Berlin – „Indigo Waves and Other Stories“ im Gropius Bau 

Ausstellung „Indigo Waves and Other Stories“ präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de.

Ganz im Berliner Trend der postkolonialen Aufarbeitung rückt die Ausstellung „Indigo Waves and Other Stories“ im Gropius Bau eine neue geografische Perspektive ins Zentrum. Im Mittelpunkt steht der Indische Ozean mit seinen vielfältigen Kulturen, die unter dem maritimen Kolonialismus und durch den Bedarf nach Bodenschätzen zerstört wurden und werden…

Landshut – „bonne nuit chérie“- Bilder von von Lea Gudrich in der Galerie Kunstwerk

"bonne nuit chérie",Bilder von Lea Gudrich präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de.

Dem Blick des Kindes kann man nicht ausweichen. Es blickt mit Argwohn in die Welt, als hätte es in Untiefen geschaut. „In welche Welt wurden wir hineingeboren?“, scheinen Lea Gudrichs gemalte Kinder zu fragen, auch wenn sie die Künstlerin mit einer schützenden Aura umgibt. Oder schützen sich die Kinder durch ihre Aura selbst? Diese Ambivalenz macht diese Kinderporträts zum Spiegel des eigenen Denkens…

Berliner Theatertreffen –  „Ein Bus nach Dachau“ – Ein 21st Century Erinnerungsstück von De Warme Winkel in Kooperation mit dem Theater Bochum

Theaterkritik "Die Reise nach Dachau" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de.

Ein gigantischer, fensterloser Holzkubus auf der Bühne, davor ein Dozent mit einer kleinen Gruppe KZ-Besucher signalisieren sofort, worum es geht. Wie erhält man die Erinnerung an den Holocaust aufrecht?
Die Konzeption ist interessant. Die Bühne verwandelt sich von der Vortragssituation in ein Filmset über die Reise ehemaliger niederländischer Widerstandskämpfer in das Konzentrationslager Dachau, wo sie zwischen 1940 und 1945 interniert waren. 
Basis sind die Erinnerungen von Ward Weemhoffs Vater. Er schrieb ein Filmskript, das nie verwirklicht wurde. Sein Sohn, Mitglied des niederländischen Theaterkollektivs De Warme Winkel brachte es als experimentelles Theater „Ein Bus nach Dachau“ auf die Bühne in Kooperation mit dem Schauspielhaus Bochum und dem Internationalen Theater Amsterdam.  Die Inszenierung wurde für das Berliner Theatertreffen 2023 ausgewählt…

Berlin – „Daniel Boyd – Rainbow Serpent (Version)“ im Gropius Bau ein eindrucksvolles Raum-Bild-Konzept mit nachhaltiger Wirkung

Ausstellung Daniel Boyd-Rainbow Serpent (Version) präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ausgesprochen leer wirkt zur Zeit der Lichthof des Gropius Baus und doch ganz anders. Daniel Boyd hat den Boden verspiegelt, mit einer gelochten schwarzen Folie überdeckt. Barfuß darf man darüber laufen und blickt hinab in gespiegelte Untiefen, als wäre es eine Höllenfahrt. 
Sehr gekonnt hinterfragt Daniel Boyd damit das hierarchische Gefälle von oben und unten, Symbol für klassizistischen Imperialismus und die Ausbeutung durch den Kolonialismus. 
Zusammen mit den Bildern in der 1. Etage hinterfragt die Ausstellung „Daniel Boyd – Rainbow Serpent (Version)“ in einer sehr innovativ künstlerischen Auseinandersetzung westliche Wertmaßstäbe…

Berlin – Mit Philipp Stölzls „Das Vermächtnis“ vom Residenztheater München gelang ein fulminanter Beginn der Berliner Theatertage

Theaterkritik "Das Vermächtnis" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de.

Sieben Stunden Theater und kein bisschen langweilig! In einem Feuerwerk von schnell wechselnden Bühnensituationen verortet Philipp Stölzl das Epos homosexueller Historie über drei Generationen hinweg, von der Freiheit der 1970er Jahre über die epidemische Verbreitung des HIV-Virus Anfang der 1980er Jahre und der daraus folgenden Ächtung der Homosexuellen bis zur späteren gesellschaftlichen Akzeptanz. Doch es geht nicht um die Nabelschau Homosexueller, sondern um die Frage, welche Beziehungen lassen sich über Homosexualität herstellen, vermehren und gestalten. 
Die deutschsprachige Erstaufführung des „Vermächtnisses“ von Matthew Lopez frei nach dem Roman „Howards End“ von E. M. Forster am Residenztheater München wurde als Auftaktveranstaltung bei den Berliner Festspielen 2023 mit Standing Ovations gefeiert…

Berlin – „Dürer für Berlin – Eine Spurensuche im Kupferstichkabinett“

Ausstellung "Dürer für Berlin" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Berlin und Dürer? Passt das zusammen? „Sehr wohl“, meint Kurator Michael Roth, der die neue Ausstellung im Kupferkabinett „Dürer für Berlin“ ganz bewusst so in Bezug stellt, um Berlins Bedeutung mit der weltweit drittgrößte Dürer-Sammlung hervorzuheben und zugleich den Weg von Dürerkult, Dürerstreit und Dürerforschung aufzuzeigen, in dem sich die historische Entwicklung widerspiegelt von den Anfängen des Kupferstichkabinetts 1831 über die Reichsgründung 1871, die Gründerzeit und den Nationalsozialismus bis zur kriegsbestimmten Teilung der Bestände und ihrer Wiedervereinigung im Kulturforum 1994.
Anhand von 130 Meisterwerken wird das Gesamtwerk Dürers exemplarisch vor Augen geführt…

Berlin – „Daido Moriyama. Retrospective“ im C/O Berlin 

Ein Straßenköter wie ein Stier mit lauerndem Blick, wachsamen Ohren, offenem Maul im Schlagschatten eines sonnigen Tages. Man ist von dem Blick des Hundes gefangen und versteht sofort die große Kunst der Schwarz-Weiß-Fotografie, die Daido Moriyma entwickelte. Nach dreijähriger Recherche entstand mit „Daido Moriyma. Retrospective“ weltweit eine der umfangreichsten Ausstellungen des japanischen Fotokünstlers. Sie ist derzeit im C/O Berlin zum ersten Mal in Europa zu sehen… 

Valencia – das Naturschutzgebiet Albufera vor der Haustür – 6. Teil

Valencia präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Pinienwälder und Vogelsang, atmosphärische Sonnenuntergänge über der Lagune, im Naturpark Albufera umgeben von Reisfeldern, nur 11 km von der Stadt entfernt finden Valencianer und Touristen Entspannung und Erholung. Die Schönheit erschließt sich per Rad, zu Fuß auf einer der vielen ausgeschilderten Routen oder auf einer der angebotenen Bootsfahrten…

Valencia – zweitgrößter Containerhafen im Mittelmeer – 5. Teil

Valencia präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de.

Hafenstädte haben immer ein besonderes Flair. Aber der Port de Valencia ist in der Altstadt nicht präsent, obwohl er nur sieben Kilometer vom Zentrum entfernt liegt und die Bucht, ideal für einen Hafen, die Basis für die sehr frühe Besiedlung und spätere Stadtentwicklung gewesen ist. Heute ist das Hafen- und Industriegebiet durch die Verkehrswege von der Stadt, durch lange Kais von den Stränden separiert. Durch die Silhouette der Lastkräne ist der Hafen an den Stränden omnipräsent, wobei man seine Bedeutung zu ahnen beginnt… 

Valencia – Die „Ciudad de las Artes y las Ciencias“ – futuristische Architektur für Kultur und Wissenschaft – 3. Teil

Valencia präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Man glaubt nicht richtig zu sehen. Mitten in der grünen Flussoase des umgelenkten Turia eröffnet sich der Blick auf ein einmaliges avantgardistisches Gebäudeensemble. Die „Ciudad de las Artes y las Ciencias“ entstand 1991 bis 2006 nach den Entwürfen unter den Stararchitekten Santiago Calatrava und Félix Candela. Die Eröffnung des ersten Gebäudes des „Hemisfèric“ mit IMAX-3D-Kino, Planetarium und Laserium sorgte 1998  international für Schlagzeilen. Sechs weitere spektakuläre Projekte folgten, eines extravaganter als das andere. Zusammen bilden sie ein faszinierendes Wechselspiel von gerundeten Fassaden mit eigenwilligen Strukturierungen und seriellen Dekorelementen. Eingebettet in eine Wasserlandschaft, mit schwimmenden Zypressenlinien und Blumenrabatten akzentuiert ergeben sich immer wieder faszinierende Perspektiven zwischen Kultur und Natur…