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„What If Berlin“ – 27 vergessene Zukunftsvisionen entlang der Ringbahn

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„What If Berlin“ – 27 vergessene Zukunftsvisionen entlang der Ringbahn

Berliner Festspiele – 75-jähriges Jubiläum – Berliner Ringbahn als Bühne vergessener Visionen

„What If Berlin“, Kulturprojekt entlang der Ringbahn © Michaela Schabel

Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Berliner Festspiele entdeckt Akira Takayama entlang der Berliner Ringbahn an 27 Stationen vergessenen Visionen und entwickelt daraus Denkimpulse „What If Berlin“

Wie bindet man in ein derart bedeutsames Kulturereignis wie dem 75-jährigen Jubiläum der Berliner Festspiele die Peripherie ein, wie transportiert man Kultur vom Westen in den Osten? 

Akira Takayama

Diese Überlegungen inspirierten den japanischen Künstler Akira Takayama dazu, entlang der Ringbahn an 27 verschiedenen Orten ehemalige architektonische und künstlerische Konzeptionen zu entdecken, die niemals realisiert wurden, aber sich als Ideengeber für die Gegenwart eignen. „Was wäre, wenn Berlin die Träume seiner Bürger:innen in den Himmel projizierte?“ 

What If Berlin – Vergessene und neue Visionen

Vom 28. August bis zum 20. September lädt der Akira Takayama an vier Wochenenden zu sechs geführten Touren auf der Berliner Ringbahn ein. Dabei verwandeln sich die 27 S-Bahn-Stationen an markanten oder auch etwas versteckten Stellen in Orte,  an denen Vergangenheit und Zukunft fusionieren, erkennbar an den Jubiläumsfarben, hellgrünen Hintergrundflächen mit lila Schriftzügen, Zeichnungen und Symbolen. Es sind Visualisierungen von Akira Takayama, die auf die Visionen anderer Künstler verweisen. 

Zur Auswahl stehen sechs geführte Touren mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. 

  • Dürfen Kommunisten träumen?
  • Was baut man auf Ruinen?
  • Erträumte Apparate der Stadt
  • Kann Kultur die Stadt verändern?
  • Peripherie als Zentrum
  • Zur Ringstadt

Station Westhafen

Ein überzeugendes Beispiel ist das Projekt „Eurasia“ in der Station Westhafen. Der umkreiste Schriftzug Eurasia, kombiniert mit Kaninchen und mehreren Erste-Hilfe-Kreuzen, erinnert an Beuys’ Vision vom Menschen, der die Gesellschaft verändert, nicht nur durch den Verstand, sondern auch durch seine Intuition und Kreativität. Jeder Mensch ist ein Künstler und kann die Welt verändern, woraus sich die Frage ergibt, welchen Stellenwert Eurasia im heutigen Berlin hat. Welche Erfahrungen und Einstellungsänderungen würden sich auf einer Schifffahrt von Berlin zum Schwarzen Meer ergeben, bei der immer neue Gäste zum Gedankenaustausch einsteigen. Um mit Karl Valentin zu sprechen: „Wer am Ende ist, kann von Neuem beginnen.

Station Westend – „Walk in Paradise“

Interessant ist „Walk in Paradise“. Für Kaninchen war der Grenzstreifen an der Berliner Mauer das Paradies, ein regelrechtes Schutzgebiet, zumindest bevor man begann, den Boden zu vergiften. Dieser Sachverhalt inspirierte den Künstler Andreas Gedin dazu, nach Wegen in Paradies zu suchen. Entlang der Mauer macht das heute keinen Sinn mehr. Sie ist weg, aber es gibt andere Grenzen in Berlin zu entdecken, beispielsweise indem man der Ringbahn entlang Berlin umwandert.

Lohnt es sich, an eine Führung teilzunehmen?

Bereits an diesen zwei Beispielen wird deutlich, wie kreativ mit vergessenen Visionen umgegangen wird. Was zunächst banal, wie irgendein harmloses Graffiti erscheint, erhellt sich durch die Führung als originelle Assoziationskette, zumindest wenn man neugierig auf ungewöhnliche Denkimpulse ist. Allerdings überzeugt nicht jede Idee. Brechts „Theaterchen“ entwickelt keine visionäre Kraft. Doch bei 27 Stationen müsste jeder Besucher irgendwo fündig werden. „What If Berlin“ ist insgesamt betrachtet ein interessantes Projekt. 

Wegführung und Tickets

Die Touren beginnen jeweils an einem der folgenden drei Ringbahnhöfe: S-Bahnhof Gesundbrunnen, S-Bahnhof Sonnenallee oder S-Bahnhof Hohenzollerndamm. Von dort begleiten die Stadtführer:innen das Publikum in den Ringbahnen S41 und S42. Die Touren enden an einem anderen Ringbahnhof als dem Startpunkt. Stadtführer:innen aus 12 Ländern stellen die Projekte vor.

Die Tickets sind über „What If Berlin“ der Berliner Festspiele online zu bestellen. 

Infos zu den Touren

Programm | What If Berlin

Dauer:       | 2 Std.   

Beginn:      | 18:00, 19:00, 20:00, 21:00

Tickets:      | 12 €, ermäßigt 10 €

FAQ

Was ist „What If Berlin“?

„What If Berlin“ ist ein visionäres Kulturprojekt entlang der Ringbahn S41 und S42 anlässlich des 75. Jubiläums der Berliner Festspiele. 

Wann findet „What If Berlin“ statt?

Man kann vom 28. August bis 20. September 2026 Touren buchen.

Wo starten die Touren?

Am S-Bahnhof Gesundbrunnen, S-Bahnhof Sonnenallee oder S-Bahnhof Hohenzollerndamm.

Wie lange dauert eine Führung?

Eine Tour dauert in etwa 2 Stunden.

Was kostet ein Ticket?

Das Ticket kostet 12 €, ermäßigt 10 €.

Wer ist Akira Takayama?

Akira Takayama ist ein japanischer Künstler. Er lotet mit seiner Gruppe Port B die Möglichkeiten und Grenzen des gegenwärtigen Theaters aus, die er oft, auch bei dem Projekt „What If Berlin“,  als Rundgang konzipiert.