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Galerie Litvai für Fotografie in Landshut – Ausstellungsbericht zur 13. Jahresausstellung 

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Galerie Litvai für Fotografie in Landshut – Ausstellungsbericht zur 13. Jahresausstellung 

„Bittgang“, Uli Weinmayr, Jahresausstellung der Landshuter Galerie Litvai für Fotografie © Uli Weinmayr

Die 13. Jahresausstellung der Galerie Litvai in Landshut: 14 Fotograf:innen zeigen dokumentarische, atmosphärische, abstrakte und narrative Fotografien – Ausstellungsbericht 

33 Fotograf:innen bewarben sich für die Jahresausstellung in der Galerie Litvai für Fotografie, 14 Künstleri:nnen wurden von einer dreiköpfigen Jury ausgewählt und dürfen jeweils ein Bild oder ein Triptychon präsentierten. Sie zeigen, wie weit das Spektrum zeitgenössischer Fotografie zwischen dokumentarischer Beobachtung, erzählerischer Verdichtung, Abstraktion und experimenteller Bildgestaltung reicht.

Wie bereits in der 12. Jahresausstellung ist es eine bunte Mischung aus ganz unterschiedlichen Narrativen und Techniken.

Ein Foto – eine Geschichte

Jede Fotografie erzählt eine eigene Geschichte, wobei zwei Bilder besonders beeindruckend sind, weil sie in ganz spezieller Weise einen Augenblick einfangen, der gesellschaftliche Probleme in ihrer ganzen Tiefe mit einem Blick sichtbar macht. 

Uli Weinmayrs Ausstellung „(Un)gesehen“ noch in Erinnerung enthüllt er in „Bittgang“ den Niedergang religiöser Rituale. An der Spitze einer Prozession einem Kornfeld entlang ragt ein Kreuz an einer langen Stange befestigt in den bewölkten Himmel. Doch in bedrohlicher Schräglage scheint es bald nach vorne zu kippen. Kein Wunder, nur ein alter Mann folgt.

Bei Konrad Riedls „Mädchen mit Apfel“ ist es nicht der Fotoausschnitt, sondern die diffuse, bewusst unscharfe Atmosphäre. Ein Mädchen mit einem roten Apfel sieht in der Ferne einen Mann laufen. Je länger man das Bild betrachtet, desto intensiver drängen sich Gedanken an Verführung und Missbrauch auf. 

Sophie Strasser fokussiert in ihrem Triptychon „Cuisine Kafkaesk“ unsere Verschwendungssucht beim Essen. Das schön angerichtete Essen wird voller Gier zerfetzt und die zermanschten Reste samt Besteck warten darauf, entsorgt zu werden und Oliver Mumm, der  2025 mit „Hong Kong Vertikal“ eine Einzelausstellung präsentierte entdeckt eine Treppe als „Übergang“ andere, vielleicht rosarote Welten. 

Abstrakte Fotografien 

Nur wenige Bilder verlassen die narrative Ebene. Susanne Görtz’ „blue over red“ wagt den Sprung ins Abstrakte. Sie spielt mit blauen Farbebenen, die sie mit Rot durchtrennt, wodurch eine scheinbar dreidimensionale Haptik entsteht.

Tobias Meier kreiert auf Canson Aquarelle Rag zarte abstrakte Lichtstimmungen hinter transparenten gewebeartigen Strukturen. 

Lichtstimmungen

Die Kunst der alten Meister mit Licht zu zaubern hat auch in der Fotografie Einzug gehalten. Mit der Kamera ganz nah am Objekt verleiht Ferdinand Görg einfachen Objekten, beispielsweise einem Stück Holz, durch Licht eine geheimnisvolle Aura. Tilmann A. Resch überblendet eine flache Landschaft mit Hochspannungsleitungen und suggeriert damit „Mehr Licht“ nicht nur durch die Sonne, sondern auch durch den technischen Fortschritt und spielt gleichzeitig auf die Problematik der Überhitzung an. 

Die Vielseitigkeit der Ausstellung macht den Charme der 13. Jahresausstellung in der Galerie Litvai aus. 

Infos zur Ausstellung

Dauer:               | vom 11. September bis 2. Oktober 2026

Öffnungszeiten: | Do–Sa 14–17 Uhr und 

                          | nach Vereinbarung Tel. 0871 68 77 427

Ort:                    | Altstadt 195a, 84028 Landshut