in die Arbeit zu fahren. Der Sohn schwänzt die Schule. Als die Eltern von der Schule informiert werden, dass ihr Sohn Mitschüler animiere, bei seinem selbst entwickelten grausamen Computerspiel mitzuspielen, eskaliert die Situation.