Havanna – Zwischen Kitsch und Kunst  

schabel-kultur-blog berichtet über Kunst in Havanna, Kuba

©Michaela Schabel
Die Öffnung Kubas für den Tourismus hat die Kunst als Einnahmequelle für die Einheimischen beflügelt. Inzwischen kann jeder problemlos Bilder in Kuba kaufen und sie in seine Heimat bringen. Kubanische Künstler stellen international aus, persönlich auszureisen ist allerdings  wegen der bürokratischen Formalitäten und der Reisekosten für die Künstler schwierig. 
Kunst wurde in Kuba nach der Revolution zwar observiert, blieb aber  im Gegensatz zu Russland und den Ostblockstaaten vom Diktum des sozialistischen Realismus verschont, war und ist Ausdruck individuellen Schaffens. 

Münchner Kunsthalle – „Die Lust der Täuschung“

schabel-kultur-blog berichtet über Ausstellung "Die Lust der Täuschung" in München Kunsthalle

©Michaela Schabel
Krug oder Hexe? Wir kennen die raffinierten Trugbildern aus der Psychologie, der Physik, aus Trugbildern. Optische Täuschungen verblüffen und machen Spaß, sobald man sie durchschaut. Optische Reize sind einfach schneller als das Gehirn. Erst wenn die Synapsen die Informationen verarbeiten, enthüllt sich die Täuschung. 
Mit einer unterhaltsamen Chronologie von altägyptischer Türillusionen bis zu den Zaubereien virtueller Welten gibt es allerlei Staunenswertes zu entdecken.  Die Themenräume überschneiden sich, denn alles, was man sieht, enthüllt sich
als Illusion. 

Berliner Tanzfestival – Wayne McGregors „Autobiography“

schabel-kultur-blog.de präsentiert Tanzkritik Wayneik vom Tanzfestival Berlin "Waayne McGregor

©Andrey Uspenski
Mit seiner neuen Choreografie „Autobiography“ weist Wayne McGregor weit über die eigene 25-jährige Lebensgeschichte als Tänzer hinaus. In möglichen autobiografischen Momenten spiegelt sich in erster Linie das Leben ganz allgemein zwischen Individualität und Beziehung, Freiheit und Unterdrückung. 

Für zehn Tänzer entwickelte der renommierte britische Choreograph eine mitreißende, Szenencollage, eine Sequenz dynamischer als die andere. Seine eigene DNS ließ er für dieses Projekt entschlüsseln und spiralförmig verkreuzt in immer neuen Varianten ist auch diese Choreographie, die wie in einem zersplitterten unterschiedlichste Lebenssituationen zeigt. 

Berliner Tanzfestival – Isabelle Schad „Inside out“

schabel-kultur-blog.de berichtet über Tanzfestival Berlin

©Dajana Lothert
Isabelle Schad fusioniert in ihren Choreographien Tanz und skulpturale Kunst. Die drei Ebenen des Berliner Kindl, Zentrum für zeitgenössischen Tanz verwandelt sie in eine Tanzgalerie. Die Besucher können zwischen fünf Tanzperformances herum wandeln. Zu entdecken gibt es viel und man merkt, wie stark Isabelle Schads Choreographien von der Energetik des Aikido-Zen beeinflusst sind. 

„Candelaria“ – Kubanische Liebesgeschichte mit berührender Authentizität 

schabel-kultur-blog.de präsentiert Filmkritik "Candelaria" Kuba

©DCM
„Wann habe ich aufgehört dich anzuschauen“. Plötzlich wird Viktor Hugo  (Alden Knight), 76 Jahre alt, wieder bewusst, was für eine wunderbare Frau er hat. Candelaria (Veronica Lynn), nur ein Jahr jünger, arbeitet in der Wäscherei eines Hotels. Er ist Vorleser in einer Tabakfabrik. Beider Leben ist wie in den Texten der kubanischen Liedern, arm, voller unerfüllter Sehnsüchte und Entbehrungen. Es fehlt an allem, in erster am Essen. Wegen der Wirtschaftsblockade in den 90er Jahren wird der Strom schon nachmittags abgeschaltet. Im Kerzenlicht wirkt alles noch armseliger. 
Umso mehr strahlen diese beiden alten Menschen.

Berlin „Tanz im August“  – „Trrr“ Uraufführung von und mit Thiago Granato

schabel-kultur-blog.de berichtet über Tanz im August in Berlin

©Sebastian Gabsch
Es bleibt hell. Thiago Granato, in Brasilien geborener Performer mit Wahlheimat Berlin, umschreitet das Bühnenquadrat im orangefarbenen, wassergefüllten Gummimantel.  Mit großen Schritten, spastischen Armbewegungen  schiebt er wie Darwins Homo Erectus sein Körpergewicht Runde um Runde nach vorn. Schweißperlen tropfen vom Kinn. Das Wasser gluckert. Er beginnt den rechten Arm zu schwenken, als wolle er sich Luft zufächeln, kauert sich in plötzlicher Dunkelheit  auf einem fahrbaren Tisch zusammen und streckt sich ganz langsam im Atemrhythmus in die Vertikale und wieder zurück, rollt rückwärts lauscht dem Schall seiner Codewörter und beginnt zum wuchtigen Sounddesign David Kiers ganz nackt und langsam seinen perfekten Körper in minimalistischen Mustern in einer einstündigen Performance zu bewegen.

Berlin – Der Sony Fotografie-Award  

schabel-kultur-blog.de berichtet über Ausstellung Sony-Award in Berlin

©Alys Tomlinson
Talente aus aller Welt sollen durch den jährlichen Sony-Wettbewerb gefördert werden. In zehn Kategorien  werden professionelle Fotografien juriert. Das sind Architektur, zeitgenössische Themen, kreativ, Zeitgeschehen & Nachrichten, Landschaften, Natur & wilde Tiere, Porträt, Sport, Stillleben und  Entdeckung. Jeder Fotograf muss eine Fotostrecke von fünf bis zehn Bildern einreichen und seine Konzeption begründen. So ergibt sich ein internationaler Überblick von journalistischer Fotografie bis zur Kunstfotografie.

Berlin „Tanz im August“  Ballet de l`Opéra de Lyon „Trois Grandes Fugues“ 

schabel-kultur-blog-de. präsentiert Tanzkritik Berlin "Trois Grandes Fugues"

©Stofleth
„Tanz in Berlin“ hat sich in drei Jahrzehnten zum führenden Tanzfestival in Deutschland entwickelt. Zum Auftakt des  30-jährigen Jubiläum präsentierte man ein Novum, drei Choreographien zu  Ludwig van Beethovens „Großer Fuge, op. 133“ getanzt vom Ballet de l´Opéra de Lyon.

Wie Beethovens „Großer Fuge“, seinerzeit wegen ihrer neuen Kompositionsprinzipien sehr umstritten war, heute ein Klassiker, der sehr modern klingt, so sind sind Choreographien von Anne Teresa De Keersmaeker, 1992 und Maguy Marin, 2001, renommierte Arbeiten im Rahmen der Historie des zeitgenössischen Tanzes.

München-Pinakothek der Moderne – Olafur Eliasson „WASSERfarben“

schabel-kultur-blog.de berichtet über Münchner Pinakothek der Moderne E

©Michaela Schabel
Olafur Eliasson bringt die Menschen zum Staunen. Mit seinen Installationen macht der gebürtige Isländer (*1967) immer wieder Schlagzeilen. Die Farben seiner Heimat, ganz besonders die subtilen Farbveränderungen des isländischen Meeres in der Dämmerung prägten seine Farbästhetik und sein Interesse für Licht, Raum, Plastizität, ephemere Atmosphären und für naturwissenschaftliche Phänomene.

Film „The Isle of Dogs“ – eine Film-Fantasy-Fabel mit ökologisch-politischen Hintergrund

schabel-kultur-blog.de präsentiert Filmkritik "Isle of Dogs"

© 2018 Twentieth Century Fox
„So sind wir“, ein japanischer Haiku ist die Botschaft dieses Films. Gemeint sind wir Menschen mit unserem Machtinstinkten. Regisseur Wes Anderson überrascht nach „Tokyo Hotel“ mit einem Animationsfilm als Fiktion, wie eine japanische Metropole in 30 Jahren aussehen will. Historische Vergangenheit und Science Fiction verschmelzen zu einer berührenden Fantasyfabel, in der urbane Verdichtung mit ihrer Verslumung, ihren Müllproblemen auf diktatorische Manipulationen treffen. 

Berliner Staatsballett „Herrumbe“ -getanzter Terror

Nacho Duato begeistert im Berliner Staatsballett mit seiner Choreographie „Herrumbe“  Unter dem Geknatter der Maschinengewehre zucken im Spotlight der Suchscheinwerfer angeschossene Menschen. Eine graue Monumentalmauer schiebt nach hinten, schafft in den Drehbewegungen immer neue Nischen des Schreckens. Terror davor, dahinter, darunter und am Schluss die Totenlichter darauf.

Nacho Duato begeistert im Berliner Staatsballett mit seiner Choreographie „Herrumbe“ 
©Fernando Marcos
Unter dem Geknatter der Maschinengewehre zucken im Spotlight der Suchscheinwerfer angeschossene Menschen. Eine graue Monumentalmauer schiebt nach hinten, schafft in den Drehbewegungen immer neue Nischen des Schreckens. Terror davor, dahinter, darunter und am Schluss die Totenlichter darauf.

Münchner Staatsballett „Anna Karenina“

schabel-kultur-blog präsentiert Ballettkritik Münchner Staatsoper "Alice im Wunderland"

©Wilfried Hösl
Tonal rattert ein Zug durch die Nacht. Alle trauern um Anna Karenina. Vom Schluss her choreografiert Christian Spuck Tolstois berühmten Roman „Anna Karenina“  mit dem Münchner Staatsballett, drei Jahre nach der Uraufführung in Zürich zum ersten Mal in Deutschland. Im Wechsel von Lutoslawskis Dissonanzen und Rachmaninows Herz-Schmerz-Musik (Sound-Collagen Martin Donner) gelingt eine mitreißendes  Erzählballett mit Fokus auf drei Liebespaare, die nicht nur schön tanzen, sondern mit schauspielerischer Expression die Facetten drei sehr unterschiedlicher Liebesbeziehungen authentisch berührend vermitteln und die glatte Eleganz des klassischen Balletts mit sinnlicher Leidenschaftlichkeit, der  Dramatik moderner Ausdrucksformen, grotesker Gestik  weiten. 

Münchner Staatsoper „Orlando paladino“

schabel-kultur-blog.de präsentiert Opernkritik in Münchner Staatsoper "Orlando Paladino"

©Wilfried Hösl
Münchner Staatsoper begeistert mit  Haydns „Orlando Paladino“ in einer raffinierten Inszenierung von Axel Hanisch

„Orlando Paladino“ beginnt wie ein Liebesschulze der 50er Jahre. „Medoro und Angelica“ schmachten auf dem Filmplakat. Der Film zur Ouvertüre indes zeigt sehr eindeutig das Liebesleben der alten Kinobetreiber, starker Tobak für so manche Zuschauer, die am Schluss das Regieteam entsprechend ausbuhten. Doch Axel Hanischs Regiekonzept ist überaus stimmig für diese „Opera Eroicomico“, komisches Heldenoper, wie Haydn sie benannte , zwar sehr komplex, aber auch umwerfend gut. Wer die Spielhandlung der Oper kennt, kann mehr genießen.