Schweiz – Gstaad – Luxus hinter dunklen Bauernhäusern

"Gstaad" in der Schweiz präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel

Das Besondere nicht nur in Gstaad, sondern in der ganzen Region ist die traditionelle Architektur. Dieser Chalet-Stil ist im Saanenland gesetzlich Vorschrift, um die Gesamtoptik von Landschaft und Natur zu erhalten.  Schon bei der Anfahrt erstaunen die extrem großen, dunkelbraunen Bauernhäuser, von denen viele im ganzen Berner Oberland längst in Hotels umfunktioniert wurden. Dach an Dach stehen sie ganz dicht, wie um sich gegenseitig vor Schnee und Regen zu schützen und möglichst wenig Fläche zu verbauen. Eine ungewöhnliche Ruhe geht von diesen Häusern aus. Sie wirken wie aus der Zeit gefallen, großzügig entlang der Balkone mit Blumen geschmückt, aufgeputzt wie für eine Hochzeit.

"Gstaad" in der Schweiz präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel

Was am Tag dunkel, geheimnisvoll wirkt, gewinnt nachts durch angenehme Beleuchtung sehr viel Gemütlichkeit und entwickelt ohne architektonische Neubausünden einen faszinierenden Charme.

Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Dass man nur mit 80 Stundenkilometern fahren darf, ist überhaupt kein Problem, weil die kurvige, enge Staatsstraße ohnehin kein größeres Tempo zulässt. Man gibt sich und den anderen Zeit und der Blick in die Landschaft lädt zum Genießen und Sporteln in jeder Jahreszeit ein.

Mit dem Menuhin Festival und der Conducting, Strings und Singer Academy wird Gstaad jeden Sommer zum kulturellen Mittelpunkt der Region. Die Besucher kommen vorwiegend aus der Deutsch und Französisch sprechenden Schweiz und genießen entweder im Festival-Zelt oder in den kleinen Dorfkirchen wie in Saanen oder Lauenen hochkarätige Konzerte in sehr persönlicher Atmosphäre.

Andras Schiff beim Menuhin Festival in Gstaad präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

András Schiff ©Michaela Schabel

Gstaad muss man sich allerdings schon leisten können. Eine Kugel Eis kostet inzwischen 3,50 Schweizer Franken und bei 5-Sterne-Hotels wie dem Gstaad Palace, einem der teuersten Hotels der Welt, beginnt eine Nacht bei 500 Schweizer Franken, in der Penthouse-Suite ist man dann schon im 5-stelligen Bereich. Aber es gibt auch  sehr schöne günstigere Hotels, wie etwa das „Spitzhorn“, den urigen Bauernhof und luxuriöse Jugendherbergen, die für jeden Normalverdiener bezahlbar sind. Eine Reise in das Saanenland ist auf jeden Fall in vielerlei Hinsicht ein besonderes Erlebnis.