München – „Die Wolken, die Vögel, der Reichtum“, eine musikalische Uraufführung im Residenztheater

"Wolkendienste" im Residenztheater präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Was haben Wolken, Vögel und Reichtum gemeinsam? Die Flüchtigkeit meinte schon Aristophanes, der in seinen surrealen Komödien bereits in der Antike si den Nagel auf den Kopf traf, dass er heute noch KünstlerInnen inspiriert, zum Beispiel Thom Luz zu seinem musikalischen Abend „Die Wolken, die Vögel, der Reichtum“.  Die Uraufführung für Januar geplant konnte wegen des Lockdowns nicht realisiert werden, aber es gibt schon einen interessanten Probenfilm als Aperitif…

„Artbeer“ – eine gelungene Symbiose von Braukultur und Kunst

Artbeer von Maisel @Friends präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Wo Kunst drin ist, soll auch Kunst drauf sein.“ Aus dieser Idee entstand in der Bayreuther Brauerei „Maisel & Friends“ eine limitierte Artbeer-Edition, in der Braukunst und Streetart fusionieren, bislang ein einzigartiges Projekt in Deutschland.

Jeweils 25 Hektoliter Artbeer werden seit 2018 pro Jahr produziert. Die 7500 Flaschen finden schnell Abnehmer…

Bochum – Yasmina Rezas „Drei Mal Leben“ im Schauspielhaus als Live-Stream

Theaterkritik Schauspiel Bochum "Drei Mal Leben" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Vor 20 Jahren geschrieben hat Yasmina Rezas Stück „Drei Mal Leben“ nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Immer noch gehört ihre Boulevardkomödie neben „Kunst“ und „Gott des Gemetzels“ zu den Dauerbrennern auf deutschen Bühnen. 
Im vergangenen Herbst inszenierte Martina Eitner-Acheampong im Schauspielhaus Bochum „Drei Mal Leben“ ganz nah am Originaltext, nur um einige Gedichte von Rilke, Hölderlin und Storm erweitert. Jetzt wurde in extrem kurzer Probenzeit eine spannende Live-Stream-Version erarbeitet, in der Stimmungen und Gefühle, um die Yasmina Rezas Texte kreisen, durch kosmische Einblendungen sehr lyrisch zur Wirkung kommen.
„Drei Mal Leben“ zeigt drei Versionen derselben Situation, in der sich Konventionen und Klischees unserer Lebenswirklichkeit satirisch spiegeln, in dieser Inszenierung Sehnsüchte durch Projektionen und Gedichte poetisch anklingen …

„European Shooting Stars“ starteten mit „Kick-Off Show während der digitalen Berlinale 2021

Europaen Shooting Stars präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Gratulationen von allen Seiten gab es heute bei der Kick-Off Show für die neu gekürten „European Shooting Stars 2021“. Zum ersten Mal wurden sie in Kooperation mit der Berlinale 2021 öffentlich präsentiert. Mit dabei als deutscher Shooting Star ist Albrecht Schuch. Als Anti-Aggressionstrainer in „Systemsprenger“ und als Reinhold in„Berlin Alexanderplatz“ wurde er sehr bekannt und zweifach ausgezeichnet. Dieses Jahr ist er in „Fabian“, Wettbewerbsfilm bei der Berlinale als Fabians College-Freund zu sehen. Albrecht Schuch ist das beste Beispiel, wie karrierefördernd die Internationalen Filmfestspiele sind sowohl bei der Talentsuche als auch bei deren weltweiter Promotion…

Carolin Emcke „Ja heißt ja und…“

Buchrezenison "Ja heißt ja...und" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Lass dich nicht mitschnacken“, sagten früher die Mütter in Carolin Emckes plattdeutschem Umfeld zu ihren Kindern, ohne irgendwelche Erklärungen. Mit derart verschleiernden Formulierungen machte man möglich, was verhindert werden sollte, sexuelle Übergriffe, rassistisches Verhalten, Gewalt gegenüber sozial Unterprivilegierten. 
Die Wechselwirkung von Sexualität, Gewalt und  Demokratie ist das große Thema Carolin Emckes. Ihre Bücher wurden in 15 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Auch ihr 105-seitiger Monolog „Ja heißt ja und…“ kreist um geduldete, oft verharmloste Gewalt und formuliert bereits im Titel eine entschlossene Stellungnahme zu einer neuen Wahrnehmung, mit der der schweigenden Zustimmung Einhalt geboten werden soll. Die Betroffenen haben oft nicht den Mut sich zu erheben. Umso mehr ist es Aufgabe der Gesellschaft ein Klima zu schaffen, das erlaubt latente Gewalt zu formulieren. 
Als Individuum nicht als Stellvertreter einer Gruppierung sollte jeder Mensch wahrgenommen und respektiert werden…

„Der Himmel über dem Camino“ („Camino Skies“) – Der Jakobsweg ist wie das Leben

©Ascot Elite Entertainment

„Gehen ist des Menschen beste Medizin“ sagte schon Hippokrates. Sein Zitat eröffnet „Himmel über dem Camino“. Auf dem 800 Kilometer langen historischen Wanderweg des heiligen Jakobs kommen allerdings viele Menschen an ihre Grenzen. Sue, eine alte Frau, bittet um ein Glas Wasser. Sie kann nicht mehr, doch sie will durchhalten. „Keiner soll mich zusammenbrechen sehen“. 420 Kilometer ist sie schon gelaufen mit einer schiefen Wirbelsäule und Arthritis in den Füßen und Händen. Fast genau so viele Kilometer liegen noch vor ihr, bis sie den berühmten Jakobsweg vom mittelalterlichen Saint-Jean-Pied-de-Port über die Pyrenäen und die spanische Meseta bis zum Apostelgrab im galizischen Santiago de Compostela durchwandert hat. 
Das Filmteam unter der Regie von Fergus Grady und Noel Smyth begleitet sechs PilgerInnen, die tagtäglich mit den Strapazen kämpfen, ihren Sorgen nachhängen und sich Schritt für Schritt davon befreien. Das Ergebnis ist ein subtiler Dokumentarfilm über den Jakobsweg, der viel fordert, aber noch mehr zurückgibt …

Berlin – „Bernd Schwarting + Kristin Kolb“ in der Galerie Schmalfuss

Galerie Schmalfuss "Bernd Schwarting + Kristin Kolb" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Mit wallenden feuerroten Haaren treibt die junge Frau im Wasser. Hell strahlt ihr Köper der Wirklichkeit entrückt im Kosmos der Naturgewalten und doch voller begehrenswerter Ausstrahlung der Unschuld.

Bernd Schwarting malt mit großem abstrahierendem Impetus. Den Kontrast bilden Kristin Kolbs realistische Skulpturen, woraus sich interessante Vergleiche und Synergieeffekte ergeben. 

Michael Schmalfuß präsentiert mit diesen beiden Künstlern wieder eine außerordentlich attraktive Ausstellung in seiner Berliner Galerie, die allerdings vorerst nur über einen digitalen Rundgang erlebbar ist…

Margarete Stokowski „Untenrum frei“

Buchrezension Margarete Stokowski "Unterum frei" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Wie frei sind wir tatsächlich? Um diese Frage kreist Margarete Stokowskis Debütroman „Untenrum frei“. Am Umgang mit Sexualität und den damit verbundenen Rollenklischees zeigt sie, wie Frauen immer noch von Männern dominiert werden, dass der Feminismus einiges, aber längst noch nicht alles erreicht hat, sexuelle Freiheit nur funktioniert, wenn der gesellschaftliche Oberbau stimmt.  
Margarete Stokowski kreiert kein neues Label, reiht sich bewusst in die Tradition der Feministinnen ein, die die weibliche Befreiung vorangetrieben haben, allen voran Simone de Beauvoir, „Man wird nicht als Frau geboren. Man wird es.“ Berufsbedingt als Kolumnistin von „Spiegel online“ schreibt Margarete Stokowski locker lässig, recherchiert vielseitig, argumentiert fundiert und bringt in der Ich-Perspektive viele autobiografische Erfahrungen stellvertretend für ihre Generation ein. „Untenrum frei“, inzwischen Standardwerk des modernen Feminismus, ermöglicht LeserInnen generationenübergreifend einen hohen Identifikationsgrad…

„Bio in Bayern wächst“- Nachfrage steigt

Bio in LVÖ, Bayern präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Die Entwicklung des ökologischen landwirtschaftlichen Anbaus stieg 2020 in Bayern um 2,5 % der Landfläche auf 7140 Betriebe. Der Markt zieht mit. In Zeiten der Pandemie ist die Nachfrage um 20 % gestiegen, damit übersteigt die Nachfrage nach das Angebot. Der Grund ist, dass durch die Pandemie zu Hause mehr gekocht wird. Das Bewusstsein für nachhaltige Ernährung wächst, v.a. in der jüngeren Generation… 

Alexander Kekulé – „Der Corona-Kompass. Wie wir mit der Pandemie leben und was wir daraus lernen können“

Alexander Kekulé - „Der Corona-Kompass. Wie wir mit der Pandemie leben und was wir daraus machen“ präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Alexander Kekulé blickt in seinem Buch „Der Corona-Kompass“ auf das Jahr 2020 zurück. Als einer der renommiertesten Virologen Deutschlands hat er eine ganz dezidierte Meinung „wie die Regierungen der westlichen Staaten nahezu jeden Fehler machen, die die Wissenschaftler im schlimmsten Fall für möglich gehalten hatten“. Trotz dieser kritischen Einstellung sieht er Chancen in der Krise und erklärt in einem Dutzend Kapitel sehr verständlich, kompakt und spannend formuliert die Zusammenhänge ergänzt durch leicht eingängige Zeichnungen und Strukturskizzen. Sein Ziel ist von der Pandemie zu lernen und dem Leser einen „Corona-Kompass“ als Orientierung durch die Krise zu geben. Je mehr die Menschen wissen, desto geringer ist die Panik…

München – Igor Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“ als XIV. Montagsstück 

Staatsoper München "Die Geschichte des Soldaten" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Mit Igor Strawinskys Moritat „Die Geschichte vom Soldaten“ gelingt unter der musikalischen Leitung von Vladimir Jurowski wieder ein spannender Musikabend im Rahmen der Montagsstücke der Münchner Staatsoper. 1917 hatte Strawinsky unter den Auswirkungen des Ersten Weltkrieges in Anbetracht der angespannten finanziellen Situation und der sich dadurch entwickelnden „Ästhetik zur Einfachheit“ diese erzählte Moritat für Schauspieler und Orchester so klein wie möglich besetzt. Umso wirkungsvoller, nicht zuletzt durch die Zooms der Kamera, treffen die wenigen Instrumentalisten mit Fagott, Trompete, Posaune, Schlagzeug, Violine, Kontrabass aufeinander und finden eine vortreffliche Klangatmosphäre zu Strawinskys kantiger „Geschichte vom Soldaten . 
Doch im Mittelpunkt steht in dieser Inszenierung Dagmar Manzel als Sprecherin…

Budapest –  Weltpremiere von Levente Gyöngyös´Musicaloper  „Der Meister und Margarita“ an der Budapester Oper mit englischen Untertiteln

Gyöngyös´Weltpremiere "Der Meister und Margarita" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Als musikalisches Kaleidoskop setzt der ungarische Komponist Levente Gyöngyös Michail Bulgakows Kultroman „Der Meister und Magarita“ um.  Die Musik ist so komplex wie die literarische Vorlage, changiert zwischen großer Oper und Musical, zwischen flottem Ragtime, Rock und Pop.
Schon als Jugendlicher war Gyöngyös vom schwarzen Humor dieser Lektüre begeistert, der ähnlich wie Goethes „Faust“ über das Böse in der Welt den Sinn des Lebens zu fassen sucht und darüber hinaus das rigide kommunistische System der 30er Jahre karikiert. Als  Gyöngyös 2013 von Dirigent Gábor Hollerung den Auftrag für ein großes Opernwerk bekam, konnte er endlich „Der Meister und Magarita“ komponieren, jetzt nach der Online-Weltpremiere in der Budapester Oper weltweit zu sehen…