Landshut – „Retrospektive“ – das Lebenswerk von Robert Kaindl-Trätzl in der Großen Rathausgalerie 

Ausstellung "Retrospektive Kaindl-Trätzl" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Als Pleinairmaler bannte Robert Kaindl-Trätzl auf seinen Reisen durch Irland und Slowenien auf Papier. Bekannt wurde er durch seine Graphiken. Er ist ein Meister der Druckgrafik, beherrscht ungewöhnlich viele Techniken und entwickelte eine ganz spezielle künstlerische Handschrift, die man sofort erkennt. Anlässlich seines 80. Geburtstages war bereits 2021 eine große Retrospektive geplant, wegen Corona ist sie erst jetzt zu sehen…

Landshut – Sommerausstellung 2022 im Künstlerhof Hörlkam

Sommerausstellung Hörlkam 2022 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Schon von weitem zeugen die vielen geparkten Autos vom großen Interesse an der Eröffnung der Sommerausstellung im Künstlerhof Hörlkam. Drei Wochen lang dürfen Besucher die Harmonie von Kunst und Natur genießen. Wie Wächter stehen die großen Skulpturen in Hof und Garten, im „Gewölbe“ und im ehemaligen Schafstall, in der Scheune und in der Tordurchfahrt, die kleinen auf Fenstersimsen und in Nischen. Selten allein, öfter zu zweit, zu dritt, in Gruppen formiert entwickelt sich in den Räumlichkeiten eine archaische Aura, die durch die Weltraumbilder von Gastkünstlerin Iris Maria Nitzl mit kosmischer Weite korrespondiert… 

Landshut – „Shakespeare in Love“ – ein Schauspiel mit Musik – im Landestheater Niederbayern 

Theaterkritik "Shakespeare in Love" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Kann ein Dichter die wahre Natur der Liebe zeigen?“, auf diese Frage der Königin Elisabeth I. entsteht eine Wette und darum kreist Tom Stoppards Drehbuch für den Film „Shakespeare in Love“. Er wurde dafür 1999 mit einem Oscar ausgezeichnet, davor mit einem Goldenen Löwen, einem Golden Globe und einem Silbernen Bären. Dass „Shakespeare in Love“ auch auf der Bühne funktioniert, beweist die Inszenierung am Landestheater Niederbayern. Bei herrlichem Sommerwetter verzaubert „Shakespeare in Love“ das Publikum bei der Eröffnung der Landshuter Burgenfestspiele als vielschichtige Theaterversion, gleichzeitig Parodie über und Hommage an Shakespeare…

Berlin – „Bieke Depoorter. A Chance Entcounter“ im C/O Berlin

Ausstellung "Biete Depoorter" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Zufällige Begegnungen inspirieren Bieke Depoorter zu ihren Fotoprojekten. Wenn es klickt beim Kennenlernen, entstehen jahrelange persönliche Beziehungen, bei denen die Rollen zwischen Fotografin und Model verschwimmen, das Kräfteverhältnis, was die Fotografien darstellen sollen. Über die Fotografien will Bieke Depoorter die Menschen und ihre Entscheidungen verstehen lernen, ihre eigenen Barrieren überwinden und Selbstfindungsprozesse auf beiden Seiten unterstützen. 
In der aktuellen Ausstellung „Bieke Depoorter. A Chance Entcounter“  im C/O Berlin zeigt sie die Fotoserien „Agata“ und „Michael“…

Kulturmobil mit „Un-geheuer“ und „Extrawurst“ auf Tour in Niederbayern

Kulturmobil Niederbayern 2022 "Extrawurst" und "Un-geheuer" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Was getitelt mit „Extrawurst“ urbayerisch wirkt, entpuppt sich als Sozialgroteske überall und jederzeit in Deutschland vorstellbar. So wurde während der Premiere der Tennisclub in Deggendorf zur Zielscheibe menschlichen Ausrastens. Anlass ist die banale Anschaffung eines neuen Grills, woraus sich die Frage ergibt, einen zweiten Grill für Erol, den einzigen Türken, zu genehmigen. Er ist mit Torstens Frau im Doppel das Aushängeschild des Vereins, der sich unter dem dominanten Vorstand von Dr. Heribert Bräsemann sehr konservativ gibt. Es wird nur in Weiß gespielt, jede  Entscheidung suggestiv formuliert durchgewinkt. Der Vize Matthias hat nichts zu melden. Kein Wunder, dass über Mitgliederschwund geklagt wird.
Autor Dietmar Jacobs, deutscher Top-Kabarettist, mehrfach ausgezeichnet, präsentiert zusammen mit Autor und Comedian Moritz Netenjakov in „Extrawurst“ eine scheinbar harmlose Komödie mit sozialpolitischen Abgründen…

Deutschland – Borkum hat den schönsten Sandstrand

Borkums schönster Strand präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Es gibt viele schöne Strände in Deutschland. Die Qual der Wahl wird vielleicht erleichtert, vor allem aber auch die Neugier beflügelt, wenn für eine Insel mit dem Prädikat „schönster Strand“ geworben wird. Borkum holte sich diese Auszeichung. Zustande gekommen ist sie durch eine UrlauberInnenbefragung, die das  Online-Reiseportal „Travelbook“ jedes Jahr durchführt. Bei der Online-Abstimmung entfielen  die meisten Stimmen auf  die Nordseeinsel Borkum. Ein Jahr lang darf sich Borkum nun als Region mit dem schönsten Sandstrand nennen…

Italien – „BrixenClassics“ 

BrixenClassics 2022 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Mit Sir Bryn Terfel und Camilla Nylund, zwei frisch gekürten europäischen Kulturpreisträgern, gelang dem künstlerischen Leiter des Klassik- und Genussfestivals bei herrlichem Sommerwetter ein großartiger Auftakt bei der Zweitauflage von „BrixenClassics“. Beide huldigten in „A Night at the Opera“ den großen Komponisten von Verdi bis Wagner im stimmungsvoll-historischen Rahmen des Innenhofs der Brixner Hofburg…

Paul Mason „Faschismus – Und wie man ihn stoppt“ 

Buchrezension Paul Mason "Faschismus" präsentiert von ww

„Die Faschisten sind zurück – aber warum“,  konstatiert  Paul Mason in der Einleitung seines Buches. Was in den 1960er Jahren offiziell nicht mehr als existent erklärt wurde, ist wieder da, ständig angefeuert von den Möglichkeiten der Digitalisierung. Mit seinem neuen Buch „Faschismus – Und wie man ihn stoppt“ will Paul Mason, Autor des Bestsellers „Postkapitalismus“, die Ursachen erklären und bringt sie auf eine immer wiederholte Formel „Faschismus ist Furcht vor der Freiheit, geweckt durch eine Ahnung von Freiheit“…

Berlin – Tschaikowskys Märchenballett „Dornröschen“ in der Choreographie von Marcia Haydée

Ballettkritik "Dornröschen" Staatsballett Berlin präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Carabosse, die böse Fee, ist das Ereignis in der neuen „Dornröschen“-Choreographie von Marcia Haydée, die jetzt auch an der Deutschen Oper zu sehen ist. Für sie ist Carabosse das Zentrum und sie kann „Dornröschen“ nur choreographieren, wenn im Haus ein Tänzer die Rolle der Carabosse tanzen kann, ganz zu schweigen von der aufwändigen Inszenerierung und dem märchenhaften Bühnenbau. Die Staatsoper Berlin musste 177 Figuren auf die Bühne bringen, 300 Kostüme aus kostbaren Stoffen per Hand anfertigen..

Berlin – Borcherts „Draußen vor der Tür“ im Berliner Ensemble

Theaterkritik "Draußen vor der Tür" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Der Himmel leuchtet konsumbunt. Das ist wohl der aktuelle Knackpunkt in Michael Thalheimers Inszenierung von Borcherts „Draußen vor der Tür“ im Berliner Ensemble. Er will den Klassiker der Nachkriegszeit, 1947 uraufgeführt, jetzt vor dem russischen Angriffskrieg höchst aktuell, ins Bewusstsein unserer Zeit rücken. Das Konzept scheint zu funktionieren. Der Applaus für das exaltierte Spiel, insbesondere für Kathrin Wehlisch in der Hauptrolle des Kriegsrückkehrers Beckmann ist groß, obwohl die Inszenierung nicht auf emotionale Berührung zielt, sondern im Brecht´schen Sinne auf eine distanzierte analytische Betrachtung des Phänomens Krieg und seiner schrecklichen Folgen…

Berlin – Schrekers „Der Schatzgräber“ – eine Entdeckung an der Deutschen Oper

Opernkritik Schreker "Der Schatzgräber" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Schreker selbst ist „Der Schatzgräber“. Man muss die Zeit miteinbeziehen, als er diese Oper 1916 – 1918 mitten im Ersten Weltkrieg komponierte, um dieses höchst symbolische Werk zu verstehen. Der Märchenstoff decouvriert sich als Horrorgeschichte, statt Happyend Tragik. Schreker gräbt nach den musikalischen Schätzen seiner Epoche zwischen Impressionismus und Expressionismus, Symbolismus und Futurismus, führt sie zusammen, um seine Botschaft zwischen lyrischer Zartheit und apokalyptischer Wucht zu entfalten. Fehlt das Schöne, siecht der Mensch dahin. Die Handlung, mag sie auch spannende Moritat sein, ist sekundär. Im Vordergrund stehen die Seelenstimmungen infolge des Krieges, die Suche nach der verlorenen Schönheit, die durch das Neue nicht zu ersetzen ist, das Dahinwelken, wenn den Menschen die energetische Kraft der Liebe und das damit verbundene positive Lebensgefühl entzogen wird. 
Christof Loys Inszenierung bettet diese Botschaft in wunderbar traumatisch laszive Bilder, in denen materielle Gier und sexuelle Begierde der Liebe den Raum entziehen…