Landestheater Niederbayern – Händels Barockoper „Ariodante“

Opernkritik "Ariodante" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai
Schon mit den ersten Tönen aus dem Orchestergraben wird eine wunderbare Klangstimmung hörbar. Mit großen Armbewegungen, akzentuierenden  Händen dirigiert Kapellmeisterin Margherita  Colombo die Niederbayerische Philharmonie in kleiner Besetzung. Tänzerisch beschwingt, genussvoll, sehr klar intoniert und klangschön stimmt das Orchester ein in Händels Oper „Ariodante“, die so fröhlich frech beginnt, weil die irische Prinzessin Ginevra ihren geliebten Ritter Ariodante „als Preis der edlen Tugend“ gleich zu Beginn bekommt, so die erste Botschaft.
Doch das Happyend wird durch eine Intrige Polinessos, des ehrgeizigen Herzogs von Albany, durchkreuzt.

Landshut – Ausstellung „Franz Weickmann zum 80. Geburtstag Skulpturen und Zeichnungen“ im Rathauskeller

Weickmann präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Aug in Aug werden die Tierskulpturen lebendig. Kniet man sich nieder, fasziniert der geheimnisvolle Blick des Schneeleoparden. Ungewöhnlich lang, mehr als die Dreiviertellänge des Körper, übernimmt der Schwanz die Steuerfunktion beim Sprung im zerklüfteten Gelände des zentralasiatischen Hochgebirges. Der Schneeleopard ist ein Einzelgänger. Ein künstlerischer Einzelgänger ist auch Franz Weickmann.

Film – „Green Book – Eine besondere Freundschaft“

Filmkritik "Green Book" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©2018eOneGermany
Die schwarzen Landarbeiter kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wie angewurzelt stehen sie in Reih und Glied da und gaffen auf die Straße. Ein Weißer chauffiert einen Schwarzen, was in den 60er Jahren tatsächlich noch ein absolutes Novum war.
Das ist tatsächlich eine große Szene, die wie ein Genrebild die Zeiten der Sklaverei noch einmal in Erinnerung ruft. Ansonsten ist „Green Book – Eine besondere Freundschaft“  ein konventionelles Buddy-Road-Movie, das von Ort zu Ort eilt und vom Situationswitz lebt, indem es manche Klischees auf den Kopf stellt.

Münchner Staatsoper – Ernst Kreneks Theater für Musik „Karl V.“

Opernkritik "Karl V." präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Wilfried Hösl
Mit Bühnenbildner Carlus Padrissa und seinem Akrobatenteam La Fura dels Baus ist die Richtung „Karl V“ zum optischen Spektakel vorgegeben. Mit einem Spiegelkabinett verwandelt Padrissa Ernst Kreneks „Karl V.“  in einen Fieberwahn zwischen Orgie und Apokalypse, Schneelandschaft und Blutgemetzel, existenzieller Einsamkeit und Volksmassen. Tizians Gemälde „Das jüngste Gericht“ wird lebendig. Körper hängen sadomasochistisch in den Trapezen, sind Marionetten, Opfer, Objekte der Lust und der Folter, wandeln sich von Masse  in filigrane DNS-Formationen.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – Eine Ära geht zu Ende

Berlinale präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Mit dem Abschied von Dieter Kosslick geht mit der Berlinale 2019 eine Ära zu Ende. Dieter Kosslick hat die Berlinale zu dem gemacht, was sie heute ist, eine der drei größten internationalen Filmfestspiele. 
Das Angebot an Filmen war im Durchschnitt beeindruckend, aber ohne den Film schlechthin, der über allen glänzt, was die wechselnden Umfragewerte bestätigten.

Regensburg – Ballett – „Gefährliche Liebschaften“ von Yuki Mori

Ballettkritik "Gefährliche Liebschaften" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Bettina Stoess
Die Augen blitzen, begehren, Körper nähern sich magnetisch angezogen, Hände berühren zärtlich, Arme stoßen wehrhaft ab. Mit unglaublicher Subtilität und Leidenschaft verabschiedet sich Yuki Mori nach 19 Jahren vom zum Abschied seiner Regensburger Zeit als Chefchoreograph und künstlerischer Leiter der Branche Tanz das Publikum mit einem Tanzabend nach Laclos Briefroman „Gefährliche Liebschaften“, unterlegt mit einer wunderbaren Collage barocker Musik und modernen Adaptionen, rasant und leidenschaftlich gespielt vom Philharmonischen Orchester Regensburg unter der Leitung von Tom Woods.

München – Ausstellung „Samurei“ in Hypo-Kunsthalle

Ausstellung "Samurei" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
700 Jahre beherrschten die Samurai Japan. Ihr Mythos bestimmt heute noch die Vorstellungen über japanische Kultur. In einer imposanten Ausstellung zeigt die Münchner Hypo-Kunsthalle „Samurai, Pracht des japanischen Rittertums“. Die über 100 Exponate stammen aus die Sammlung von Ann und Gabriel Barbier-Mueller, eine der weltweit vollkommensten Sammlungen mit Sitz in Dallas, USA.
Die Ausstellung lässt eintauchen in die einstige Kultur der Samurai zwischen kämpferischem Mut und intriganter Machtgier.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin  – „Gully Boy“ – Sektion Berlinale Special

Kinokritik Berlinale "Gully Boy" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Excel Entertainment Pvt.Ltd.
Nein,  Murad will nicht Autos knacken in der indischen Supermetropole Mumbasa, auch wenn er  in Armut lebt. Er macht als Rapper seinen Weg  und bei diesem Weg, werden die traditionellen Schranken in der indischen Gesellschaft zum Prüfstein individueller Durchsetzungsfähigkeit.
Regisseur Zoya Akthar gelingt eine mitreißende Milieustudie zwischen Moslems und  Hindus, den Demütigungen der Armen angesichts der indischen Oberschicht.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Mr. Jones“- Sektion Wettbewerb

Berlinale Filmkritik "Mr. Jones" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Robert Palka/Film Produkcja
Grunzende propere Schweine fressen im Zwielicht. Simultan formuliert ein einsamer Mann, dass er nicht mehr in diese Zeit passe. Aus dem Rätsel entwickelt sich eine die spannende Geschichte um den jungen britischen Journalisten Gerath Jones, der bei seinen Recherchen über die Sowjetunion die ukrainische Hungerkatastrophe am eigenen Leib erlebte. Das Getreide, das Gold der Ukraine, wurde nach Moskau transportiert und die Kolchosebauern verhungerten.

Berlin  – Ausstellung in der Kommunalen Galerie – „Zuhause“ – Vonovia Award für Fotografie

Ausstellung Nonovia-Award präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Norman Hoppenheit/Michaela Schabel
Ein weißes Rechteck in einer schlichten Plattenbausiedlung zieht den Blick schon von weitem auf sich. Es entpuppt sich in der Nähe als weiße Brandmauer eines Hochhauses. Ist das ein Zuhause? Fensterlos, zugemauert, übertüncht? Gegenüber lacht ein Malerlehrling in die Kamera. Mit seiner Fotoserie „Dreesch“ über die Schweriner Plattenbausiedlung, wo er aufgewachsen ist, überzeugte Norman Hoppenheit die Jury des Vonovia-Awards und wurde Sieger in der Kategorie „Beste Serie“.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Der goldene Handschuh“ – Rubrik Wettbewerb

Berlinale Filmkritik "Der goldene Drache" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©gorden timpen/2018 bombero.int/Warner Bros Ent
Zum Erbrechen ist dieser Film, so grausam, brutal im Morden, so ehrlich unästhetisch und hässlich in der Personen- und Milieuzeichnung im Hamburgs verruchten St. Pauli der 70er Jahre.
„Der goldene Handschuh“, ein Titel wie für ein Märchen, ist die Geschichte des Massenmörders Honke, der in den 70er Jahren Frauen auf das Übelste vergewaltigte, tötete und die Leichen zerstückelte und sie in seiner schäbigen Wohnung aufbewahrte, bis ein Brand die Morde an den Tag brachte.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Systemsprenger“ – Sektion Wettbewer

Berlinale Filmkritik "Systemsprenger" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Peter Harwig/kineo/Weydemann Bros/Yunus Roy Imer
Benni hasst alle. Sie schmeißt Spielzeug, Möbeln durch die Gegend, wird von einem Heim zum anderen. Dazwischen sind Aufenthalte in der Intensivstation. Neun Jahre ist Benni erst. Eigentlich heißt sie Bernadette. Wo sie hinkommt, gibt es Ärger. Sie beleidigt mit den übelsten Schimpfwörtern rauft, schlägert, rennt davon, klaut und reagiert auf Hilfe mit Tobsuchtsanfällen. Schon als Baby wurde sie traumatisiert, als ihr der Vater nasse Windeln ins Gesicht drückte.

69. Internationale Filmfestspiele Berlin – „Es hätte schlimmer kommen können“ – Sektion Berlinale Special

Berlinale Filmkritik "Es hätte auch schlimmer kommen können" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Coin Film
„Von meinem Körper war ich nicht so begeistert“, gesteht Mario Adorf. „Ich empfand mich nicht als schön“. Mario Adorf spricht sehr sachlich, aber auch humorvoll über sich und sein Leben. Er blickt auf 88 Jahre zurück, die Regisseur Dominik Wessely in dem Film „ Es hätte schlimmer kommen können“ Revue passieren lässt.