Berlin – „Was essen wir morgen?“ – Internationale Grüne Messe in digitaler Version

Internationale Grüne Woche 2022 präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Die Transformation von Land- und Ernährungswirtschaft gelingt nur gemeinsam.“ Darin waren sich die geladenen Spitzenvertreter aus Politik und Landwirtschaft einig. Zum Auftakt der Internationalen Grünen Messe, die dieses Jahr wiederum bis zum 29. Januar stattfindet. diskutierte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir mit Fachleuten der Agrar- und Ernährungswirtschaft über die Notwendigkeiten für den Transformationsprozess der Branche.
Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, verwies auf die Bedeutung von Messen wie der IGW, um die Transformation hin zu mehr Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz für VerbraucherInnen erlebbar zu machen. Zudem forderte Özdemir einen Mentalitätswechsel.Doch über allgemeine Floskeln und Feststellungen kam  das Eröffnungsgespräch „Wie essen wir morgen?“ nicht hinaus. Das Wie blieb unbeantwortet und begnügte sich mit dem Bekenntnis zur trendigen „Transformationsprozess“-Floskel …

Berlin – „Starke Frauen“ – Diana Anders und Barbara Kratz präsentieren großes Theater mit einfachsten Mitteln

Theater-Barbara Kratz

Als „Irrwischkönigin“, „Orlando“, „Alexandra“, „Frau Luther kocht“ und zur Zeit als „Geierwally“ bleibt Barbara Katz den Besuchern ihrer Vorstellungen im Kopf. Sie spielt in jedem Stück nicht eine, sondern eine  Vielzahl von Rollen. Selbst die „Nibelungen“ sind in ihrem Programm.

Dass das immer so herrlich klappt, liegt an Barbara Kratzs Lebenspartnerin. Diana Andres schreibt und inszeniert die Stücke. Beide entwickeln die Kostüme, die Bühne, das Licht, die Musik. Hochprofessional decken sie alle Jobs ab, die einem Theaterbetrieb anfallen…

Berlin – „Muhammad Ali“ – in der Galerie Camera Work

Ausstellung "Muhammad Ali" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Am 17. Januar hätte der legendäre Boxer Muhammad Ali seinen 80. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Grund widmet die Berliner Galerie Camera Work dem „Sportler des Jahrhunderts“ eine Ausstellung, leider nicht in den Ausstellungsräumen, sondern nur virtuell  und über personalisierte Zusendung des Exposés. Gezeigt werden die bedeutendsten Porträts Muhammad Alis, darunter Fotoikonen dieses Ausnahmesportlers, da der mit namhaften Fotokünstlern zusammengearbeitete…

Landshut – „Malerei. Peggy Berger“ – Figurative Ölgemälde in der Galerie Kunstwerk

Ausstellung-Peggy Becker

Ein schwimmendes Mädchen mit geschlossenen Augen, ein träumender Junge, schemenhafte Frauen mit der Imagination eines andern Lebens. Peggy Berger malt nicht nur ausdrucksstarke Porträts. Durch das ungewöhnliche Ambiente verwandelt sie die Bilder in irritierende Geschichten, die Realität, Erinnerungen und Traumwelten verbinden, mitunter wie Seifenblasen des Bewusstseins aufsteigen und in surrealen Arrangements wesentliche Momente menschlicher Existenz offerieren. Als magischen Realismus bezeichnet Peggy Berger ihre Bilder, mit denen sie den Betrachter auf eine Reise in innere Welten schickt. 
Mit „Malerei. Peggy Berger“ erweitert Galeristin Anke Plath ihr Ausstellungskonzept moderner figurativer Malerei um neue tiefgründige Facetten…

Berlin – „Painter´s Portrait II“ von Malern II“ Bilder von Chunqing Huang als Kunst über Kunst in der Galerie „68projects“

"Painter´s Portrait" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Der Titel „Painter´s Portrait II“ ist irreführend. Chunqing Huang porträtiert weder Monet noch Cézanne, sondern deren Malstil. Ihre Bilder sind keine Imitationen wie bei Beltracchi, sondern eigenständige expressive Farbkompositionen durchdrungen vom Geist und Malstil berühmter europäischer Maler…

Landshut – „Luftlinie“ – Arbeiten der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft

Neue Münchner Künstlergenossenschaft präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Luftlinie“ ist ein dankbares Thema. Dazu passt einfach alles, erst recht in Zeiten der Pandemie, wo die Luftlinien der Distanzen mehr denn je deutlich spürbar sind. Wegen Corona hat sich die Ausstellung um ein Jahr verschoben. Jetzt können die Mitglieder der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft endlich ihre Arbeiten präsentieren, mangels Ausstellungsmöglichkeiten in München im Kunstverein Landshut und nur in begrenzter Auswahl. 29 von 80 Mitgliedern wurden von einer fachkundigen Jury ausgewählt. Sie zeigen 43 Arbeiten…

Berlin – „In Sight. Oberflächen, Ansichten, Durchsichten“, Arbeiten von Thomas Kitzinger und Hans Thomann in der Galerie Schmalfuss

Galerie Schmalfuss präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„In Sight“ sind die künstlerischen Perspektiven von Thomas Kitzinger und Hans Thomann. Ihre unterschiedlichen Herangehensweisen eröffnen den Blick auf konträre „Oberflächen, Ansichten, Durchsichten“, was den Reiz in der neuen Ausstellung in der Galerie Schmalfuss ausmacht…

72. Berlinale – Isabelle Huppert bekommt den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk

Berlinale 2022 Goldener Ehrenbär für "Isabelle Huppert" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Isabelle Huppert ist mehr als eine gefeierte Schauspielerin, sie ist eine unnachahmliche Künstlerin, die nicht zögert, Risiken einzugehen oder sich dem Mainstream entgegenzustellen. Die Vergabe unseres prestigeträchtigsten Preises an Isabelle Huppert ist ein Bekenntnis zum Kino als unabhängige und bedingungslose Kunstform“, kommentiert die Entscheidung das Berlinale-Leitungsduo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian. Isabelle Huppert ist ein Beispiel dafür, dass SchauspielerInnen nicht nur ein Werkzeug in den Händen von RegisseurInnen sind, sondern selbst filmische Konzepte mitgestalten und emotionale Impulse setzen können.

72. Berlinale – Start mit „Peter von Kant“

Eröffnunge Berlinale mit "Peter von Kant" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Wer ist „Peter von Kant“? François Ozons neuer Film ist eine freie Interpretation von Rainer Werner Fassbinders Meisterwerk „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ (1972). Ozon macht aus Petra einen Mann, gespielt von Denis Menochet, an seiner Seite Isabelle Adjani und Hanna Schygulla, zwei charismatische Schauspielerinnen. Ozons Film ist eine Hommage an den Originalfilm und gleichzeitig an Fassbinder…

Markus K. Brunnermeier „Die resiliente Gesellschaft. Wie wir künftige Krisen besser meistern können.“ 

Brunnenmeiers Buch "Die resiliente Gesellschaft" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Gerade die Pandemie zeigt, dass die Gesellschaft derzeit überfordert ist, auf Krisen adäquat zu reagieren. So wie in der Elektrizität die Parallelschaltung die Serienschaltung ablöste und damit flächendeckend für eine Versorgung mit Licht ermöglicht wurde, muss man auch sozialpolitische Modelle entwickeln, Krisen effektiv begegnen zu können.
Genau darum geht es in Markus K. Brunnermeiers Buch „Die resiliente Gesellschaft. Wie wir künftige Krisen besser meistern können.“ Gleich zu Beginn bringt Brunnermeier einen anschaulichen Vergleich mit der Natur. Nicht wie eine Eiche soll die Gesellschaft sein, sondern wie Schilfrohr. Die Eiche bricht beim Sturm, das Schilfrohr nicht, was bedeuten soll, „ich beuge mich, aber ich breche nicht.“ Brunnermeier will Panik durch tragfähige Modelle ersetzen, statt Schockstarre flexibles Reagieren, robust, alias resilient, so das derzeitige Trendwort, auf Krisen reagieren …

Berlin – „Ku’damm 56“ – die Serie jetzt als Musicaluraufführung im Theater des Westens

Musicalkritik "Ku'damm 56" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

„Ich habe mich gerade in mich selbst verliebt“. Monika, alles andere als eine Bombe, strahlt am Schluss. Gerade sie, die ständig von ihrer Mutter als „unmöglich“ degradiert wird, wagt inspiriert vom in Mode kommenden Rock’n’Roll als einzige der drei Töchter ein Leben in Freiheit.
Was dazwischen passiert in der Tanzschule „Galant“ wurde durch den ZDF-Dreiteiler „Ku’damm 56“ vor fünf Jahren zum TV-Hit. Jetzt soll sich auf Initiative von Drehbuchautorin Annette Hesse der Hype auf Musicalebene wiederholen. Die Weltpremiere als Musical am Berliner Theater des Westens besticht durch eine dichte Inszenierung und flotte Musik aus der Feder von Peter Platz und Ulf Leo Sommer. Markante Szenen aus der TV-Produktion fehlen, dafür sorgen das Drehbuch für parodistischen Witz und die Mutter-Brause Band für einen mitreißenden Rhythmus…

Grandiose Verfilmung von Joel Coen „The Tragedy of Macbeth“ in limitierter Auflage in deutschen Kinos

Filmkritik Joel Coens "Macbeth" präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Weit oben am Himmel kreisen drei Vögel. Sie wirken im Nebeldunst wie weiße Tauben, doch je tiefer sie tauchen, desto dunkler, größer, bedrohlicher werden sie. Sie sind ähnlich wie in „Krabat“ Symbole des bösen Zaubers, hier durch eine Hexe statt der drei in Shakespeares „Macbeth“. In der neuen Coen-Verfilmung werden die Vögel in Schwärmen dramatisches Überraschungsmoment wie bei Hitchcock, zusätzlich zum mythischen Bild des Bösen schlechthin. „Macbeth“ gehört zu den großen Königsdramen Shakespeares, zigmal verfilmt und jetzt wie ein wuchtiges expressives Theaterstück mit filmischen Ausdrucksmitteln. 
In Schwarz-Weiß-Optik zwischen stilisierter Betonburg und magischen Landschaften, in historischer Optik und altertümlich rhythmisiertem Englisch gelingt Coen, der zum ersten Mal ohne seine Bruder Ethan Regie führt, ein grandioses „Macbeth“-Epos, erstklassig besetzt mit Denzel Washington und Frances McDormand , zweifache Oscar-Preisträgerin und Ehefrau Joel Coens…

Berlin – „How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen“ in Kunstgewerbemuseum und „seine Vorgänger“ ist zu ergänzen

"How to Dior" im Berliner Kunstgewerbemuseum präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Durch figurbetonte Silhouetten, sehr schmaler Taille  und weit schwingende Röcke gelang Dior nach dem Zweiten Weltkrieg ein „New Look“, der von der Modewelt und den Menschen begeistert aufgenommen wurde. Doch nicht Dior steht im Mittelpunkt der Ausstellung, sondern der Weg über Epochen hinweg  „How to Dior“…

Berlin – Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ als schrille Parodie in der Komischen Oper 

Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt" an der Komischen Oper Berlin präsentiert von www.schabel-kultur-blog.de

Das Silvesterpublikum scheint sich köstlich zu amüsieren. Selten ist Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ derart schrill und sexy zu sehen. Barrie Kosky liebt es die amourösen Passagen ins erotisch Witzige auszudehnen und an einstiges abgedrehtes Berliner Varieté-Amüsement anzubinden. Getanzt wird, in der Hölle natürlich noch mehr als im Himmel, dass die Fetzen fliegen, als putzige Bienchen, knackige Teufel in Glitzerkostümen auf Nude-Optik oder in pinkfarben unterlegten Cancan-Röcken. Jede Tanzeinlage ist ein flirrendes Revue-Highlight in klassischen Formationen mit originellen Gags und hocherotischen Schwingungen. Perfekt gelingt es Kosky durch seine schmissige Personenregie, die SängerInnen und den Chor miteinzubinden und humorvolle Tableaus zu arrangieren. Das Problem sind die satirisch comicartig angelegten Sprechpassagen, die nur kurz durch Originalität amüsieren und schnell nerven. Zu viel Ulk, zu wenig Offenbach…