©Rise and Shine Cinema
Louise Unmack Kjeldsen recherchiert in ihrem neuen Dokumentarfilm „Mein neues altes Ich“ über die Beschwerden der Frauen in der Menopause, über Forschungsergebnisse und Behandlungsmöglichkeiten im Wandel der Zeit, wobei manche Perspektiven fehlen.
Frauen haben in der Menopause plötzlich viele Beschwerden, aber…
sie beschweren sich nicht, sie suchen nach Hilfe und bekommen keine.
Symptome der Menopause
Immer noch ist wissenschaftlich nicht geklärt, warum manche Frauen die Menopause durchleiden müssen, an starken Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Depressionen leiden, warum sie in alltäglichen Situationen mit extremen Ängsten und Selbstvorwürfen zu kämpfen haben.
Die Menopause: subjektiv erlebt – sachlich erforscht
Kjeldsen, die selbst die Auswirkungen der hormonellen Umstellung in der Menopause durchlebt hat, fokussiert in ihrem Dokumentarfilm zum einen auf die subjektive Befindlichkeit der betroffenen Frauen, zum anderen auf Frauen in der Forschung und die systemischen Barrieren, die ihnen ihre Arbeit erschweren. Die Medizinerinnen Pauline M. Maki (Chicago), Anette Tønnes Pedersen (Kopenhagen) und Jayashri Kulkarni (Melbourne) untersuchen die neurologischen, hormonellen und psychiatrischen Auswirkungen, die norwegische Soziologin Silje Mæland (Bergen) erforscht die Auswirkungen der Menopause auf die Arbeitswelt. Nach wie vor ist die Menopause ein medizinisches Mysterium, ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt sind deutlich spürbar, da Frauen in den Fünfzigern oft aus dem Arbeitsprozess ausscheiden.
Weniger Beschwerden durch Hormone?
Kjeldsen rückt vor allem die Hormontherapie, eine Kombination von Östrogenen und Gestagenen, in den Mittelpunkt, mit der man den Beschwerden in der Menopause entgegenwirken kann. Als Studien der „Women’s Health Initiative“ ein „signifikant erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Brustkrebs“ ergaben, wurde die Hormontherapie 2002 jäh eingeschränkt. Spätere Studien zeigten, dass das Brustkrebsrisiko nur um ein Prozent erhöht ist, was aber die Skepsis gegenüber Hormontherapien nicht minderte.
Kritik – zu wenig Perspektiven
Forschungen bezüglich pflanzlicher Extrakte erbrachten keine lindernden Wirkungen für die Beschwerden der Menopause. Andere Perspektiven wie die der praktizierenden Ärzt:innen, die durchaus Therapien empfehlen und verschreiben, fehlen in der Dokumentation. Auch die Nichtanerkennung der Beschwerden während der Menopause als Krankheit wird sehr verkürzt dargestellt. Es stimmt, Frauen haben als weniger attraktive Arbeitskräfte unter Umständen mit einem weiteren Nachteil zu kämpfen. Interessant wäre es gewesen, die Rolle der Krankenversicherungen dagegenzuhalten, die viele Ausgaben einsparen, weil sie teure Hormonprodukte finanziell nicht abdecken müssen.
„Mein neues altes Ich“ macht Mut
Trotz aller Hürden macht Kjeldsens Dokumentarfilm Mut. „Vor 35 Jahren war die Stimme einer Frau nur ein leises Flüstern, jetzt ist es ein lauter Schrei.“ Frauen nehmen Hormone, gehen zur Therapie und fühlen sich besser. In diesem Kontext ist das finale Statement einer betroffenen Frau als Ausblick zu werten. „Das Einzige, was konstant bleibt, ist die Veränderung.“
Resümee: Der Dokumentarfilm, wenn auch etwas einseitig, ist nicht nur für Frauen, sondern für alle Menschen, die sich für die Menopause interessieren, ein erster Einstieg in die Thematik.
Filmstart: 12.03.2026
Filmdauer: 75 Minuten
Koproduktion von Deutschland, Dänemark, Norwegen
Bewertung: ⭐⭐⭐☆☆










