Berlin „Beautiful Disruption“ – Fotografien von Nadine Ijewere im Amerika Haus

Ausstellung "Beautiful Disruption-Nadine Ijewere" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Kaum zu glauben, aber Nadine Ijewers ist tatsächlich die erste schwarze Künstlerin, die im Amerika Haus Ihre Arbeiten zeigen kann. Weltweit besehen ist „Beautiful Disruption“ mit 80 Fotografien und drei Videos die erste institutionelle Einzelausstellung der 28-jährigen Modefotografin. 
Schönheit ist ihr großes Thema, aber eben nicht eingeengt auf die weiße Ästhetik. Nadine Ijewere weitet die ästhetische Betrachtung auf alle Menschen und findet gerade in der Diversität ganz neue Schönheitsvorstellungen, wodurch sie den Diskurs, inwieweit Mode und ihre Bildwelten ein weltweit diverses Publikum repräsentieren, sehr stark vorangetrieben hat…

Potsdam – „Rembrandts Orient“ – kritische Hinterfragung im Museum Barberini

Ausstellung im Barberini "Rembrandts Orient" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Der Kolonialismus machte die Niederlande nicht nur reich, er provozierte die Neugier der Menschen, auch der Künstler. Rembrandt machte da keine Ausnahme. Das Fremde zu malen wurde zur Mode. Mit „Rembrandts Orient“ signalisiert das Potsdamer Museum schon im Titel die subjektive Sicht des berühmten Malers auf die damalige Realität und die darin verwobenen Wunschvorstellungen und Statussymbole. Dass die Ausstellung Rembrandts Vor- und Nachfahren Raum gibt, verrät der werbewirksame Titel nicht. Interessant ist vor allem die Hinterfragung des damaligen Orientbegriffs und der europazentrierten Sichtweise, womit das Museum Barberini einmal mehr den gesellschaftskritisch reflektierten Umgang mit Kunstwerken in seinen Ausstellungen beweist … 

München – Die Preisträger des „European Art Award“ präsentiert im Haus der Kunst

"Euward" im Haus der Kunst präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Exotisch leuchtende Naturlandschaften mit magischen Tieren oder subtile feingliedrige Zeichenstrukturen, die sich zu skurrilen Geschichten zusammenfügen, zeugen von sehr individuellen künstlerischen Handschriften, die allerdings keiner kennt. 
Das soll anders werden. Die Ausstellung „Archives in Residence: euward Archiv“ im Münchner Haus der Kunst lädt ein die Bilderwelten von Künstlern mit Handicaps kennenzulernen und unsere Denkmuster von Normal- und Anderssein, inklusiver Kultur und diverser Gesellschaft zu überdenken…

München – „Erwin Olaf. Unheimlich schön“ – Fotografien in der Hypo-Kunsthalle

Ausstellungsbericht "Erwin Olaf.Unheimlich schön" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Die Schönheit hat es Erwin Olaf angetan. Er fotografiert nicht nur schöne Menschen, er inszeniert sie. Und er fotografiert nicht nur die Schönheit, sondern lässt darunter gesellschaftliche Problematiken auftauchen. Wie Filmstills wirken etliche seiner Bilder, fotografiert in seinem Studio zuweilen mit dem Aufwand eines Settings .
In den Niederlanden, wo er 1959 in Hilversum geboren wurde und lebt, ist Erwin Olaf einer der ganz großen Fotografen und Verteidiger der persönlichen Autonomie. Jetzt holt ihn die Hypo-Kunsthalle in München durch die erste Einzelausstellung „Erwin Olaf. Unheimlich schön“ in Deutschland ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Fotografien, Kurzfilme, Skulpturen und eine Multimedia-Installation aus vier Jahrzehnten zeigen die chronologische Entwicklung Erwin Olafs vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er Jahre zum vielschichtigen Geschichtenerzähler der 2000er Jahre. Sein Stil ist unverwechselbar und einige Motive wirken in ihrer Einzigartigkeit nachhaltig…

München – „Phyllida Barlow. frontier“ – Installationen von Phyllida Barlow im Haus der Kunst 

Ausstellungsbericht "Phyllida Barlow.frontier" im München, Haus der Kunst, präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Quer zum Eingang versperrt Phyllida Barlow mit der Installation „100banner2015“ den Weg. Bunte Fahnen leuchten einladend auf dicht aufgestellten Holzstangen in orangefarbenen Sandsäcken. Das zwingt zum Innehalten, Nachdenken, Sich-Einlassen auf neues Erkennen von Massenbewegungen, die sich etablieren, um gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken, mit die überzeugendste Installation dieser Ausstellung. 
Diese Farbenpracht wiederholt sich in ihren großen Objekten, die allesamt aus Stoffen und Baumaterialien, Abfall und aus früheren Arbeiten stammen. Damit will Phyllida Barlow die Fragwürdigkeit heutiger Lebensweise kritisch zur Disposition stellen, vor allem Architektur und Städtebau.
Mit der umfassenden Schau „Phyllida Barlow.frontier“ eröffnet das Münchner Haus der Kunst eine neue Reihe in den großzügigen Räumlichkeiten des Ostflügels, um zeitgenössische Künstlerinnen vorzustellen. Mit ca. 100 Werken ist „frontier“ bislang die größte Ausstellung Phyllida Barlows…

Landshut – „Lea Gudrich 300/50/30“ in der Galerie Kunstwerk Landshut

Liebe Frau Plath, herzlichen Dank für den Hinweis auf die Namensschreibung von Frau Wohlfart. Ich hatte das falsch ausgebessert. Jetzt müsste es stimmen. Sie können meine Texte unter Namensnennung meines Blogs gerne verwenden. Über eine Verlinkung meines Kulturblogs würde ich mich freuen. Einen schönen Sonntag und viel Erfolg mit der Ausstellung Michaela Schabel

„Die Natur ist und bleibt meine größte Liebe und deswegen wahrscheinlich auch mein größter Schmerz“, sagt Lea Gudrich über sich. Vater und Onkel machten sie schon als Kind mit exotischen Tieren vertraut. In den Wiesen entdeckte sie die Faszination der Schmetterlinge. Ihre Freude an und ihre Bewunderung für die Tiere spiegeln sich in ihren Bildern, der Mensch als höchstes Tier im Zentrum.
Die Ausstellung „Lea Gudrich 300/50/30“ in der Galerie Kunstwerk Landshut zeigt Bilder von Kindern, Tieren und Selbstporträts. Der Titel bezieht sich auf Lea Gudrichs Masterarbeit über die Arche Noah. 300 Ellen lang, 50 Ellen breit, 30 Ellen hoch ist die Arche Noah Sinnbild für die Rettung aller Arten…

Berlin – „A Bouquet of Love. I Saw In The Universe“ – Yayoi Kusama: Eine Retrospektive“ im Gropiusbau

Ausstellung Yayoi Kusama im Gropiusbau präsentiert von www.schabel-kultur-blog.dea

Punkte, „Polka Dots“, wohin man blickt. Sie wurden Yayoi Kusamas Markenzeichen. Ganze Räume punktete sie inklusive des Mobiliars, Alltagsgegenständen, Kleidern und Haut. Mit ihren Performances und Installationen wurde sie in den 60er Jahren zur Pop-Ikone und schrieb während ihres 80-jährigen Schaffens Kunstgeschichte. Ihr Werk zielt weniger auf Betrachtung als auf Erleben. Es geht Yayoi Kusama um nichts Geringeres als die Selbstentgrenzung in der Unendlichkeit. „A Bouquet of Love. I Saw In The Universe“ , so der Titel der Ausstellung und die Botschaft der inzwischen 92-jährigen Künstlerin. Ihre Kunst bunt, leuchtend, kosmisch entgrenzend kommt deshalb auch bei jungen Menschen sehr gut an und ist durch das holistische Denken, die Digitalisierung, nicht zuletzt durch die Pandemieerfahrung unserer Zeit hochaktuell …

Berlin – „Bilder ohne Namen“ von Tammam Azzam in der Galerie Kornfeld

Ausstellung "Bilder ohne Namen" von Tammam Azzam präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Winzige Farbpartikel fügen sich zu großen Formaten, zu abstrakten Landschaften bis zum Horizont. Ohne Titel, ohne Anzeichen von Gegenständlichkeit kristallisiert sich aus dem subtilen Liniengewirr und kleinen Farbfragmenten dennoch die Düsternis von Krieg und Zerstörung heraus. Schon zu Beginn des Syrienkriegs floh Tammam Azzam, 1980 in Damaskus geboren, aus seiner Heimat nach Dubai. 2016 wurde er Fellow des Hanse-Wissenschaftskollegs, Institute for Advanced Study, in Delmenhorst und lebt seit 2018 als freischaffender Künstler in Berlin. Jetzt sind bereits zum zweiten Mal seine Arbeiten in der Galerie Kornfeld zu sehen und darüber hinaus international in Sammlungen und Ausstellungen in Europa, im Nahen Osten und in Nordamerika. „Bilder ohne Namen“ nennt Tammam Azzam seine Ausstellung, doch seine Bilder erzählen sehr viel…

Berlin – „Starke Frauen – Frauenpower“ in der Galerie Schmalfuss

Ausstellung "Starke Frauen - Frauenpower" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Frauen in expressiver Farbigkeit oder mit bemalten Rücken, in Farbschichten leuchtend oder bewegungsdynamisch flirrend, als Holzskulpturen oder glatte Glasbüsten präsentiert der Berliner Galerist Michael Schmalfuß in seiner neuen Ausstellung. Es sind im wahrsten Sinne des Wortes „Starke Frauen – Frauenpower“. Ausschließlich entstanden aus der Perspektive von Frauen begeistern die ausgewählten Exponate der sieben Künstlerinnen durch ihre eigenständigen Handschriften und weibliche Authentizität, selbst wenn Blumen metaphorisch für die Weiblichkeit stehen. Neben renommierten Malerinnen integriert Galerist Schmalfuß geschickt jüngere Künstlerinnen. Die großformatigen Bilder kommen in den großzügigen Räumlichkeiten eines Charlottenburger Gründerhauses bestens zur Wirkung…

Landshut – „Narrative Lines“, Bilder von Anke Wohlfart im Kunstwerk

Ausstellung Anke Wohlfahrt im Kunstwerk präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Einmal gesehen prägen sich die großformatigen Bilder von Anke Wohlfart, die sie zur Zeit im Landshuter Kunstwerk ausstellt, stark ins Gedächtnis ein. Ihre Bilder entwickeln tatsächlich „Narrative Lines“, entführen durch die Menschen und Landschaften, die sie malt, in die Weite des Bewusstseins des Betrachters. Die Seele beginnt zu schwingen. Das liegt an Anke Wohlfarts dynamischem Malstil, ihren diffusen Lichtstimmungen, farbigen Finessen und an der Ausstrahlung ihrer narrativen Motive… 

Tübingen – „Karin Sander. Office Works“ – Konzeptkunst in der Kunsthalle 

Ausstellung Karin Sander in Tübingen präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Wie verändert sich unsere Gesellschaft? Wie kann man sie visualisieren?  Genau diesen Fragen spürt Karin Sander nach. Sie entdeckt im ganz Alltäglichen die Kippsituationen des Wandels und hat damit in den letzten vier Jahrzehnten die strikte Haltung der Konzeptkunst der 1960er Jahre durch prozesshaft-partizipatorische Ansätze entscheidend erweitert. 
Ein 3D-Farbscan-Selbstbildnis, verzwergt in eine 70 Zentimeter große in Gipsskulptur, dupliziert als spiegelverkehrte- Vis-a-Vis-Zwillinge, stehen für Karin Sanders ironisch heitere Betrachtung der Welt…

München – „Die Sonne um Mitternacht schauen“ – Werke der Gegenwartskunst in der Städtischen Galerie im  Lenbachhaus

Ausstellung "Die Sonne um Mitternacht schauen" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Die Fotografin Katharina Sieverding interessierte immer das große Ganze in Politik und Gesellschaft und die Wirkung des Bildes in digitalen Zeiten. Groß waren ihre Formate, rätselhaft wissend ihre Werkserien nach dem Motto „die Sonne um Mitternacht schauen“, das jetzt als Titel für eine umfangreichen Ausstellung der Gegenwartskunst im Münchner Lenbachhaus entliehen wurde. 
Zu sehen sind ausschließliche Arbeiten von Künstlerinnen mit Fokus auf verschiedene Positionen und Schwerpunkte feministischer Kunst, darunter Werke aus der hauseigenen Sammlung, aber auch erstmals zu sehen die Neuerwerbungen und Schenkungen der letzten Jahre.
Manches kennt man wie die feministischen Happenings von Valie EXPORT in den 1960er Jahren, die tristen DDR-Fotografien von Helga Paris oder die Körperbewusstseinsmalerei von Maria Lassnig, aber vieles gibt es zu entdecken und wird durch die ausgehängten Begleittexte bei Bedarf prägnant erklärt…

Berlin – „Buffers“  im Contemporary Fine Arts 

Ausstellung "Buffers" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Zuweilen nutzen auch die Berliner Galerien Synergieeffekte. So zeigt die Galerie „Schiefe Zähne“, verortet am Prenzlauer Berg, zur Zeit einige ihrer Künstler unter dem Label „Buffers“ in der Galerie  Contemporary Fine Arts in Charlottenburg. Die meisten der ausgestellten Arbeiten zeigen Kunst im öffentlichen Raum. Unterführungen, Autobahnschilder, Straßenbeleuchtung, Drehtüren, Außenwerbung, geflieste Fassaden werden zu Bild- und Objektträgern, die in der Galerie ein neues Szenarium aufbauen, das das Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion hinterfragt…

„Michael Schmidt – Grenzwanderung“ – eine Filmdokumentation über das Schaffen des Berliner Fotografen als kostenloser Livestream

"Michael Schmidt - Grenzwanderung" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Anlässlich der großen Retrospektive, die der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin dem Berliner Fotografen Michael Schmidt im vergangenen Jahr widmete, wird nun zum Osterwochenende das filmische Porträt „Michael Schmidt – Grenzwanderung“ als kostenfreier Stream zur Verfügung gestellt. 
Die 38-minütige Filmdokumentation von Olaf Klußmann (1989/2020) blickt auf das Werk des Berliner Künstlers in der Zeit von 1964 bis 1988. Schmidt selbst reflektiert seine Schaffensphasen, gibt Einblick in seine künstlerische Arbeitsweise, spricht über Vorbilder und den Einfluss der US-amerikanischen Fotografie auf seine Arbeit. Der Film zeichnet zudem Schmidts Weg in seinem „Werkraum Berlin“, der kurze Zeit später durch den Mauerfall nicht mehr bestand. Bedeutende Akteur*innen des Kunstbetriebs kommentieren sein Schaffen von den frühen Fotografien der ersten Veröffentlichungen bis zur national wie auch international viel beachteten Werkgruppe „Waffenruhe“…