Was ist Esskultur?

esskultur präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Bislang verband man mit Esskultur in erster Linie aufwändig gekochtes, schön angerichtetes Essen mit gepflegtem Ambiente. Köche mit Sternen  bildeten die Königsklasse mit exotische Gerichten, raffinierten Geschmacksnuancen, internationalen Beilagen.
Heute haben sich die Attribute entscheidend geändert. Esskultur erkennt man am gesunden, vielfältigen, lokal, saisonal und biologisch hergestellten Nahrungsmitteln. 

Berlin – Schaubühne – Uraufführung von Marius von Mayenburgs „Stück Plastik“

Theaterkritik "Stück Plastik" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

© Arno Declair/Schaubühne Berlin
Wenn die Putzfrau das Herzstück der Familie wird, an der sich alle wärmen, dann ist die Familie schon sehr in Schräglage. Michael, Arzt, und Ulrike, Assistentin eines Performancekünstlers und auch der Künstler selbst fühlen sich auf allen Gebieten überfordert. Sie fühlen sich depressiv, besser burnout, das hört sich cooler an, sind immer mit sich selbst beschäftigt und der 12-jährige pubertierende Sohn bleibt sich selbst überlassen.
Daraus macht Marius von Mayenburg ein schrilles Stück über den Stellenwert von Menschen und weitet es auf die globale Sicht von Arm und Reich.

Berlin – Ausstellung „bauhaus imaginista“ im Haus der Kulturen

Ausstellungskritik "Bauhaus imaginate" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Reduzierte Bauweise, klare Formen und Farben. Auch 100 Jahre nach seiner Gründung 2019  ist das Bauhaus durch sein klares Design aktuell. 
Als Nonplusultra formaler Reduzierung ist der Stellenwert des Bauhauses immer noch ganz hoch angesetzt. Zum 100. Gründungsjahr des Bauhauses gibt es Ausstellungen in ganz Deutschland. Umso interessanter ist der Ansatz, den die Kuratoren Marion von Osten und Grant Watson in Zusammenarbeit mit einem Team internationaler Forscher und Künstler im Berliner Haus der Künste verfolgen.

Als non plus ultra formaler Reduzierung ist der Stellenwert des Bauhauses immer noch ganz hoch angesetzt. Zum 100. Gründungsjahr des Bauhauses gibt es Ausstellungen in ganz Deutschland. Umso interessanter ist der Ansatz, den die Kuratoren Marion von Osten und Grant Watson in Zusammenarbeit mit einem Team internationaler Forschern und Künstlern im Berliner Haus der Künste verfolgen.

München – Oper – Puccinis „La fanciulla del west“

Opernkritik "La fanciulla dell west" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Wilfried Hösl
Eine gebogene Linie weitet die Bühne zum Bergwerk, aus dem die Jungs direkt in Minnies Kneipe landen, womit das Geschehen abstrahiert, überall und jederzeit verortet wird, weniger Goldrausch als Kohleabbau durch den Bezug zu Michael Glawoggers Dokumentarfilm «Workingman’s Death» (2005), der in der Pause gezeigt wurde. 

Dass Puccini 1910 den Goldrausch Kaliforniens als Wildwestoper komponierte war einem Auftrag für die Metropolitan Oper geschuldet. Doch weder dort noch in Europa konnte sich die Oper nach David Belascos Schauspiel „The Girl of the Golden West“ durchsetzen. 

85 Jahre blieb  „Fanciulla del West“  in der Münchner Staatsoper ungespielt. Jetzt strahlt dieses Werk unter der musikalischen Leitung James Gaffigans in Andreas Dresens Inszenierung als Neuentdeckung, allerdings anders als man Pucchini kennt, ohne die großen Arien. 

Ausstellung – „Touch“ Kiki Smiths grafisches Werk in der Münchner Pinakothek der Moderne 

Kiki Smith präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Kiki Smith
Ihr gesamtes, in Auflage erschienenes druckgraphisches Œuvre hat die renommierte New Yorker Künstlerin Kiki Smith, 1954 in Nürnberg geboren, der Graphische Sammlung München vermacht, Mit 116 Einzelbildern, 41 Portfolios und 15 Künstlerbüchern, insgesamt 800 Grafiken, verfügt die Pinakothek damit weltweit die größte Sammlung von Kiki Smith. Als Dankeschön ist die derzeitige Ausstellung „Touch“ zu verstehen, die 160 Arbeiten von 1985 bis heute zeigt.  
Der Titel passt bestens zu Kiki Smiths künstlerischem Anliegen, denn berühren will sie mit ihren Bildern.

Landestheater Niederbayern – Musical „Avenue Q“

Musicalkritik "Avenue Q" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai
Ein Musical mit Muppets? Dass das durchaus funktionieren kann, beweist das Landestheater Niederbayern. Seit 2003 findet in den USA die „Avenue Q“, nach Jeff Whittys Buch und der Musik von Robert Lopez und Jeff Marx ihr Publikum.

Die „Avenue Q“ zwischen Müllsäcken und ruinöser Bausubstanz mit aufklappbarer Fassade und vogelperspektivischer Sicht auf Interieurs wie eine Bilderbuchseite  ist Treffpunkt der Loser, die ihren Frust in amerikanischer Manier verbal auskotzen. In einem Mix von Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosigkeit, Rassismus, Homosexualität und Porno suchen sie nach ihrer Selbstbestimmung und machen dabei ihre Bauchlandungen, auch wenn die Botschaften permanent von den Internetvideos der Werbeflächen flimmern (Video: Florian Rödl). Grotesk, schrill entpuppt, sehr derb formuliert und parodiert präsentiert „Avenue Q“  amerikanische Comedy mit dem oberlehrerhaften Charme einer Kindersendung, wegen Sprache und Inhalt allerdings eher für Erwachsene, worauf im angloamerikanischen Raum mit dem „Parental Advisory Sticker“ extra hingewiesen wird.   

Straubing – Musical „Doktor Schiwago“

Musicalkritik "Doktor Schiwago" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

© CMC Straubing
Nach der Deutschlandpremiere des „Doktor Schiwago“-Musical  2018 in der Neuen Oper Leipzig sorgt jetzt  Straubinger Crazy Musical Company e.V.  für Herzschmerz und Begeisterung. Wie bereits in der Regensburger Uraufführung der Opernversion rückt  im Gegensatz zu der berühmten David-Lean-Verfilmung mit Omar Sharif (1965), die Musicalversion (Buch Michael Weller)  unter der Regie von Andreas Wiedermann die politische Zeitenwende in den Vordergrund. 

Film – „Kirschblüten & Dämonen“ von Doris Dörrie

Filmkritik-Kirschblüten und Dämonen präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Constantin Film 
Das Voralpenland glitzert japanisch, die Schneeberge wirken wie auf  japanischen Holzschnitten, mitten auf der Weide ein Kirschbaum. Zwischen Allgäu und Japan, ihrem Lieblingsfremdland oszilliert Doris Dörries wunderbare Filmmetapher „Kirschblüten & Dämonen“, Nachfolgefilm von „Kirschblüten – Hanami“.
Die junge Yu taucht ins Japanische Meer ein und im oberbayerischen See auf. Sie sucht ihren deutschen Vater Rudi und findet stattdessen seinen Sohn Karl, geschieden, Alkoholiker, von den Dämonen seiner Erinnerungen von einem Delirium ins andere gejagt. Es scheint sich ganz zart eine Liebesgeschichte anzubahnen, doch Doris Dörries Geschichte entpuppt sich als tiefgründige Selbstfindung in faszinierenden Bildsequenzen einer sich zum Puzzle zusammenfügenden Familienaufstellung. 

Berlin – Internationale Reisemesse Berlin 2019 – „Immer größer, weiter, globaler“

ITB präsentiert schabel-kultur-blog.de

©MIchaela Schabel
Mit 10000 ausstellenden Unternehmen aus 181 Ländern und Regionen, 80% aus dem  Ausland, ist die ITB 2019 nach wie vor weltweit die größte Internationalen Tourismusmesse. 83% der Aussteller bewerteten die ITB als positiv. Der Tourismus stieg weltweit um 6 %. Auf der Pressekonferenz der ITB überboten sich die Superlative.

Berlin – August Bournonvilles „La Sylphide“ getanzt vom Berliner Staatsballett

Ballettkritik "La Sylphide" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Yan Revazov
Neckisch, elegant, schwebend die Luftfeen der Sylphiden in Tutus , kraftvoll burlesk  die Tänzer in ihren flatternden Schottenröcken entführt  August Bournonvilles Ballett in  eine zauberhafte Märchenwelt von einst. 

Vier Jahre nach Taglionis Uraufführung choreografierte  August Bournonvilles  „La Sylphides“ (1836) für das dänische Ballett. Damit  schuf er das Urbild des klassischen Balletts mit Spitzentanz und halblangen  Tutus, einem weißen und einem bunten Akt, Vorbild für „Giselle“ und „Schwanensee“ und  einer Aufwertung der männlichen Hauptrolle durch anspruchsvolle Soli. „La Sylphide“ avancierte zu einem Vorzeigeballett und für etliche Tänzer zu einem Karrieresprungbrett. 

Berlin – „Nacht der Hörner“ im Pierre Boulez Saal

Für Schabel-Kultur-Blog besucht Michaela Schabel regelmäßig die Konzerte im Pierre-Boulez-Saal Berlin.

©Peter Adamik
Ganz im Dunkeln durchdringt ein Charles Koechlins „Monodie“ für Horn solo den Raum. Sofort zieht die Klangschönheit dieses Instruments das Publikum in seinen Bann. Unter der Konzeption und  musikalischen Leitung Radek Baboráks und der witzigen Moderation Klaus Wallendorfs gelang eine  faszinierende „Nacht der Hörner“ im Pierre Boulez Saal. Vom Solo über Duos, Trios, Quartetten, Oktetten waren bis zu 15 Hörner, teilweise mit Orgelbegleitung zu hören