Deutscher Musikautorenpreis 2020 – Bettina Wegner für ihr Lebenswerk

Bettina Wegner, Musikautorenpreis, präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Die Sängerin und Liedermacherin Bettina Wegner wird mit dem Deutschen Musikautorenpreis der GEMA für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Wegner prägte mit ihren Texten entscheidend den Widerstand gegen die SED-Diktatur. Sie hat ihr Leben für die Musik gegeben und zählt zu den stärksten Stimmen ihrer Zeit.
„Bettina Wegner sollte uns allen ein Vorbild sein. Sie ist eine kompromisslose, klare Künstlerin, die konsequent und gegen alle gesellschaftlichen und institutionellen Widerstände ihren eigenen künstlerischen und politischen Weg ging. Ihre Lieder sind voller Kraft, Liebe, Trauer und Trost zugleich“, so  Sven Regener, Mitglied der diesjährigen Jury. 
Internationale Bekanntheit erlangte sie vor allem mit dem Chanson „Sind so kleine Hände“ („Kinder“) – die zentrale Botschaft ihres Liedes gilt bis heute: „Dass man Kindern, die ungeschützt und auf uns angewiesen sind, keine Art von Gewalt antun darf. Jedes ungeliebte Kind in dieser Welt ist eins zu viel.
Es sind vor allem ihre melancholischen Lieder, mit denen sie sich im kollektiven Gedächtnis verankert hat. Bettina Wegner hat sich voll und ganz der Musik verschrieben. Ihre Bühnenkarriere und ihre Texte haben sie letztlich ihre Heimat gekostet. Mit ihrem Lebenswerk beweist Wegner herausragendes Können und Rückgrat.

München – Verdis „I masnadieri“ in einer düster beeindruckenden Inszenierung von Johannes Erath

Opernkritik von Verdis "I masnadieri"präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Schillers Räubertragödie findet bei der neuen Inszenierung von Verdis „I masnadieri“  am Tisch statt. Eine lange Tafel wird zur Metapher familiärer Vertrautheit, verschwindet und erscheint wieder auf der Drehbühne  Weiß leuchtet dieser Tisch in den Grauabstufungen der Bühne und Kostüme, beides von Kaspar Glarner kreiert. Wie eine Gruft wirkt dieses Patrizierhaus, das sich durch illusorische Fotomontagen bombastisch wie eine Kathedrale der Macht weitet, zweifelsohne eine starke Kulisse für Schillers Sturm- und Drang-Stück seiner frühen Schaffensperiode.
Der deutsche Klassiker  wird von Librettist Andrea Maffei und Verdi auf ein italienisches Familienmelodram reduziert und von Regisseur Johannes Erath enorm psychologisch aufgeladen. Der Chor der Räuber fungiert hier in der Rolle innerer Dämonen. Sie quellen durch das Portal wie in einem Alptraum herein, umzingeln die Tafel, als wollten sie alles zerdrücken.  Amalia, die Brüder Carlo und Francesco bekommen ein stummes graues Alter Ego, wodurch die Doppelschichtigkeit von Wunschbildern und Realitäten ständig bewusst gemacht wird, statt leidenschaftlicher Umarmungen sich Distanzen aufbauen.

Landshut – Neue Gruppe München präsentiert Ausstellung „vis-a-vis“

Einiges zu entdecken gibt es von der Neue Gruppe München, die Arbeite im Landshuter Kunstkreis  präsentiert. Ein Dutzend Künstler stellen ihre besten Arbeiten "via á vis" aus. Die Bereits 1946 wurde die Neue Gruppe München  gegründet. Ein Jahr später fand bereits die erste Ausstellung im Lenbachhauss statt. Unter anderem machte sich die Künstlergruppe als Mitveranstalter der einstigen Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst einen Namen. Der gemeinsame Nenner der unterschiedlichen künstlerischen Handschriften in die Abstraktion, der Charme der Ausstellung die unterschiedlichen Materialien

Einiges zu entdecken gibt es von der Neuen Gruppe München, die ihre Arbeiten derzeit im Landshuter Kunstkreis  präsentiert. Ein Dutzend Künstler stellen ihre besten Arbeiten „via á vis“ aus. Die Bereits 1946 wurde die Neue Gruppe München  gegründet. Ein Jahr später fand bereits die erste Ausstellung im Lenbachhauss statt. Unter anderem machte sich die Künstlergruppe als Mitveranstalter der einstigen Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst einen Namen.
Der gemeinsame Nenner der unterschiedlichen künstlerischen Handschriften in die Abstraktion, der Charme der Ausstellung die unterschiedlichen Materialien…

Landshut – Peter Oberdorf inszeniert Jelineks „Am Königsweg“ im Landestheater Niederbayern

Jelineks "Am KÖnigweg" im Landestheater Niederbayern präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Der Countdown läuft. In 5, 4, 3, 2, 1 Minuten kommt der König. Zwei blonde Cheerleader künden ihn an. Doch schnell wandelt sich die angekündigte  Unterhaltungsshow in eine raffinierte Melange aus leisem Kammerspiel, beißender Groteske und antikem Opferspiel. 
2017 schrieb Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek „Am Königsweg“ nach dem Amtsantritt Donald Trump. Auf ihn zielt sie, wenn sie von den Untugenden des Führers spricht, auf Sophokles „König Ödipus“ spielt sie an, wenn die Machtträger gegenüber der Wahrheit völlig erblinden.  

Berlin – „Monet Orte“ – große Retrospektive im Potsdamer Barberini 

Berlin – „Monet Orte“ – große Retrospektiv im Potsdamer Barberini 

Der Andrang ist enorm. Mit einer der größten Retrospektiven des berühmten Impressionisten Claude Monet  wird  das Potsdamer Barberini zum Publikumsmagnet. 100 Gemälde sind  durch die Zusammenarbeit mit internationalen Museen in Paris, London, Madrid, New York, Los Angeles, Tokio und Canberra zu sehen. 

Das Ausstellungskonzept besticht durch Klarheit. Geordnet nach den Lebensorten, die Basis von Monets Kreativität, folgt man mit der geografisch biografischen Verortung gleichzeitig seiner künstlerischen Entwicklung in 14 Kapiteln. Während Monet in Deutschland sehr über seine Mohnfelder im Bewusstsein verankert ist, erlebt man jetzt die Vielfalt seiner Schlüsselmotive … 

Landestheater Niederbayern – „Willkommen bei den Hartmanns“ statt Komödie eine Groteske

Simon Verhoevens heiter beschwingte Filmkomödie  „Willkommen bei den Hartmanns“ macht 2016  mit Starbesetzung rund Senta Berger Furore. Die Landshuter Bühnenversion nach John von Düffels etwas reduzierter Bühnenfassung funktioniert anders.
Ganz bewusst verzichtet Regisseur Markus Bartl auf boulevardeske Stilmittel. Ihn interessiert weniger die Komödie als die darin verborgenen tragischen Elemente…

Landshut – Ursula Erb feiert ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum im Landestheater Niederbayern

Ursula Erb präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai/Landestheater Niederbayern Mit Stefan Sieb einem jungen Tanzlehrer begeisterte Ursula Erb in der letzten Spielzeit das Publikum so stark , dass die Inszenierung in die neue Spielzeit übernommen wurde. Als alter Dogsborough zwei Stöcken gestützt steht sie  jetzt in Brechts „Aufhaltsamen Aufstieg des Arturo Ui“ auf der Bühne. Es ist ihre 198. Rolle am […]

Berlinale – Fabio und Damiano Dínnocenzos „Favolacce“ (Böse Geschichten)

Filmkritik "Favollace", böse Geschichten, präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Von der Nähe wirkt das Haus in der nächtlichen Beleuchtung wie eine Villa. Doch der Schein trügt. Die Schrägluftaufnahme aus einiger Entfernung offeriert ein Reihenhaus. Durch ständige Perspektivwechsel entwickelt das Regisseur-Duo  nach dem Tagebuch eines Mädchen eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit, deren Wahrheit nur aus Lüge besteht, und mit anderen Lebensdramen verschlungen ist…

Berlinale –  Burhan Qurbanis  Weltpremiere von „Berlin Alexanderplatz“ als grandiose Metapher von Gut und Böse

Filmkritik "Berlin Alexanderplatz" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ida geht unter. Francis wird an die Küste gespült in ein neues Leben. In Berlin bekommt er eine zweite Chance. Jetzt will er seine Vergangenheit als Zuhälter und Menschenschmuggler hinter sich lassen, alles besser machen, gut sein, aber auch ein gutes Leben führen wie der kleinkriminelle Franz Biberkopf in Alfred Döblins  Roman „Berlin Alexanderplatz“. 
Um die Hälfte eingekürzt  wird Döblins Meisterwerk über einen Thriller im Berliner Flüchtlings-, Drogen- und Clubmilieu hinaus ein 3-stündiges Filmepos  von Gut im Böse  in der mythischen Tradition von „Faust“. Die Welt steht sinnbildlich  auf dem Kopf, wird von außen beobachtet, suggeriert durch die exzellente Kameraführung. Ekstatische Trommeln, melancholische Streicher,  Technobeats machen den  Puls der  extrem unterschiedlichen Welten und tiefgründigen Emotionen hör- und spürbar.

Berlin – Benjamin Brittens „A Midsummer Night´s Dream“ in der Deutschen Oper

Elfenkinderchor singt, Puck schwebt und purzelt durch die Lüfte fliegt. Von der ersten Sekunde an entrückt Ted Huffmans Inszenierung von „A Midsummer  NIght´s Dream“ in eine wunderbare Märchenwelt. Benjamin Britten hat die Oper in nur neun Monaten nach Shakespeares berühmten „Sommernachtstraum“ 1960 für ein Festival der neu umgestalteten Jubilee Hall komponiert, den Text um die fast die Hälfte gekürzt, den ganzen ersten Akt weggelassen, beginnt gleich Feenreich und  entwickelt die Figuren durch wunderbar musikalische Charakterisierung aus dem Spiel heraus.  Aus Shakespeares abgehobenen Märchenkomödie wird unter der Regie von Ted Huffmann und der musikalische Leitung Daniel Carters ein spannender, überaus amüsanter Opernabend.

Der Elfenkinderchor singt, Puck schwebt und purzelt durch die Lüfte. Von der ersten Sekunde an entrückt Ted Huffmans Inszenierung von „A Midsummer  NIght´s Dream“ in eine wunderbare Märchenwelt. Benjamin Britten hat die Oper in nur neun Monaten nach Shakespeares berühmtem „Sommernachtstraum“ 1960 komponiert, den Text um fast die Hälfte gekürzt, den ganzen ersten Akt weggelassen. Er beginnt gleich Feenreich und  entwickelt die Figuren durch wunderbar musikalische Charakterisierung aus dem Spiel heraus. 
Aus Shakespeares abgehobener Märchenkomödie wird unter der Regie von Ted Huffman und der musikalische Leitung Daniel Carters ein spannender, überaus amüsanter Opernabend.

Berlin –  „Guten Tag, liebes Glück“ – die neue Tournee von Max Raabe mit seinem Palastorchester mit Zwischenstopp im  Admiralspalast

Konzert Max Raabe und Palastorchester präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Mit Gute-Laune-Liedern  rund um das kleine Glück im Alltag,  beschwingt und heiter wie immer,  präsentiert Max Raabe das neue Programm seiner diesjährigen Tournee. Über dreißig Lieder singt er in seiner neuen Show, einige neue, viele bekannte, wie immer ganz schlicht in aufrechter Haltung vor dem Publikum  stehend in perfekter Optik  vom Scheitel bis zur Sohle. 

Max Raabe ist durch und durch ein Label für elegante Nostalgie, nicht nur ein vergnügter Songwriter und zauberhafter  Sänger  mit heller Knabentiefe und Schokoladenschmelz in der Tiefe, sondern auch ein exzellenter Conférencier.

Berlin – „El Prófugo“ (Der Eindringling)

Filmkritk "El Protego" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Inés (Érica Rivas)  ist  Synchronsprecherin, stöhnt zu knallharten Liebesszenen, erlebt Gewaltszenen intensiv mit, damit sie den richtigen Ton trifft. Den trifft sie immer schnell, weil sie höchst professionell arbeitet. Später stellt sich heraus, dass sie eine ausgezeichnete Chorsängerin ist. 
Doch ihr Leben ändert sich mit ihrer neuen Liebe. Die glückliche Szenen einer Urlaubsreise verwandeln sich in einen Thriller. Ihr Lebensgefährte würgt sie, stürzt sich nach einem Streit aus dem Hotelzimmer und zerschellt im Swimmingpool…

Berlinale – Weltpremiere von Petzolds „Undine“

Filmkritik "Undine" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Wenn er sie verlässt, wird sie ihn töten. Der Satz irritiert, erklärt sich aber durch den Titel. Christian Petzolds neuer Film „Undine“ kreist nicht um eine überzogene Liebesgeschichte. Was anfangs und zwischendurch wie ein Liebesthriller wirkt, fokussiert in Wirklichkeit um den Mythos „Undine“. Raffiniert verschwimmen im wahrsten Sinne des Wortes die realen Situationen. 
Petzold beginnt ganz schlicht zu erzählen, setzt dezente Hinweise auf den Mythos, in dem eine Nymphe stirbt, weil sie sich in einen Menschen verliebt, der diese Liebe verrät. 

Berlinale – „Oeconomia“

Filmkritik "Oeconomia" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Woher kommt eigentlich das viele Geld her? Diese interessanten Frage beantwortet Carmen Losmann mit ihrem Team in ihrem wirtschaftlich essayistischen Dokumentarfilm „Oeconomia“, den sie  in Kooperation mit dem ZDF und 3Sat aufgrund eines Gerd-Ruge-Projektstipendiums konzipieren und realisieren konnte.
Mit ganz einfachen, sehr ruhigen Bildsequenzen gelingt es Carmen Losmann das verkomplizierte kapitalistische Wirtschaftssystem in seinen grundlegenden Parametern so darzustellen, dass es jeder versteht. Die Faktenlage irritiert. Die Wirtschaftsleistung nimmt zu, ebenso  die  Verschuldung  und die Vermögenskonzentration, wodurch die soziale Schere zwischen Reichen und Armen immer mehr auseinanderklafft. Das Wachstum der Wirtschaft erfordert mehr Kredite. Immer mehr Kredite produzieren mehr Geld. Um die Kredite abzusichern muss wiederum mehr investiert werden. Dieser Kreislauf führt in eine Endlosspirale und letztendlich zum Exit…