Berlin – Modest Mussorskys Volksdrama „Chowanschtschina“ in der Staatsoper gekonnt aktualisiert

Opernkritik Mussorskys Chowanschtschina präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ein Amtsdiener füllt den Futternapf des Hundes. Schon assoziiert das Gehirn Merkels Putinsbesuch. Aus der Gegenwart blickt Regisseur Claus Guth auf Modest Mussorskys (1839-1881) düsteres Volksdrama „Chowanschtschina“. Schwarz und grau ist das Leben des Volkes. Adel und Militär leuchten farbenfroh. Opfer werden alle Mächtigen bis auf den Zar. „Chowanschtschina“  ist eine russische Historienoper ohne stringente Handlung, voller Klischees und Emotionen, aber Regisseur Claus Guth weiß dieses Unikum an Oper in seiner ganzen Wucht bildstark umzusetzen und durch eine kluge Konzeption Brücken in die Gegenwart zu bauen…

Hörlkam – Ankündigung – Große Sommerausstellung zum 30-jährigen Jubiläum im Künstlerhof Geissler

Hörlkam Sonderausstellung zum 30-jährigem Jubiläum präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Bis zu 200 Keramik- und Bronzeplastiken erwarten während der jährlichen Sommerausstellung in Hörlkam die Besucher. Draußen auf der Wiese zwischen Bäumen und drinnen in den zu Ausstellungsräumen umfunktionierten Scheunen und Stallungen entwickeln die figurativen Stelen und Skulpturen von Michaela und Florian Geissler, sehr ästhetisch präsentiert, ein narratives Eigenleben von loyalen „Wächtern“ und „Beschützern“ von Haus und Hof. Wer einmal die 4-wöchige Sommerausstellung ab Mitte Juni besucht hat, kommt wieder, um das Ambiente zu genießen. Welche Figur stammt vom wem?…

Nahid Persson Sarvestanis Dokumentarfilm „Der Sohn des Mullahs“ deckt die Machenschaften der Mullahs auf

„Die Mulllahs müssen weg“. Seit der Revolution von 1979 herrscht Willkür im Iran. Wer Kritik äußert, verschwindet im Gefängnis, wird zum Tode verurteilt. Selbst im Ausland sind Systemkritiker nicht sicher. Man vergiftet sie oder kidnappt sie auf offener Straße. „Hunderttausende wurden unter dem 44-jährigen Mullahsystem gemordet.“ Das Leben des iranischen Journalisten Roohollah Zam zeichnet Nahid Persson Sarvestani in ihrem Dokumentarfilm „Der Sohn des Mullahs“ nach. Seine Hinrichtung ging 2020 international durch die Medien…

Berlin – Informative Ausstellung über „Sex. Jüdische Positionen“ im Jüdischen Museum 

Ausstellung "Sex. Jüdische Positionen" im Jüdischen Museum Berlin präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de.

Eine Ausstellung über „Sex“ ausgerechnet im Jüdischen Museum überrascht, noch dazu in der derzeit überaus angespannten Lage in Israel. Ganz bewusst will man den Blick auf ein so populäres Thema wie „Sex“ lenken, um Klischees über jüdische Lebensweise zu hinterfragen. Die traditionelle Einstellung zur Sexualität wird kontrastiert mit neuen Perspektiven. Anhand von Exponaten aus 2000 Jahren zeigt sich, wie stark sich die Positionen in den letzten Jahrzehnten verschoben haben…

Eva Trobisch „Ivo“ – ein einfühlsamer Film über eine Palliativpflegerin

Filmkritik von Eva Tropisch "Ivo" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de.

Ivo betreut Menschen, die sterben werden. Sie besucht sie regelmäßig in ihren Wohnungen. Unsentimental, in harten Schnitten fängt Eva Trobisch den Arbeitsalltag von Ivo ein. Nach ihrem Langfilm-Debüt „Alles ist gut“ (2018) über das Trauma einer Vergewaltigung steht jetzt mit „Ivo“ wieder eine Frau im Mittelpunkt, die existentielle Entscheidungen treffen muss. Es ist ein einfühlsames Porträt einer starken Frau …

Berlin – Verdis „Messa da Requiem“ – Christian Spucks wuchtiger Tanzabend wieder im Programm des Berliner Staatsballetts

Ballett "Missa da Requiem" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Nur selten steht die gigantische, euphorisch bejubelte Choreografie von Verdis „Messa da Requiem“ auf dem Programm. 2016 sorgte Christian Spuck als Intendant in Zürich mir seiner synergetischen Interpretation für Aufsehen. Im letzten Jahr wählte er diese Choreografie in einer überarbeiteten Fassung als Einstand seiner Berliner Intendanz als Zeichen für innovative Wege. Für die gekonnte Symbiose von wuchtigen Tanzsequenzen, mächtigem Chor mit vier stimmgewaltigen Solisten und fulminantem Orchester gab es auch bei der 9. Aufführung Standing Ovations…

Landshut – Igor Bauersimas „norway.today“ in den Kammerspielen

Theaterkritik "norway.today" in den Kammerspielen Landshut präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Julie will nicht mehr leben. „Vielleicht liegt das Glück nur in der Erkenntnis, sich selbst nicht mehr zu gebrauchen“ philosophiert sie fröhlich in Ansprache an das Publikum vor sich hin, das in die Rolle einer medialen Chatgruppe schlüpft. Über das Mikro ist Julie online auf der Suche nach einem Partner, der mit ihr nach Norwegen zu einem verschneiten Plateau reist, wo es steil abwärts zu einem Fjord geht, ideal sich hinabzustürzen. August, ein junger Mann, meldet sich. Beide brechen auf…

Bayern – das Sommer Musikfestival Immling im Chiemgau hat Kultcharakter

Sommer Festival Immling 2024 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ein Unwetter drohte 1997 die Aufführung von Mozarts „Die Zauberflöte“ auf einer Seebühne in Halfing ins Wasser fallen zu lassen. Organisator Ludwig Baumann handelte schnell und zukunftsweisend. Er verlegte die geplante Open- Air-Aufführung in die große Reithalle auf dem Gut Immling und verwandelte sie in ein Festspielhaus. Inzwischen hat es für viele BesucherInnen Kultcharakter. Das vielfältige Angebot vom 22. Juni bis 18. August bietet immer wieder einen Grund zum Sommer Festival Immling zu reisen…

Leonie Schöler „Beklaute Frauen. Denkerinnen, Forscherinnen, Pionierinnen: Die unsichtbaren Heldinnen der Geschichte“ 

Buchkritik von Leonie Schöler "Beklaute Frauen" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Einen sehr überzeugenden Beitrag über die soziale Unterdrückung, Ausbeutung und Ignorierung  bedeutsamer Frauen liefert Leonie Schöler mit ihrem Sachbuch „Beklaute Frauen“. Seit Menschengedenken werden Frauen auf das Rollenbild von Mutter, Ehefrau, Haushalt reduziert. Archäologische Befunde, historische Studien beweisen das Gegenteil. Diese Irrtümer rückt die Historikerin Leonie Schöler zurecht…

Elizabeth Strouts „Am Meer“ – eine Familie, die sich in Zeiten Coronas wiederfindet

Buchkritik von Elizabeth Strout "Am Meer" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Als Meisterin alltäglicher Geschichten wurde Elizabeth Strout für ihren Roman „Mit Blick aufs Meer“ 2009 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Jetzt wurde „Am Meer“ ins Deutsche übersetzt. Über die fiktive Ich-Erzählerin, die so manche Züge der Autorin trägt, erlebt man noch einmal die dystopische Coronazeit in den USA…

Lauingen – Mario Schossers „Heinz-Piontek-Weg“

Mario Schosser überrascht immer wieder durch seine neuen künstlerischen Handschriften. Bekannt wurde er durch seine Gemälde, Radierungen, literarischen Illustrationen und Installationen. Traditionelle Techniken verbindet er mit modernen Interpretationen. Glas nutzt er als Werkstoff zum Bemalen für ungewöhnliche Lichtstimmungen. In Zusammenarbeit mit Architekten macht er in Kapellen und Kirchen christliche Botschaften meditativ erlebbar. In ganz Niederbayern und darüber hinaus sind inzwischen Mario Schossers Installationen an exponierten Stellen zu bewundern. Derzeit arbeitet er an einem Gedenkweg für den Dichter Heinz Piontek, dessen Gedichte er in früheren Jahren wiederholt illustrierte...

Mario Schosser überrascht immer wieder durch seine neuen künstlerischen Handschriften. Bekannt wurde er durch seine Gemälde, Radierungen, literarischen Illustrationen und Installationen. Traditionelle Techniken verbindet er mit modernen Interpretationen. Glas nutzt er als Werkstoff zum Bemalen für ungewöhnliche Lichtstimmungen. In Zusammenarbeit mit Architekten macht er in Kapellen und Kirchen christliche Botschaften meditativ erlebbar. In ganz Niederbayern und darüber hinaus sind inzwischen Mario Schossers Installationen an exponierten Stellen zu bewundern. Derzeit arbeitet er an einem Gedenkweg für den Dichter Heinz Piontek, dessen Gedichte er in früheren Jahren wiederholt illustrierte…

Landshut – „Kühlewein im Großformat“ in der Heiliggeistkirche

Ausstellung "Kühlewein im Großformat" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Großartige Malerei“ wollte Daniel J. Schreiber in seiner Begeisterung die Ausstellung nennen. Bernhard Kühlewein entschied sich für einen schlichteren Titel „im Großformat“. Es sind Bilder aus den letzten 15 Jahren, nicht nur in großen Ausmaßen von 1,80 bis 3,10 m Höhe, sondern auch bei einigen Motiven. Elefanten beobachten die Betrachter. Die Giraffen lassen sich beim Fressen nicht stören. Klein wirken die Schaulustigen, gigantisch die Glasfenster im Kölner Dom. Was Bernhard Kühlewein malt, hat er selbst erlebt und er weiß die bewegenden Momente dynamisch und sonnendurchleuchtet auf die Leinwand zu bannen. Es sind ausnahmslos positive, fröhliche Momente, deren endorphinisierende Wirkung durch seinen expressiv-realistischen Malstil, vor allem aber durch die traditionelle Kunst des Ausleuchtens auf den empfänglichen Betrachter übergreift…

Silke Müller „Wer schützt unsere Kinder? Wie künstliche Intelligenz Familien und Schule verändert und was jetzt zu tun ist.“

Buchrezension "Wer schützt unsere Kinder" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ist die Person, mit der ich kommuniziere, echt oder ein Fake? Hat der Schüler sich mit seinen Aufgaben auseinandergesetzt oder sie über ChatGPT erledigen lassen? Künstliche Intelligenz, Fluch und Segen, verwischt die Grenzen zwischen Realität und Deepfake. Auf Kinder und Jugendliche, Eltern und LehrerInnen rollen gewaltige Probleme zu. Was tun, wenn manipulierte, pornografische Videos auftauchen, um einem Klassenkameraden eins auszuwischen?…