Regensburg – Nenas „Nichts versäumt“-Konzert als Mega-Party

Nenas Konzert "Nichts versäumt" in Regensburg präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Unglamourös, aber sehr authentisch  und mitreißend begeistert Nena das Publikum bei den Regensburger Schlossfestspielen.

 Nena zündet wie eine Rakete. Von der ersten bis zur letzten Minute fetzt sie zwei Stunden lang über die Bühne, immer im direkten Kontakt zum Publikum, animiert, moderiert, hüpft, tanzt und singt, spielt zwischendurch selbst Gitarre. Ihre Fans lädt sie gleich zu Beginn ein vor der Bühne mitzutanzen, aufzustehen,  sie zu begrüßen und signalisiert freimütig. „Das ist mir zu wenig!“ Nena versprüht großzügig ihre Energie. Sie ist eine Frau, die macht, was sie will und gibt klare Ansage „Das is´ne Party, kein Theater“. 

München-Opernfestspiele-Standing Ovations für „Anna Netrebko“

Konzertkritik "Anna Netrebko" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Mit einem großen Fliederstrauß passend zum ersten Lied Rachmaninows „Vor meinem Fenster“ betritt Anna Netrebko die Bühne, und verzaubert vom ersten Ton das Publikum. Sie wählt vorwiegend unbekannte Arien, hat es nicht nötig mit großen Bestsellern zu funkeln. Gerade in der Schlichtheit ihrer Präsentation offeriert sich ihre grandiose Stimme und expressive Persönlichkeit. Durch die Überraschung des Unbekannten zwingt sie zum ganz genauen Zuhören und ermöglicht neue Entdeckungen, zum Beispiel die höchst poetischen Lieder Rimski-Korsakows. Zwanzig Arien singt Anna Netrebko, davon fast die Hälfte von russischen Komponisten. Über  Ramachaninows, Korsakows  und Tschaikowskys Melodien bringt sie ihre russische Seele zum Ausdruck, geprägt von der Sehnsucht der Liebe in allen Facetten.

Landshut – Ausstellung des Duisburger Kunstvereins

Duisburger Kunstverein in Landshut präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

14 Künstler mit 66 Arbeiten so zu präsentieren, dass der Betrachter nicht ermüdet, ist an sich schon eine Kunst. Dem Duisburger Kunstverein, der in einer Kooperation mit dem Landshuter Kunstverein in deren Galerie eine Auswahl seiner Künstler zeigt, gelingt das sehr gut. Durch eine  abwechslungsreiche Auswahl der künstlerischen Methoden  und Hängung, klare Informationen über Technik und Anliegen des Künstlers findet der Betrachter trotz der Vielfalt schnell einen Überblick. 

München – Opernfestspiele „Erwin Schrott in Concert – Tango Diablo“

Erwin Schrott "Tango Diablo" in der Münchner Staatsoper präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Gracias a la vida“ singt Erwin Schrott als Zugabe, spricht kurz mit seinen Musikern noch das Timing ab, damit das begeisterte Publikum noch mehr euphorisiert wird, wenn es zum Klatschen und Mittanzen animiert wird. Das kommt selten vor in der Münchner Staatsoper und ist erfrischend mitreißend wie ein Popkonzert. 

Erwin Schrott ist nicht nur ein großartiger Bariton. Mit „Erwin Schrott in Concert“ beweist er sein Talent als Tangosänger, Entertainer, Moderator, Bandleader und Mentor talentierter Ausnahmemusiker und als Dramaturg mit dem richtigen Gespür für atmosphärische Verdichtung, plakative Visualisierung und einem publikumswirksamen Programm.

Landshut – Burgenfestspiele „Sinfoniekonzert VIII“ im Landestheater Niederbayern

Auf hohem Niveau „Sinfoniekonzert VIII“ mit Werken von Bach, Schubert bis Händel begeisterte bei den Burgfestspielen Mit einem Sinfoniekonzert, inzwischen das achte, das Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman auf die Bühne brachte, wurde die dritte Premiere der diesjährigen Burgenfestspiele stürmisch bejubelt. Das Programm präsentierte drei berühmte Orchestersuiten aus der barocken Unterhaltungsmusik von Bach und Händel und eine romantische Tondichtung von Franz Schubert. Schon nach kurzer Einspielphase fand die Niederbayerische Philharmonie einen sehr warmen Farbklang, der sich während des Konzerts durch die dynamische Spannkraft noch intensivierte. Nach der feierlich getragenen Eröffnung der Ouvertüre von Bachs dritter Orchestersuite, dem flotten, sich ausgaloppierenden Tempo der Geigen dazwischen, zum majestätischen Finale wieder versammelt zeigte schon das zweite Stück, „Air“, Bachs weltberühmtes Lied, wie einfühlsam die Niederbayerische Philharmonie intoniert, der Bass continuo dezent pulsiert, sich die Melodiebögen weiten und harmonisch ausklingen. Lebensfroh, mit tänzerischer Grandezza erklangen Gavotte, Bourée und Gigne. In der vierten Orchestersuite begeisterten die drei Oboenspieler durch satte Klangfarben und klare Melodieführung. Im Wechselspiel von Bläsern und den Streichern wurde Bachs „Mehrchörigkeit“ sehr gut hörbar. Einmal mehr bewies die Niederbayerische Philharmonie, dass Händels „Feuerwerkmusik“ nichts von ihrer bombastischen Expression verloren hat. Mit Pauken und Trompeten, untermalt vom Streichorchester steigerte sich hier höfischer Glanz zur fanfarischen und jubilierenden Empfangsmusik durchwirkt von getragen tänzerischer Eleganz. Im Wechsel der Instrumentalgruppen und durch feinfühlige Dynamik gelangen der Niederbayerischen Philharmonie raffinierte Effekte von Distanz und Nähe, Ruf und Echo, die Jagd-, Reiter- und Tanzszenarien assoziierbar machten. Franz Schuberts Sinfonie Nr. 9 d brachte nach der Pause die Verinnerlichung in einem Netzwerk filigraner Melodien als romantische Geschichten im großen Puls dynamischer Vielfalt mit auftrumpfenden Bläsern, fulminanten Tutti, langgezogenen Decresendi. Das Scherzo präsentierte sich in fröhlicher Berauschtheit und tänzerischer Drehfreudigkeit miteinander kommunizierender Instrumentalgruppen und das Allegro fand im Spannungsfeld zwischen auftrumpfenden Bläsern und klangharmonischen Tutti ein famoses Finale. Mit einem von Basil H. E. Coleman regelrecht choreographierten Aufstehen der einzelnen Musiker beim lang anhaltenden Schlussapplaus würdigte er charmant und schwungvoll die Leistung der Instrumentalisten. Michaela Schabel

©Peter Litvai/Landestheater Niederbayern Mit dem „Sinfoniekonzert VIII“ wurde die dritte Premiere der diesjährigen Burgenfestspiele stürmisch bejubelt. Das Programm präsentierte drei berühmte Orchestersuiten aus der barocken Unterhaltungsmusik von Bach und Händel  und eine romantische Tondichtung von Franz Schubert. Schon nach kurzer Einspielphase fand die Niederbayerische Philharmonie einen sehr warmen Farbklang, der sich während des Konzerts durch die […]

München – Opernfestspiele – Richard Strauss´“Salome“ in ganz neuen Facetten

Operkritik "Salome" in München präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Hättest du mich angesehen,  du hättest mich geliebt… Und das Geheimnis der Liebe ist größer als das des Todes…“, das ist die Quintessenz von Salome. Aus diesem Satz ergibt sich das Drama dieses Mythos, der so schwer abstrus scheint. Salome, die Tochter Herodes, fordert den Kopf des Propheten, weil der ihre Liebe nicht erwidert. 

Nach Oskar Wildes „Salome“ komponiert entdeckt hier Regisseur Krzysztof Warlikowski wie Richard Strauss in der Musik ein Netz von erotischen Komponenten als analytisches Ursachenfeld und transponiert den biblischen Mythos vom  historisch römisch antiken Kontext in den Holocaust. 

Kroatien – Baška, ein Kleinod in Kroatien

Reisen nach Baška präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Zartrosa färbt sich der Morgenhimmel in ein türkises Blau, das Meer ist ganz ruhig, wird immer blauer. Die Kirchenuhr schlägt sieben. Noch ist es ruhig, bevor  Alltagsgeräusche und touristische Lärmkulisse den Hang hochschallen. Das ehemalige Fischerstädtchen Baška hat trotz Massentourismus noch einen besonderen Charme.  

Berlin – Festspiele Korngolds „Die tote Stadt“ an der Komischen Oper Berlin

Opernkritik "Die tote Stadt" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Iko Freese Eine Oper, in der sich alles um die Liebe dreht, passt natürlich bestens ins Schlafzimmer. Genau dorthin verortet sie Robert Carsen, und zwar ganz epochentypisch in die 1920er Jahre. Alles spielt sich in einem großen mondänen Schlafzimmer (Michael Levine)  des Fin de Ciecle ab. Das Zimmer kreist wie die Gedanken des Protagonisten um […]

Berlin – Festspielwoche  Paul Abrahams Operette „Roxy und ihr Wunderteam“ in der Komischen Oper

Operettenkritik "Roxy" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Während der Ouvertüre moderiert ein Radioreporter das Fußballmatch. Ungarn gegen England 1937. Das verquatscht zwar die Musik, aber schon ist man mittendrin in Paul Abrahams  Fußballoperette  „Roxy und ihr Wunderteam“, und zwar mit viel „Tempo, Tempo, Tempo!“ Von Matthias Grimminger und Henning Hagedorn etwas rekonstruiert und umarrangiert, ist trotzdem das ganze Material aus Paul Abrahams Komposition, die Hitler als zu satirisch verbieten ließ. 

„Toooor!“ – Ungarn siegt. Jetzt gilt es im Rückspiel in Budapest den Pokal zu verteidigen, aber statt ohne Sex und Alkohol auf einem abgelegenen Gut zu trainieren, kommt der Mannschaft eine entlaufene Braut und ein Mädchenpensionat in der Sommerfrische dazwischen. 

Der Kitsch der Handlung ist kaum zu übertreffen und kulminiert unter der musikalischen Leitung von Kai Tietje und der Regie von Stefan Huber zu einer herrlich aberwitzigen Fußball- und Liebesparodie mit ständigen überaus originellen Überraschungseffekten. 

Berlin – Festspielwoche Händels „Poros“ in der Komischen Oper  

Opernkritik "Poros" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Sensationell atmosphärisch ist schon das Bühnenbild. Dschungel wuchert Schwarz-Weiß im Hintergrund an den Seiten bis über die Decke hinweg und wandelt sich in dreidimensionales grünes, üppiges Urwalddickicht als Metapher für barocke Verschwendungssucht und indischen Prunk.Harry Kupfer weiß immer noch das Publikum zu faszinieren. Der 83-jährige Grandseigneur des Regietheaters macht aus Händels barocker Eifersuchtsgeschichte „Poros“  eine gelungene Kolonialparodie. 

Berlin – Festspielwoche „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ als gesungenes Psychogramm eine Uraufführung in der Komischen Oper

Opernkritik "M-Eine Stadt sucht einen Mörder" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ist er überhaupt der Mörder? Alles bleibt offen in Moritz Eggerts Auftragsoper „M – Eine Stadt sucht einen Mörder.“ Von der berühmten Verfilmung Fritz Langs verwenden Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper Berlin und Ulrich Lenz, das stark gekürzte Drehbuch. Mit Gedichten von Walter Mehring und Kinderliedern aus den 30er Jahren gelingt eine atmosphärische Verdichtung, die im Gegensatz zur dokumentarischen Außensicht im Film, auf der Bühne die Innenansichten des Mörders spiegelt, in denen die Realität in surreale Albträume abtaucht.

Landshut – Verdis „Nabucco“ bei den Burgenfestspielen des Landestheater Niederbayerns

Opernkritik "Nabucco" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Eine kluge Entscheidung des Intendanten Stefan Tilch war es, die Opern- Open-Air-Premiere im Prantlgarten trotz regnerischen Intermezzos nicht abzusagen. Wer nach der halbstündigen Regenpause nicht zurückkehrte, hat  einiges verpasst.Verdis populäre Choroper „Nabucco“ kreist um die komplexe Thematik von Religion und Macht. Es kommt nicht auf eine bestimmte  Religion, sondern  auf die Funktion der Religion als Glaube an eine zentrale Macht.

Regensburg – Ausstellung „Wie Bayern zum Freistaat wurde und was ihn so besonders macht.“ im neuen Museum der Bayerischen Geschichte

Haus der Bayerischen Geschichte präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Imposant ist das neue Haus der Bayerischen Geschichte. Aus der Luftperspektive ein graues Gegengewicht zum Dom im Kontrast zu der roten  Dächerlandschaft der Regensburger Altstadt dazwischen. Mit der Freitreppe zur Donau hin wurde aus einem staubigen Parkplatz (der Donaumarkt!) ein einladender Stadtplatz. In vier Jahren Bauzeit entstand für mehr als 88 Millionen Euro nach den Plänen der Architekten Wörner Traxler Richter aus Frankfurt am Main ein Museum, das sich jeglicher Kritik im Vorfeld zum Trotz in schlichter Reduktion in die Silhouette am Rand des UNESCO-Weltkulturerbes einfügt.