Film aus Paraquay – „Las herederas“/“Die Erbinnen“

Filmkritik zu "Die Erbinnen" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Grandfilm
Was weiß man schon von Paraguay? Imgrunde wenig, um zu sagen nichts. Marcelo Martinessis Film Las herederas gibt Einblick in das rigide System einer durch und durch konservativen Gesellschaft, die sich seit dem Militärputsch 2012 etabliert hat. Marcelo Martinessi geht nicht den direkten Weg, wählt stattdessen eine private Geschichte über zwei Frauen, in deren Leben sich das autoritäre Regie spiegelt. „Der Film soll Salz in die Wunde streuen.“ Das ist Regisseur Marcelo Martinessi bestens gelungen. Antworten gibt der Film nicht. 

Landestheater Niederbayern – „Mit Arsen und Spitzenhäubchen“

Theaterkritik von "Arsen und Spitzenhäubchen" von schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai
Und immer noch amüsiert die nostalgische Boulevardkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“. Vor fast 80 Jahren, mitten im Zweiten Weltkrieg, wurde Joseph von Kesselrings Boulevardkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ ein Broadway-Erfolg, Frank Capras Verfilmung kurz darauf ein Meilenstein der Filmgeschichte.
Unter der Regie Sarah Kohrs´ präsentiert sich die Inszenierung  des Landestheater Niederbayern als ein Remake in der Filmtradition, allerdings ohne große Schreckmomente.

Landshut-Neue Galerie-Herbert Nauderer

Über die Ausstellung Herbert Nauderer in Landshut berichtet schabel-kulturblog.de

©Michaela Schabel
Für Herbert Nauderer ist die Zeichnung die unmittelbarste Kunst sich auszudrücken. Aus dem morgendlichen Zeichnen, inspiriert von Musik, entwickelte er ganze Zeichen-Partituren zwischen altmeisterlich und expressiv. 

In der Serie „Parasite Island“, aus der Auszüge derzeit in der Neuen Galerie zu sehen sind, wird sein Mausmann zum Label. Er trägt tierische Züge und agiert doch in den Zeichnungen, Fotomontagen, Installationen, Videos und Objekten doch wie ein Mensch, kindlich, dann wieder erwachsen, realistisch oder verformt. Realität und Fiktion verschwimmen zu einem rätselhaften „Mausmannland“. 

Berliner Philharmoniker  „Strawinsky, Zimmermann, Debussy, Ligeti“ 

Konzertkritik Berliner Philharmoniker Strawinsky Zimmermann Debussy Ligeti

©Stephan Rabold
François-Xavier Roth eilt der Ruf extravaganter Konzertprogramme voraus. Er will Musikeinsichten vermitteln. Dafür stellte er für  die Berliner Musikfestspiele 2018 ein interessantes  Konzert für die Berliner Philharmoniker mit modernen Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert  zusammen 
Doch was ist modern? 

Berliner Staatsballett „Celis/Eyal“

Doch die bewusste Langeweile, die tanzende Menschen unserer wie robotermäßige Schaufensterpuppen vorführt, wandelt sich schnell in magische Bewegungsrhythmik für sieben Tänzer und sechs Tänzerinnen allesamt in unisex Nacktoptik, nebelumhüllt. 

©Jubal Battisti
Eine Mann und eine Frau bewegen sich in immer gleich, reduziert auf ein paar ruckartige Bewegungen zu den monotonen, durchdringenden Elektrobeats wie eine gefühlte Ewigkeit. Scheppernde und schleifende Akustik (Musik Ori Lichtik) vermitteln die Schwere und Monotonie des Lebens wo der alle betroffen sind. Aus der Ferne nähert sich ein Pulk in gleicher Manier. Doch die bewusste Langeweile, die tanzende Menschen unserer wie robotermäßige Schaufensterpuppen vorführt, wandelt sich schnell in magische Bewegungsrhythmik für sieben Tänzer und sechs Tänzerinnen allesamt in unisex Nacktoptik, nebelumhüllt. 

Film – „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“

schabel-kultur-blog präsentiert Film Kritik Mackie Messer

©Wild Bunch/Stephan Pick
„…und der Haifisch, der hat Zähne und die trägt er im Gesicht“. Wer kennt sie nicht die Moritat von Mackie Messer aus der Feder Bertolt Brechts, vertont von Kurt Weill aus der berühmten „Dreigroschenoper“. Noch immer ist sie in Theatern aufgeführt. Doch der Dichter, der durch Kunst die Welt verändern wollte, hat die gesellschaftspolitische Bissigkeit eines Haifisches längst verloren und wirkt oft etwas angestaubt, obwohl seine gesellschaftskritischen Ansichten aktueller denn je sind. 

Berlin – Neuköllner Oper – Uraufführung von Rilkes   „Weise von Liebe und Tod“ 

schabel-kultur-blog berichtet über Uraufführung in der Neuköllner Oper Berlin

©Matthias Heyde.
„Sie  reiten, warten, wachen, Soldaten aus Burgund, den Niederlanden, Kärnten“. Nur wenige kennen Rilke heute Rilkes einst berühmte spätromantische „Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ (1899). Im Ersten und Zweiten Weltkrieg hatte jeder Soldat das todesselige Poem über den 18-jährigen Fahnenträger, der im Mitte des 17. Jahrhunderts verstorben war,  im Tornister. Warum? Rilkes poetische Suche nach Liebe wurde Kampfschrift für den Heldentod missbraucht. 

Der junge Soldat verlässt die Geliebte, eine geheimnisvolle Gräfin, nach der ersten Nacht, und stürzt sich waffenlos, aber heroisch mit der Fahne  in das Gemetzel, in dem er stirbt. So sollten Soldaten denken.