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„Viva la vida – So klingt das Leben“ – Kritik 

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„Viva la vida – So klingt das Leben“ – Kritik 

„Viva la vida – So klingt das Leben“ © Alamode Film

„Viva la vida – So klingt das Leben“  –  Daniel Sánchez Arévalo – Film über ein spanisches Rondalla-Festival an der galizischen Küste

Wen interessiert das? Die Kritik zeigt, was eine Rondalla ist, und welchen Halt kommunale Feste geben können. Daniel Sánchez Arévalos neuer Film „Viva la vida – So klingt das Leben“ ist ein Festival- und Seelenporträt. Über die Musik gelingt es den Menschen die Trauer zu überwinden und wieder Lebensfreude aufzubauen. 

In Deutschland gibt es Volksfeste und Trachtenvereine In Spanien entwickelten sich aus Musikvereinen in kleinen Orten die Rondallas, große Musikfesivals, bei denen durch die vielen Perkussionsinstrumente alle mitmachen können. Rondallas sind durch Musik, Fahnenschwinger, Choreografien und Kostüme das Wahrzeichen der Dorfgemeinschaft. Daniel Sánchez Arévalo entdeckt darüber hinaus in seinem neuen Film „Rondallas“ die Bedeutung dieser Gemeinschaft für den einzelnen Menschen, was im deutschen Titel „Viva la vida – So klingt das Leben“ besser zum Ausdruck kommt als im spanischen Original. 

„Viva la vida – So klingt das Leben“: Handlung und Inhalt

Nach zwei Jahren der Trauer beschließt ein Dorf, das kommunale „Rondalla“-Musikensemble wieder zu beleben und am jährlichen Musikwettbewerb teilzunehmen. Die Proben stärken das Gemeinschaftsgefühl, das durch ein Bootsunglück empfindlich gestört worden ist, weil die Ursache nicht geklärt werden konnte. Neun Menschen ertranken, darunter wichtige Akteure beim jährlichen Rondalla-Festival. Auch der Dirigent ertrank. Durch die Proben für das regionale Festival wird die Lethargie der Trauer Schritt für Schritt durchbrochen. Die Begeisterung und der Elan einiger stecken schließlich die ganze Gemeinde an. Menschliche Spannungen verlieren sich durch die neu belebte Gemeinschaft. Neue Talente entwickeln sich durch zähe Ausdauer.

„Viva la vida –So klingt das Leben“: Charaktere als Leitmotive

Gleichzeitig kristallisiert Regisseur Daniel Sánchez Arévalo sehr feinfühlig persönliche Schicksale als Leitmotive heraus. Menschen ganz unterschiedlicher Generationen finden durch die Proben wieder zu sich selbst. Javier Gutiérrez als bester Freund des verstorbenen Dirigenten, und María Vázquez als dessen Witwe sind die Hauptakteure des Films. Durch ihre Entschlossenheit, ihren Mut und ihr authentisches Spiel verleihen sie dem Ritual des Rondalla-Festivals eine unerwartete menschliche Tiefe. Andrea, die 18-jährige Tochter, übernimmt die Leitung des Festivals und setzt durch die Kombination von traditioneller und moderner Musik ganz neue Akzente. Ihre kleine Schwester wird als Fahnenschwingerin zum Symbol generationenübergreifender Gemeinschaft. 

Damit der Film nicht zu glatt wird, baut Regisseur Daniel Sánchez Arévalo ganz bewusst immer wieder unerwartet auftauchende Probleme ein, die er mit subtilem Humor und über zwischenmenschliche Beziehungen löst, sodass trotz des Fokus auf die Musik und auf das Rondalla-Festival die menschliche Seite im Mittelpunkt steht. 

Musik und Optik:

Ganz anders als in Andalusien klingt die galizische Küste mit Dudelsack, Flöten, Trommeln und Perkussionsinstrumenten eher schottisch. Temperamentvoll und überaus atmosphärisch fängt die Kamera kleine, aber vor allem auch die gigantischen Gesamtproben auf öffentlichen Verkehrsflächen oder bei galizischem Dauerregen in Hallen ein. Aus der Vogelperspektive wird die dynamische Wucht der Choreografien erlebbar, Sinnbild für den starken Zusammenhalt der Bevölkerung, im Zoom im auratischen Gegenlicht auf einzelne Akteur:innen die Lebensfreude und die aufrechte Haltung. Diese berauschende, mitreißende Stimmung des „Rondalla-Festivals“ leuchtet im realistisch erzählt im Film immer wieder in den Erinnerungen auf und gibt dem Film am Beginn und Ende eine spirituelle Aura.

Fazit: Lohnt sich der Besuch des Films?

Auf jeden Fall, aber nur unter bestimmten Prämissen: Wenn man eine neue Facette Spaniens kennenlernen will, man Dudelsackmusik mag und ruhige, harmonische Filme liebt, in denen Trauer, die Kraft der Gemeinschaft und der Musik, aber auch die Zivilcourage des Einzelnen im Mittelpunkt stehen. „Viva la vida – So klingt das Leben“ ist ab nächsten Donnerstag, 16. Juli 2026 in deutschen Kinos zu sehen.

Infos zum Film: Daten und Fakten

Künstlerisches Team: Drehbuch & Regie:Daniel Sánchez Arévalo
BesetzungFreund des DirigentenJavier Gutiérrez

Witwe des ertrunkenen DirigentenMaría Vázquez

AndreaJudith Fernández
Produktionsland/JahrSpanien2025
Dauer 112 MinFernando Fraga
Kinostart in Deutschland16.07.2026
Bewertung⭐⭐⭐☆☆