Landshut – Michael Sailsdorfer präsentiert „Cést la vie.Sellerie“ in der Galerie Jahn

Michael Sailsdorfer in der Galerie Jahn präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de
„Brains“ präsentiert von Galerist Jahn ©Michaela Schabel
Inspiriert von dem berühmten Satz René Descartes „Ich denke, also bin ich“ stellt Sailsdorfer in der Galerie Jahn das Denken in den Mittelpunkt. Drei Bronzegüsse zeigen die verschlungenen Gehirnstrukturen als mächtige Taue, ganz in schwarz patiniert lassen sie entsprechende Untergangsszenarien negativen Denkens assoziieren. Im Galeriegarten wirkt das Pendant in Bronze  als positiver Gegenpol. Gemalt, in großflächige 2-Dimensionalität gebannt weiten sich „Brains 1/2“  vor dunklem Hintergrund durch Farbtupfer und Salzkristalle in kosmische Unendlichkeit. 
Gewalt durch Waffen entschärft Sailsdorfer skurril, indem er den Weg der tödlichen Kugel in Mehrfachkreisen wie einen Bumerang auf den Schützen zurücksteuert. 
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©Michaela Schabel
Zwei ineinander geschachtelte Autotanks, „Tank 1/2“, befüllt er statt mit Benzin mit einem Soundteppich aus Atemgeräuschen und verwandelt sie so in eine tiefgründige Lungenmetapher mit abwechselndem Ein- und Ausatmen der Tankkammern als Symbol für Aktion und Reaktion. Dazu passen bestens Arbeiten aus der Serie „Tears“. Flüssigkeiten in großen Hohlgläsern künden von vielen Tränen.
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©Michaela Schabel
Die Farben der Gläser oder der Tränen mit Lippenstift auf eine hautartige Membran bzw. auf Bleiplatten gemalt lassen die Gründe ahnen. 
Ein riesiges Ohr aus Salzstein an der Wand bedeutet weit mehr als nur Mahnung möglichen Abgehört- und Überwachtwerdens. „Ears“ bezieht sich auf ein Projekt im Berliner Zoo, durch ein Bild in der Ausstellung präsent, auf dem Rehkitze das für sie lebensnotwendige Salz vom Ohr ablecken, das an einem Baum hängt.
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©Michaela Schabel
So wird das Ohr aus Salzstein zum trefflichen Symbol für die Vergänglichkeit des Menschseins und seine letztendliche Auflösung in der Natur. In diese Richtung zielt auch Sailsdorfers frühes skulpturales Selbstbildnis, collagiert aus losen Steinen auf einer Holzstele, von der die Farbe abblättert. Verletzbar und vergänglich ist der Mensch trotz seiner ungeheuren Denkkapazitäten. C’est la vie! Es ginge auch anders, wie Sailsdorfers Lichtinstallation „Kreuzknoten RG“ andeutet. Grüner und roter Neonstrang sind die Polaritäten des Lebens als Knoten vereint. 
Ausstellung-Sailsdorfer
©Michaela Schabel
Die Ausstellung ist bis 31.Juli in der Galerie Jahn in der Pulverstraße 5, Do-Fr von 14-17 Uhr  zu sehen.