Münchner Staatsballett „Anna Karenina“

schabel-kultur-blog präsentiert Ballettkritik Münchner Staatsoper "Alice im Wunderland"

©Wilfried Hösl
Tonal rattert ein Zug durch die Nacht. Alle trauern um Anna Karenina. Vom Schluss her choreografiert Christian Spuck Tolstois berühmten Roman „Anna Karenina“  mit dem Münchner Staatsballett, drei Jahre nach der Uraufführung in Zürich zum ersten Mal in Deutschland. Im Wechsel von Lutoslawskis Dissonanzen und Rachmaninows Herz-Schmerz-Musik (Sound-Collagen Martin Donner) gelingt eine mitreißendes  Erzählballett mit Fokus auf drei Liebespaare, die nicht nur schön tanzen, sondern mit schauspielerischer Expression die Facetten drei sehr unterschiedlicher Liebesbeziehungen authentisch berührend vermitteln und die glatte Eleganz des klassischen Balletts mit sinnlicher Leidenschaftlichkeit, der  Dramatik moderner Ausdrucksformen, grotesker Gestik  weiten. 

Film – „Transit“ von Christian Petzold

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de Christian Petzolds Film "Transit" nach dem Roman von Anna Seghers

©zdf/Marco Krüger

Christian Petzold lässt in der Flucht vorm Faschismus die heutige Flüchtlingsproblematik aufleuchten 

Anfangs der 40er Jahre wird Marseille zum Hoffnungsort auf der Flucht vor dem Faschismus. Die DDR-SchriftstellerinAnna Seghers thematisierte 1942 in ihrem Roman „Transit“ die Einsamkeit, Unbehaustheit, Verzweiflung der Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen und macht sie an einem Erzähler und dessen menschlichen Verwicklungen fest. 
Regisseur Christian Petzold folgt Anna Seghers Figuren, verlegt das Geschehen in die Szenerie von heute und verbindet, ohne explizit davon zu sprechen, allein durch die Szenenoptik, die Flucht vom Faschismus mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik.

Kuba – Mythos Oldtimer in Havana

Natürlich bin ich in Kuba durch Havanna mit einem Oldtimer gekurvt. Das ist echtes Havana-Feeling der 60er Jahre.

Die Oldtimer-Capriolets auf der Plaza National
©Michaela Schabel

Man kann nicht widerstehen. Man muss einfach mit so einem Cabrio schon einmal durch Havana düsen und die Taxifahrer drücken heftig auf das Gaspedal, hupen wie bei einer Hochzeit, wenn ein ganzer Konvoi von Touristen unterwegs ist. Das ist für die Taxifahrer  die beste Werbung, denn die Konkurrenz ist groß. Wenn der Wind durch die Haare weht, Salsa-Musik aus einer Musikbox dröhnt, die Autoradios sind längst ausgebaut, wird 50er Jahre-Feeling spürbar.