Stein-Wein-Pfad © Michaela Schabel
Vorzüglich ist der Stein-Wein im östlichen Teil Würzburgs. Der Stein-Wein-Pfad eröffnet eine einmalige Aussicht auf Würzburg und die Geschichte des Frankenweins.
Der „Würzburger Stein“ – ein besonderer Wein
Weltberühmt ist der „Würzburger Stein“. 200 bis 300 Meter über dem Main erhebt sich im Osten Würzburgs eine Bergkette, deren westlich ausgerichtete, hohlspiegelartige Hänge den ganzen Tag über besonnt sind, und zusammen mit den Wasserreflexionen des Mains den „Würzburger Stein“ zu einer der wärmsten Regionen der Stadt machen. Die Temperatur liegt hier im etwa 2 Grad höher als in anderen Lagen. Mit 85 Hektar ist der „Würzburger Stein“ eine der größten und besten zusammenhängende Einzelweinlage Deutschlands. Seit über 1230 Jahren wird hier Weinanbau betrieben. Auf dem Boden des „Würzburger Stein“ wurde Wein- und Kulturgeschichte geschrieben.
Der Stein-Wein-Pfad: ein phantastischer Panorama-Ausblick
Wie eine liegende Acht schmiegt sich der Stein-Wein-Pfad vier Kilometer um den Hügel. Man kann ihn überall beginnen, zwischen einem kurzen und langen Weg wählen oder sich auf den Panorama-Abschnitt beschränken. Man spaziert auf ausgeschilderten schmalen Teerwegen oder befestigten Weinwegen und blickt über die Rebhänge hinunter ins Maintal, auf die Altstadt mit ihren zahlreichen Kirchtürmen oder auf die gegenüberliegenden Anhöhen mit der Festung Marienburg.
Die Ostflanke erfordert zu Beginn durch den steilen Anstieg etwas Kondition. Es gilt 50 Höhenmeter zu überwinden. Die kleinere Route im Westen fügt noch einen Kilometer in ebenerem Gelände hinzu.
Man fühlt die Weite dieser einzigartigen Kulturlandschaft und man überlegt, was das Anderssein ausmacht. „Die Atmosphäre inmitten des Würzburger Steins ist einzigartig – hier kann man abschalten und Kraft tanken“, so Lothar Bezold, Inhaber des Schlosshotels Steinburg. Es gibt aber noch eine ganz reale Erklärung. Es ist das Fehlen von Bäumen. Ohne Beschattung prallt die Sonne auf die Weinreben. Ohne Schatten wandert man dahin. Ein wahrhaft meditativer Spaziergang bei hochsommerlichen Temperaturen von über 35 Grad, im Vergleich zu den Pilgereisen, die derzeit en vogue sind, allerdings ein Mini-Trip.
Der Stein-Wein-Pfad als Geschichtenbuch
Alle paar Minuten trifft man auf kurzweilige Informationstafeln. Sie vermitteln Wissenswertes über den Wein, den Main, das Weltkulturerbe, die Stadt Würzburg mit ihren zahlreichen Kirchtürmen, über die Menschen und die Bischöfe.
Der Würzburger Stein, eine 85 Hektar große Rebfläche, ist überaus geschichtsträchtig. Schon 779 wuchsen hier Weinreben. Der Zisterzinerabt Alberich Degen baute 1665 Silvanerreben an. Der Riesling kam später dazu. Insgesamt wachsen elf weiße Sorten, wie z. B. Traminer, Bacchus und Scheurebe und die rote Sorte Blaufränkisch am Stein.
„terrain f“– eine besondere Station
Im Rahmen des Stein-Wein-Pfads wurde die besondere Station „terrain f“, im Volksmund der „Literaturbalkon“ entwickelt. Auf 13 Stelen wird auf vier Dichter verwiesen, die mit Würzburg besonders verbunden waren. Man vermutet, dass der Minnesänger Walther von der Vogelweide in Würzburg im Lusamgärtchen begraben liegt. Leonhard Frank war ein Würzburger Dichter. Johann Wolfgang von Goethe und Hermann Hesse ließen sich als Reisende von Würzburg begeistern. „Wenn ich ein zukünftiger Dichter und gerade mit der Wahl meines Geburtsortes beschäftigt wäre, dann würde ich die Stadt Würzburg sehr mit in Erwägung ziehen“, so formulierte Herrmann seine Verbundenheit mit Würzburg, das ihn für „Narziss und Goldmund“ inspirierte.
Stein-Wein-Pfad – mitten in der Natur
Das Faszinierende ist, dass man eben noch im städtischen Trubel über den Stein-Wein-Pfad mitten in die beruhigende Kulturlandschaft der Weinberge eintaucht.
Ganz so ruhig ist es allerdings nicht mehr. Das Maintal hat sich durch Schifffahrt, Schienen- und Straßenverkehr zu einem intensiven Verkehrsknotenpunkt verändert. Der Verkehr, die unzähligen ICEs und Güterwaggons schallen nach oben. In der Sommerzeit kommen am Wochenende diverse Festivals dazu. Ob dies ein energetischer Mehrwert oder eine Lärmbelästigung ist, liegt im Ermessen der Spaziergänger:innen.
Infos zum Wein-Wander-Weg
Länge: | 4 Kilometer
Dauer: | 1 – 1,5 Stunden
Höhenmeter: | 50 Meter
Schwierigkeitsgrad: | leicht
Beste Jahreszeit: | April – Oktober
Startpunkt: | Oberdürrbacher Straße
Weitere Infos gibt es unter Stein-Wein-Pfad.
FAQ
Warum ist der Stein-Wein-Pfad so einzigartig?
- Er führt durch eines der größten und besten Weinanbaugebiete in zusammenhängender Einzellage.
- Er bietet den besten Panoramablick auf Würzburg.
- Er informiert mittels Informationstafeln über den Weinanbau, die Kulturgeschichte der Franken und Würzburgs.
- Durch die baumlose Naturlandschaft entsteht eine ganz besondere, durchaus spirituelle Atmosphäre.
Wie lange ist der Stein-Wein-Pfad?
- Der vier Kilometer lange Stein-Wein-Pfad schlingt sich wie eine Achterschleife um den Berghang.
Ist der Stein-Wein-Pfad anstrengend?
- Nur der Anstieg im Ostteil ist mit einem Höhenunterschied von 50 Metern anstrengend.
- Bei hochsommerlichen Temperaturen kann der Spaziergang wegen des fehlenden Schattens unter Umständen als etwas anstrengend empfunden werden.
Wo hat man den schönsten Ausblick auf Würzburg?
- Von der Panoramaseite
- von der Terrasse des Schlosshotels Stein
- vom „Literaturbalkon“
Ist der Stein-Wein-Pfad ein Weg der Stille?
- Leider nicht. Der Verkehrslärm aus dem Maintal und die Musik diverser Open-Air-Festivals schallen hoch.
Wo kann man parken?
- Die Anfahrt erfolgt über die nördlich gelegene Oberdürrbacher Straße














