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„Ausstellung in der Galerie Schmalfuss Berlin: Susanne Ackermann & Klaus Hack (2026)

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„Ausstellung in der Galerie Schmalfuss Berlin: Susanne Ackermann & Klaus Hack (2026)

„Polis“ von Klaus Hack, Malerei von Susanne Ackermann  © Michaela Schabel

Galerie Schmalfuss Berlin zeigt „In the Flow“: Susanne Ackermann und Klaus Hack mit farbintensiver Malerei und expressiven Holzskulpturen bis Mai 2026.

Warum „In the Flow“?  Malerin Susanne Ackermann und Bildhauer Klaus Hack arbeiten wie im Flow und ihre Arbeiten wirken wie ein Flow. Die farbintensiven, großformatigen Bilder von Susanne Ackermann ziehen genauso in ihren Bann wie die bizarren, weiß gefassten Holzskulpturen von Klaus Hack. 

Susanne Ackermann: Arbeitsweise

Es ist die Arbeitsweise, die Susanne Ackermanns Bilder so attraktiv macht. Sie verwendet extrem verdünnte Acrylfarben, die durch den geringen Binderanteil sehr transparent erscheinen. Im Vorfeld des Arbeitsprozesses entscheidet sie ganz bewusst über die Bildgröße und die entsprechende Pinselgröße und -breite und damit über die große Dynamik ihrer linear geschwungenen Farbflächen. Dabei hält sie den Pinsel immer ganz gerade. Mit der Breitseite führt sie ihn über die Leinwand zunächst horizontal von Rand zu Rand. Nachdem die Farben getrocknet sind, wiederholt sie diesen Arbeitsschritt, wobei sie das Bild jeweils um 90 Grad dreht. Manchmal ergeben sich bis zu 30 Schichten, wobei die Farbbahnen nicht dichter, sondern transparent bleiben und eine ungewöhnliche Tiefe entwickeln. Jeder Pinselstrich muss exakt sein. Ausbesserungen sind nicht möglich. 

Susanne Ackermann: energetische Malerei

Dass die großformatigen Bilder eine derart energetische Wohlfühlatmosphäre ausstrahlen, liegt auch an der Farbauswahl und der gekonnten Hängung und Beleuchtung in der Galerie Schmalfuss. Um die Farben nicht zu überdecken, verwendet Susanne Ackermann vorwiegend Gelb-, Rot- und Orangetöne.

Susanne Ackermann: Konzeption

In einer anderen Serie lässt Susanne Ackermann gerade, immer schmaler werdende Farblinien, die sich zuweilen gabeln, vom Rand aus in das Bild zielen, wodurch gitterförmige Strukturen entstehen und sich gleichzeitig kosmische Tiefenperspektiven eröffnen, in denen weiße Linien wie Sterne aufleuchten. 

In ihren Zeichnungen reduziert Susanne Ackermann zum einen auf die Dynamik bunter Linien oder verdichtet sie mit Graphit zu düsteren Wolkenbergen.

Die Konzeption dahinter ist bei allen Exponaten die Weiterentwicklung linearer Möglichkeiten in Anlehnung an die konkrete Malerei. Aus Linien werden Flächen, aus Flächen Räume.

Susanne Ackermann: Biografie

Susanne Ackermann wurde 1962 in Oldenburg geboren. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und erhielt danach zwei Arbeits- und ein Graduiertenstipendium. Von 2003 – 2006 lehrte sie an der Fachhochschule Pforzheim, 2007- 2009 übernahm sie eine Vertretungsprofessur an der Fachhochschule Mainz. 2011 erhielt sie den Hanna-Nagel-Preis.

Klaus Hack: Holzbildhauer 

Den Gegenpol in der aktuellen Ausstellung der Galerie Schmalfus bilden die Skulpturen von Klaus Hack. Seine Arbeiten fallen durch die bizarren Formen und die filigrane Ausarbeitung der Details auf. Die Schwere des Holzes mindert er durch eine weiße Lasierung des Materials, die den Skulpturen zugleich eine archaische Aura verleiht und Klaus Hacks Holzarbeiten deutlich von anderen abhebt. Thematisch interessiert Klaus Hack in erster Linie die Auseinandersetzung mit der Architektur und der menschlichen Figur, die er in Zyklen präsentiert. 

Klaus Hack: Die „Polis“ als zentrales Motiv

In der Serie „Polis“ reduziert Klaus Hack Urbanität auf Turmstrukturen. Futuristisch, schlank, einzeln bis sechsfach gebündelt, winden sie sich nach oben. Mit kleinteiligen, wabenförmig durchlöcherten oder ausgehöhlten Strukturen übersät wirken sie zuweilen wie organische Lebewesen. Unwillkürlich denkt man an die babylonische Sprachverwirrung, aber auch an die extremen Hochbauten in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie sie in ferner Zukunft im Rückblick auf die Gegenwart erodiert aussehen könnten. Das Bindeglied dieser beiden Zeitperspektiven sind das Machtdenken und der Größenwahn der Menschen. 

Der Mensch en miniature

Dazu zeigt Klaus Hack in der Galerie Schmalfuss eine Auswahl seiner kleinen, meist stehenden oder sitzenden menschlichen Figuren. Sie wirken trotz der kantigen, globigen Formen, der fast surreal großen Köpfe ohne Gesicht, zart, teilweise schutzbedürftig wie „Die Drei Grazien“ oder poetisch wie „Die kleine Tänzerin“. Eingebungen in ein Säulen-Triptychon oszilliert der „Reifrockalter“ zwischen weiblicher Hommage und ironisierter Eitelkeit.  Ein „Hochsitz“ mit Blick auf einen „Elch“ provoziert zur Reflexion über das Verhältnis des Menschen zur Natur. 

Klaus Hack: Biografie

Der Holzbildhauer Klaus Hack, 1966 in Bayreuth geboren, studierte an den Kunstakademien Nürnberg und Berlin und entwickelte schnell eine ganz eigene, unverwechselbare Handschrift. Er arbeitet mit den unterschiedlichsten Holzarten, Eiche, Pappel, Rotbuche, Fichte oder Ahorn.

Seine Werke befinden sich in vielen renommierten Sammlungen und Museen wie in der Kunsthalle Mannheim, der Bayerischen Staatsgemäldesammlung in München oder im Museum Kunstpalast in Düsseldorf. 

Ein Besuch in der Galerie Schmalfuss Berlin lohnt

Der Besucher hat die Gelegenheit, die Arbeiten zweier hochkarätiger Künstler:innen zu sehen. Klaus Hacks archaische weiße Holzskulpturen und die farbleuchtenden Bilder und Zeichnungen Susanne Ackermanns werden in ihrer Unterschiedlichkeit über die reine Optik hinaus zum fühlbaren Kunsterlebnis, zum Flow. 

Die Ausstellung in der Galerie Schmalfuss Berlin ist noch bis zum 23. Mai 2026 zu sehen. Ein Besuch lohnt sich besonders für Liebhaber zeitgenössischer Malerei und Skulptur.     

Wer ist Susanne Ackermann?

Susanne Ackermann kommt von der konkreten Malerei. Sie lotet das Potenzial der Linien aus, verwandelt Linien in Flächen und Räume. Durch die strahlenden Farben vermitteln ihre Bilder eine inspirierende Wohlfühlatmosphäre.

Woran erkennt man die Holzskulpturen von Klaus Hack?

An der weißen Fassung der Holzskulpturen, den schlanken, leicht geschwungenen, detailliert durchlöcherten Türmen und an den globigen menschlichen Figuren erkennt man Klaus Hacks Werke.