Ridley Scotts „House of Gucci“

Filmkritik "The House of Gucci" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Die Ermordung des Gucci-Erben Maurizio Gucci sorgte 1995 für Schlagzeilen. Plötzlich kam die ganze Familienunternehmen, „The House of Gucci“  auf den Prüfstand. Sarah Gay Fordens gleichnamiger Roman mit „eine sensationelle Geschichte von Mord, Wahnsinn, Glamour und Gier“ untergetitelt, gibt die Eckdaten für Regisseur Ridley Scott herrlich parodistischen Film, in dem das menschliche Elend aufblitzt, ohne wirklich weh zu tun, weil in der Welt der Superreichen Sorgen in Watte gebettet sind und die Menschen egal wie ohnehin nur immer 150prozentig nur ihre Egos befriedigen. Untergang und Neuerfindung der Gucci-Marke bilden den Hintergrund, im Mittelpunkt stehen aber die Guccis dominiert von der eingeheirateten Patrizia Reggiani
In Überlänge, fast drei Stunden glaubt der Zuschauer hinter die Kulissen einer außerordentlich kultivierten Familie zu blicken und entdeckt nur, was er ohnehin kennt, menschliche Schwächen, Dummheit, Sturheit, skrupellose Gier nach Geld und Macht, Eigenschaften, wie sie de kapitalistische Gesellschaft auf laufenden Band produziert. Dieses Leben ist nicht besonders spannend, aber angenehm wie ein Wellnessurlaub auf höchsten Level…

Vorankündigung –  „You-tube-Comic-Erklär-Video“ zum 230. Todestag von Wolfgang Amadé Mozart

"Mozartwoche 21" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Pünktlich zu Mozarts 230. Todestag rollt die Stiftung Mozarteum Salzburg online die Hintergründe über Mozarts Tod breitenwirksam über ein animiertes Erklär-Comic-Video auf. 
Am 5. Dezember 1791 um 0.55 Uhr fand man den in seiner Zeit schon sehr berühmten Komponisten tod in seiner Wohnung in der Rauhensteingasse in Wien. Sein Tod ist eng verknüpft mit seinem letzten Werk, dem „Requiem“ KV 626. Die Entstehungsgeschichte des weltberühmten Werks hat das Zeug zu einem wahren Schauerroman…

Berlin – „Church for Sale“ – eine überaus interessante Ausstellung im Hamburger Bahnhof

Ausstellung "Church for Sale" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Dass Kirchen verkauft oder ganz anders genutzt werden, passiert immer öfter. 16 KünstlerInnen aus verschiedenen Generationen setzen sich durch elementare Formen und die serielle Anordnung der Minimalart der 60er Jahre derzeit in der großen Ausstellungshalle des Hamburger Bahnhofs mit dem Thema „Church for Sale“ weit über die ökonomische Fragestellung hinaus. Weit über die prekäre Situation der Kirchen hinaus spiegelt die Ausstellung das sozioökonomische Desaster der breiten Massen und die fehlende Barmherzigkeit unter dem Menschen. Es reicht nicht einmal mehr für einen Holzsarg…

Landshut – „Geierwally“ mit Barbara Katz in den Kammerspielen

Theaterkritik "Geierwally" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Ein Jodler im Hintergrund, eine Metallschaukel wie ein Halbmond wippt. Aus ihr krabbelt Barbara Katz ganz in Hellblau und beginnt in knappen zwei Stunden die „Geierwally“ nach dem Heimatroman von Wilhelmine von Hillern nach der Theatralisierung von Diana Anders zu erzählen und über ein Dutzend Rollen zu spielen. Sie kann das mit Bravour. Man hat ihre großartig rustikal packende Inszenierung von „Frau Luther“ noch im Kopf.

Als Geierwally spannt Barbara Kratz den Bogen vom Baby, ein Mädchen in Hellblau, weil der Vater immer einen Sohn haben wollte, bis zur mutigen Frau, die für ihre Liebe kämpft und doch den Kampf gegen die Männerwelt verliert, die sie nur für das eigene Ego benutzen…

Landshut – „Winter im Licht“ – Bilder von Bernhard Kühlewein in der Ausstellungskirche Heiligeist

Ausstellung Bernhard Kühlewein "Winter im Licht" in Landshut präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

In den Nebeltagen unserer Breiten sind die Bilder von Bernhard Kühlewein ein Lichtblick. Er malt den „Winter im Licht“, so bunt, so schön, so leuchtend, wie er an sonnigen Tagen im Hochgebirge sein kann und er zeigt Waldstimmungen, die jedem Naturfreund das Herz höher schlagen lassen. „Winter im Licht“ gibt in der Ausstellungskirche Heiliggeist einen Einblick in Bernhard Kühleweins Schaffen der letzten Jahre…

Landshut – „Insider for Outsider“ – Ölbilder von Stefan Lenhart im Kunstverein

Ausstellung von Stefan Lenhart in Landshut präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Zum Jahresende überrascht der Landshuter Kunstverein mit Stillleben von Stefan Lenhart. Er zeigt nicht nur seine Ölbilder, sondern inszeniert sie adäquat zu den Möglichkeiten der u-förmigen Räumlichkeiten des Kunstvereins auf langen dunklen Tapeten, Fotografien der Bodenabdeckungen in seinem Atelier. Dadurch intensiviert er zum einen die latente Melancholie der dargestellten Sujets. Manches wirkt aber auch viel zu bunt, unruhig und mindert die Wirkung der Bilder…

Landshut – 51. Jahresausstellung im Kunstverein in der Großen Rathausgalerie

51. Jahresausstellung des Kunstvereins präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Die Jahresausstellungen des Kunstvereins entwickelten sich in den letzten Jahren immer wieder zu einem interessanten Überblick und zeigen in diesem Jahr fast 130 Exponate. Einzelne Künstler überraschen mit neuen Facetten. Die Arbeiten neuer Mitglieder setzen Akzente und erweitern Vergleichsmöglichkeiten. Als Besonderheit können in den beiden Kabinetten bzw. in der Pfeilerhalle jeweils drei Künstler ihr Werk ausführlich präsentieren. Das ist in diesem Jahr besonders gut gelungen…

Vorankündigung – „Urban Life“ – Bilder und Skulpturen in der Galerie Schmalfuss

Ausstellung Berlin "Urban Life" in der Galerie Schmalfuss präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

In Berlin ist eine „Urban Life“-Ausstellung bestens verortet. Damit gibt Galerist Michael Schmalfuß etlichen seiner von ihm protegierten Künstlern Raum ihre Werken zu zeigen.
Verena Guther beispielsweise interessieren die Dichte und Vielschichtigkeit einer Stadt, die ständigen Veränderungsprozesse und die daraus resultierenden Wunden. Aber „Es ist nicht der Ort an sich, welcher mein Interesse weckt, sondern die atmosphärische Eigenart, die in all ihrer Komplexität für mich spürbar ist“…

Landshut – „Die kleine Hexe“ im Landestheater Niederbayern

Theaterkritik "Die kleine Hexe" im Landestheater Niederbayern präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Simsalabim“, „Hokuspokus“, ja die kleine Hexe muss noch etwas üben. Nicht jeder Zauberspruch gelingt. Aber ihr Freund, der Rabe Abraxas ist zuversichtlich. Erst 127 Jahre jung wird die kleine Hexe schon noch das Zaubern lernen. In dem Alter darf sie nicht einmal bei der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg mit den anderen Hexen mittanzen. Sie will trotzdem hin, heimlich am Rand dabei sein. Der Vorhang öffnet sich und schon ist  das Publikum mittendrin in der Walpurgisnacht mit drei wuchtig kostümierten Hexen und dazu einer Oberhexe wie ein Wurzelwerk…

Eric-Emmanuel Schmitt „Madame Pylinska und das Geheimnis von Chopin“

Buchkritik Eric-Emmanuel Schmitt „Madame Pylinska und das Geheimnis von Chopin“ präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Und wieder überrascht Eric-Emmanuel Schmitt mit seinem neuen Buch mit einem ungewöhnlichen Titel.  Durch seinen Roman „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ wurde er weltberühmt. Mit einer kleinen alltäglichen Geschichte, die letztendlich alles andere als gewöhnlich ist, verzaubert er jetzt durch die seltsame „Madame Pylinska und das Geheimnis von Chopin“ seine Leser. Der Ich-Erzähler, wie sich am Schluss herausstellt, mit deutlich autobiografischen Zügen, ist als Kind fasziniert, wenn seine Tante Aimee dem alten Flügel Chopin entlockt. Ein prägendes Erlebnis…

Kartoffeln – Nur wenige Sorten statt natürlicher Vielfalt

Kartoffeln präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Kartoffeln sind in Deutschland Grundnahrungsmittel. Jeder Deutsche isst im Jahr bis zu 36 Kilogramm Kartoffeln. Deutschland war 2019 nach China, Indien, Russland, Ukraine und USA der sechstgrößte Kartoffelproduzent und drittgrößter Kartoffelexporteur. 
Einst aus den südamerikanischen Anden nach Europa gebracht wurden Kartoffeln bereits im 17. Jahrhundert in deutschen Landen angebaut und wegen ihres guten Geschmacks und der leckeren Zubereitungsmöglichkeiten schnell heimisch. 
Heutzutage sind Kartoffeln sehr beliebt, weil sie reich an Kohlenhydraten, Eiweiß, Magnesium und Eisen sind, Vitamine B1, B2 und C enthalten, mehr Kalium als Möhren oder Kürbisse und mit einem Anteil von 80 Prozent Wasser darüber hinaus auch noch sehr kalorienarm sind. 
In Deutschland sind etwa 240 Kartoffelsorten zugelassen, doch in den Supermärkten kann man meistens nur zwischen zwei oder drei Arten auswählen…

Richard Powers „Erstaunen“

Buchkritk Richard Powers "Erstaunen" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Robin, ein 9-jähriger hochbegabter Junge mit Asperger-Zügen kommt über den tödlichen Unfall seiner Mutter nicht hinweg. Zwischen Apathie und Aggression wird er zum Außenseiter. Sein Vater, ein Wissenschaftler will ihn schützen, wehrt sich gegen die Schulleiterin seinen Sohn mit Psychopharmaka einzustellen. Als der Sohn wegen einer verbalen Provokation einem Schulkameraden durch einen aggressiven Schlag das Nasenbein bricht, eskaliert die Situation…

Landshut – „Riveder le stelle – Mimmo Paladino“ – Bilder von Mimmo Paladino als Hommage an Dante Alighieri

Ausstellung Mimmo Paladino in LAProjects präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Alighieri Dante (1265-1321) feiert dieses Jahr seinen 700. Todestag. Was haben Dante und der postmoderne Künstler Mimmo Paladino (*1948) gemeinsam? Beide sind nicht nur Italiener, über 700 Jahre hinweg verbindet sie die Suche nach Antworten auf existentiellen Fragen. Beide werden in der künstlerischen Reduktion auf das Wesentliche fündig. Für Galerist Jörg Ludwig war genau dieser Gedanke der Impuls für die Ausstellung, abgesehen von seinem Faible für italienische Künstler und seinen ausgezeichneten Kontakten nach Italien. „Revider le stelle“, zu deutsch „die Sterne wiedersehen“, nennt er seine neue Ausstellung in der Galerie LAProjects, die durch zunehmend angespannte Lage der Pandemie gleichzeitig zur Metapher für die Bewahrung der Hoffnung durch das Aufleuchten von Schönheit wird…

Landshut – „Franz Högner – Das historische Gewissen der Stadt und der Landshuter Hochzeit 1475″ in der kleine Rathausgalerie

Ausstellung in Landshut "Franz Högner" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Franz Högner (1903 bis 1979) gehört du den Künstlern, die Landshut im 20. Jahrhundert geprägt haben. Aufgewachsen in einer Handwerkerfamilien mitten in der Stadt nahe dem Kloster Seligenthal  und ein lebenslanger „Hochzeiter“ war er durch und durch ein begeisterter Landshuter, der sich Zeit seines Lebens dafür einsetzte, dass die schöne Altstadt erhalten blieb, die ihn immer wieder zu künstlerischen Arbeiten inspirierte. Aus heutiger Sicht sind seine Zeichnungen „Das historische Gewissen der Stadt und der Landshuter Hochzeit 1475″, so der Untertitel der aktuellen „Franz Högner“-Ausstellung in der kleinen Rathaushalle. Mit fast 60 Zeichnungen und Aquarellen wird Franz Högners Sicht auf Landshut lebendig…

Sebastian Meises „Große Freiheit“ – ein Film über die Kriminalisierung von Homosexuellen

Filmkritik "Große Freiheit" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Hans  liebt Männer und deshalb verbringt er sein Leben in Gefängnissen. Franz Rogowski spielt diesen Homosexuellen, der von der „Großen Freiheit“ nur hinter Gittern träumen kann. Erst 1968 wird der § 175 endlich abgeschafft. Sebastian Meises Film „Große Freiheit“ setzt viel früher ein mit Hitlers Überwachungsmethoden, der Übernahme der gefangenen Homosexuellen durch die Amerikaner 1945 bis zu den  immer noch katastrophalen Haftbedingungen 1968 in deutschen Gefängnissen. Es ist ein Film, der betroffen macht und Homosexualität genauso mit emotionalem und menschlichem Tiefgang zeigt wie heterosexuelle Liebe …