"Kultur macht glücklich"


Murnau und das Blaue Land: Kunst, Natur und Ausflüge

Veröffentlicht am:

von

Murnau und das Blaue Land: Kunst, Natur und Ausflüge

Murnau, Blick vom Oberen Marktplatz auf das Moos © Michaela Schabel

Murnau und das Blaue Land: beeindruckende Moorlandschaften, Wander- und Radwege, das Münter-Haus und die Kunst des Blauen Reiters.

Das Blaue Land: Moorlandschaft und Alpenpanorama

Murnau besticht durch seine Natur und Kunst, den weiten Blick auf die Alpensilhouette, flache Moorlandschaften, blaue Lichtstimmungen und expressionistische Kunst.

Längst sind Murnau und das Blaue Land durch die geschickte Touristikwerbung Synonyme geworden. Der expressionistische Maler Franz Marc schwärmte als erster vom „blauen Land“ und meinte die bläulichen Lichtstimmungen, die sich in bestimmten Wettersituationen zwischen feuchtem Moos und Horizont vor dem Alpengebirge bilden. 

Rund eine Million Tagesgäste besuchten Murnau 2026, so Alexandra Thoni, Leiterin des Referats Tourismus & Kultur. Die Zahl liegt damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Rund 230.000 Übernachtungsgäste blieben im Durchschnitt 4,7 Tage. Während andere Orte über rückläufige Besucherzahlen klagen, hält Murnau sein hohes touristisches Niveau. Der Tourismus ist inzwischen der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Was macht den Markt Murnau so attraktiv?

Das Blaue Land 

Das blaue Land ist mehr als ein Slogan. Auf einer Anhöhe gelegen, bietet Murnau einen einzigartigen Blick auf das Moos und die Alpen in der Ferne. Umgeben vom Staffelsee, Froschhauser See und Riegsee, bietet Murnau ganz unterschiedliche Landschaften und viele Sportmöglichkeiten. Der Skitourismus spielt trotz der guten Verkehrsanbindung an Garmisch Partenkirchen nach wie vor keine große Rolle, weil trotz bester Verkehrsanbindung mit Garmisch-Partenkirchen, Skifahrer direkte Pistennähe bevorzugen. Dafür ist die flache Mooslandschaft ein Pluspunkt für Radler und Wanderer. 

Wandern, Radfahren, Schwimmen rund um Murnau

Doch das Umland von Murnau ist ein Eldorado für Wanderer und Radfahrer, in nicht zu steilem Gelände. Das Radeln rückt dabei immer mehr in den Vordergrund, nicht zuletzt weil Murnau am Staffelsee über den Fernradweg vom Bodensee-Königsee-Radweg, Richtung Osten mit Kochelsee, Tegernsee, Schliersee bis zum Chiemsee. Murnau bietet ausgearbeitete Wander- und Radstrecken an, die individuell erkundet, aber auch als geführte Touren angeboten werden. 

Die Seen überraschen durch ihr gutes Wasser und unterschiedliche Wasserqualitäten. Der Froschhauser See ist völlig kalkfrei, weil er nur vom Grundwasser gespeist wird. Beim Schwimmern fühlt man an der etwas kühleren Wassertemperatur, wo die Quellen das Wasser einspeisen.

Murnau – Wiege des Expressionismus

Neben der Entspannung in schöner Landschaft und sportlichen Aktivitäten bietet die Kunst in Murnau ein Alleinstellungsmerkmal. Gabriele Münter und Wassily Kandinsky zogen 1908 von München nach Murnau, weil sie vom Licht und den Farben des kleinen Ortes so begeistert waren. Ein Jahr später kaufte Gabriele Münter ein Haus. Es wurde zur Wiege des „Blauen Reiters“, einer expressionistischen Künstlervereinigung, die Kandinsky mitprägte, nachdem er mit Gabriele Münter die Erste Münchner Künstlervereinigung verlassen hatte. 

Das Münter-Haus mit bemalten Möbeln und Werken und die Dauerausstellung im Schloßmuseum mit Bilder von Münter und Kandinsky locken jedes Jahr viele kunstinteressierte Besucher:innen an. Im Schlossmuseum gibt es außerdem interessante Dauerausstellungen über den Dichter Ödön von Horváth, über Glasmalerei und die Geschichte Murnaus, inklusive einer Wunderkammer und interessanter Sonderausstellungen. Derzeit ist dort die Ausstellung  „Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer. Freund und Mäzen des Blauen Reiter“ zu sehen. Der Kunstsammler Alfred Mayer bat Künstler:innen, die er regelmäßig zu Speis und Trank in seine Villa einlud, um einen Eintrag in eines seiner Gästebücher. So entstanden außergewöhnliche Erinnerungsstücke aus dem Umfeld des „Blauen Reiters“.

150 Jahre Gabriele Münter: Jubiläumsjahr 2027

Am 19. Februar 2027 wäre Gabriele Münter 150 Jahre alt geworden. Ihr Geburtstag wird ein Jahr lang gefeiert. Nach der Eröffnung im Februar 2027 gibt es jeden Monat eine Veranstaltung, bei der Münters Leben, ihre Werke und ihre Verbundenheit mit Murnau bis zu ihrem Tod durch Tonaufnahmen, Zeitzeugen oder deren Nachfahren sichtbar gemacht werden.

„Murnau und ich“ ist das Arbeitsmotto, wobei sich das „ich“ nicht nur auf Gabriele Münter bezieht, sondern auch auf die Wahrnehmung jedes einzelnen Besuchers. Auf kommerzielle Vermarktung, inklusive jeglicher Art von Merchandising, wird bewusst verzichtet. Im Mittelpunkt steht Gabriele Münter Leben und Wirken, ihre Kunst und ihre Vorreiterrolle als Künstlerin und selbständig agierende Frau.

 Mit Bus und Bahn ins Blaue Land: MVV-Anschluss für das Blaue Land

Um das blaue Land noch besser zu vernetzen, wurde die gesamte Region des Blauen Landes nach jahrelangen Verhandlungen ab 1. Januar 2026 in das Tarifgebiet des Münchner Verkehrs-und Tarifverbunds (MVV), angeschlossen. Die Busse fahren im Stundenwechsel, sodass man das Umland umweltfreundlich und preiswert erkunden kann, mitunter sogar über die digitale Gästekarte kostenfrei.  

Aktuelle Informationen über Murnau bietet die Tourist Information Murnau und der Reiseführer „Murnau und das blaue Land“, erschienen im Allitera Verlag, ISBN 9783962330422.

Warum lohnt sich eine Reise nach Murnau?

Murnau hat sich den Charme eines kleinen Marktes erhalten und bietet dem Urlauber eine wunderbare Kombination von stimmungsvoller Moor- und Seenlandschaft vor wuchtigem Alpenpanorama, ideal zum Radfahren,  Wandern und Schwimmen. Murnau bietet außerdem erstklassige Unterkünfte, vom Fünf-Sterne-Hotel „Alpenhof“ bis zum individuellen „Eichholz 21 Galerie & Art-Hotel“.