Reutlingen – „Gianni Caravaggio – Als Natur jung war“ – ein Überblick über seine Arbeiten im Kunstmuseum Reutlingen | konkret 

Ausstellung Gianni Caravaggio im Kunstmuseum Reutlingen konkret präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Gianni Caravaggio liebt das Material, spielt mit der Wahrnehmung des ersten Blicks und lenkt  durch seine künstlerische Kreativität Gedanken in ganz neue Ebenen sowohl haptisch wie emotional und intellektuell. Er spürt der latenten Symbolik des Materialas durch extreme Reduktion nach. „Essenz“ ist das Signalwort für Gianni Caravaggios Kunst, die Essenz des Materials und die Essenz der künstlerischen Geste. Das Ergebnis sind zeitlose Werke, die den Betrachter in ein kosmisch meditatives Bewusstsein versetzen, in dem Natur und Kultur noch in Balance waren.

Am 1. Oktober zeigt das Kunstmuseum  Reutlingen | konkret auf einer Fläche von etwa 1000 Quadratmetern mit rund 25 Arbeiten von 1995 bis 2021 nahezu alle wichtigen Meilensteine im Schaffen Gianni Caravaggios. Einige Werke  hat der Künstler eigens für diese Überblicksausstellung angefertigt. Allein schon durch den Titel „Als Natur jung war“ beweist er, dass konkrete Kunst noch längst keine historisch gewordene Kategorie geworden ist. Den Besucher erwartet damit die einmalige Gelegenheit, diesen Künstler in seinen ganzen Facetten und gleichzeitig konkrete Kunst über drei Jahrzehnte kennenzulernen…

Alice Brauner „Also dann in Berlin! Artur und Maria Brauner – Eine Geschichte vom Überleben, von großem Kino und der Macht der Liebe“ 

Buchkritik Alice Brauner "Also dann in Berlin" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Zwei Landkarten zu Beginn und Ende der Biografie zeigen eindrücklich, die weiträumigen Reisen der beiden großelterlichen jüdischen Familien mit ihren Kindern im Zweiten Weltkrieg. Es ist ein Leben geprägt von Hunger, Kälte, Terror, Überlebensängsten im Niemandsland zwischen sich ständig veränderten Machtbereichen. Dem „Überleben“ in der Hölle der Nazis und Sowjets folgt „Ein Leben für den Film“, erzählt aus der Perspektive Alice Brauners, der Enkelin bzw. Tochter von Artur und Maria Brauner. Sie  schwärmt von ihren „Jahrhunderteltern“, denen sie jeden Tag aufs Neue dankbar für den grenzenlosen Optimismus ist, den sie für das Leben mitgegeben haben…

Reutlingen – „Strawalde“ alias Jürgen Böttcher bekommt Jerg-Ratgeb-Preis 2022

Jerg-Ratgeb-Preis für Strawalde präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Strahwalde in der Oberlausitz ist der Kindheitsort, nachdem sich der Maler und Filmregisseur Jürgen Böttcher benannte. Unter diesem Psyeudonym signierte er seine Bilder und diesem Namen wurde er bekannt. Als Filmemacher, Maler und Zeichner zählt er zu den herausragenden und eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten der vergangenen sieben Jahrzehnte. Seit einiger Zeit lebt er in Berlin und ist nach wie vor unermüdlich in seinem Schaffensdrang. Der 90-jährige Künstler wird nächsten Mai nächsten Jahres mit dem Jerg-Ratgeb-Preis 2022 geehrt, der mit 20000 € ausgelobt ist….

CD – Felix Reuter „Der verflixte Beethoven“ 

Felix Reuter "Der verflixte Beethoven" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Von Beethoven inspiriert, ihn frech zu verändern, wirkt auf den ersten Moment schon sehr selbstbewusst. Doch wenn man Felix Reuters Beethoven-Interpretationen hört, stellt sich durchaus ein Gute-Laune-Gefühl ein. Als Pianist, Komponist und Musikkabarettist weiß Felix Reuter zu unterhalten und Beethovens Stücke sehr vielseitig in den Rhythmen der Gegenwart oder in klassischen Melodien weiterzuführen. Wenn auch der Titel seiner neuen CD, „Der verflixte Beethoven“, nicht unbedingt ins Schwarze trifft, so überzeugt die CD durch Felix Reuters originelle musikalische Einfälle. „So hat man Klassik noch nie gehört“, ist Felix Reuters Motto. Beethoven darf man dabei nicht erwarten… 

Landshut – „Oh, wie schön ist Panama!“ im Landestheater Niederbayern

Theaterkritik "Oh wie schön ist Panama" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Wer kennt sie nicht Janoschs berühmte Kindergeschichte „Oh, wie schön ist Panama!“ Bär und Tiger reisen nach Panama, dem Traum ihrer Sehnsüchte, laufen im Kreis und finden das Paradies zu Hause im eigenen Häuschen. Die Tigerente im Schlepptau wurde zur Kultfigur mehrerer Kindergenerationen.
Jetzt brachte das Landestheater Niederbayern „Oh, wie schön ist Panama!“ als inszenierte Lesung auf die Bühne, vorerst als Live-Stream…

Berlin – „Circesque“, Fotografien von Christian Tagliavini in der Galerie CameraWork 

Ausstellung "Circesque" von Christian Tagliavini präsentiert www.schabel-kultur-blog.de

Inspiriert vom amerikanischen Zirkus „Sideshows“ der 1920er Jahre arrangierte Fotograf Christian Tagliavini Szenen aus dessen Programm und schuf  seine neueste, sehr komplexe Serie „Circesque“, die derzeit als Weltpremiere zum ersten Mal in der Berliner Galerie CameraWork zu sehen ist. Über 20 geheimnisvolle Porträts ziehen insbesondere im abgedunkelten Obergeschoss mit Musik untermalt in ihren Bann…

Landshut – „beyondBlack“, Kunst in schwarzer Farbe in der Galerie LAProjects

Ausstellung "beyondBlack" in der Galerie LAProjects präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Das Schwarz ist älter als das Licht. Vor dem Licht waren die Welt und die Dinge in der vollkommenen Dunkelheit. Erst mit dem Licht entstanden die Farben. 
Für Galerist Jörg W. Ludwig ist die Farbe Schwarz die „aktivste Farbe“ in der Kunst. Sie drückt ein breites Spektrum von polarisierenden Emotionen aus, steht für Trauer, das Böse und Magische, aber auch für Eleganz, Feste und Stil, für Macht, konservatives oder innovatives Denken …

Hans-Werner Sinn „Der Corona-Schock. Wie die Wirtschaft überlebt“ – Ein Buch mit Erkenntniswert

Hans-Werner Sinn "Der Corona-Schock" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Hans-Werner Sinn trifft mit seinem neuen Buch „Der Corona-Schock“ über die gigantischen Ausgaben während der Pandemie genau in die Mitte der wirtschaftlichen Wunden des europäischen Wirtschaftsverbandes. Als anerkannter Wirtschaftswissenschaftler, emeritierter Professor für Volkswirtschaft an der LMU München und langjähriger Präsident des ifo Instituts analysiert Hans-Werner Sinn seit Jahrzehnten die Entwicklung der wirtschaftlichen Verflechtungen. Er versteht die Kunst hochkomplexe Fakten auch dem Laien verständlich zu erklären, nicht zuletzt durch das für dieses Buch gewählte übersichtliche kleinteilige These-, Frage- und Antwortsystem. Doch nicht die  Corona-Krise, sondern die Kompetenzüberschreitung der  EZB ist  die eigentliche  Sprengstoffleitung, die durch Corona explodiert ist …

Berlin – Ausstellung „Revolutions of Choice“ im Haus am Waldsee

"Revolutions of Choice" Ausstellung über die Architekten Leibinger Barkow präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Schon die wunderbare Lage im einem Skulpturengarten direkt am See lohnt den Ausflug zum Haus am Waldsee in Berlin Grunewald. Die neue Ausstellung „Revolutions of Choice“ ist dem deutsch-amerikanischen Architektenteam Barkow Leibinger gewidmet.
Markenzeichen der beiden wurden in ihrer über 20-jährigen Zusammenarbeit die materialbezogene Forschungsarbeit, innovative Materialien und die Suche nach immer wieder neuen Fertigungstechniken, Raumorganisationen und -strukturen…

Berlin – „Tanz im August – Special Edition 2020 Online & Outdoor“ 

"Tanz im August" in Berlin 2020 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Den Veranstaltern des 32. Internationalen Tanzfestivals in Berlin, präsentiert von HAU Hebbel am Ufer, ist es hoch anzurechnen, dass es trotz Corona-Krise stattfindet, wenn auch nur im Mini-Format. 

Von Annemie Vanackere, der Intendantin und der Geschäftsführerin des HAU Hebbel am Ufer, Virve Sutinen, der künstlerischen Leiterin von „Tanz im August“ und Kultursenator Klaus Lederer live im HAU eröffnet, findet das Tanzfestival in gekürzter Version vom 21. bis 30. August vorwiegend über Livestreams online und vereinzelte Performances im Stadtraum  statt. Livstreams  können zwar Live-Performances in keinster Weise ersetzen, aber zumindest wird die Diskussion über zeitgenössischen Tanz fortgesetzt. Alle Onlineproduktionen können bei freiem Zugang auf der Webseite von „Tanz im August“ und auf Youtube miterlebt werden…

Passau – „Georg Philipp Wörlen Retrospektive“ im Museum Moderner Kunst Wörlein, Passau

Ausstellung "Georg Philipp Wörlein" in Passau präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

30 Jahre existiert das Museum Moderner Kunst Wörlen Passau, ein Grund zu feiern. Hanns Georg Wörlen (1915-2014) hat es initiiert und gegründet. Das Jubiläum mit einer großen Retrospektive über das künstlerische Schaffen seines Vaters (1886-1954) zu feiern, war naheliegend.
Die Werke des bayerischen Malers kommen in den kleinen und großen Räumen der beiden Etagen sehr gut zur Wirkung.
Chronologisch führt die Ausstellung durch die einzelnen Lebensabschnitte und Schaffensphasen des Malers, ohne die Schattenzeiten dieser Künstlerbiografie zu vertuschen. Informationstafeln erklären dazu die biografischen, kulturgeschichtlichen und gesellschaftspolitischen Veränderungen, so dass der Spaziergang durch die Ausstellung ein ganzes halbes Jahrhundert Kunstgeschichte erhellt und Wörleins Werk voll zur Wirkung kommt.
Georg Philipp Wörlen erlebte eine sehr bewegte, stilpluralistische Zeit, entwickelte, von der traditionellen Malerei und vom Naturalismus her kommend, seinen ganz eigenen Stil zwischen expressiver Farbdynamik, kubistischer Formbrechung und moderner Reduktion mit surrealen Stimmungswirkungen. Sein Lebensumfeld, Porträts von Frau und Sohn, auch religiöse Motive waren die Inspirationsquellen. Das Malen war selbst im Krieg seine Leidenschaft und er machte schon in jungen Jahren es als Kunstlehrer zu seinem Brotberuf…