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Ödön von Horváth in Murnau: 125. Geburtstag und Jubiläumsprogramm 2026

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Ödön von Horváth in Murnau: 125. Geburtstag und Jubiläumsprogramm 2026

Roter Hut als Installation der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft in Murnau © Michaela Schabel

Ödön von Horváth in Murnau: seine Lebensgeschichte, die Bedeutung Murnaus für sein Werk und monatliche Veranstaltungen zum 125. Geburtstag 2026.

Ödön von Horváth ist  Murnau sehr verbunden. In der oberbayerischen Marktgemeinde fand der Schriftsteller wichtige Anregungen für Werke wie „Jugend ohne Gott“ und „Italienische Nacht“. Anlässlich seines 125. Geburtstags am 9. Dezember 2026 erinnert die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft mit einem vielfältigen Kulturprogramm an Leben, Werk und die besondere Bedeutung Murnaus für den Autor.

Ödön von Horvath – Leben und Werk

Als Ödön von Horvaths Vater, ein ungarischer Diplomat, 1920 ein Landhaus in Murnau am Staffelsee kaufte, lernte die Familie den Ort kennen. Murnau wurde für Ödön von Horváth nach einer Kindheit und Jugend mit vielen Umzügen zwischen Rijeka, Belgrad, Budapest, München und Wien schnell zur Heimat. Ab 1924 arbeitete und lebte er über mehrere Jahre hinweg und schrieb einige seiner berühmtesten Romane, in denen er seine Lebenserfahrungen und -beobachtungen einfließen ließ. Murnau wurde zum einzigen festen Wohnort seines Lebens. 

Seinen Antrag von 1928 für die bayerische und damit deutsche Staatsbürgerschaft lehnte man allerdings ab, weil es ihm, so vermutet man, als Schriftsteller an einem regelmäßigen Einkommen mangelte. Nachdem er wiederholt Stellung gegen die Nationalsozialisten bezogen hatte, verließ er Murnau 1933. Drei Jahre später wurde er aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Er ging nach Wien, nach der Besetzung Österreichs 1938 nach Paris, wo er am 1. Juni 1938  während eines Sturm von einem Ast erschlagen wurde. Sein literarisches Werk geriet zeitweise in Vergessenheit.

Die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft und ihr Engagement

Erst Ende des 20. Jahrhunderts wurde Horvaths Stücke wieder entdeckt, auf die Bühne gebracht. Andere dienten als Vorlage für zeitgenösische Bearbeitungen. Die Hauptverantwortlichen der Murnauer Horváth-Tage 1998 und des Murnauer Horváth-Jahres 2001 gründeten 2003 in Murnau die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft unter dem roten Horváth-Hut. Diese Installation aus dem Horváth-Jahr wurde schnell zum Horváth-Label.

Ziel war und ist die Förderung von Horváths Werken, seine enge Verbindung zu Murnau ins Bewusstsein zu bringen und gleichzeitig die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart mit dem Werk Horváths in Verbindung zu setzen. 

Warum Murnau für Horváth so wichtig war

Murnau mitten im blauen Land war für Horváth eine besonders wichtige Lebens- und Schaffensstation. Hier fand er zahlreiche Anregungen für seine Werke, darunter „Italienische Nacht“ und „Jugend ohne Gott“. 

125. Geburtstag: Monatliche Veranstaltungen

Durch das große Engagement Gabriele Rudnickis, der Ersten Vorsitzenden der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft, und ihres Teams gelingt es, Ödön-von-Horváths literarisches Können im Laufe des Jubiläumsjahres erneut ins Bewusstsein zu rücken v. a. auch der jungen Generation durch einen Illustrationswettbewerb zu Horváths „Sportmärchen“ oder die Aufführung seines „Buchs der Tänze“, die neu vertont wurden. Im Allitera Verlag erscheint eine Graphic-Novel-Biografie über den bedeutenden deutschsprachigen Schriftsteller. Das Buch erzählt  in 95 miteinander verbundenen Episoden von seinem Leben, Werk und der Zeitgeschichte. Horváths Hutinstallation strahlt wieder wie neu nach der Sanierung im Murnauer Kurpark wieder wie neu. 

Gabriele Rudnicki ersteigerte im Dorotheum Wien einen handschriftlichen Brief von Horvath und überreichte ihn zusammen mit einer Porträtkartei Horváths, die sie einmal geschenkt bekommen hatte, und etliche weitere Dokumente als Dauerleihgabe dem Schlossmuseum. 

Eine Lesung mit Horvaths Texten im Vergleich zu Marieluise Fleißer (1901-1974), beide wurden im gleichen Jahr geboren, zeigte Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede. Fleißer schreibt mehr aus persönlichen Erfahrungen und starkem Regionalbezug. Horváth richtet den Blick auf die Sehnsucht der Menschen nach einem anderen, freierer und unabhängigeren Leben, das sie jedoch nicht verwirklichen können. 

Große Geburtstags-Revue in Murnau im November 2026 

„Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, ich komme nur so selten dazu“. Horváths berühmtes Zitat wird zum Motto einer spritzigen Geburtstags-Revue am 13./14. November im Griesbräukeller. Die Murnauer Vereine umkreisen Horvaths Lebensphase in Murnau – „Horvath in Murnau – Murnau zu Horvaths Zeit“. 

Staatsempfang und Festakt

Am 7. Dezember, aus terminlichen Gründen zwei Tage vor Horváths Geburtstag findet für geladene Gäste ein Staatsempfang mit Festakt statt, zu dem Markus Blume, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, präsent sein wird.

Fazit: Horvath in Murnau entdecken

Wer sich für Horváth interessiert, sollte die Geburtstags-Revue im Murnauer Griesbräu nicht verpassen. Bei dieser Gelegenheit lohnt sich auch ein Besuch der sehr gut konzipierten und amüsanten Dauerausstellung im Schloßmuseum Murnau, die über Horváth und sein Wirken in Murnau informiert.