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Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“ im Museum Barberini Potsdam  – Ausstellungsbericht – Schabel-Kultur-Blog 

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Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“ im Museum Barberini Potsdam  – Ausstellungsbericht – Schabel-Kultur-Blog 

Paul Signac – Der Hafen bei Sonnenuntergang“ – Ausstellung im Museum Barberini 1892 © Museum Barberini, Potsdam, Foto: Michaela Schabel 

Die Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“ zeigt im Museum Barberini Potsdam über rund 100 Werke die Facetten des Pointillismus. Ausstellungsbericht: Infos, Konzeption und Highlights.

Paul Signac – Mitgründer des Neoimpressionismus

Mit maximaler farblicher Leuchtkraft wollte Paul Signac Landschaften und Porträts wiedergeben. Und es gelang ihm, indem er die Farbe nicht auf der Palette mischte, sondern sie unvermischt direkt Punkt für Punkt auf die Leinwand setzte. Dadurch gelangen ihm – noch viel intensiver als den Impressionisten – faszinierende, lichtdurchtränkte, atmosphärische Bilder. Der Pointillismus, wie Paul Signac seinen neoimpressionistischen Malstil titulierte, wurde en vogue. Zusammen mit Georges Seurat gilt er als Begründer des Neoimpressionismus.

Paul Signac – Ausstellung im Museum Barberini

Die aktuelle Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac“ im Potsdamer  Museum Barberini zeichnet die Geschichte des Neoimpressionismus nach. Es ist nach dreißig Jahren die erste Ausstellung in Deutschland, die die Bedeutung Paul Signacs sowohl als Maler als auch als Theoretiker und vernetzter Künstler in den Mittelpunkt rückt. 

Was ist das Besondere am Neoimpressionismus?

Durch die präzise gesetzten, feinen Punkte nach den Farben des Prismas entwickeln die Bilder durch das Zusammenspiel von Form und Farbe eine fast musikalisch anmutende Harmonie, die bis heute einzigartig ist und von zeitgenössischen Künstler:innen wie beispielsweise von Simone Hamann als poppige Bubbles aufgegriffen wird. 

Ausstellung – Konzeption

In sechs Kapiteln erklärt die Ausstellung den Weg vom „Impressionismus zum Neoimpressionismus“. Zu Beginn zeigen großformatige „Menschenbilder und Porträts“ die gutbürgerliche Gesellschaft, allerdings von einer gewissen Ironie durchwirkt, wenn die Personen mit dem Hintergrund farblich verschmelzen und die Harmonie als oberflächlicher Schein entlarvt wird.

Als Georges Seurat, Camille Pissarro und Paul Signac von Théo van Rysselberghe, dem Mitbegründer der belgischen Künstlergruppe „Les Vingt“ (Die Zwanzig) eingeladen wurden, in Brüssel auszustellen, entstanden „Grenzüberschreitende Künstlernetzwerke“.  

Dass viele Neoimpressionisten anarchistisch dachten, zeigt sich in den gewählten Motiven zwischen „Politik und Utopie“. Maximilian Luce thematisierte in seinen Bildern die harte Arbeit des Proletariats, überaus beeindruckend am funkensprühenden Hochofen, oder die Kargheit des Lebensstils beim morgendlichen Waschen. Camille Pissarro und Henri-Edmond Cross malten ärmliche bäuerliche Szenen, aber im Einklang mit der Natur oder arkadische Szenarien als utopische Gesellschaftsentwürfe. 

Highlight der Ausstellung 

Am faszinierendsten ist das vorletzte Kapitel „Im Licht des Südens“. Wie Landschaft und Licht die Malerei beeinflussten, wird über die mediterranen Bildmotive deutlich. Die Bilder an der Côte d’Azur wirken wie paradiesische Visionen, in denen die pointillistische Farbtechnik fantastische Lichtstimmungen und Wasserspiegelungen ermöglicht.

Das letzte Kapitel befasst sich mit der „Rezeption in Deutschland“, wobei Paul Signac sowohl als Künstler als auch als Theoretiker eine wichtige Rolle spielte. Gemeinsam mit dem Sammler und Publizisten Harry Graf Kessler organisierte er 1898 die erste neoimpressionistische Ausstellung in Deutschland, woraufhin Architekt Henry van de Velde viele seiner Kunden zum Kauf von Bildern anregte.

Fazit zur neoimpressionistischen Ausstellung

Das Faszinierende an den Ausstellungen im Museum Barberini ist, dass man immer klüger und inspirierter hinausgeht, als man hineingegangen ist. Hier werden Bilder nicht nur präsentiert, sondern überaus spannend arrangiert, durch die Wechselwirkung mit anderen Werken erklärt und durch die große Bildauswahl gleichzeitig die künstlerische Vielschichtigkeit des Neoimpressionismus sichtbar. 

Am Schluss, umgeben vom „Licht im Süden“ bleibt man vor manchen Bildern gebannt stehen. „Ja, da möchte man jetzt sein.“ 

Viele Ausstellungen bleiben nachhaltig in Erinnerung: „Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“, „Einhorn.Das Fabeltier in der Kunst“, „Modigliani. Moderne Blicke“ oder „Munch. Lebenslandschaft“.

Infos zur Ausstellung

Wo:                     | im Museum Barberini, Potsdam, Humboldtstraße 5–6

Titel:                    | „Symphonie der Farben. Paul Signac und der                                        

                              Neoimpressionismus“

Genre:                 | Malerei

Dauer:                 | bis zum 11. Oktober 2026 

Öffnungszeiten:   | Mi–Mo 10–19 Uhr

Eintritt:                 | Mo, Mi–Fr 16 €, ermäßigt 10 €

                              Sa–So       18 €, ermäßigt 10 €

                              Do ab 14 Uhr freier Eintritt für alle unter 25 Jahre

FAQ

Wer ist Paul Signac?

Paul Signac  (*1863–1935) war ein französischer Maler. Er brachte sich das Malen autodidaktisch bei. Sein Vorbild war der Impressionist Claude Monet. Paul Signac malte aber nicht spontan, sondern entwickelte mit Georges Seurat nach den wissenschaftlichen Entdeckungen der Farbtheorie den Neoimpressionismus, den er selbst als Pointillismus titulierte.

Was bedeutet Neoimpressionismus?

Die Maler des Impressionismus revolutionierten die traditionelle Malerei, indem sie flüchtige Stimmungen durch helle Farben schnell, spontan und intuitiv auf die Leinwand pinselten, oft en plein air, direkt in der Natur. 

Die  Post- bzw. Neoimpressionisten gingen noch einen Schritt weiter. Um die Leuchtkraft der Bilder zu verstärken, mischten sie die Farben nicht mehr auf der Palette, sondern setzten sie Punkt für Punkt mit akribischer Genauigkeit unter Anwendung wissenschaftlicher Farb- und Lichttheorien auf die Leinwand, weshalb auch Paul Signac diese Maltechnik als Pointillismus bezeichnete.

Lohnt der Besuch der Ausstellung „Symphonie der Farben“?

Die Ausstellungen im Museum Barberini lohnen sich für Menschen, die Freude an atmosphärischen Landschaftsbildern und Porträts haben, die Leuchtkraft des Neoimpressionismus zu schätzen wissen oder kennenlernen wollen. 

In den Ausstellungen werden Bilder nicht nur gezeigt, sondern die unterschiedlichen Facetten innerhalb einer Stilepoche anhand von verschiedenen Künstler:innen erklärt. Jede Ausstellung ist in diesem Haus eine geistige Erweiterung.

Wo ist die Ausstellung zu sehen?

Im Museum Barberini, Humboldtstraße 5–6, 14467 Potsdam

Wie lange kann man die Ausstellung sehen?

Bis zum 11. Oktober  2026, von Mi–Mo von 10–19 Uhr