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Neue Klassik-CD 2026: L’Adoration de la Terre – Stravinsky, Debussy, Bartók – Kritik zum Debütalbum von Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze

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Neue Klassik-CD 2026: L’Adoration de la Terre – Stravinsky, Debussy, Bartók – Kritik zum Debütalbum von Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze

Klavierduo Nadezda Pisareva, Georg Tchaidze © GENUIN classics 2026

CD-Kritik zu „L’Adoration de la Terre“ von Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze mit Werken von Stravinsky, Debussy und Bartók bei GENUIN classics.

Mit „L’Adoration de la Terre“ veröffentlicht das Klavierduo Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze sein Debütalbum bei GENUIN classics. Die neue Klassik-CD 2026 vereint Igor Stravinskys „Le Sacre du Printemps“, Claude Debussys „Six Épigraphes antiques“ und Béla Bartóks „Két kép“ in außergewöhnlichen Interpretationen für Klavierduo.

Das Klavierduo Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze

So wie Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze von Stravinskys „Le Sacre du Printemps“ fasziniert waren, als sie vor 15 Jahren zum ersten Mal die vierhändige Fassung hörten, so begeistert ist man als Hörer von ihrer Debüt-CD „L’Adoration de la Terre“.

Mit dem Entschluss, als Klavierduo ein Debütalbum herauszugeben, hatten Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze endlich die Möglichkeit, sich mit Stravinskys Werk „Le Sacre du Printemps“ intensiv auseinanderzusetzen.

„L’Adoration de la Terre“ – die Werke auf der CD

Über den Titel ihres Debütalbums als Klavierduo mussten sie nicht lange nachdenken. Das Motto „L’Adoration de la Terre – die Anbetung der Erde“, mit dem Igor Stravinsky „Le Sacre du Printemps“ umschrieb, gab Raum, zwei weitere Meisterwerke, Claude Debussys „Six Épigraphes antiques“ und Béla Bartóks „Két kép“, in ihrer gegenseitigen Inspiration zu präsentieren.

Stravinsky: „Le Sacre du Printemps“ für Klavierduo

Stravinskys avantgardistische Ballettkomposition „Le Sacre du Printemps“ sorgte bei der Premiere in Paris 1913 nicht zuletzt wegen Nijinskis choreografischer Umsetzung für einen Skandal. Nichtsdestoweniger wurde die Partitur pur – ohne Ballett – ein legendäres Meisterwerk der „neuen Musik“ auf dem Weg vom Impressionismus zum Expressionismus.

Stravinskys Version für zwei Klaviere

Ganz neue Facetten eröffnet Stravinskys quatre-mains-Fassung. Klangfarben, Instrumentation und orchestrale Wucht stehen im Vordergrund.

Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze brillieren mit außerordentlicher Transparenz, schlanker Klangästhetik, scharfen Konturen, rasanter Rhythmik und irrsinniger Virtuosität.

Innig, verheißungsvoll, spannend vom ersten Klang an entfaltet sich jeder Ton wie eine Blume, erzählt Musik vom Wachsen und den impressionistisch schillernden Momenten in der Natur. Mit unwahrscheinlicher Präzision, filigransten Flirren, wuchtigen Akkorden, rasanten Rhythmen baut sich in räumlicher Multiperspektivität plastisch frühlingshafte Geschäftigkeit von Flora und Fauna auf, dazwischen beruhigen verweilende Passagen in meditativer Bewunderung der Schöpfung. Glasklar artikuliert, atemberaubend schnell, in wunderschönen Klangfarben und feinfühligen Kontrasten erlebt man das Wunder der Natur. Einfach großartig!

 Claude Debussy: „Six Épigraphes antiques“

Dazu passen vorzüglich Debussys entschleunigte, spirituelle „Six Épigraphes antiques“. Sehr ruhig, empathisch spüren Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze Debussys Anrufungen mythischer Geheimnisse nach. Schon in „Pour invoquer Pan, dieu du vent d’été“ wird die wunderbare Ausdruckskraft der Interpretation deutlich, in der das Klavierduo das pastoral fließende Tempo mit klanglicher Anmut kombiniert. 

Jeder Ton wird zu einer Offenbarung, umraunt von tiefer Grabesstimmung und umflort von hellen Melodien des Lebens, die sich ganz vorsichtig aufeinander zubewegen oder sich entfernen. Wunderschön rhythmisiert entfaltet sich „La nuit soit propice“, eine Nacht, in der alles möglich ist. Immer tänzerischer werden die „Épigraphes antiques“ und verwandeln sich final in ein unwahrscheinlich zartes, impressionistisches Flirren. 

Béla Bartók: „Két kép“ 

Den impressionistischen Einfluss von Debussy kombiniert Béla Bartók mit der Volksmusik seiner ungarischen Heimat und entwickelt dabei eine ganz eigene Tonsprache mit einem ganz speziellen kompositorischen Gerüst. In Zoltán Kocsis’ Transkription für zwei Klaviere aus dem Jahr 1978 verschiebt sich der Fokus vom orchestralen Atmosphärischen auf die kompositorische Architektur, die Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze überaus präzise über Harmonik, Stimmführung, Motivik und Rhythmus herausarbeiten.

Im ersten Bild „Virágzás“ („In voller Blüte“) entwickeln beide Musiker:innen aus einer einfachen Melodie frühlingshaftes Erwachen, was bestens zum Motto der CD passt, sich aber im zweiten Bild zum „A falu tánca“ (Dorftanz) weitet, womit „L’Adoration de la Terre“ neben mystischer Vergangenheit, musikalischer Zukunft auch die Gegenwart jener Musikepoche miteinbezieht. Im Sinne von Zoltáns „Két kép“-Transkription wirken die Akzente, Ostinati und Beschleunigungen zwar weniger atmosphärisch, weniger geheimnisvoll, dafür viel klarer und energetischer, sodass die kompositorische Kraft des Werks zum Ausdruck kommt.

„L’Adoration de la Terre“ – Fazit

„Mit „L’Adoration de la Terre“ ist Nadezda Pisareva und Georg Tchaidze sowohl programmatisch als auch künstlerisch ein beeindruckendes Debütalbum gelungen“. Die neue Klassik-CD lässt den Puls impressionistischer Musik zwischen subtiler Differenzierung und mitreißender Energetik lebendig werden. Man bekommt Lust, „L’Adoration de la Terre“ live zu hören und man wird neugierig auf weitere Interpretationen dieses vielversprechenden Klavierduos.

Infos zur CD-Produktion

Label:                        GENUIN classics

Katalognummer:       GEN 26968

Erscheinungsdatum: 08.05.2026

Besetzung:                Nadezka Pisareva, Georgy Tchaidze

Spielzeit:                   66 Min. 57 Sek.

Aktuelle Konzerttermine:

04.10.2026, Potsdam
22.11.2026, Berlin
26.03.-28.03.2027, Hällefors, Schweden

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐