Film – Jean-Luc Godards „Bildbuch“

Filmkritik von Godards "Bildbuch" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Wild Bunch Distribution
1960 begeisterte Jean-Luc Godard mit „Außer Atem“, ein Kultfilm, bekannter als alle anderen seiner 60-jährigen Regietätigkeit. Godard gilt als einer der ganz großen experimentellen  Filmphilosophen des 20: Jahrhunderts. Sein neuester Experimentalfilm „Bildbuch“, mit 88 Jahren gedreht, 2018 mit der der Palme d´Or Spécial ausgezeichnet, erreicht dennoch nur ein kleines Publikum. 

Berliner Staatsoper – „Die Verlobung im Kloster“ nach Sergej Prokofjew

Opernkritik "Die Verlobung im Kloster präsentiert von schabel-kultur-blog.de

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Erst mit einem mächtigen Schlusschor der Hochzeitsgäste aus unterschiedlichsten Epochen, Märchen und Literatur und Fortissimo mit wuchtigem Paukenschlag aus dem Orchestergraben endet die  eigenwillige  Inszenierung von Prokofjews „Verlobung im Kloster“  in der Berliner Staatsoper. Es ist der zweite Schluss, den etliche Besucher nicht mehr erleben, weil sie schon beim ersten mit einem Filmabspann enteilten. 

Berliner Festspiele –  „MEGA ISRAEL“ von der Gauthier Dance Company Theaterhaus Stuttgart 

"Mega Israel" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Regina Brocke
Kein Wunder, dass sie international vorne mitspielt. Die Gauthier Dance Company begeistert durch ihre explosive Vitalität, ihre kraftvolle Eleganz, schwebende Transzendenz und unterhaltsame Komik.Zur Eröffnung des COLOURS International Dance Festivals 2017 in Stuttgart präsentierte als Gastgeber die Gauthier Dance Company ihr rasantes Programm  „MEGA ISRAEL“, jetzt in Berlin zu sehen. Dahinter stehen, titelgebend, die drei großartigen Choreografen aus Israel, die inzwischen mit den führenden Compagnien der Welt arbeiten. „Mega Israel“ zeigt die richtungsweisenden Werke dieser Choreographien, durch die sie berühmt wurden.

Berliner Schaubühne –  „Popular Mechanics“ aus Peking – Festival International Neue Dramatik

Theaterkritik präsentiert "Popular Mechanics" von schabel-kultur-blog.de

©Luo Chuhui
Wann hat man schon einmal Gelegenheit ein modernes chinesisches Theaterstück zu erleben? Das „Festival International Neue Dramatik“ an der Berliner Schaubühne macht es möglich. „Popular Mechanics“ ist eine Performance mit Sprechtexten. Ziel der Inszenierung ist es oft auftauchende menschliche Reaktionen auf gesellschaftliche Situationen zu zeigen.

Kammerspiele Landshut – „SPERR-tage“

SPERR-Tage bauen Brücken

©Michaela Schabel
Waren sie sperrig die  SPERR-tage in den Landshuter Kammerspielen? Die Antwort ist ein klares Ja. Mit Anspielung auf Martin Sperr, dem niederbayerischen Querdenker, der in seiner Heimat nie die Anerkennung fand, die sein Denken verdient hätte, entwickelte Intendant Sven Grunert ein überzeugendes Konzept vor drei Jahren, um Dialoge in Gang zu bringen. 160 Baumscheiben von Martina Kreitmeier gesägt und miteinander wie zu einem Trampelpfad über die Isar verbunden, symbolisieren derzeit unterhalb vom Maxwehr, dass wir Menschen alle aus einem Stamm sind

Landshuter Kammerspiele – Achterbuschs „Arkadia“

Achternbuschs "Arcadia" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Sie sitzen am Tisch und schweigen. In weißen Bademänteln, das Gesicht hinter weißen Masken wirken Sokrates und Alkibiades, blutverschmiert, wie eine skulpturale Installation. Der Wind fächelt einen Vorhang hin und her, der Wasserkocher brodelt. Achternbusch verortet sein letztes veröffentlichtes  Stück „Arkadia“, vor einem Monat in Ebersberg uraufgeführt, in der Antike und sich selbst in der Rolle des Sokrates im Dialog mit dessen Lieblingsschüler Alkibiades.Den Berliner Theatermachern Lea Barletti und Werner Waas gelingt es Achternbuschs sehr komplexen und sprunghaften Text „Arkadia“  als existentielle Parabel a la Becketts „Warten auf Godot“, gleichzeitig als  parodistische Synthese bayerischen Sprachkolorits und griechischen Mythos zu inszenieren.

Kammerspiele Landshut – Herrndorfs „Bilder deiner großen Liebe“

Bilder deiner großen Liebe

©Marco Bresdola
Sie atmet tief ins Mikrophon, schwer, leidend, als würde der Herzschlag jeden Moment stillstehen. Der Atem, seine Weiterführung als atmosphärisches Hintergrundgeräusch wird zum pulsierenden Leitfaden der Inszenierung vonWolfgang Herrndorfs Romanfragment „Bilder deiner Liebe“ zeigt eine kurze Lebenssequenz eines pubertierenden Mädchens. Doch in diesen wenigen Tagen leuchten die grundsätzlichen Lebensfragen von Zeit, Liebe, Verstehen auf.

Was ist Esskultur?

esskultur präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Bislang verband man mit Esskultur in erster Linie aufwändig gekochtes, schön angerichtetes Essen mit gepflegtem Ambiente. Köche mit Sternen  bildeten die Königsklasse mit exotische Gerichten, raffinierten Geschmacksnuancen, internationalen Beilagen.
Heute haben sich die Attribute entscheidend geändert. Esskultur erkennt man am gesunden, vielfältigen, lokal, saisonal und biologisch hergestellten Nahrungsmitteln. 

Berlin – Schaubühne – Uraufführung von Marius von Mayenburgs „Stück Plastik“

Theaterkritik "Stück Plastik" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

© Arno Declair/Schaubühne Berlin
Wenn die Putzfrau das Herzstück der Familie wird, an der sich alle wärmen, dann ist die Familie schon sehr in Schräglage. Michael, Arzt, und Ulrike, Assistentin eines Performancekünstlers und auch der Künstler selbst fühlen sich auf allen Gebieten überfordert. Sie fühlen sich depressiv, besser burnout, das hört sich cooler an, sind immer mit sich selbst beschäftigt und der 12-jährige pubertierende Sohn bleibt sich selbst überlassen.
Daraus macht Marius von Mayenburg ein schrilles Stück über den Stellenwert von Menschen und weitet es auf die globale Sicht von Arm und Reich.

Berlin – Ausstellung „bauhaus imaginista“ im Haus der Kulturen

Ausstellungskritik "Bauhaus imaginate" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Reduzierte Bauweise, klare Formen und Farben. Auch 100 Jahre nach seiner Gründung 2019  ist das Bauhaus durch sein klares Design aktuell. 
Als Nonplusultra formaler Reduzierung ist der Stellenwert des Bauhauses immer noch ganz hoch angesetzt. Zum 100. Gründungsjahr des Bauhauses gibt es Ausstellungen in ganz Deutschland. Umso interessanter ist der Ansatz, den die Kuratoren Marion von Osten und Grant Watson in Zusammenarbeit mit einem Team internationaler Forscher und Künstler im Berliner Haus der Künste verfolgen.

Als non plus ultra formaler Reduzierung ist der Stellenwert des Bauhauses immer noch ganz hoch angesetzt. Zum 100. Gründungsjahr des Bauhauses gibt es Ausstellungen in ganz Deutschland. Umso interessanter ist der Ansatz, den die Kuratoren Marion von Osten und Grant Watson in Zusammenarbeit mit einem Team internationaler Forschern und Künstlern im Berliner Haus der Künste verfolgen.

München – Oper – Puccinis „La fanciulla del west“

Opernkritik "La fanciulla dell west" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Wilfried Hösl
Eine gebogene Linie weitet die Bühne zum Bergwerk, aus dem die Jungs direkt in Minnies Kneipe landen, womit das Geschehen abstrahiert, überall und jederzeit verortet wird, weniger Goldrausch als Kohleabbau durch den Bezug zu Michael Glawoggers Dokumentarfilm «Workingman’s Death» (2005), der in der Pause gezeigt wurde. 

Dass Puccini 1910 den Goldrausch Kaliforniens als Wildwestoper komponierte war einem Auftrag für die Metropolitan Oper geschuldet. Doch weder dort noch in Europa konnte sich die Oper nach David Belascos Schauspiel „The Girl of the Golden West“ durchsetzen. 

85 Jahre blieb  „Fanciulla del West“  in der Münchner Staatsoper ungespielt. Jetzt strahlt dieses Werk unter der musikalischen Leitung James Gaffigans in Andreas Dresens Inszenierung als Neuentdeckung, allerdings anders als man Pucchini kennt, ohne die großen Arien. 

Ausstellung – „Touch“ Kiki Smiths grafisches Werk in der Münchner Pinakothek der Moderne 

Kiki Smith präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Kiki Smith
Ihr gesamtes, in Auflage erschienenes druckgraphisches Œuvre hat die renommierte New Yorker Künstlerin Kiki Smith, 1954 in Nürnberg geboren, der Graphische Sammlung München vermacht, Mit 116 Einzelbildern, 41 Portfolios und 15 Künstlerbüchern, insgesamt 800 Grafiken, verfügt die Pinakothek damit weltweit die größte Sammlung von Kiki Smith. Als Dankeschön ist die derzeitige Ausstellung „Touch“ zu verstehen, die 160 Arbeiten von 1985 bis heute zeigt.  
Der Titel passt bestens zu Kiki Smiths künstlerischem Anliegen, denn berühren will sie mit ihren Bildern.