Venedig – 59. Biennale – „Die Milch der Träume“ – ein Resümee 

59. Biennale präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ende November geht die 59. Biennale in Venedig zu Ende, kuratiert von Cecilia Alemani, zum ersten Mal von einer Italienerin. Chapeau! Man kann von einer gelungenen Biennale sprechen. 213 KünstlerInnen aus 58 Nationen zeigten 1433 Werke. Zum ersten Mal dabei waren Kamerun, Namibia, Nepal, Oman, Uganda. Indigene Kunst und postkoloniale Fragestellungen werden zusätzlich durch internationale KünstlerInnen, die inzwischen in den USA leben, thematisiert.
Das poetische Motto „Die Milch der Träume“ gab Raum für viele Themen, wobei der zerstörerische Umgang mit der Natur, menschliche Ausbeutung  und die Hinterfragung der eigenen Identität die größten Schwerpunkte bildeten. Der Besuch der 59. Biennale ist auf jeden Fall ein ganz besonderes Kunsterlebnis mit neuen Anregungen, die intellektuell und emotional berühren… 

Wanderausstellung – „Weltenfrauen“ in der Rathausgalerie

Ellen Schmauss "Weltenfrauen" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Der Begriff „Weltenfrauen“ allein, selbst mit Ergänzung „im Gewand der Vielfalt“ ist irreführend. Auch deutsche Frauen spiegeln sich in vielfältigen Kleidern. Die Ausstellung dagegen zielt vielmehr auf Frauen zwischen zwei Welten, sprich Kulturen. Dann versteht man auch, warum keine Deutschen westeuropäischen, US-amerikanischen Frauen zu sehen sind. 
Seit 2018 arbeitet die Freiburger Fotografin Ellen Schmauss an diesem Projekt. Ende dieses Jahres will sie das Projekt, Frauen ausländischer Herkunftsländer in traditionellen, farbenprächtigen Kleidern zu präsentierten, abschließen…

Berlin – Tschaikowskys Märchenballett „Dornröschen“ in der Choreographie von Marcia Haydée

Ballettkritik "Dornröschen" Staatsballett Berlin präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Carabosse, die böse Fee, ist das Ereignis in der neuen „Dornröschen“-Choreographie von Marcia Haydée, die jetzt auch an der Deutschen Oper zu sehen ist. Für sie ist Carabosse das Zentrum und sie kann „Dornröschen“ nur choreographieren, wenn im Haus ein Tänzer die Rolle der Carabosse tanzen kann, ganz zu schweigen von der aufwändigen Inszenerierung und dem märchenhaften Bühnenbau. Die Staatsoper Berlin musste 177 Figuren auf die Bühne bringen, 300 Kostüme aus kostbaren Stoffen per Hand anfertigen..

Berlin – „Michael Wesely. Visual archeologies 1943-2022“ – Fotografien im Atelier Liebermann

Ausstellung "Michael Wesely" im Atelier Liebermann präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Wo kommen wir her? Was war vor uns da? Diesen Fragestellungen geht Michael Wesely in seinen Arbeiten nach, die er in langfristigen Projekten immer wieder fotografiert und überblendet, wodurch er vielschichtige Aufnahmen erzielt, in denen sich das Werden und Vergehen in der Natur und in den historisch-gesellschaftlichen Prozessen der Berliner Geschichte spiegeln. 
„Ich bin ein Kind unserer Zeit“, konstatiert Michael Wesely (*1963, München). In seinem Anliegen zu zeigen, wie schnell sich Situationen ändern, wurde er zum „Meister der Langzeitbelichtung“. Indem er die Klarheit der Dokumentation verwischt, eröffnet er eine Ahnung der dynamischen Zwischenwelten und unsichtbarer Möglichkeiten. 
In der Ausstellung im renommierten Berliner Atelier Liebermann direkt neben dem Brandenburger Tor zeigt Michael Wesely seine bislang größte Ausstellung als Querschnitt seiner Arbeiten, darunter seine prominenten Bilder über „Seerosen“, den „Potsdamer Platz“ und Stillleben mit Tulpen…