Landshut – „Reflex“ – Holzschnitte, Lithografien und Bilder von Bernd Zimmer in der Galerie Jahn

Bernd Zimmer präsentiert von www.schabel-kultur-blog-de

Bernd Zimmer zählt neben Rainer Fetten zu den bekanntesten Vertretern der „Neuen Wilden“, die  Ende der 70er Jahre in Berlin durch ihr Malerkollektiv und ihre figurative, farbintensive Malerei Furore machte. Jetzt zeigt die Galerie Jahn Bernd Zimmers Holzschnitte, Lithografien und Bilder, die vorwiegend in den letzten vier Jahren entstanden…

Passau – „Die Antwort des Bildes“ – Fotografien von Verena von Gagern-Steidle im Museum Moderner Kunst

Ausstellung "Die Antwort des Bildes" von Verena von Gagern-Steidle präsentier von www.schabel-kultur-blog.de

„Antwort des Bildes“ auf die Wirklichkeit ist das große Thema Verena von Gagern-Steidles (*1946). Ihre Arbeiten sind vielseitig. Doch einige Stilmittel blieben über Jahrzehnte hinweg, die Vorliebe für Schwarz -Weiß-Fotografien, das Licht, die sich daraus ergebenden atmosphärischen Wirkungen, ungewöhnliche Perspektiven und Details, wodurch in scheinbaren Idyllen hitchcockmäßige  Abgründe spürbar werden.
„Die Antwort des Bildes“ ist bereits 2016 als Buch erschienen. Jetzt sind die zuweilen sehr beeindruckenden  Bilder im Museum Moderner Kunst in Passau zu sehen. Nach Werkgruppen chronologisch in den einzelnen Räumen gehängt, wirkt die Ausstellung sehr übersichtlich und nachhaltig…

München – Camille Schnoor bekommt den Kunstförderpreis 2020 für Darstellende Kunst

Kunstförderpreis für Camille Schnoor präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Der Bayerische Kunstförderpreis in der Sparte »Darstellende Kunst« geht in diesem Jahr an Camille Schnoor. Sie ist seit der Spielzeit 2016 I 2017 im Ensemble des Staatstheaters am Gärtnerplatz, wo sie u. a. als Julie in der Uraufführung der Oper »Liliom«, Donna Elvira (»Don Giovanni«), Mimì (»La bohème«) und Hanna Glawari (»Die lustige Witwe«) zu hören war. Gerade gab sie ihr umjubeltes Rollendebüt als Tatjana in Tschaikowskys Oper »Eugen Onegin«…

Landshut/Passau – Johann Strauss´“Fledermaus“ als Corona-Persiflage

Strauss´ "Die Fledermaus" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Kokettiert wird aus eineinhalb Meter Entfernung, geküsst mit einer Plexiglasscheibe dazwischen, und Papa Söder observiert per Foto zwischen den Akten des Gefängnisbüros und das Motiv der Operette avanciert zur Wuhan-Fledermaus.  

In Kooperation mit Dramaturgin Swantje Schmid-Bundschuh gelingt Stefan Tilch ein turbulentes Operettenspektakel, das die Corona-Maßnahmen persifliert. Ja, „als Künstler hat man es dieser Tage nicht leicht.“ 
Die Figuren werden zeitaktuell aufpeppt, doch die  Story bleibt gleich. Doktor Falke will sich bei seinem Freund Eisenstein auf einem Maskenball für einen Streich revanchieren, bei dem Falke als Fledermaus verspottet wurde. Jetzt ist Eisenstein der Düpierte, als er auf dem Maskenball mit der eigenen Frau anbandelt. 
Regisseur Stefan Tilchs Inszenierung oszilliert zwischen operettenhafter Nostalgie und deren amüsant ironischer Brechung…

Landshut – Landshuter Literaturtage

© Fotomontage Heinz Brunner

Vom 19. November bis 4. Dezember dreht sich währen der 20. Landshuter Literaturtage literarisch und vortragsmäßig alles aus unterschiedlichen Zeitperspektiven um die Zukunft. Ein Dutzend Lesungen, Buchvorstellungen und Vorträge skizzieren gute und schlechte Zukunftsträume von einst und heute. Dafür kommen Ingo Schulze, Karl Olsberg, Laura Lichtblau, Severin Groebner, Bernhard Lübbers und Sina Trinkwalder eigens nach Landshut. Mit dabei sind aus Landshut Oliver Karbus, Lisa Gusel und Markus Mayer (Akkordeon), Heidi Prax und Thomas Ecker.

„Uns geht es um die Freude am Lesen und am Zuhören, um kurzweilige Unterhaltung und Inspiration“, so Uta Spies, die seitens der Stadt Landshut  zusammen mit Christian Muggenschnabel, freier Journalist und Autor, die Landshuter Literaturtage auch dieses Jahr konzipieren und organisieren…

Dubai – „The Palm Fountain“ – die größte Fontäne der Welt

Dubai "The Palm Fontain" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ungeachtet der Besinnung auf ökologischen nachhaltigen Tourismus wirbt Dubai mit einem weiteren Superlativ. Am 22. Oktober 2020 wird auf einer Wasserfläche von 1300 Quadratmetern „The Palm Fountain“, die größte Wasserfontäne der Welt auf der futuristischen Insel Palm Jumeirah bis zu 105 Meter in die Höhe schießen und durch 3.000 mehrfarbige LED-Leuchten illuminiert…

Landshut – Ausstellung „Gewachsen“ im Kunstverein

Filigrane Objekte schweben in der Luft, kleine Bildformate erfordern den nahen Blick. Beides zusammen entwickelt trotz der luftigen Hängung eine intensive poetische Atmosphäre.  Ende 2018 hatten sich Renate Höning und Barbara Sophie Höcherl für eine Ausstellung im Landshuter Kunstverein beworben, Ende 2019 bekamen sie für Oktober 2020 eine Zusage, so dass über ein Jahr ihre kreative Arbeit für die Ausstellung „Gewachsen“ ist. Der Titel ist damit Konzept, gleichzeitig ein Wortspiel bezüglich der verwendeten, sehr unterschiedlichen Materialien, gewachsene Seerosen und Wachs. Die starke Materialorientierung verbindet beide Künstlerinnen. Wie die Ausstellung zeigt, entstehen gerade durch deren Diversität spannende Synergieeffekte...

Filigrane Objekte schweben in der Luft, kleine Bildformate erfordern den nahen Blick. Beides zusammen entwickelt trotz der luftigen Hängung eine intensive poetische Atmosphäre. 
Ende 2018 hatten sich Renate Höning und Barbara Sophie Höcherl für eine Ausstellung im Landshuter Kunstverein beworben, Ende 2019 bekamen sie für Oktober 2020 eine Zusage, so dass über ein Jahr ihre kreative Arbeit für die Ausstellung „Gewachsen“ ist. Der Titel ist damit Konzept, gleichzeitig ein Wortspiel bezüglich der verwendeten, sehr unterschiedlichen Materialien, gewachsene Seerosen und Wachs. Die starke Materialorientierung verbindet beide Künstlerinnen. Wie die Ausstellung zeigt, entstehen gerade durch deren Diversität spannende Synergieeffekte…

München/Haar – „Tangos Zwischen Himmel und Hölle“ 

David Tobias Schneiders "Tangos Zwischen Himmel und Hölle" präsentier von www.schabel-kultur-blog.de

David Tobias Schneider, Schauspieler mit Faible für Tango, startet mit seiner zweiten Tangoshow . Ein Jahr lang arbeitete er an „Tangos zwischen Himmel und Hölle“, nun mit eigenen Songs und eigenen Texten, geprägt von den abstrusen Erfahrungen durch die Pandemie, die sich im Sehnsuchts- und Weltschmerzgefühl einiger Songs spiegeln. „So hätten wir sie uns zum Jahreswechsel noch nicht ausgemalt“…

München – „Einer gegen alle“ frei nach dem gleichnamigen Roman von Oskar Maria Graf als Uraufführung im Residenztheater

"Einer gegen alle" im Münchner Residenztheater präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Der, nein drei Kriegsheimkehrer in schillernden Abendkleidern mit Feldgepäck irritieren das Publikum. Als smarte Schönlinge im Krieg kaum vorstellbar singen, rezitieren, schreien sie ihren Kriegsfrust vom Morden hinaus. Nichts haben sie im Krieg gelernt außer zu töten. Nichts sind sie außer Kriegsmaterial, Gefangene eines Systems, das sie kurz in den Frieden entlässt, um sie dann neu zu rekrutieren.
Vor grauer Fassadenbühne mit einem Tod als Graffiti, von düsterer Musik untermalt, bleibt das Schlachtfeld leer, kehrt die Bürgerlichkeit scheinbar zurück. Doch der voyeuristische Blick durch Videoprojektionen, vorwiegend live quer über die obere Hälfte der Bühne leuchtet  in die Kammern dahinter, in den  Zugwaggon Richtung, Hof und in den psychischen Ausnahmezustand dieser Gestrandeten und Gestrauchelten. Entlang optischer Effekte inszeniert  Alexander Eisenach „Einer gegen alle“ als Groteske im Münchner Residenztheater…

Haruki Murakami – „Die Chroniken des Aufziehvogels“

Haruki Murakami "Die Chroniken des Aufziehvogels" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Von Haruki Murakami, (1949) ist einer der bedeutendsten Schriftsteller Japans, ein Meister des magischen Realismus. Seine Helden sind auf der Suche nach dem eigenem Ich, kämpfen gegen den Verlust von Freunden. In Träumen erschließt sich die Wirklichkeiten des Unterbewusstseins. Jetzt erscheint endlich sein zentraler 1000-seitiger Roman „Die Chroniken des Aufziehvogels“(1994/95), mit dem er international berühmt wurde. Schon 1998 gab eine aus dem Amerikanischen übersetzte Kurzversion. Ursula Gräfes präsentiert nun die aus dem Japanischen übersetzte Originialversion.
Für Murakami-Liebhaber sind „Die Chroniken des Aufziehvogels“ Genuss pur, wer zu lesen beginnt, gerät schon auf der ersten Seite in den Sog von Murakamis Erzählstil. Wie so oft entwickelt er aus der ganz alltäglichen Situation eines unbedeutsamen Ich-Erzählers ein traumatisch ineinander verflochtenes Netz von außergewöhnlichen Individuen, die auf magische Weise miteinander in Verbindung stehen, wodurch Okada über seine persönliche Sinnsuche mit historischen Gräueltaten, zeitökonomischen Ausbeutungsstrategien und psychopathischer Inkarnationen des Bösen konfrontiert wird…

Film – „Babylon Berlin“ – die dritte Staffel

"Babylon Berlin" Dritte Staffel präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Babylon, einst Ort der Verirrung und moralischen Grenzwertigkeit, wurde als Label für das Berlin der 20er Jahre zum Erfolgsetikett. In „Babylon Berlin“, ein Ausstattungsfilm vor historischem Hintergrund wurde mit nichts gegeizt, renommierte Schauspieler, authentische Spielorte und Kostüme auf allen Ebenen, quer durch alle sozialen Schichten.  
Heute wird in der dritten Staffel die Geschichte nach auf der Basis von  Volker Kutschers „Der stumme Tod, dem zweiten Roman seiner Gereon-Rath-Beststeller, weitergesponnen, von Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten wie schon in den ersten beiden Staffeln in ein spannendes Drehbuch für eine Kriminal-Fernsehserie verwandelt, produziert von X Filme Creative Pool in Koproduktion mit ARD, Degeto, Sky und Beta Film.
Wer die ersten beiden Staffeln kennt, fühlt sich sofort mitten im Geschehen, das in den ersten Folgen ziemlich vorhersehbar, dann aber raffinierte Verschleierungstaktiken entwickelt…

Bewusster leben – beim „Zu gut für die Tonne!“ kann jeder mitmachen

"Zu gut für die Tonne!" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, sechs Millionen davon in Privathaushalten. Wie Verbraucherinnen und Verbraucher die Lebensmittelverschwendung reduzieren können, zeigt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit dem Projekt „Zu gut für die Tonne!“ bereits seit 2012.  Ziel ist es die Lebensmittelverschwendung pro Kopf um die Hälfte zu reduzieren. Bis 13. November können sich Unternehmen, Start-up, Gastronomie, landwirtschaftlicher Betrieb, wissenschaftliche Einrichtungen, Kommunen und Privatpersonen, mit einem innovativen Ansatz zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bewerben…

Berlin/Bonn/Hamburg – Modellprojekt zur Digitalisierung von Konzerthäusern

Für Schabel-Kultur-Blog besucht Michaela Schabel regelmäßig die Konzerte im Pierre-Boulez-Saal Berlin.

Der Pierre Boulez Saal startet heute in Kooperation mit dem Beethovenfest Bonn und dem Ensemble Resonanz (Hamburg) ein Modellprojekt zur Digitalisierung von Konzerthäusern und Bühnen. Ziel ist es, das Online-Angebot des Konzertsaals der Barenboim-Said Akademie während der Corona-Krise und auch darüber hinaus weiterzuentwickeln und zu erweitern…

Berlin –  Wagners „Die Walküre“ in der Deutschen Oper

Wagners "Walküre" an der Deutschen Oper präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Was macht ein Flügel mitten im Bühnenbild von Wagners „Walküren“? Er wird zur Zauberkiste und zum Karaokezentrum. Alternierend agieren die Sänger in pathetischer Wagnerpose und aus dem Korpus wallen die Nebel, tauchen die Figuren in zuweilen schrägen Kostümen auf und ab als parodistische Anspielungen auf Wagners unerschöpflichen Ideenreichtum und Vorliebe für Pomp. Regisseur Stefan Herheim in Kooperation mit Silke Bauer (Bühne) weiß mit Bühneneffekten, Statisten und Licht (Ulrich Niepel) die langatmige Handlung zu beleben. Aus der parodistischen Überzeichnung taucht man dennoch in den verkorksten Götter-Mythos ein. Die Inszenierung ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, wahrnehmbar in den Buhrufen für die Regie, erlaubt aber durch die hintergründige, sehr stringente Konzeption einen ungewohnt humorvollen Blick auf „Die Walküre“. Großartig sind die Sängerinnen. In der jetzt wieder sehr angespannten Corona-Situation Wagner in voller Länge auf die Bühne zu bringen, zeugt von der mutigen Intendanz an der Deutschen Oper…

Halle – Händels Oper „Teseo“ als Medea Pasticcio

Opernkritik "Teseo" in Halle präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Was tun, wenn Händelfestspiele wegen der Pandemie ausfallen mussten  und deren Highlight „Teseo“ ein halbes Jahr später unter den strengen Parametern der Hygieneregeln nur noch 90 Minuten lang, unter Einhaltung der Abstandsregeln auf die Bühne kommen soll?
Dramaturg Philipp Amelungsen und Regisseur Martin B. Berger leisteten Großartiges, machten aus der barocken Eifersuchtsgeschichte um König Teseo ein überwältigendes  Medea-Opus, in dem einfach alles passt…