Landshut – Landshuter Literaturtage

© Fotomontage Heinz Brunner

Vom 19. November bis 4. Dezember dreht sich währen der 20. Landshuter Literaturtage literarisch und vortragsmäßig alles aus unterschiedlichen Zeitperspektiven um die Zukunft. Ein Dutzend Lesungen, Buchvorstellungen und Vorträge skizzieren gute und schlechte Zukunftsträume von einst und heute. Dafür kommen Ingo Schulze, Karl Olsberg, Laura Lichtblau, Severin Groebner, Bernhard Lübbers und Sina Trinkwalder eigens nach Landshut. Mit dabei sind aus Landshut Oliver Karbus, Lisa Gusel und Markus Mayer (Akkordeon), Heidi Prax und Thomas Ecker.

„Uns geht es um die Freude am Lesen und am Zuhören, um kurzweilige Unterhaltung und Inspiration“, so Uta Spies, die seitens der Stadt Landshut  zusammen mit Christian Muggenschnabel, freier Journalist und Autor, die Landshuter Literaturtage auch dieses Jahr konzipieren und organisieren…

Haruki Murakami – „Die Chroniken des Aufziehvogels“

Haruki Murakami "Die Chroniken des Aufziehvogels" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Von Haruki Murakami, (1949) ist einer der bedeutendsten Schriftsteller Japans, ein Meister des magischen Realismus. Seine Helden sind auf der Suche nach dem eigenem Ich, kämpfen gegen den Verlust von Freunden. In Träumen erschließt sich die Wirklichkeiten des Unterbewusstseins. Jetzt erscheint endlich sein zentraler 1000-seitiger Roman „Die Chroniken des Aufziehvogels“(1994/95), mit dem er international berühmt wurde. Schon 1998 gab eine aus dem Amerikanischen übersetzte Kurzversion. Ursula Gräfes präsentiert nun die aus dem Japanischen übersetzte Originialversion.
Für Murakami-Liebhaber sind „Die Chroniken des Aufziehvogels“ Genuss pur, wer zu lesen beginnt, gerät schon auf der ersten Seite in den Sog von Murakamis Erzählstil. Wie so oft entwickelt er aus der ganz alltäglichen Situation eines unbedeutsamen Ich-Erzählers ein traumatisch ineinander verflochtenes Netz von außergewöhnlichen Individuen, die auf magische Weise miteinander in Verbindung stehen, wodurch Okada über seine persönliche Sinnsuche mit historischen Gräueltaten, zeitökonomischen Ausbeutungsstrategien und psychopathischer Inkarnationen des Bösen konfrontiert wird…

„Trotzdem“ – ein literarisches Gespräch zwischen Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge

"Trotzdem" von Schirach und Kluge präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Das Corona-Virus hat uns eine Zeitenwende gebracht. Alles ist möglich, das Strahlende und das Schreckliche“. Schon der Covertext formuliert prägnant, worüber Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge in „Trotzdem“ am 30. März sprachen. Im Kleinformat von 75 Seiten entwickelt Ferdinand von Schirach, wie in seinen Theaterstücken „Terror“ und „Gott“ quer durch die Kulturgeschichte Perspektiven für die Zukunft …

Robert Seethalers „Der letzte Satz“ – ein subtiles Porträt von Gustav Mahler

Robert Seethalers Roman "Der letzte Satz" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Den Kopf gesenkt, den Körper in eine warme Wolldecke gewickelt, saß Gustav Mahler auf dem eigens für ihn abgetrennten Teil des Sonnendecks der Amerika und wartete auf den Schiffsjungen.“ Schon der erste Satz aus Robert Seethalers neuem Roman „Der letzte Satz“ stimmt auf die Seelenlage des berühmten Komponisten ein. Im ständigen Perspektivwechseln zwischen miniphilosophischen Gesprächen mit einem Schiffsjungen auf dem Deck und einem Puzzle von Erinnerungen entfaltet Seethaler Mahlers Persönlichkeit…