Landshut-Neue Galerie-Herbert Nauderer

Über die Ausstellung Herbert Nauderer in Landshut berichtet schabel-kulturblog.de

©Michaela Schabel
Für Herbert Nauderer ist die Zeichnung die unmittelbarste Kunst sich auszudrücken. Aus dem morgendlichen Zeichnen, inspiriert von Musik, entwickelte er ganze Zeichen-Partituren zwischen altmeisterlich und expressiv. 

In der Serie „Parasite Island“, aus der Auszüge derzeit in der Neuen Galerie zu sehen sind, wird sein Mausmann zum Label. Er trägt tierische Züge und agiert doch in den Zeichnungen, Fotomontagen, Installationen, Videos und Objekten doch wie ein Mensch, kindlich, dann wieder erwachsen, realistisch oder verformt. Realität und Fiktion verschwimmen zu einem rätselhaften „Mausmannland“. 

Berliner Philharmoniker  „Strawinsky, Zimmermann, Debussy, Ligeti“ 

Konzertkritik Berliner Philharmoniker Strawinsky Zimmermann Debussy Ligeti

©Stephan Rabold
François-Xavier Roth eilt der Ruf extravaganter Konzertprogramme voraus. Er will Musikeinsichten vermitteln. Dafür stellte er für  die Berliner Musikfestspiele 2018 ein interessantes  Konzert für die Berliner Philharmoniker mit modernen Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert  zusammen 
Doch was ist modern? 

Berliner Staatsballett „Celis/Eyal“

Doch die bewusste Langeweile, die tanzende Menschen unserer wie robotermäßige Schaufensterpuppen vorführt, wandelt sich schnell in magische Bewegungsrhythmik für sieben Tänzer und sechs Tänzerinnen allesamt in unisex Nacktoptik, nebelumhüllt. 

©Jubal Battisti
Eine Mann und eine Frau bewegen sich in immer gleich, reduziert auf ein paar ruckartige Bewegungen zu den monotonen, durchdringenden Elektrobeats wie eine gefühlte Ewigkeit. Scheppernde und schleifende Akustik (Musik Ori Lichtik) vermitteln die Schwere und Monotonie des Lebens wo der alle betroffen sind. Aus der Ferne nähert sich ein Pulk in gleicher Manier. Doch die bewusste Langeweile, die tanzende Menschen unserer wie robotermäßige Schaufensterpuppen vorführt, wandelt sich schnell in magische Bewegungsrhythmik für sieben Tänzer und sechs Tänzerinnen allesamt in unisex Nacktoptik, nebelumhüllt. 

Film – „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“

schabel-kultur-blog präsentiert Film Kritik Mackie Messer

©Wild Bunch/Stephan Pick
„…und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht“. Wer kennt sie nicht die Moritat von Mackie Messer aus der Feder Bertolt Brechts, vertont von Kurt Weill aus der berühmten „Dreigroschenoper“. Noch immer ist sie in Theatern aufgeführt. Doch der Dichter, der durch Kunst die Welt verändern wollte, hat die gesellschaftspolitische Bissigkeit eines Haifisches längst verloren und wirkt oft etwas angestaubt, obwohl seine gesellschaftskritischen Ansichten aktueller denn je sind. 

Berlin – Neuköllner Oper – Uraufführung von Rilkes   „Weise von Liebe und Tod“ 

schabel-kultur-blog berichtet über Uraufführung in der Neuköllner Oper Berlin

©Matthias Heyde.
„Sie  reiten, warten, wachen, Soldaten aus Burgund, den Niederlanden, Kärnten“. Nur wenige kennen Rilke heute Rilkes einst berühmte spätromantische „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ (1899). Im Ersten und Zweiten Weltkrieg hatte jeder Soldat das todesselige Poem über den 18-jährigen Fahnenträger, der im Mitte des 17. Jahrhunderts verstorben war,  im Tornister. Warum? Rilkes poetische Suche nach Liebe wurde Kampfschrift für den Heldentod missbraucht. 

Der junge Soldat verlässt die Geliebte, eine geheimnisvolle Gräfin, nach der ersten Nacht, und stürzt sich waffenlos, aber heroisch mit der Fahne  in das Gemetzel, in dem er stirbt. So sollten Soldaten denken. 

Florenz – Welthauptstadt der Renaissance

schabel-kultur-blog.de präsentiert Florenz

©Michaela Schabel
Florenz fasziniert als Stadtensemble mit wunderschönen Ausblicken und durch italienische Lebensart 

Bei Florenz überschlagen sich die Superlative. Die Welthauptstadt der Renaissance punktet mit einem großartig erhaltenen und sanierten Stadtensemble, einer einzigartigen Stadtsilhouette, Kirchen, Palazzi und Museen vom Feinsten und italienischem Lebensstil par excellence. 
Der übliche dreitägige Städtetrip ist viel zu kurz für Florenz, macht Lust auf mehr, wenn man genussvoll auswählt und weiß, wie man den Touristenmassen aus dem Weg gehen kann. 

Havanna – Zwischen Kitsch und Kunst  

schabel-kultur-blog berichtet über Kunst in Havanna, Kuba

©Michaela Schabel
Die Öffnung Kubas für den Tourismus hat die Kunst als Einnahmequelle für die Einheimischen beflügelt. Inzwischen kann jeder problemlos Bilder in Kuba kaufen und sie in seine Heimat bringen. Kubanische Künstler stellen international aus, persönlich auszureisen ist allerdings  wegen der bürokratischen Formalitäten und der Reisekosten für die Künstler schwierig. 
Kunst wurde in Kuba nach der Revolution zwar observiert, blieb aber  im Gegensatz zu Russland und den Ostblockstaaten vom Diktum des sozialistischen Realismus verschont, war und ist Ausdruck individuellen Schaffens. 

Münchner Kunsthalle – „Die Lust der Täuschung“

schabel-kultur-blog berichtet über Ausstellung "Die Lust der Täuschung" in München Kunsthalle

©Michaela Schabel
Krug oder Hexe? Wir kennen die raffinierten Trugbildern aus der Psychologie, der Physik, aus Trugbildern. Optische Täuschungen verblüffen und machen Spaß, sobald man sie durchschaut. Optische Reize sind einfach schneller als das Gehirn. Erst wenn die Synapsen die Informationen verarbeiten, enthüllt sich die Täuschung. 
Mit einer unterhaltsamen Chronologie von altägyptischer Türillusionen bis zu den Zaubereien virtueller Welten gibt es allerlei Staunenswertes zu entdecken.  Die Themenräume überschneiden sich, denn alles, was man sieht, enthüllt sich
als Illusion. 

Berliner Tanzfestival – Wayne McGregors „Autobiography“

schabel-kultur-blog.de präsentiert Tanzkritik Wayneik vom Tanzfestival Berlin "Waayne McGregor

©Andrey Uspenski
Mit seiner neuen Choreografie „Autobiography“ weist Wayne McGregor weit über die eigene 25-jährige Lebensgeschichte als Tänzer hinaus. In möglichen autobiografischen Momenten spiegelt sich in erster Linie das Leben ganz allgemein zwischen Individualität und Beziehung, Freiheit und Unterdrückung. 

Für zehn Tänzer entwickelte der renommierte britische Choreograph eine mitreißende, Szenencollage, eine Sequenz dynamischer als die andere. Seine eigene DNS ließ er für dieses Projekt entschlüsseln und spiralförmig verkreuzt in immer neuen Varianten ist auch diese Choreographie, die wie in einem zersplitterten unterschiedlichste Lebenssituationen zeigt. 

Berliner Tanzfestival – Isabelle Schad „Inside out“

schabel-kultur-blog.de berichtet über Tanzfestival Berlin

©Dajana Lothert
Isabelle Schad fusioniert in ihren Choreographien Tanz und skulpturale Kunst. Die drei Ebenen des Berliner Kindl, Zentrum für zeitgenössischen Tanz verwandelt sie in eine Tanzgalerie. Die Besucher können zwischen fünf Tanzperformances herum wandeln. Zu entdecken gibt es viel und man merkt, wie stark Isabelle Schads Choreographien von der Energetik des Aikido-Zen beeinflusst sind. 

„Candelaria“ – Kubanische Liebesgeschichte mit berührender Authentizität 

schabel-kultur-blog.de präsentiert Filmkritik "Candelaria" Kuba

©DCM
„Wann habe ich aufgehört dich anzuschauen“. Plötzlich wird Viktor Hugo  (Alden Knight), 76 Jahre alt, wieder bewusst, was für eine wunderbare Frau er hat. Candelaria (Veronica Lynn), nur ein Jahr jünger, arbeitet in der Wäscherei eines Hotels. Er ist Vorleser in einer Tabakfabrik. Beider Leben ist wie in den Texten der kubanischen Liedern, arm, voller unerfüllter Sehnsüchte und Entbehrungen. Es fehlt an allem, in erster am Essen. Wegen der Wirtschaftsblockade in den 90er Jahren wird der Strom schon nachmittags abgeschaltet. Im Kerzenlicht wirkt alles noch armseliger. 
Umso mehr strahlen diese beiden alten Menschen.