Landshut –  „Blatt, Spross und Krone“ – Anna Kiiskinen und Theresia Hefele im Kunstverein

Ausstellung Kunstverein Landshut Kiiskinen, Theresia Hefele präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Großflächig Weinranken, Winterbeeren, Blattmuster oder in kleinen Formaten Stilleben mit Blumen und Kräutern, zwischen diesen beiden Polen bewegt sich die neue Ausstellung „Blatt, Spross und Krone“ im Kunstverein. Die Natur ist der gemeinsame Schnittpunkt der beiden Künstlerinnen Anna Kiiskinen und Theresia Hefele…

München – Schostakowitschs Oper „Die Nase“ setzt ein innovatives Zeichen zu Saisonbeginn unter der neuen Intendanz 

Opernkritik Schostakowitsch "Die Nase" in der Staatsoper München präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Schräg ist die Bühne, schräg die Oper. Mit 21 Jahren komponierte Schostakowitsch seine erste Oper „Die Nase“, als er noch als Stummfilmbegleiter am Klavier seine musikalischen Experimente inklusive Schlagzeug ausprobierte und in Sekundenschnelle Stimmungen zu erzeugen lernte. Grotesk und vielschichtig wie die literarische Vorlage, Nikolai Wassiljewitsch Gogols gleichnamige Erzählung, ist die Musik. Fast ohne Arien, nur in Sprechgesängen in 16 Szenen setzt das Orchester spannungsreiche Akzente zwischen kriegerischen Tonfetzen und subtilen Melodiesplittern. Mussorgski, Alban Berg, Elemente der Sakralmusik flossen ein. Deutlich hört man schon Schostakowitschs spätere wuchtige Instrumentierung und seine kämpferischen Klangmuster. Die Münchner Inszenierung wird zu einem hochpolitischen Opern-Erlebnis…

Regensburg – Massenets „Werther“ im Stadttheater

Massenets Oper "Werther" am Theater Regensburg präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Wehmütig lenkt die Musik schon in der Ouvertüre auf den Schluss, auf Werthers Selbstmord. Mit dem Gegenmotiv freudvoller Liebessehnsucht dreht sich die Bühne aus dem Dunkel in Charlottes Wohnzimmer. Wie eine Rückblende rollt Nurkan Erpulat in seiner ersten, sehr vielschichtigen Operninszenierung Massenets „Werther“ auf. Während Werther als unglücklich Verliebter bei Goethe im Mittelpunkt steht, gibt Massenet Charlotte mehr Raum und den nützt Nurkan Erpulat mit seinem künstlerischen Team, Modjgan Hashemian (Choreographie), Katrin Nottrodt (Bühne, Kostüme) und Martin Stevens (Licht) für große Oper in eindrucksvollen, zeitübergreifenden Szenen immer im Schnittpunkt von Gestern und Heute, Anpassung und Ausbruch, Pflicht und Leidenschaft gespielt und tänzerisch intensiviert in realen und parodistisch bis surreal verfremdenden Szenen. Das Orchester unter der Leitung von Tom Woods macht die Achterbahn der Gefühle zwischen Leidenschaft und Leid, sturm- und drängerisch fulmiant und subtil simultan erlebbar..

München – „En Passant – im Vorübergehen“ in der Galerie Belleparais

Galerie Belleparais präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Klein, unauffällig ist die Schwabinger Galerie Belleparais. En passant, im Vorübergehen  könnte man sie in der Schellingstraße zwischen den kleinen Geschäften schnell übersehen. Doch Galeristin Julia Lachenmann hat interessante Novitäten zu zeigen und titelt sie „En Passant – im Vorübergehen“ geschickt genauso wie die Lage ihrer Galerie…

München – „How to Oper“ – neue Podcasts-Formate vor Premieren der Staatsoper und des Staatsballetts

"How to Oper" neue Podcasts an der Staatsoper präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Unter dem neuen Führungsduo von Intendant Serge Dorny und Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski will das Bayerische Nationaltheater noch mehr Interesse für Oper und Ballett wecken, zum einen durch moderne Operninszenierungen aus dem 20. Jahrhundert und zum anderen durch interessante Podcasts im Vorfeld. Das Motto der neuen Spielzeit „Jeder ist ein König“ soll auch in die Fläche wirken.
Für die neuen Opern- und Ballettinszenierungen im Nationaltheater, auf das Thema Kunst ganz allgemein und ganz speziell hofft man so schon vor jeder Premiere  mittels Radio, Fernsehen und elektronische Endgeräte mehr Interesse und Aufmerksamkeit zu wecken…

München -“ Bill Brandt“ – Fotografien im Kunstfoyer in der Bayerischen Versicherungskammer

Ausstellung"Bill Brandt" Fotografien im Kunstfoyer der Bayerischen Versicherung präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Dunkel, sehr dunkel und düster sind die meisten Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Bill Brandt, denn er liebte es in der Dämmerung oder in der Nacht zu fotografieren. Seine Arbeiten sind dokumentarisch, sozialkritisch, aber auch im Sinne der Symbolisten und Surrealisten mythisch, indem er die Dinge hinter den Dingen enthüllen wollte. Ihn „neben Walker Evans und Henri Cartier-Bresson als Begründer der modernen Fotografie zu sehen“ ist hoch gegriffen, aber er hat die Entwicklung der Fotografie entscheidend beeinflusst und erhellt das Verständnis der Geschichte der Fotografie und die britische Lebensweise Mitte des 20. Jahrhunderts.
Im Kunstfoyer ehrt die Bayerische Versicherungskammer „Bill Brandt“ mit einer großen Retrospektive. 200 Fotografien in den Bereichen Porträt, Akt, Landschaft und soziale Dokumentation geben einen Einblick in Bill Brandts umfangreiches Schaffen…

Landshut – „la mia toscana“ – Bilder von Letizia Pecci im Kunstwerk

Ausstellung von "la mia toscana" von Letizia Pecci präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ungewöhnliche Farbzusammenstellungen und Grafikmuster machen den Reiz von Letizia Peccis Bildern aus. Man folgt einem Weg, vorbei an Zypressen über die Hügel bis zum Horizont. Das muss die Toscana sein, doch ganz anders als gewohnt. Letizia Pecci, 1971 in Florenz geboren, surft auf der Landschaft ihrer Heimat, aber sie malt nicht naturalistisch. „la mia toscana“ präsentiert sie mit ihrer ganz eigenen künstlerischen Handschrift. 
Anlässlich der Italienischen Woche lud Galeristin Anke Plath Letizia Pecci zu ihrer ersten Einzelausstellung ein und erlebte eine überaus gut besuchte Vernissage quer durch alle Bevölkerungsschichten. „Die Menschen wollen jetzt etwas Schönes sehen und sich über Kunst freuen“… 

Landshut – „Schwarze Vögel und das Licht des Südens. Werner Pauli – Malerei und Grafik“ im LANDSHUTmuseum

Ausstellung Werner Pauli in Landshut präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Werner Pauli (1922-2015) zählt zu den Künstlerpersönlichkeiten Landshuts. Als Künstler und Vorsitzender des Landshuter Kunstvereins, dessen Mitbegründer er war, beeinflusste Werner Pauli das kulturelle Leben der Stadt Landshut. Seinen Nachlass vermachte er Landshut. Jetzt revanchiert sich die Stadt mit der Ausstellung „Schwarze Vögel und das Licht des Südens. Werner Pauli – Malerei und Grafik“. Der Titel verweist geschickt auf die beiden großen Schwerpunkte dieses vielseitigen Malers und Grafikers…

München – „Liebesverbot“ – Richard Wagners zweite Oper im Sugar Mountain in einer Inszenierung der Opera Incognita 

Richard Wagners "Liebesverbot" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Was die Opera Incognita inszeniert ist im Vorfeld schon Kult. Grund sind die ungewöhnlichen Münchner Aufführungsorte, beispielsweise Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“ im Müllerschen Volksbad, Glucks „Orfeo ed Euridice“ in der U-Bahn und jetzt Richard Wagners „Liebesverbot“ im Sugar Mountain, ein Betonwerk in Obersendling, das in ein Event-Zentrum umfunktioniert wurde.
Der Richard Wagner Verband München gab anlässlich seines 150-jährigen Jubiläums im Rahmen eines mehrtägigen Kongresses der Opera Incognita den Auftrag, Richard Wagners „Liebesverbot“, seine zweite Oper auf die Bühne zu bringen, ein Werk, das nur ganz selten auf den Spielplänen zu finden ist. Nach der Aufführung weiß man warum…

München-„Fantastisch Real – Belgische Moderne von Ensor bis Magritte“ in der Hypo-Kunsthalle

Ausstellung "Fantastisch Real" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Fantastisch Real“, der Titel der Ausstellung, eine Kooperation mit dem Königlichen Museum der Schönen Künste Antwerpen (KMSKA) mit der Hypo-Kunsthalle, ist raffiniert doppeldeutig, zielt er zum einen darauf, wie fantastisch Realität gemalt wird, gleichzeitig auf den Gegensatz zwischen fantastischer und realer Malerei und das „real Fantastische“ unter der alltäglichen Oberfläche, worauf der Symbolismus fokussierte. Im Grunde folgt aber die Ausstellung dem chronologischen Prinzip und zeigt die Entwicklung der Malerei, wie sie sich in den letzten 100 Jahren in vielen europäischen Ländern entwickelt hat. Über 145 Exponate von 1860 bis 1960, Gemälde, Grafiken und Skulpturen, 130 davon aus Antwerpen, wird belgische Kunst lebendig. René Magritte und Paul Delvaux sind die berühmtesten Namen. Nicht nur James Ensor ist ein Saal gewidmet, auch dem weniger bekannten Rik Wouters. Die meisten KünstlerInnen sind dagegen in Deutschland kaum bekannt. Die Ausstellung folgt dem klassischen Weg der modernen Kunst von der akademischen Malerei über Naturalismus, Impressionismus, Symbolismus und Expressionismus bis zur Abstraktion und zum Surrealismus…

Philipp Sarasin „1977 – Eine kurze Geschichte der Gegenwart“

Buchrezension "1977" von Philipp Sarasin präsentiert von www.schabel-kutlur-blog.de

Nicht als Zeitzeuge, sondern als Historiker hat Philipp Sarasin sein neues Buch „1977“ geschrieben. Als „Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ untertitelt er es und bietet doch über 500 Seiten ein extrem vielseitiges Kaleidoskop quer durch die politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und individuellen Entwicklungen.
Aus einem Puzzle von Gleichzeitigkeiten kristallisiert er die entscheidenden Meilensteine der Entwicklung von der Moderne zur Postmoderne heraus, weg von den gültigen Normen des Allgemeinen zur individuellen Aufspaltung der Gesellschaft, wodurch Problematiken entstanden, die jetzt mehr denn je aufschlagen und sich intensivieren…

München – „Amors Fest“ – Barockspektakel Gärtnerplatztheater

Oper "Amors Fest" im Gärtnerplatztheater präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Liebesleben erwache!“ Das ist nach den Lockdowns die ausgelassene Botschaft barocker Opernleidenschaft, wie sie zur Zeit im Münchner Gärtnerplatztheater zu sehen ist. Aus einem Mix von vier Opernkomponisten zauberten Howard Arman (Musikalische Leitung) und Karl Alfred Schreiner (Regie und Choreographie) ein musikalisches und optisches Feuerwerk als allegorische Hommage an die Liebe und an die Kunst…

Berlin – Das große „Kleinkunstfestival“ im Theater der Wühlmäuse

Großes Kleinkunstfestival im Berliner Theater der Wühlmäuse präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Seit 20 Jahren ist „Das große Kleinkunstfestival“ eine der wichtigsten Preisverleihungen für Kabarett, Comedy und Varieté in Deutschland. Größen wie Mario Barth, Kurt Krömer, Cindy aus Marzahn oder Torsten Sträter feierten hier quasi ihren Durchbruch. 
Das 4-stündige Live-Event im Theater der Berliner Wühlmäuse war hochkarätig, vielseitig und ein Querschnitt unterschiedlicher Genres von Gestern und Heute, wobei sich Qualitätsunterschiede deutlich herauskristallisierten…

Frauenau – „InterRegionale Glaskunst“ im Glasmuseum

Ausstellung "InterRegionale Glaskunst" in Frauenau präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Transparent oder opak, kristallklar oder bunt, geblasen oder geschliffen, das Material Glas und die Techniken es zu bearbeiten sind in seiner Vielfalt kaum zu überbieten. Das Glasmuseum in Frauenau bringt durch seine Ausstellungen immer neue Facetten und künstlerische Handschriften, aber auch aktuelle gesellschaftliche Probleme zum Leuchten…

Berlin – „Gala des Opus Klassik 2021“, größter Klassikpreis Deutschlands  

Gala Opus Klassik 2021 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Der Mensch ist vergänglich, die Musik unendlich“. „Bach senkt den Blutdruck. Cello schmeichelt der Seele“. Die Statements der geehrten KünstlerInnen und der Moderatorin Désirée Nosbusch bei der „Gala des Opus Klassik 2021“ waren eine Hommage an die Musik. „Musik ist ein enormer Motor“. Man konnte es an Désirée Nosbuschs funkelnden Augen sehen. Euphorisiert, mit sichtbarem Vergnügen dirigierte Cornelius Meister, Generalmusikdirektor der Staatsoper und des Staatsorchesters Stuttgart, das Konzerthausorchester Berlin, immer verzückt die Solisten im Blick. Die Preisverleihung des „Opus Klassik 2021“ beweist einmal mehr, wie sich der Begriff „Klassik“ weitet, immer öfter experimentelle und internationale Musikrichtungen, Tangorhythmen, arabische Melodien und ungewöhnliche Instrumente miteinbezogen werden.  
Die Shooting-Stars in der Kategorie „Nachwuchskünstler“ wie der charismatische Cellist Pablo Ferrández, die barfuß spielende französische Trompeterin Lucienne Renaudin Vary oder Fatma Said mit unkonventionellen ägyptischen Melodien wurden vom Publikum mit am meisten bejubelt…