Europa – das „Silk Road Symphony Orchestra“ entwickelt eine „European Silk Road App“ 

"European Silk Road App" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Silk Road Symphony Orchestra©Peter Adamik

Der österreichische Dirigent Jan Moritz Onken blickt voller Euphorismus auf das Projekt der „Europäischen Seidenstraße. 2015 wurde er von BMW zu einem Global Think Tank über weltweite Handelsstrukturen in Tansania eingeladen. „Wir wollen die Stimme eines Künstlers hören“, so Michael Schaefer, damaliger Vorstandsvorsitzender der BMW-Stiftung. Zu sehr dominierte bereits die „chinesische Posaune“ im Weltengefüge. 

Dieser Round Table wurde zu einem Meilenstein in Jan Moritz Onkens Leben. Es entstand die Vision die von China vereinnahmte „Seidenstraße“, an sich ein landesneutraler Begriff, den Ferdinand von Richthofen (1833-1905), Professor für Geografie an Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn geprägt hatte, zu demokratisieren.

Jan Moritz Onken lebte jahrelang in St. Petersburg. Er kennt das patriarchalische System Russlands und anderer asiatischer Länder. Er konnte genau beobachten, wie Kultur politisch instrumentalisiert wurde, ohne selbst Teil davon zu sein. Umso wichtiger wurde ihm der moralische Anspruch, „genau zu schauen, für welche Werte man Verantwortung übernehmen möchte.“ 

Jan Moritz Onken, Dirigent und Künstlerischer Leiter©Bernd Brundert

Schon ein Jahr später konnte Jan Moritz Onken in Kooperation mit Daniel Gerlach, Rafael Ziegler und Christina d’Alessandro mittels der von ihm ins Leben gerufenen Callias Foundation das „Silk Road Symphony Orchestra“ gründen. Es war kein leichter Prozess, aber ein sehr wichtiger. Inzwischen sind es je nach Programm und Raumsituation 9 bis 82 MusikerInnen, die dreimal pro Jahr die „Berliner Dialogkonzerte“ veranstalten.“Wir sind ein im Ngorongoro Krater in Tansania gegründetes Künstlerkollektiv.“ Der Respekt vor der zunehmenden Vielfalt der Menschen ermöglicht immer mehr Inspirationsquellen.

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Label ©The Silk Road Symphony Orchestra

Hauptziel ist es eine neue Vision von der „Europäischen Seidenstraße“ frei vom chinesischen Imperialismus zu entwickeln. Dazu gehören auch ökonomische Visionen eines Europas auf der Basis grüner Technologien, Einkommensparitäten und die strenge Beachtung derer Urheberrechte. Es gibt bereits 35 Projektionspartner in Europa, neben MusikerInnen und Chören auch Techniker, Mathematiker, ein Dissident aus China. „Es ist beeindruckend, welche Beiträge hier eintreffen“ so Jan Moritz Onken. Was man realisiert, wird nach den festgelegten 14 Grundwerten des „Goldstandards“ des „European Silk Road Cultural Fund“ (ESRCF) geprüft und ausgewählt. Diese Werteliste reicht von der „Ehrlichkeit“ eines Werkes bis zur „autonomen Unabhängigkeit“ des Kunstschaffenden.

Um den Empfangsradar zu erweitern, wurde die künstlerische Leitung kollektiviert. Durch Splitten des Honorarbeitrags konnten durch kleine Aufwandsentschädigungen viele neue Kontakte auch aus der musikalischen, bislang noch unbekannten Avantgarde geknüpft werden. Dadurch wird die „Europäische Seidenstraße“ aus ganz unterschiedlichen Perspektiven sehr kritisch und ohne Restriktionen reflektiert. Aus der Vielfalt der Beiträge wird die Kraft Europas spürbar. „Wir müssen nicht einen Hitler II aus dem Keller holen“. Durch die App wird Musik von höchster Qualität gewürdigt und populär und der Dialog von KünstlerInnen und ZuhörerInnen intensiviert. 

Über die „Silk Road Symphony Orchestra App“ bleiben die Konzerte nicht auf den Konzertsaal beschränkt, sondern sind weltweit zu hören. „Je mehr Menschen Ihre persönliche Wahrnehmung von Seide, kostbarer Qualität in der Musik teilen, desto mehr Inspiration schaffen wir gemeinsam.“

Das sind hehre Gedanken, die der Unterstützung bedürfen. Und sie werden bereits genau verfolgt. Ein Kaufangebot der App durch chinesische Investoren mit 51-prozentiger Beteiligung wurde abgelehnt. Das gibt doch sehr zu denken.