Berlin – Ausstellung „Crash“ – Arbeiten von Lee Bul im Gropiusbau

Über Ausstellung "Crash" von Lee Bul in Berlin berichtet schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Dicke Monster hängen von der Decke. Filigrane Hybridwesen schweben im Raum. Spiegel verändern Erwartungshaltungen. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint in den Arbeiten von Lee Bul.

Die Südkoreanerin, 1964 in Seoul geboren, zählt zu den renommiertesten Künstlerin der Welt. Aufgewachsen in der Diktatur, mit Erfahrungen der schrittweisen Demokratisierung, ausgebildet als Bildhauerin mit Theatererfahrung entwickelte sie sich in den 30 Jahren ihres Schaffens zur politischen Performerin und gesellschaftlichen Visionärin. Ihre Arbeiten passen bestens in den historischen Kontext Berlins vor der Wende.

Berlin – „VIVID Grand Show“ im Friedrichstadt-Palast

"Vivid-Grand Show" in Berlin präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Brinkhoff/Moegenburg
Las Vegas in Berlin? Durchaus, mit der internationalen Produktion „VIVID Grand Show“ nach Text und Regie von Krista Monson aus Las Vegas,  übertrifft der Berliner Friedrichstadt-Palast alle bisher gezeigten Shows. Es ist eine Show optischer Superlative.  Phantastische Kostüme, exorbitante Hutkreationen, fantastische Akrobatik, rasante Revuetänze verdichten sich zu atemberaubenden  Bühnenperformances zwischen heroischen Kampfszenen und  lyrischen Momenten, komödiantischen Slapsticks und parodistischen Erotiksequenzen. Aufgepeppt mit einer gigantischen Lasershow über die riesige Bühne, um Seitenflügel erweitert bis mitten ins Publikum entwickelt sich eine einfache Geschichte, in der jeder Song eine neue Erlebniswelt entfaltet. 

Berlin – Ausstellung – „Frank Gehry Hans Scharoun, Strong Resonances Zusammenklänge“

Ausstellung "Gehry Scharoun" in Berlin präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel

Wie klingt die Stimme im Badezimmer? Wie klingt sie unter der Bettdecke? Der Raum beeinflusst den Ton. Deshalb ist der Bau von Konzertsälen eine überaus subtile Wissenschaft. 

Die Ausstellung „Frank Gehry Hans Scharoun, Strong Resonances Zusammenklänge“ präsentiert zwei Ikonen der modernen Architektur.  Anlass ist 50-jährige Partnerschaft Berlins mit Los Angeles, die bereits 2017 in Kalifornien mit dieser Ausstellung gefeiert wurde und jetzt mit einer wesentlich umfangreicheren Präsentation im Berliner Max-Liebermann-Haus direkt neben dem  Brandenburger Tor zu sehen ist.

Die beiden Architekten sind sich nie begegnet, doch ihre Bauten weisen unübersehbare Gemeinsamkeiten auf. 

Landshut – „Nathan der Weise“

Theaterkritik "Nathan der Weise" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Peter Litvai
„Schlägt Du meinen Juden, hau ich Deinen Juden“. Drei Stunden lang versucht Statistin Susanne Siedersberger das Graffitie aus dem Betonhalbrund vergeblich abzuwischen. Oder restauriert sie es? Die biblische Zahn-um-Zahn-Mentalität soll verschwinden, aber sie hat sich eingebrannt in das Denken der Menschen und ist  aktueller denn je.

Regensburg – „DER FAUST 2018“ – Verleihung des Deutschen Theaterpreises

Schon von weitem signalisierte das Regensburger Theater das große Ereignis. Rot beleuchtet strahlte der Theaterkomplex faustsche Energie ab, passend zu den roten Teppichen an allen Eingängen. Die Verleihung des 13. Deutschen Theaterpreises „DER FAUST“, der größten Auszeichnung,  sollte und wurde in jeder Beziehung ein Ereignis und Aufwertung nicht nur des Theaters, sondern ganz Regensburgs, denn bislang konnten  sich mit „DER FAUST“-Verleihung neben Berlin, München nur vorwiegend die Städte entlang der Rhein-Main-Neckar-Linie schmücken.

©Michaela Schabel
Schon von weitem signalisierte das Regensburger Theater das große Ereignis. Rot beleuchtet strahlte der Theaterkomplex faustsche Energie ab, passend zu den roten Teppichen an allen Eingängen. Die Verleihung des 13. Deutschen Theaterpreises „DER FAUST“, der größten Auszeichnung,  sollte und wurde in jeder Beziehung ein Ereignis und Aufwertung nicht nur des Theaters, sondern ganz Regensburgs, denn bislang konnten  sich mit „DER FAUST“-Verleihung neben Berlin, München nur vorwiegend die Städte entlang der Rhein-Main-Neckar-Linie schmücken.

München – Werner-Herzog-Filmpreis für  Liliana Díaz Castillo & Estephania Bonnett Alonso.

©Michaela Schabel 

©Michaela Schabel
Zum dritten Mal wurde im Münchner Filmmuseum der Werner-Herzog-Filmpreis vergeben. Dieses Jahr erhielten die Preisprämie von 5000 € an Liliana Díaz Castillo und Estephania Bonnett Alonso. Sie überzeugten durch ihre innovative Konzeption zur Schulung des Nachwuchses. An einem fremden, ursprünglichen Ort müssen die Jungfilmer innerhalb von 9 Tagen zu einem vorgegebenen Thema einen Kurzfilm von fünf bis zehn Minuten drehen. 

München – Staatsballet – Balanchines „Jewels“

Schön wie ein Edelsteincollier Perfekt getanzt Balanchines Meisterwerk „Jewels“ vom Münchner Staatsballett Die Tänzerinnen und Tänzer glitzern wie Juwelen und bringen die Musik auf höchsten technischen zum Strahlen. Alles funkelt betörend schön in Balanchines Meisterwerk „Jewels“, die Choreographie, Kostüme, Bühne, die Musik aus dem Orchestergraben unter der Leitung von Robert Reimer. Auch 51 Jahre nach der Uraufführung.verzaubert Balanchines neoklassischstes Ballett durch Schönheit und tänzerische Brillanz. Einer Anekdote nach inspirierte die Schaufensterauslage eines Juweliers in New York Balanchine zu diesem dreiteiligen Ballett. „Jewels“ erzählt keine Handlung, aber Ballettegeschichte und ist gleichzeitig eine Hommage an die Städte und deren Kulturen, in denen Balanchine lebte. Die drei Ballettsequenzen sind durch Farbstimmungen klar getrennt und dramaturgisch durch ein immer größeres Corps de ballet auf ein grandioses Finale zugespitzt. In „Emeralds“ formiert sich das Corps de Ballet in Smaragdgrün nach der spätromantischen Musik von Gabriel Faurés „Pelléas et Mélisande“ und „Shylock“ zu erhabenen Colliers und Diademen als Hommage an das elegante, sehr feminine Paris, wo Balanchine nach der russischen Revolution Fuß fasste. Grazil ständig auf Spitze in halblangen Tüllröcken mit fließenden, wogenden Armbewegungen wirken die zehn Tänzerinnen vor grüner Kulisse mit funkelnden Smaragden wie Elfen im Zauberwald voll schwebender Eleganz, intensiviert durch die beiden Solopaare. In immer höheren Hebungen entfalten die beiden Solistinnen (Prisca Zeisel, Jeanette Kakareka), verführerische Eleganz und anmutig zarte Weiblichkeit. „Rubies“ präsentiert das nervös schwungvolle und amüsierfreudige Lebensgefühl New Yorks. Geradlinig wie Werbegrafik leuchtet Rot auf schwarzen Bühnengrund. Kurz und kess signalisieren die rot funkelnden Kostüme Broadwayrevue, noch mehr der freche, sexy Tanzstil. Mit geflexten Händen und Füßen, viel Hüfte und Becken, damals zumindest gewagten Schieflagen zu Igor Strawinsky komplexem „Capriccio für Klavier und Orchester“ wirkt dieser Teil am modernsten und spritzigsten, mit Osiel Gouneo und Nancy Osbaldeston als sympathisch Revuestars und Prisca Zeisel rasante Soli. Solorolle. Mit 20 Tanzpaaren in glitzernden Weiß vor einer blau schimmernden Eishöhle beschwört Balanchine in „Diamonds“ den Prunk zaristischen Balletts seiner Heimatstadt Sankt Peterburg noch einmal herauf, durch den traditionellen Stil mit vielen Ports de bras, komplexer Beinarbeit, pittoresken Posen eine Reverenz an Ballettmeister Marius Pepita. Nach einem Feuerwerk von grandiosen aSoli mit spektakulären Sprüngen und rasanten Drehungen, einem festlichen Pas de deux (Ksenia Ryzhkova, Alexey Popov) nach Tschaikowkys „Sinfonie Nr. 3 D-Dur op. 29“ endet „Diamonds“ in einer majestätischen Polonaise. Das ist alles in allem Schönheit und Wohlklang pur, Balsam für die Seele. Michaela Schabel

©Winfried Hösl
Die Tlnzerinnen und Tänzer glitzern wie Juwelen und bringen die Musik auf höchsten technischen zum Strahlen. Alles funkelt betörend schön in Balanchines Meisterwerk „Jewels“, die Choreographie, Kostüme, Bühne, die Musik aus dem Orchestergraben unter der Leitung von Robert Reimer. Auch 51 Jahre nach der Uraufführung.verzaubert Balanchines neoklassischstes Ballett durch Schönheit und tänzerische Brillanz.

Kabarett – „Hader spielt Hader“

Kabarettekritik "Hader spielt Hader" präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Michaela Schabel
Was tun, wenn die Erwartungshaltungen immens sind? „Hader spielt Hader“, Nummern aus fünf Programmen und tourt damit bereits acht Jahre durch die Lande. Parodistisch ringt er um den richtigen Anfang, die Stimmungskurve, den bedeutsamen Satz am Schluss, über den sich das Publikum am anderen Morgen schmunzelnd erinnert. Leitmotivisch taucht diese strukturelle Ebene zwischen den einzelnen Erzählmonologen immer wieder auf, was das Ganze nicht flotter macht.

Film – „Werk ohne Autor“

Filmkritik "Werk ohne Autor" präsentiert von schabel-kultur-blog.de

©Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
Ein kleiner Junge Kurt schaut fasziniert in die leeren Augen einer modernen Skulptur. Doch diese Art der Kunst gilt als entartet. Seine kunstaffine Tante, fasziniert von schönen Tönen, wird wegen Schizophrenie vergast. Die beiden Onkel werden im Krieg erschossen. Vom Himmel fallen Staniolfolien, dann die Bomben. Das ganze Dorf brennt ab. Die DDR entsteht und aus dem kleinen Kurt wird ein Kunststudent, der sich ausgerechnet in die Tochter des SS-Euthanasie-Arztes verliebt, der für die Vergasung seiner Tante verantwortlich war. Trotz Karrieremöglichkeiten als Maler des Sozialistischen Realismus flieht Kurt mit seiner Frau in den Westen.

Berlin – Deutsche Oper – Alban Bergs „Wozzeck“

Opernkritik "Wozzeck" in deutscher Oper präsentiert schabel-kultur-blog.de

©Marcus Lieberenz
Wozzecks großes ernst trauriges Gesicht deckt die Bühne ab, jedes Mal wenn sein Leid sich gesanglos in der abgründigen Musik Alban Bergs verdichtet. Genau dieses Gesicht prägt sich tief in die Seele ein, gibt den wahnsinngen Tonskalen die expressive Optik von heute. Wir alle kennen diese Wozzeckschen Momente, in denen das Leid die Seele erstarren lässt.