La Reunion – Der Markt von Saint Paul 

©Michaela Schabel Ingwer, Pfeffer, Kurkuma, Zimt, Ylang-Ylang und Vanille, der Markt von Saint Paul duftet von Gewürzen. Berge von Obst und Gemüse demonstrieren den Reichtum der Insel. Nirgends besser als auf dem Markt von Saint Paul erlebt man, wie fruchtbar die Insel trotz der vulkanischen Kargheit und reliefbedingten Unwegsamkeit  ist.

Die Auswahl fällt schwer zwischen Guaven, Bananen, Ananas, Mangos, Papayas, Karambole, Litschis, Kokosnüssen, Avocados, Longanie oder diverse  Traubensorten. Besonders lecker sind die Goyaviers, die wild in den Bergwäldern wachsen, wie Kirschen aussehen, aber viel raffinierter schmecken. Etliche Verkäufer bieten verschiedene Qualitäten der Bourbon-Vanille an. Nach Vanille Bleue sucht man hier vergebens. Die ist für den einheimischen Markt, auch wenn er schon von vielen Touristen besucht wird, zu teuer und würde nur wenig Abnehmer finden. Aber die Verkäuferin erklärt lachend  „That is the best“.

Essen in La Reunion präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel

Wie touristisch der Markt bereits ist, zeigen die vielen Strohtaschen, das Souvenir schlechthin neben Holzschachteln, Holzspielzeug  und Chamäleons in allen Variationen,  nach dem Dodo, einen fluguntauglichen Vogel, das beliebteste Souvenirtier.

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Noch faszinierender  ist  die Vielfalt der Menschen. Unterschiedlichste Ethnien  mit unterschiedlichen Religionen leben hier friedlich nebeneinander. Sie wirken fröhlich und relaxt und sind oft verführerisch schön.

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Fotografien lassen sich nur wenige, die Inder grundsätzlich gar nicht. Touristen, die dies nicht respektieren, müssen, zurecht,  mit heftigen Reaktionen rechnen.

Erst im 17. Jahrhundert wurde La Reunion besiedelt, als die Franzosen einen Handelsplatz Richtung Indien aufbauen wollten und alle attraktiven Gebiete schon von Europäern kolonialisiert waren, nahmen sie mit La Reunion vorlieb.

Da es keine Bodenschätze setzte man auf die Landwirtschaft. Zuerst auf Gewürze, vor allem auf Bourbon-Vanille, dann auf Zuckerrohr.  Sklaven aus Madagaskar, Ostafrika und Indien wurden nach La Reunion verschleppt. Als 1848 die Sklaverei abgeschafft wurden waren es 60000, fast doppelt so viele wie Franzosen.

Die Nachkommen der Siedler und befreiten Sklaven, die Kreolen, bildeten eine eigene schlichte Lebensweise heraus, die heute im Osten La Reunions, noch relativ wenig vom Tourismus beeinflusst, zu erleben ist.

Wer was verkauft, zeigt die latenten Hierarchien der Insel. Kunsthandwerk, Backwaren werden öfter von hellhäutigen Menschen angeboten, landwirtschaftliche Produkte von dunkelhäutigen.

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