Beeples „Regular Animals“ in der Neuen Nationalgalerie Berlin verwandelt Elon Musk, Andy Warhol und andere Ikonen in „gewöhnliche Hunde“ – eine bissige Ausstellung über Macht und Algorithmen…
Beeple „Regular Animal“ © Michaela Schabel
Mit Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Andy Warhol, Pablo Picasso und Beeple sind vom 29.04. bis zum 10.05. 2026 sechs Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kunst als Publikumsmagnet im Untergeschoss der Neuen Nationalgalerie zu Gast. Man begegnet ihnen nicht als Menschen, sondern als „Regular Animals“, zu deutsch „Gewöhnliche Hunde“. Der Titel irritiert, reflektiert und ironisiert die Zukunft der menschlichen Existenz.
Was sind Beepls„Regular Animals?“
„Regular Animals“ sind keine normalen Vierbeiner, sondern Robotikhunde, aber auch keine reinen Roboter, sondern Hybride durch die hyperrealistischen modellierten Silikonköpfe. Während Musk und Co. als Robotikhunde ein eingegrenztes Karree durchstreifen, erfassen die integrierten Kameras Bilder der Umgebung.
„Regular Animals“ ironisiert zeitgenössische Wahrnehmungsprozesse
Die Bilder werden von KI-Systemen dem kulturellen, künstlerischen oder ideologischen „Stil“ jeder Figur neu interpretiert, von Robotern im Körperinnern gedruckt und über das Hinterteil der Hunde ausgestoßen. So verwandeln sich algorithmische Interpretationen in greifbare Ergebnisse. Die Drucke werden kostenlos an die Besuchenden verteilt.
Durch dieses erlebbare System von Beobachtung, Verdauung und Ausgabe ironisiert Beeple, wie die zeitgenössische Wahrnehmung von Algorithmen und Technologieplattformen geprägt wird. Der Mensch wird zum Hund, ferngesteuert von den wenigen Herrchen an den zentralen Machtstellen.
Mark Zuckerberg und Elon Musk
Sowohl Mark Zuckerberg als auch Elon Musk besitzen Algorithmen, die kontrollieren, was wir sehen, und darüber entscheiden, wie wir die Welt wahrnehmen. Und wenn sie eine Veränderung herbeiführen wollen, müssen sie weder bei der UNO lobbyieren noch vor den Kongress gehen. Sie nehmen einfach eine Umgestaltung vor.
Beeple untersucht in seiner Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie Berlin, wie Bedeutung, Autorschaft und kultureller Wert zunehmend durch unsichtbare technologische Infrastrukturen vermittelt und manipuliert werden. „Regular Animals“ wurde erstmals auf der Art Basel Miami Beach 2025 gezeigt und ist nun im Rahmen des Gallery Weekend Berlin in der Neuen Nationalgalerie zu sehen.
Wer ist Beeple?
Beeple (geb. Mike Winkelmann, 1981) ist ein US-amerikanischer Künstler. Durch sein Projekt „Everydays“ wurde er international bekannt. Seit 2007 erstellt und publiziert er täglich ein neues digitales Kunstwerk. Dabei kombiniert er 3D-Modellierung, Animation und Satire, um zeitgenössische Kultur, Technologie, Politik und Konsumverhalten kritisch zu reflektieren. International bekannt wurde er, als er seine digitale Kunst in den Mainstream-Kunstmarkt einbrachte, insbesondere mit dem rekordbrechenden NFT-Verkauf von „Everydays: The First 5000 Days“ im Jahr 2021, einer digitalen Collage, die bei Christie’s für 69 Millionen US-Dollar versteigert wurde. Mit „Regular Animals“ erweitert Beeple sein langjähriges Engagement mit Technologie, Kultur und Satire – diesmal in einer physisch-digitalen Hybridinstallation.
„Andy Warhol Robot“ von Nam June Paik als Gegenpol
Begleitend zu „Regular Animals“ wird Nam June Paiks „Andy Warhol Robot“ (1994) als historischer Gegenpol zu Beeples Arbeit in der Neuen Nationalgalerie gezeigt. Paik ist einer der frühesten Pioniere der Video- und Medienkunst. Aus Fernsehgeräten, Filmkameras und Tonbandspulen baute er eine humanoide Roboterskulptur, in deren Körper bewegte Bilder von Warhols Werken integriert sind.
Beide Künstler beziehen sich auf Andy Warhol als zentrale Referenzfigur, weil er wie kaum ein anderer die Verbindung von Kunst, Massenmedien, Celebrity-Kultur und serieller Reproduktion verkörperte.
Während Paik Massenmedien in skulpturale Form verwandelte, erweitert Beeple dieses Erbe durch KI, Algorithmen und dezentrale Netzwerke, womit er die Kontinuität künstlerischer Auseinandersetzung mit Technologie und Massenmedien weiterentwickelt.
Lohnt der Besuch in der Neuen Nationalgalerie?
Auf jeden Fall. Was momentan wie eine Animation für Kinder anmutet, enthüllt sich schnell als komplexes Kunstwerk, das die Manipulationen unserer digitalisierten Lebensweise aufzeigt und ironisiert.
Einen ganz andere Spur, Möglichkeiten der Weiterentwicklung des Menschen durch Genveränderungen verfolgt Patricia Piccinini.
FAQ
Wo ist die Ausstellung „Regular Animals?“
Im Untergeschoss der Neuen Nationalgalerie Berlin.
Wie viel kostet der Eintritt?
Der Eintritt ist kostenfrei.
Wie lange ist die Ausstellung zu sehen?
Bis zum 15. Mai 2026













