„Musikalische Stimmungsbilder“ von Johannes Beham, Christoph Goldstein © Duo Beham-Goldstein, Cover Kopfdenker Kreativagentur
Das Duo Beham-Goldstein überzeugt mit ihrer CD „Musikalische Stimmungsbilder“ mit Dinicu, Massenet, Verdi, Schubert, Brunetti, Dvořák, Bruch, Beethoven und John Williams.
Mit facettenreichen Stimmungsbildern wissen Christoph Goldstein und Johannes Beham das Publikum live und auch durch ihre CDs zu begeistern. Auf „Musikalische Zeitreise“ (2024) folgte 2026 ihre zweite CD „Musikalische Stimmungsbilder“, aufgenommen im Konzertsaal der Europäischen Wochen in Passau. Eine interessante Stückeauswahl und virtuose Interpretationen auf Augenhöhe sorgen für ein berührendes Hörerlebnis.
Das Programm
Das Duo wählt die Stücke nicht nach Bekanntheitsgrad aus, sondern nach den immanenten Stimmungen und außerordentlichen musikalischen Ideen. Das Ergebnis ist ein konzertantes Erlebnis zwischen energetischer Rhythmik, klassischer Melodik und melancholischer Tiefe in ganz unterschiedlichen Tonfärbungen. Dabei geht es den beiden Musikern nicht um individuelle Effekthascherei, sondern um die klangliche Entfaltung der latenten Möglichkeiten. Je öfter man die Stücke hört, desto mehr Raffinement entdeckt man in den einzelnen Interpretationen. Das Duo wetteifert nicht, sondern zielt auf artikulatorische Präzision, rhythmische Auslotung und dialogisierendes Alternieren. Es spannt den Bogen von osteuropäischer und jüdischer Folklore über klassische Sonaten bis zur amerikanischen Filmmusik, von wilder Leidenschaft über pastorale Stimmungen bis zur leidvollen jüdischen Elegie. Zwischen subtilem Miteinander und alternierendem Wechselspiel, zwischen faszinierenden Bogenstrichen und warm durchpulsten Klavierakkorden leuchten ganz unterschiedliche Stimmungsbilder auf.
Grigoraș Dinicus „Pacsirta“
Mit Grigoraș Dinicus „Pacsirta“ („Lerche“) aus der rumänischen Lăutărească-Tradition zeigt Christoph Goldstein gleich zu Beginn, wie virtuos er das Geigenspiel beherrscht. Durch immer noch extremere höhere und schnellere Triller und Glissandi wird der Höhenflug der Lerche mitreißend bis zum Verschwinden im hauchzarten Pianissimo lebendig.
Massenets „Méditation aus Thais“
Dem faszinierend beschwingten Einstieg folgt als Gegenpol Massenets „Méditation aus Thaïs“ – eine innige Sehnsuchtsstimmung. Anstelle der Stimme übernimmt die Geige die Melodie, statt des Orchesters das Klavier den Klangraum, wobei Christoph Goldstein die großen Melodiebögen gleichsam in einem Atem, in langen Strichen und Johannes Beham in zarten Akkorden berührend innig und spirituell interpretieren.
Franz Schuberts „Sonate g-Moll, D 408“
Franz Schuberts vierteilige „Sonate g-Moll, D 408“ präsentieren beide Musiker, temperamentvoll dialogisierend, als ein ausbalanciertes Miteinander und mit einem farbenreichen Ausdrucksspektrum. Dem sehr markant, in tänzerischer Rhythmik interpretierten Allegro folgt das „Andante“ sehr klar als zärtliches Frage- und Antwortspiel mit pulsierender Annäherung durch die leitmotivischen Verzierungen und kleinen Melodien.
Umso lebhafter entfaltet sich das Menuetto. Klavier und Geige zeigen ein klares Profil und finden sich trotz resoluter Akkorde durch geigerische Hingabe zu einem tänzerischen Miteinander, das sich im Allegro moderato temperamentvoll, etwas gassenhauerisch steigert, zwischen witziger Schnelligkeit etwas Poesie aufblitzen lässt und ausgelassen endet.
Guiseppe Verdis „La Seduzione“
Die Geige mit Herzschmerz in Hoch- und Tieflagen als Ausdruck der unschuldig Betrogenen, das Klavier belebend der leichtlebig Verführende, machen den Liebesschmerz in Verdis „La Seduzione“ innig erlebbar und stellen ihn gleichzeitig aus heutiger Sicht in seiner Dramatik in Frage.
Gaetano Brunetti, Anton Dvořák, Max Bruch
Gaetano Brunettis „Sonate D-Dur“, seine einzige Komposition für Violine und Klavier, wurde für die Probespiele von Bratschisten am spanischen Hof komponiert. Durch die anspruchsvolle Artikulation und Phrasierung ist sie eine Bereicherung im klassischen Repertoire, ohne aber inneres Feuer zu entfachen.
Das gelingt mit Anton Dvořáks „Humoreske, Op. 101 Nr.7“ in Bearbeitung für Violine und Klavier viel besser und verwandelt sich mit Max Bruchs „Kol Nidrei Op.47“ in eine bewegende Elegie, der der traditionelle Bußgesang des jüdischen Jom-Kippur-Festes zugrunde liegt und im zweiten Teil auf Lord Byrons Hymne „Oh Weep for Those That Wept on Babel’s Stream“ basiert. Sanfte nach unten steigende Akkorde und leidensvolle Geigenhöhen, durch klare Pausen getrennt, verwandeln sich in rauschhafte Lebhaftigkeit und enden in spiritueller Schlichtheit.
Beethoven „Sonate G-Dur, Op.30 Nr. 3“
Mit der dreiteiligen „Sonate G-Dur, Op.30 Nr. 3“ lässt das Duo Beham-Goldstein Beethovens raffinierten Kompositionsstil aufleuchten. Durch variantenreichen Umgang mit dem musikalischen Material genügt eine einzige Melodie, um daraus spannende Sätze zu entwickeln: kontrastreich, energetisch bewegt, fröhlich und munter im Allegro assai.
Pastoral getragen, mit eleganten Verzierungen entfaltet sich im zweiten Satz eine feinsinnig tänzerische Bewegtheit als subtiles Porträt zunehmender Lieblichkeit und Vertrautheit, das sich im dritten Satz zu einem virtuos ausgelassenen, sich gegenseitig subtil ironisierenden Wirbelwind entwickelt, indem mit jeder Wiederholung die Klangeffekte noch mehr herausgearbeitet werden. Herrlich erfrischend.
Das Album endet mit J. Williams „Theme from Schindler’s List“ in berührender Emotionalität.
Fazit zur CD-Kritik
Durch Musik berühren, genau das ist Qualität des Duos Beham-Goldstein. Ihre zweite CD „Musikalische Stimmungsbilder“ besticht durch die gelungene Programmauswahl und durch das subtile Zusammenspiel der beiden Musiker. Sie ist thematisch, klanglich und rhythmisch ein Hörerlebnis.
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐
Das Duo Beham-Goldstein
Man spürt, dass Johannes Beham und Christoph Goldstein eine innige musikalische Seelenverwandtschaft verbindet. Seit 2021 konzertieren sie als „Duo Beham-Goldstein“ bei Festivals und in den Konzertsälen über Bayern hinaus auch in Berlin und Dresden, Polen und Tschechien. 2024 veröffentlichte das Duo seine erste CD mit dem Titel „Musikalische Zeitreise“. Gleichzeitig geben sie Benefiz-Konzerte für soziale Einrichtungen.
Wer das Duo Beham–Goldstein live hören will, findet die Konzerttermine hier.
Christoph Goldstein
Christoph Goldstein studierte Violine, Viola, Dirigieren, Musikwissenschaft und Musikpädagogik. Er schrieb eine Dissertation über den Komponisten, Musikschriftsteller und Musikpädagogen August Halm (1869–1929) mit dem Titel „Halm giebt den Menschen neue Ohren“. Christoph Goldstein publiziert in Fachzeitschriften und schreibt für Lexika wie „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“.
Er leitet in Landshut/Niederbayern ein Sinfonieorchester und das Niederbayerische Kammerorchester, mit dem er zusammen mit Johannes Beham in Süddeutschland Konzerte gibt.
Johannes Beham
Schon als Kind war Johannes Beham vom Klavierspielen begeistert. Ein eigenes Klavier bekam er erst mit 12 Jahren. Nach der Berufsfachschule in Plattling studierte er am Salzburger Mozarteum, bis er an das Konservatorium in Pilsen in die Klavierklasse des Direktors Miroslav Brejcha wechselte, wofür er innerhalb weniger Monate Tschechisch lernte. Er spricht außerdem fließend Englisch, Französisch und Spanisch, was die Organisation von Konzertreisen sehr erleichtert.
Infos zur CD
Besetzung: | Johannes Beham (Klavier), Christoph Goldstein (Violine, Viola)
Produktion: | Aufgenommen am 16./17. Januar 2026 im Konzertsaal der
Europäischen Wochen Passau
CD–Verkauf: | musik@duo-beham-goldstein.de















