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Glasmuseum Frauenau –  Ausstellungsbericht über die aktuellen Ausstellungen der Glaskünstlervereinigung NRW e.V. und über die Glaswerkstätte Cornelius Réer

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Glasmuseum Frauenau –  Ausstellungsbericht über die aktuellen Ausstellungen der Glaskünstlervereinigung NRW e.V. und über die Glaswerkstätte Cornelius Réer

Lea Dienenov „drive now s“, Künstlervereinigung NRW im Glasmuseum Frauenau © Michaela Schabel

Das Glasmuseum Frauenau präsentiert zwei Ausstellungen über zeitgenössische Glaskunst: „Sichtbar“ der Glaskünstlervereinigung NRW e. V. und „forms from f…“, modernes Gebrauchsglas der Glaswerkstatt Cornelis Réers in Nürnberg.

Barbara Freshwater-Holberndt „Zip me up“, ein Glasobjekt mit Reißverschluss, verweist bereits als Plakatmotiv, was es im Glas alles zu entdecken gibt.

Glas ermöglicht die Durchsicht, zeigt was es beinhaltet, oder blockt den Einblick und verrätselt oder schafft Innenwelten, die neugierig machen. Die beiden aktuellen Ausstellungen zeigen, wie Glas durch seine Funktonalität und als Kunstobjekt besticht. 

Glaskünstlervereinigung NRW e.V.

Welche künstlerischen Möglichkeiten im Glas verborgen sind, demonstriert

Glaskünstlervereinigung NRW. Seit 30 Jahren pflegt sie den Kontakt zum Glasmuseum in Frauenau, wodurch beide Institutionen über ihre Bundesländer hinaus zeitgenössische und zukunftsorientierte Glaskunst überregional „Sichtbar“ machen. 

Die 28 Künstlerinnen aus NRW haben sehr individuelle Handschriften. Gemeinsamer Nenner ist das Ausloten außergewöhnlicher gestalterischer und technischer Möglichkeiten des Materials Glas von Jörg Hanowskis filigraner Arbeit „Phytoplankton“ bis zu Brigitte Böckmannn-Jennens riesigen glitzernden Tasche als „Alternatives Transportmittel“.

Glasbilder im Glasmuseum Frauenau

Ausfällig sind die vielen Glasbilder. Martina Zilles’ „Wald“ glitzert abstrahiert in rot-blau-grün-gelb Längsstrukturen. Wilfried Grotens’ lässt durch aquarelliert wirkende Farbstrukturen „Early Bird“ und „Blue Hole“ in leuchtenden Farben sehr plastisch erleben. Elke Manks Triptychon „aufgelaufen“, „Tsunami“, „Explosion“ wird expressiv durch ein rotes Turbulenzdiagramm durchkreuzt. Aufgehängt vor der Fensterfront des großen Ausstellungsraums mit idyllischem Blick auf Wiese und Bäume drängt sich bei extrem heißen Temperaturen ein Hitze-Tsunami ins Bewusstsein.

Ungewöhnliche Objekte 

„Ein Glaskleid“? Gabriele Riesert drapiert es in Weiß vor grauem Hintergrund als Statement für die verschönernde Aura des Glases im eintönigen Alltag. Angelika Pietsch thematisiert gesellschaftliche Veränderungen, indem sie „Auf dem Weg“ menschliche Beziehungen in gerundete Glasteile zerbricht und in „Fragile Welten“ Paare in digitale Strukturen presst. Lea Dievenow lässt den Betrachter in „drive now s“ in einen Glaswürfel in kristallinen Strukturen von Glas in funkelnden Blautönen aufleuchten, eines der beeindruckendsten Objekte. 

„form follows f…“ Gebrauchsglas von Cornelius Réer

Bunte Gläser, Vasen, Dosen, Teelichter, handgeblasen in Cornelius Réers Nürnberger Werkstatt, dokumentieren durch die Werkgeschichte der vergangenen zehn Jahre, wie künstlerische Ästhetik über Farb- und Formgebung Funktionalität beflügelt. Man kann die Objekte praktisch als Tassen und Vasen nutzen, sie befüllen oder einfach nur dekorativ als Blickfang positionieren. „form follows f…“ – die Form folgt der Funktion, aber auch dem Flow kreativen Schaffens. Das Ergebnis sind Exponate von beschwingter Fröhlichkeit in leuchtenden Farben mit atmosphärischen Lichtbrechungen als subtil aufeinander abgestimmte Serien oder als Unikate. 

Fazit zu den Ausstellungen im Glasmuseum Grafenau

Die beiden Ausstellungen sind überaus interessant. „Form forms f …“ erschließt sich leicht durch die Farb- und Formsprache von Cornelius Réer. Bei „Sichtbar“, immerhin 28 Künstler:innen, wünschte man sich noch mehr Hintergrundinformationen. Der zur Ansicht ausgelegte Ausstellungskatalog begnügt sich mit institutionellen Informationen, ohne das vorhandene künstlerische Potenzial im Detail zu erklären und zu würdigen. Wer mehr wissen will, dem empfiehlt sich die Webseite der Glaskünstlervereinigung NRW e. V.

Infos zu beiden Ausstellungen

Ort:               | Glasmuseum Frauenau, 

Titel/Dauer:   | Glaskünstlervereinigung NRW  

                     | bis 10. Januar 2027

                     | „form form f …“ Glasarbeiten aus der 

                     | Werkstätte Cornelius Réer

                     | bis 18.10.2026