Glashaus Daxstein, Fusion von Natur und Kunst © Michaela Schabel
Dieter Oehms baute für seine Glassammlung ein eigenes Museum – Bericht über die Architektur, Panoramablick und zeitgenössische Glaskunst in Ostbayern
Mit dem „Glashaus Daxstein“ setzt Dieter Oehms seine Vision um, seine umfangreiche Glassammlung von ostbayerischen Künstler:innen in einem eigenen Museum zu präsentieren. Am 19. September 2026 wurde es eröffnet. Ab Oktober 2026 ist es für die Öffentlichkeit zugänglich.
Schlichte, aber effektvolle Architektur
Das Besondere am „Glashaus Daxstein“ ist das Zusammenspiel von Architektur, Kunst und Panoramablick. Das Haus ist wie ein Etui, schlicht, aber ausgesprochen formschön, in dem die 150 Glasarbeiten bestens zur Wirkung kommen. Das geglückte Zusammenspiel gelang durch die Expertise der Architekten, denen Oehms große Handlungsspielräume gab, um ein Maximum an Kreativität zu erzielen. Einzige Vorgabe war, dass die Materialien, Granit, Holz und Glas, aus der Region verwendet wurden und der Zugang über einen Steg erfolgen sollte, sodass man das Glashaus wie eine Arche, über den Wäldern verankert sieht. Die mehrfach prämierten Passauer Architekten Albert Köberl und Alfons Döringer entschieden sich für eine klar strukturierte Silhouette, die sich harmonisch in die niederbayerische Architektonik einfügt und durch ein sehr breites Dach und Vertikalstrukturen doch zum Blickfang wird. Auf sieben Holzstützen gebaut, ragt das Glashaus aus dem Hang, schwebt gleichsam über der Landschaft und ist trotzdem fest im Boden verankert. Wie in einer Arche erreicht man die Schätze im Innern nur über den Steg. Ein passendes Narrativ für die einzigartige Glassammlung ostbayerischer Künstler und Künstlerinnen.
Zeitgenössische Glaskunst
Betritt man das Glashaus fühlt sich wie in einer Schatzkammer. Die großen Panoramafenster verschattet, jedes Exponat durch die Innenbauten und Beleuchtung bestens von Innenarchitekt Tido Brussig inszeniert, entwickelt jedes Kunstwerk seine spezielle Aura. Darunter sind die farbintensiven Arbeiten von Anja Listl und Rainer Metzger, die grandiosen Narrative von Hermann Ritterswürden oder die farb-und formschönen Arbeiten von Alexandra Geyermann. Die dazugehörigen Hintergrundinformationen sind dezent über ein Schubladensystem einsehbar. Das wissenschaftliche Ausstellungskonzept lieferte die Kunsthistorikerin Elisabeth Vogl, die derzeit alle Ausstellungsstücke inventarisiert, wodurch das Glashaus Daxstein einen wesentlichen Beitrag zur Kulturgeschichte Ostbayerns leistet.
Natur und Kunst fusionieren
Werden dann die Jalousien hochgezogen, eröffnet sich ein faszinierender Panoramablick auf die Weite der Landschaft. Natur und Kunst fusionieren.
Oehms war bei der Eröffnung voll des Dankes. Das Glashaus Daxstein „ist wunderbar. Es ist einer der bedeutsamsten Momente in meinem Leben.“
Dieter Oehms’ Glassammlung
Das Ehepaar Ellen und Dieter Oehms hat in über 50-jähriger Sammelleidenschaft eine einzigartige Kunstsammlung mit über 550 Kunstwerken zusammengetragen. Bemerkenswert ist, dass im Gegensatz zu anderen kulturellen Einrichtungen der Anteil der weiblichen Künstlerinnen mit 40 Prozent außerordentlich hoch ist.
Die Kunstwerke wurden nicht durch Ankäufe bei Galerien oder Versteigerungen erworben, sondern ausschließlich von den Künstlern und Künstlerinnen selbst oder bei deren Ausstellungen. Das bedeutete in der Praxis: unzählige Reisen und Künstlerbesuche, Ausstellungen, Gespräche, Diskussionen, unvergessliche Begegnungen, Erlebnisse und neue Freundschaften. Jedes Kunstwerk, jeder Kontakt oder Ankauf hat eine Geschichte. So entstand im Laufe vieler Jahre ein tiefes Verständnis für die Kunst, die Kultur, die Künstlerinnen und Künstler der Region. Aus der Sammelleidenschaft wurde für beide eine „Herzensangelegenheit“, wie Dieter Oehms immer wieder öffentlich bekennt. Nach dem Tod seiner Frau Ellen führte Oehms das Projekt mit dem Glashaus Daxstein alleine zu Ende.
Nach dem Tod Oehms geht das Glashaus Daxstein in den Besitz des Landkreises Freyung-Grafenau über, wofür sich Landrat Sebastian Gruber mit dem Versprechen „mit dem Erbe sorgsam umzugehen“, herzlichst bedankte.
Lohnt sich eine Fahrt zum Glashaus Daxstein?
Selbst wenn man kein Kunstliebhaber ist lohnt sich die Fahrt, für Liebhaber der Glaskunst umso mehr. Schon die Fahrt durch den Wald ist ein Erlebnis. Die Architektur besticht durch die schlichte, aber effektvolle Optik. Die Kunstwerke zeigen das breite Spektrum zeitgenössischer Glaskunst. Und der Panoramablick ist faszinierend.
Infos zur Ausstellungen
Öffnungszeiten
Ab Anfang Oktober ist das „Glashaus Daxstein“ jeweils am 1. Sonntag des Monats von 13 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Ein Künstler wird dabei immer präsent sein: 4. Oktober mit Künstlerehepaar Hermann Ritterswürden und Alexandra Geyermann, 1. November mit Anja Listl, 6. Dezember mit Christian Schmidt (ChriSch)
Lage:
Daxstein, ein Ortsteil in der Gemeinde bei Zenting im Landkreis Freyung-Grafenau, Niederbayern














