"Kultur macht glücklich"


  • Daniel Alvarenga neuer Film „Hundswut“ 

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    Daniel Alvarenga neuer Film „Hundswut“ 

    Hundswut? Hexenhammer? Kaum einer kennt noch diese Wörter. Daniel Alvarenga macht daraus ein düsteres Drama, wandelt bayerische Herbstwaldidylle in ein düsteres Drama, wo nicht die Wölfe, sondern die Menschen tollwütig sind und eine Teufelsaustreibung nach dem immer noch bestehenden mittelalterlichen Hexenhammer über die zeitliche Verortung kurz vor dem Sieg der Nationalsozialisten die Brücke in die…



  • München – „KIX“ gewinnt den DOK-edit Award beim Dokumentationsfestival

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    München – „KIX“ gewinnt den DOK-edit Award beim Dokumentationsfestival

    Rasante Momente filmt Dávid Mitulán mit der Kamera in der Hand vom Skateboard aus, während Sanyi und Viktor in der Stadt vandalistisch unterwegs sind und alles, was ihnen in die Quere kommt, kaputt machen, wilde Szenen, die durch den schnellen Sound von Csaba Kalotás noch an Aggressivität gewinnen. Die Jungs leben mit ihren Eltern und…



  • Jonathan Demmes Konzertfilm „Talking Heads. Stop Making Sense“ – ein Kult-Revival 

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    Jonathan Demmes Konzertfilm „Talking Heads. Stop Making Sense“ – ein Kult-Revival 

    Mit einem Tonband betritt David Byrne die Bühne und begrüßt lakonisch die Fans mit „Hi. I’ve got a tape I wanna play.“ Dann legt er los mit der Akustikgitarre, seiner fantastischen Stimme nur vom Drumcomputer begleitet. Groß, hager, mit durchdringlichem Blick im hellgrauen Anzug mit geschlossenem Hemdkragen von kafkaesker Optik performt er knappe eineinhalb Stunden lang…



  • Josef Hader „Andrea lässt sich scheiden“ – ein Abgesang auf die Provinz

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    Josef Hader „Andrea lässt sich scheiden“ – ein Abgesang auf die Provinz

    Der Blick folgt einer geraden Straße, hügelaufwärts im westlichen Weinviertel Niederösterreichs. Nichts passiert. Stille, Stillstand. So stimmt Hader die Kinobesucher nach „Wilde Maus“ (2017) in seinem zweiten Film „Andrea lässt sich scheiden“ ein. Bei der diesjährigen Berlinale unter der Rubrik „Panorama“ gezeigt, entpuppt sich Haders Film als melancholisch lethargische Provinzstudie. Andrea will sich nicht nur…



  • Judith Beuth „Der Wunsch“ – ein Dokumentarfilm über den Kinderwunsch eines lesbischen Paares

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    Judith Beuth „Der Wunsch“ – ein Dokumentarfilm über den Kinderwunsch eines lesbischen Paares

    Zwei Frauen sprechen, lachen miteinander, streichen die Wände. Maria sitzt im Rollstuhl, Christiane stellt sich heraus war ihre Pflegerin. Sie verliebte sich in Maria. Jetzt sind sie ein Paar und möchten ein Kind. Zehn Jahre lang begleitete Dokumentarfilmerin Judith Beuth ein befreundetes lesbisches Paar auf seinem Weg ein Kind zu bekommen…



  • Georg Maas, Judith Kaufmann – „Die Herrlichkeit des Lebens“ – Kafka von einer ganz anderen Seite an seinem 100. Todestag

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    Georg Maas, Judith Kaufmann – „Die Herrlichkeit des Lebens“ – Kafka von einer ganz anderen Seite an seinem 100. Todestag

    Ein rotes Satinband flattert an einer Bank am Weg. Der Blick wandert hinaus auf das Meer, den Strand entlang mit spielenden Kindern. Alltäglich und unbeschwert beginnt der Film „Die Herrlichkeit des Lebens“. Groß, schlank, korrekt im Anzug mit Weste und Krawatte passt Franz Kafka so gar nicht in die Strandszenerie, was sich schnell ändert, als…



  • Berlinale – Anja Salomonowitz „Mit einem Tiger schlafen“ – ein Künstlerporträt der besonderen Art

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    Berlinale – Anja Salomonowitz „Mit einem Tiger schlafen“ – ein Künstlerporträt der besonderen Art

    In Schießer-Feinripp-Unterwäsche, den Rücken angespannt, leicht gekrümmt sitzt sie auf einem Gartenstuhl und starrt auf die weiße Leinwand am Boden. Immer wieder taucht diese Szene auf, nur die Farbe der Unterwäsche ändert sich, um die meditative Suche nach Farbe und Form des künstlerischen Prozesses auszudrücken. Von der Kindheit bis ins hohe Alter verfolgt Filmemacherin Anja…



  • Berlinale – Edgar Reitz‘ „Filmstunde 23“ – Film als soziales Gedächtnis mit Premiere bei der Preisverleihung

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    Berlinale – Edgar Reitz‘ „Filmstunde 23“ – Film als soziales Gedächtnis mit Premiere bei der Preisverleihung

    91 Jahre alt wurde Edgar Reitz dieses Jahr für sein filmisches Lebenswerk mit der „Berlinale Kamera“ ausgezeichnet. Er gilt als einer der renommiertesten Filmemacher seiner Generation und Vertreter des Autorenkinos. Anlässlich seiner Ehrung wurde sein neuester Film „Filmstunde 23“ in Zusammenarbeit mit seinem Ko-Regisseur Jörg Adolph im Haus der Berliner Festspiele gezeigt. 1968 setzte sich Edgar…



  • 74. Berlinale – Goldener Bär für „Dahomey“ – ein Resümee zu den Wettbewerbsfilmen

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    74. Berlinale – Goldener Bär für „Dahomey“ – ein Resümee zu den Wettbewerbsfilmen

    Preisverleihungen in der Kunst sind immer schwierig. Aber dass Mati Diop mit ihrem Dokumentarfilm „Dahomey“ über die Rückführung von kolonialer Beutekunst aus Frankreich nach Benin den goldenen Bären der 74. Berlinale gewann, überrascht. Es ist eine politische Entscheidung. Schon im letzten Jahr wurde Nicolas Philiberts Dokumentarfilm „Auf der Adamanta“, einem Treffpunkt für alte Menschen, ausgezeichnet.…



  • Berlinale – Min Bahadur Bhams „Shambhala“ – der erste Film aus Nepal

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    Berlinale – Min Bahadur Bhams „Shambhala“ – der erste Film aus Nepal

    Es gibt viel mehr Männer als Frauen in Tibet. Deshalb darf Pema gleich drei Männer heiraten. Es sind drei Brüder, von denen nur Tashi als tatsächlicher Ehemann in Frage kommt. Sein Bruder Karma ist Mönch in Diensten des Rinponches, des Dorfweisen, unseren Priestern vergleichbar. Dawa ist noch ein Junge, der sehr ungern in die Schule…



  • Berlinale – Andreas Dresens Film „In Liebe, Eure Hilde“ – Mut zum Widerstand

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    Berlinale – Andreas Dresens Film „In Liebe, Eure Hilde“ – Mut zum Widerstand

    Hilde, schwanger, wird abgeholt, nicht in die Klinik, sondern zum Verhör. Man wirft ihr Spionage vor. Es gibt kein Entrinnen weder für sie noch für ihren Freund und die ganze Clique, die unter Anleitung eines sowjetischen Spions mit Russland kooperierten. Auf der Basis der NS-Widerstandskämpferin Hilde Coppi gelingt Regisseur Andreas Dresen ein berührendes Porträt über…



  • Berlinale – Meryam Joobeur „Mé el Aïn“ (Wem gehöre ich?) – ein Drama mit mythologischer Tragik – bärenstark

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    Berlinale – Meryam Joobeur „Mé el Aïn“ (Wem gehöre ich?) – ein Drama mit mythologischer Tragik – bärenstark

    Der Blick auf einen windzersausten alten, teilweise morschen Baum in dürrer Landschaft lässt instinktiv an ein Drama denken. Umso mehr überrascht die erste Szene. Eltern und Sohn einer Hirtenfamilie im nördlichen Tunesien scherzen fröhlich im Bett, machen sich fein für eine Hochzeitseinladung. Die zwei größeren Söhne wollen nachkommen, stattdessen verschwinden sie. Jeder im Ort weiß,…



  • Berlinale – Margherita Vicarios „Gloria“ ein mitreißender, unterhaltsamer Historienfilm 

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    Berlinale – Margherita Vicarios „Gloria“ ein mitreißender, unterhaltsamer Historienfilm 

    Jemand singt und plötzlich beginnen alle im Rhythmus mitzuschwingen. Die Arbeitsgeräusche, das Wäscheglätten, Bodenschrubben, Gemüseschneiden und Fleischklopfen werden zur Perkussion und nehmen den Zuschauer sehr beschwingt mit auf eine unterhaltsame Reise in die Vergangenheit. Margherita Vicarios, Schauspielerin und Musikerin gelingt mit ihrem Debütfilm „Gloria“ ein mitreißender Historienfilm voller Ästhetik trotz der ärmlichen Verhältnisse, getragen von Musik…



  • Berlinale – Abderrahmane Sissako „Black Tea“ – ein multikultureller Märchenfilm

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    Berlinale – Abderrahmane Sissako „Black Tea“ – ein multikultureller Märchenfilm

    Dicht gedrängt sind die Hochzeitspaare, die an diesem heißen Tag in Côte d’Ivory heiraten wollen. Aya, eine wunderschöne Braut, verweigert das Ja. Zu sehr hat sie der Seitensprung ihres Bräutigams verletzt. Sie wandert nach China aus, wo zwei Welten aufeinandertreffen. Abderrahmane Sissako macht daraus einen atmosphärischen Film aus der dezenten Distanz der Beobachtung, der harmonisch…



  • Berlinale – Veronika Franz‘ und Severin Fialas „Des Teufels Bad“ als historischer Horrorfilm

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    Berlinale – Veronika Franz‘ und Severin Fialas „Des Teufels Bad“ als historischer Horrorfilm

    Eine Frau tötet ihr Kind, eine andere bekommt kein Kind, weil ihrem Mann die sexuelle Potenz fehlt. Was die beiden Frauenschicksale vereint, greift über die Problematik der Mutterschaft hinaus. Veronika Franz’ und Severin Fialas Film „Des Teufels Bad“ eröffnet einen Blick in die grausame Vergangenheit des 18. Jahrhunderts. 33 Jahre vor Kants kategorischem Imperativ „Habe…