Paulina Alpen in „Die Welt im Rücken“ © Schauspiel Stuttgart, Foto: Ingrid Hertfelder
Schauspielerin Paulina Alpen wird beim Theatertreffen Berlin 2026 für die Hauptrolle in „Die Welt im Rücken“ mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis ausgezeichnet.
Warum erhielt Paulina Alpen den Alfred-Kerr-Preis?
Juror Matthias Brandt begründete als Laudator diese Entscheidung:
„Paulina Alpen spielt diese Figur, die denselben Namen trägt wie ihr Autor, mit einer erstaunlichen Genauigkeit im Wechsel von Anspannung und Kontrollverlust und gleichzeitig mit einer Offenheit, dass man sich ihr kaum entziehen kann. Sie hat Kraft, aber sie stellt sie nicht aus. Sie ist nie ungenau, aber auch nie geschniegelt. Und was sie zeigt, wirkt nicht hergestellt, sondern sie riskiert etwas. Sie spielt diese Figur nicht als Fall, nicht als Diagnose, sondern als Menschen: mit Scham, Komik, Erschöpfung, Selbstbeobachtung, Gegenwehr, Stolz, Verletzbarkeit.“
Wer ist Paulina Alpen?
Paulina Alpen, geboren 1992 in Mering, ist Schauspielerin und Choreografin. Sie absolvierte ihre Tanzausbildung am Konservatorium Wien und ihr Schauspielstudium an der Folkwang Universität der Künste. Bereits während des Studiums sammelte sie Bühnenerfahrung an wichtigen Theatern und wurde 2017 mit der Produktion „Die Borderline Prozession“ (Regie: Kay Voges, Schauspiel Dortmund) zum Theatertreffen eingeladen. Bis 2017 war sie Ensemblemitglied am Staatstheater Mainz. Danach arbeitete sie als freischaffende Schauspielerin, u. a. mit den Regisseur:innen Karin Beier, Wolfgang Menardi und Philipp Stölzl. Ihre schauspielerische Arbeit führte sie an das Münchner Volkstheater, das Schauspielhaus Hamburg, die Volksbühne Berlin und das Wiener Burgtheater.
Paulina Alpen und Lucia Bihler
Ein Höhepunkt ihrer Theaterkarriere ist die Produktion „Die Welt im Rücken“ unter der Regie von Lucia Bihler am Schauspiel Stuttgart 2025, die 2026 zum Theatertreffen Berlin eingeladen wurde. Beide blicken bereits auf eine Reihe gemeinsamer Inszenierungen: Kafkas „Verwandlung“ (Wiener Burgtheater, 2024), „The Lobster“ (Münchner Volkstheater, 2024), „Die Troerinnen“ (Schauspiel Köln, 2023) und „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ (Staatstheater Mainz, 2019).
Paulina Alpen im Film
Neben ihrer umfangreichen Theaterarbeit war Paulina Alpen auch in Film- und Fernsehproduktionen wie „Zwei Herren im Anzug“ (Regie: Josef Bierbichler, 2018), „Freibad“ (Regie: Doris Dörrie, 2021/2022) und verschiedenen TV-Formaten zu sehen. Sie arbeitet auch als Choreografin. Ihre darstellerische Leistung ist geprägt von Authentizität und der Fähigkeit, komplexe Charaktere glaubwürdig zu verkörpern.
Liste der vergangenen Alfred-Kerr-Preisträger
| Jahr | Preisträger:in | Auszeichnung für |
| 2025 | Carmen Steinert | „Blutbuch“ |
| 2024 | Nikita Buldyrski | „Die Hundekot-Attacke“ |
| 2023 | Dominik Dos-Reis | „Kinder der Sonne“ |
| 2022 | Mavie Hörbiger | „humanistää!“ |
| 2021 | Nils Kahnwald | „Einfach das Ende der Welt“ |
| 2020 | Benjamin Radjaipour | „Hamlet“ |














