Regensburg – Uraufführung von von Georg Reischls „Drum Dancing“

Kritik "Drum Dancing" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Wer gibt den Ton an? Live-Schlagzeuger Vincent Glanzmann oder die Tänzer*innen des Regensburger-Ensembles? Beide inspirieren sich gegenseitig  die Musik und Bewegung bauen empathische Beziehungen auf, wie man das von den Ritualen anderer Kulturen kennt, wenn gemeinsames Tanzen körperliche und mentale Befreiung bringt. Genau darum   kreist Georg Reischls neue abendfüllende Choreographie, in der die Entfesselung des Tanzes  aus den strengen Reglements des Balletts thematisiert wird. Inspirationsquelle waren sowohl für Georg Reischl als auch für Schlagzeuger Vincent Glanzmann  die Heyokas der Prärie-Indianer, wir würden sagen Clowns. Vom Donnergott eigens befähigt sorgten sie als „verkehrte Krieger“ für Unterhaltung und Belehrung, indem sie bewusst alles falsch machten, um in diesen Fehlern den Irrsinn des Normalen zu spiegeln…

Berlin –  Gauthier Dance mit „Classy Classics“ in den Berliner Festspielen zu Gast

Tanzkritik Gauthier "Classy Klassik" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Mit Klassikern der Moderne begeistert Gauthier Dance Company mit ihren mehrtätigen Gastspiel  das Berliner Publikum. Schon der Titel „Classy Classics“ liest sich fröhlich. Gauthier ist inzwischen nicht nur ein exzellenter Choreograph, sondern  auch ein  überaus nachgefragter Festspielleiter. Er weiß, wie man Tanzprogramme faszinierend zusammenstellt und das Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm geistreich unterhält und gleichzeitig kontrastreich unterschiedlichste Choreographiehandschriften zeigt. Gauthier ist es zu verdanken, dass berühmte Choreographen aus aller Welt ihre Stücke seiner Stuttgarter Company überlassen. Seine Gauthier Dance Company bringt alle Stilrichtungen versiert auf  die Bühne.

Berlin – mit „Flamenco Vivo“ in der Passionskirche in das neue Jahr 

"Flamenco Vivo" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Die Gitarre beginnt, die Viola stimmt ein, Tänzerin und Sängerin rhythmisieren und mit superschnellen Contrapalmas verspricht schon das erste Stück, „Soléa – la Fiesta“  mehr die fröhliche als die traurige Seite des Flamencos.

Unter dem Label „Flamenco Vivo“, übersetzt lebendiger Flamenco oder Flamenco lebt, reiste diese  Flamencokonstellation drei Monate lang mit acht Vorstellungen durch deutsche Städte mit Abstecher nach Basel und Zürich und vorläufiger Endstation Berlin.

„Flamenco Vivo“  steht für ein abwechslungsreiches Nummernprogramm, das dem Laien-Publikum die Vielseitigkeit des Flamencos nahe bringen will und von  Sängerin Carmen Celada charmant moderiert wurde.

Berlin – Emanuel Gats Tanzstück „Sunny“ an der Volksbühne

tanz "Sunny" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ein mythisches Rüsselwesen indischen Couleurs erscheint auf der Bühne, Awir Leons Version des berühmten Songs „Sunny“ wird eingespielt, vier Tanzpaare kommen dazu und der Bühnenraum im offenen Rechteck mit breiter schwarzer Lücke für Auftauchen und Verschwinden verfärbt sich Rot, signalisiert Erotik, darüber hinaus eine warme positive Grundstimmung.
Genau darum geht des  Emanuel Gat in seiner Choreographie „Sunny“ an der Berliner Volksbühne. Die Choreographie  ist nicht neu, aber bei jeder Einstudierung verändert sie sich. Emanuel Gat choreografiert nicht eine Geschichte, sondern an Bewegungsprozessen und Haltungen…

Berlin – „Eyal /Ekman“ mit zwei Ballett-Uraufführungen für das Berliner Staatsballett

Tanzkritik "Ekman/Eyal" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ein mystisches Wesen posiert auf der Bühne, verschwindet und bleibt über ein haariges Rechteck voyeuristisch präsent. Zu sehen gibt es wahrhaft Extravagantes. In seinem neuen Stück „LIB“, Kürzel für „liberation“, Befreiung, von den Fesseln des klassischen Tanzes, kann man später ergänzen, eigens für die ersten vier Solistinnen der Staatsoper choreographiert, lässt Choreograph Alexander Ekman im wahrsten Sinne die Puppen tanzen.

Staatsballett München – Roland Petits „Coppelia“

Ballettkritik "Coppelia" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Etwas lange spielt die Drehorgel als Einstimmung in vergangene Zeiten. Doch sobald sich der Vorhang öffnet verzaubern szenische Atmosphäre und kesse Choreographien. Grau ist die Hausfassade, doch in den Fenstern leuchten die Tänzerinnen in Rose. Nur eine blickt distanziert mit spanischer Grandezza, schwarz gekleidet, aus dem Fenster. Es ist Coppelia, eine mechanische Puppe, was aber nur der Erfinder Coppelius weiß.
Und schon ist man mitten drin in der Thematik um die Traumfrau nach der  E.T.A. Hoffmanns romantischer Geschichte „Der Sandmann“ Roland Petit verwandelte sie 1975 in ein witziges Handlungsballett.

Berlin – Wiederaufnahme von „Giselle“ vom Berliner Ballettensemble an der Deutschen Oper

„Hui“, schreit ein Besucher voller Überraschung und Bewunderung, als Giselle durch eine Luke in der Bühne nach ihrem faszinierenden Soli verschwindet. Seit über 270 Jahren wird „Giselle“ getanzt und begeistert immer noch das Publikum. Dieses Ballett ist das Meisterwerk der französischen Romantik, wird nie altmodisch, weil diese Zeit in ihrer Wald-, Liebes- und Feenromantik immer die Sehnsüchte der Menschen bedient.

„Hui“, schreit ein Besucher voller Überraschung und Bewunderung, als Giselle durch eine Luke in der Bühne nach ihrem faszinierenden Solo verschwindet. Seit über 270 Jahren wird „Giselle“ getanzt und begeistert immer noch das Publikum. Dieses Ballett ist das Meisterwerk der französischen Romantik, wird nie altmodisch, weil diese Zeit in ihrer Wald-, Liebes- und Feenromantik immer die Sehnsüchte der Menschen bedient.

Berlin – Tanz im August – Uraufführung von Jérôme Bels Porträt von „Isadora Duncan“

Tanzkritik von Jerome Bels "Isadora Duncan" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Mit bloßen Armen und Beinen, barfuß mit flatternden antikisierenden Kostümen, freien Bewegungen revolutionierte Isadora Duncan Anfang des 20. Jahrhunderts den Tanz.
Genauso tritt Elizabeth Schwartz auf die Bühne und tanzt einzelne Choreografien, die Choreograf Jérôme Bel als Porträt dieser berühmten Tänzerin während des internationalen Tanzfestivals „Tanz im August“ in Berlin im Deutschen Theater präsentiert.

Berlin –  Tanz im August – Uraufführung von Deborah Hay „Animals on the beach & my choreographed body“

Tanzkritik von Deborah Hays "Animals on the beach" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Es ist schon eine außergewöhnliche Leistung nicht nur als Choreografin sondern auch als Tänzerin mit 78 Jahren noch auf der Bühne präsent zu sein. Deborah Hay vermag beides und stellt sich tapfer der Bewertung ihres Tanzstils minimalistischer Bewegungen. 
Bei den Uraufführungen ihrer beiden neuen Stücke präsentiert sie die Quintessenz ihrer tänzerischen Reduktion, ihren unverwechselbaren performativen Tanzstil, der sie, als sie ihre Tänzer beobachtete an Tiere erinnerte, woraus sich der Titel dieser Uraufführung „Animals on the beach“ entwickelte. 
Die zweiteilige Performance beginnt Deborah Hay selbst mit „My choreographed body“, eine Reverenz an die Schöpfung in tai-chi-mäßiger Langsamkeit.

Berlin –  Catherine Gaudets „The Fading of the Marvelous“ „Tanz im August“

Tanzkritik von Catherine Gaudets "The Fading of the Marvelous" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Zwei Frauen, drei Männer, bis auf Slips nackt, bewegen sich  in kleinen Kreuzschritten Richtung Publikum, jeder für sich, doch ganz nah in einer gemeinsamen Reihe als Ausdruck einer ritualisierten Lebensform. Gleichförmig schieben sie sich trapezförmig  zu den stereotypen Beats im Viervierteltakt  nach vorn, ganz präzise immer im selben Muster vier Schritte vor, seit oder zurück zu doppelt so vielen Takten. An der Bühnenrampe öffnen sie die geschlossenen Augen, blicken hochkonzentriert ins Publikum. Körper und Haltung völlig angespannt, als blickten sie in das eigene Spiegelbild weichen sie erschreckt zurück, kauern zusammen, gehen auf Abstand voneinander, deformieren in Schräglage nach hinten, degenerieren zu Puppen, deren feinmotorischer Rhythmus außer Kontrolle geraten ist. Sie  fangen sich in harmonischen, sehr differenzierten Posen wieder ein, in denen sich Lebensstile zwischen Muskelprotz, Macho, Naturbursche, Magersüchtigen und der selbstbewusst Sinnlichen spiegeln. 

Berlin – „Tanz im August“ – Deutschlands größtes Internationales Tanzfestival

"Tanz im August" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Zum 31. Mal startet „Tanz im August“ am 9. August. Bis zum Monatsende werden  70 Veranstaltungen, 31 Produktionen, 2 Installationen mit 160 Mitwirkenden  an 11 Veranstaltungsorten mit dem HAU Hebbel am Ufer in Berlin stattfinden. Mit 7 Uraufführungen und 18 Deutschlandpremieren bietet „Tanz im August“ dieses Jahr sehr viele neue Produktionen, mit 10 – 60 € für jeden Interessierten erschwinglich.

Berliner Festspiele –  „MEGA ISRAEL“ von der Gauthier Dance Company Theaterhaus Stuttgart 

"Mega Israel" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Regina Brocke
Kein Wunder, dass sie international vorne mitspielt. Die Gauthier Dance Company begeistert durch ihre explosive Vitalität, ihre kraftvolle Eleganz, schwebende Transzendenz und unterhaltsame Komik.Zur Eröffnung des COLOURS International Dance Festivals 2017 in Stuttgart präsentierte als Gastgeber die Gauthier Dance Company ihr rasantes Programm  „MEGA ISRAEL“, jetzt in Berlin zu sehen. Dahinter stehen, titelgebend, die drei großartigen Choreografen aus Israel, die inzwischen mit den führenden Compagnien der Welt arbeiten. „Mega Israel“ zeigt die richtungsweisenden Werke dieser Choreographien, durch die sie berühmt wurden.