München – Schostakowitschs Oper „Die Nase“ setzt ein innovatives Zeichen zu Saisonbeginn unter der neuen Intendanz 

Opernkritik Schostakowitsch "Die Nase" in der Staatsoper München präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Schräg ist die Bühne, schräg die Oper. Mit 21 Jahren komponierte Schostakowitsch seine erste Oper „Die Nase“, als er noch als Stummfilmbegleiter am Klavier seine musikalischen Experimente inklusive Schlagzeug ausprobierte und in Sekundenschnelle Stimmungen zu erzeugen lernte. Grotesk und vielschichtig wie die literarische Vorlage, Nikolai Wassiljewitsch Gogols gleichnamige Erzählung, ist die Musik. Fast ohne Arien, nur in Sprechgesängen in 16 Szenen setzt das Orchester spannungsreiche Akzente zwischen kriegerischen Tonfetzen und subtilen Melodiesplittern. Mussorgski, Alban Berg, Elemente der Sakralmusik flossen ein. Deutlich hört man schon Schostakowitschs spätere wuchtige Instrumentierung und seine kämpferischen Klangmuster. Die Münchner Inszenierung wird zu einem hochpolitischen Opern-Erlebnis…