Bayerischer Wald – Die „Regen-Maler“ feiern 25-jährigen Jubiläum

Ausstellung "Regen-Maler" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Malen ist meine Gefühlswelt“, bekennt Annemarie Pletl. Grün ist ihre Lieblingsfarbe und Grau als Summe aller Farben findet sie faszinierend. Ihre Frauenporträts „Unscharf“ sind bewusst vage, weil man in einem Bild eben nicht alles sehen kann. Annemarie Pletl reduziert, fragmentiert entwickelt eine ganz spezifische Farb- und Formensprache. Die Brücken sind komplex verschachtelt und verbinden doch die Menschen. Ihr „Traumbaumhaus“ weckt Sehnsüchte nach ursprünglicher Schlichtheit.  Annemarie Pletl malt nicht nur leidenschaftlich, sondern ist durch ihre Heimatverbundenheit, ihr kuratorisches Talent und ihre energetische Persönlichkeit der organisatorische Motor der „Regen-Maler“…

Landshut – Wagners „Siegfried“ am Landestheater Niederbayern – Von der Spielshow in den Mythenkosmos

Opernkritik Wagners "Siegfried" am Landestheater Niederbayern präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Wer wird Millionär?“ Siegfried hat das Zeug dazu. Gerade weil er gar nichts weiß, darum keine Furcht kennt, wird er zum Himmelsstürmer. Für des „Rings“ dritten Teil hat Regisseur Stefan Tilch ein Konzept zwischen Parodie und Mythos entwickelt, das allerdings erst im 2. Akt zündet. Ein Trailer zur Ouvertüre verweist jeweils auf Wotans Wirken. „Sehen. Statt schaffen“ ist seine Doktrin. Als Wanderer beobachtet er nur, ohne einzugreifen. Im Suchkreuz eines Satellitenbildes werden die Szenen verortet. Die Grenzen zwischen Bühne und magisch nebulösen Videowelten (Karlheinz Beer/Florian Rödl) aus denen Wotan erscheint, verschwimmen,  statt von Raben von einem blinkenden Minisatelliten beobachtet, Stefan Tilchs Freude für kleine Überraschungen geschuldet. Nach parodistischem Einstieg mausert sich Wagners „Siegfried“ zum großen Weltenepos…

Gesünder leben – entscheidend ist die richtige Ernährung und eine gute Verdauung

Gesunde Ernährung präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

90% aller Krankheiten sind durch falsches Verhalten verursacht, wobei falsche Ernährung einen sehr größen Anteil hat. Falsche Ernährung und Adipositas erhöhten sogar das Risiko für einen schweren Covid-17-Verlauf, sagt Matthias Riedl, Internist, Ernährungsmediziner und Diabetologe. Fast Food hat unsere Ernährungsgewohnheiten sehr verändert und verschlechtert. Umgekehrt können viele Krankheiten durch gute Ernährung verhindert oder vermindert werden, insbesondere Intoleranzen, Darmproblematiken oder Sodbrennen…

Berlin – Brecht-Weill-Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ in einer reduziert expressiven Version von Barrie Kosky

Opernkritik "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny präsäentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Aus dem Orchestergraben klingt es flott, messerscharf. Scharfkantig ist auch das Bühnenbild, reduziert auf einen grauen spitzen Winkel, zuerst mit netzartigen Strukturen für die visionierte neue „Netzestadt“ Mahagonny, später als Spiegelflächen in denen sich alles verachtfacht. Die Menschen tauchen aus  Löchern im Boden auf, werden von der Drehbühne verschoben, steigen heraus und verschwinden wieder.
In dieser Konzeption steht weniger der Kapitalismus als System, sondern der Mensch mit seiner Gier nach Glück durch Geld, Rausch und Sex, losgelöst von sämtlichen Wertstrukturen. Aus der Utopie wird eine Dystopie. Das passt bestens in die Gegenwart und natürlich auch zu Brechts neuem Opernverständnis, der Emotionalisierung die Erkenntniserfahrung entgegenzustellen, wobei die Musik eine außerordentlich große Rolle spielt. Manche Melodie zeigt die Nähe zur „Dreigroschenoper“ (1928), aber „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ kam als Vorstudie, „Mahagonny-Songspiel“ schon ein Jahr früher auf die Bühne, fand große Resonanz, wäre bei der Uraufführung der Mahagonny-Oper in Leipzig 1930  durch rechtskonservative und faschistische Parolen beinahe gescheitert und wurde der größte Theaterskandal des 20. Jahrhunderts.
Drei Loser, Begbick, Fatty und Dreieinigkeitsmoses wollen in der Wüste eine neue Stadt des Glücks bauen und hoffen auf Einnahmen von den reichen Holzfällern aus Alaska. Bibel und Thora werden mit schwungvollen Wurf der Wüste überlassen…

Landshut – „Reiten! Fritz Koenig und die Landshuter Hochzeit“ – ein Jahreskalender der besonderen Art

Fritz-Koenig-Kalender 2023 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Fritz Koenig war nicht nur ein großartiger Bildhauer, sondern auch ein guter Reiter, seit seiner Kindheit mit dabei bei der Landshuter Hochzeit. Alle drei Aspekte miteinander verbindend gelingt dem Freundeskreis Fritz Koenig e. V. ein überaus attraktiver „Jahreskalender 2023“ im quadratischen Tischformat.
Schon als kleiner Junge machte Fritz Koenig (1924-2017) bei der Landshuter Hochzeit mit. 1950 gestaltete er eine Anstecknadel. Sie ist jetzt das attraktive Covermotiv des Kalenders…

Frauenau – „Glass-Works“ – die schönsten Arbeiten eines europäischen Pilotprojekts

Ausstellung "Glass-Works" in Frauenau präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Gläser zum Gebrauch, Glas als Kunstobjekt, beides wird in der neuen Ausstellung „Glass-Works“ über die Grenzen Deutschlands über fünf verschiedene Glaslandschaften porträtiert und bestens präsentiert.
Über ein EU-Pilotprojekt konzipiert konnten sich drei Jahre nacheinander jeweils zehn aufstrebende Glasschaffende als Stipendiaten aus Dänemark, Tschechien, Deutschland in einem sechsmonatigen Trainingsprogramm im Bild-Werk Frauenau weiterbilden und Erfahrungen austauschen. Die schönsten „Glass-Works“ vorwiegend des dritten Projektjahrgangs wurden kombiniert mit Schaukästen der wichtigsten Glasregionen und -stilrichtungen zu einer Wanderausstellung zusammengestellt, deren letzte Station zur Zeit das Frauenauer Glasmuseum ist…

Würzburg – „Anatevka“ im Mainfranken Theater

Musical "Anatevak" am Mainfranken Theater Würzburg präsentiert von www.schabel-kultur-blog.dea

Mit dem Song „Wenn ich einmal reich wär…“ eroberte das Broadway-Musical „Anatevka“ die Welt. Es prägte den Blick auf die russisch-jüdische Volksseele. Die Uraufführung 1964 unter dem Originaltitel „Fiddler on the Roof“ in Anspielung auf Marc Chagalls gleichnamiges Gemälde mitten im Kalten Krieg, drei Jahre nach dem Bau der Mauer wurde umjubelt und im Folgejahr mit neun Tony Awards ausgezeichnet. Jetzt präsentiert das Mainfranken Theater Würzburg eine neue „Anatevka“-Version…

Berlin „alles in allem“ – Werke von Reinhard Stangl und Susanne Auslender in der Galerie Schmalfuss 

Aussstellung "Alles in allem" Reinhard Stangl und Susanne Aulender präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Landschaften lodern, Bars pulsieren in unterschiedlichen Farbstimmungen, dazwischen erinnern Holzskulpturen an kapitalistische Konsumanipulation und Ausbeutung oder bannen den Blick auf die intakte Welt bunter Blumen. 
Mit zwei extrem unterschiedlichen künstlerischen Positionen überrascht Galerist Michael Schmalfuß mit der sehr offen getitelten Ausstellung „alles in allem“ mit Werken von Reinhard Stangl und Susanne Auslender…

„Merkel – Macht der Freiheit“

Filmkritik "Merkel - die Macht der Freiheit" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Merkel glänzt nach vier Legislaturperioden zu den gegenwärtigen politischen Problemen mit Schweigen. Sie verweist auf ihre Biografie, die 2024 ihre Sicht auf die politische Landschaft offerieren wird. Im Vorfeld kommt ab 24. November der Film. „Merkel – Macht der Freiheit“ in die deutschen Kinos. Anhand einer geschickten Collage von Archivmaterial und Interview mit Journalisten und Politikern, Freunden und Kritikern entwickelt Regisseurin Eva Weber ein äußert sympathisches Porträt der einstigen, in diesem Film zuweilen sehr attraktiven Kanzlerin, mit der Aura eines Stars bereits auf dem Filmplakat…

Berlin – „No Signal“ – Gemälde von Christopher Hartmann in der König Galerie

Ausstellung "No Signal" Galerie König Berlin präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Trotz der vielen Handys gibt es „No Signal“ einer menschlichen Kommunikation. In seinem neuen 6-teiligen Bilderzyklus, den Christopher Hartmann derzeit in der Berliner König Galerie präsentiert, porträtierte er nach Fotografien mit dem Pinsel eine multikulturelle Clique junger Menschen in London am Ende des Lockdowns im Frühjahr 2022. Trotz trendigen sportlichen Einheitslooks wirkt jeder für sich wie ein Einzelplayer. Aus dem fotografischen Augenblick werden malerische Ikonen heutiger Entfremdung…

Berlin – „Paintings“ von Matti Kujasalo in der Galerie Friese

Ausstellung "Paintings" berlin Galerie Friese präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Die Bilder Matti Kujasalos flimmern. Wie Vexierbilder verändert sich je nach Entfernung zum Bild und Fokussierung auf das Bild deren Wahrnehmung. Der Grund ist die ganz spezielle Art und Weise, wie Matti Kujasalo seine Bilder erstellt. Seine jüngsten Arbeiten, in denen die Farbe eine immer größere Rolle spielt, sind derzeit in der Berliner Galerie Friese zu sehen…

Europa – das „Silk Road Symphony Orchestra“ entwickelt eine „European Silk Road App“ 

"European Silk Road App" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Entlang der chinesischen Seidenstraße entwickelte Xi Jinpings Diktatur das imperiale Konzept sich die Welt einzuverleiben. Mit der „Belt and Road Initiative“ begann Xi Jinping 2013 mit dem systematischen Ausbau der verkehrstechnischen Infrastruktur vom Gelben Meer bis zum Atlantik. 
Konträr dazu zielt das „Silk Road Symphony Orchestra“ auf eine „Europäische Seidenstraße“ als kulturelles Vernetzungsprojekt auf der Basis humanitärer, freiheitlich demokratischer Werte. Ab 23. November wird dafür die „European Silk Road App“ freigeschaltet und das Projekt im RRB vorgestellt…

Landshut – „Remix und Interferenzen “ – interessante Fotoarbeiten von Georg Küttinger 

Ausstellung "Remix und Interferenzen" Georg Küttinger präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Der Augenblick, den eine Fotokamera abbildet, genügt Georg Küttinger nicht. Er fügt gleich mehrere Augenblicke multiperspektivisch zusammen, um neue Wahrnehmungsmöglichkeiten zu schaffen. Dabei entwickelte er zwei Techniken, die er derzeit im Kunstverein Landshut unter dem Motto „Remix und Interferenzen“ präsentiert…

Torsten Sträter  „Du kannst alles lassen, du musst es nur wollen“ – Kabarett in Prosa

Buchrezension Torsten Sträter  „Du kannst alles lassen, du musst es nur wollen“ präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Seinen postalischen Rückmeldungen nach wird Torsten Sträter als lässiger und eloquenter Typ wahrgenommen. Er selbst ironisiert seine entspannte Ausstrahlung mit der Selbsterkenntnis, ein „ziemlicher Idiot“ zu sein, um den Schwachsinn, den er produziert, zu entschärfen. Aber was er schreibt, slamt, kabarettisch inszeniert trifft mitten die Paranoia heutiger bürokratisch gesellschaftlicher Strukturen. Indem er seine eigenen Blamagen im Alltag offeriert, spiegelt er Facetten, die den Lesern nicht unbekannt sein dürften…