„Pretty Woman Musical“ © Limelight Live Entertainment in Kooperation mit Stage Entertainment
Lohnt sich das Musical „Pretty Woman“ in Berlin? Als Musical lebt der Kultfilm „Pretty Woman“ auf der Bühne des Admiralspalasts in Berlin wieder auf. Die kritische Analyse beweist, dass die berühmte Liebesgeschichte auch auf der Bühne funktioniert. Inszenierung, Bühne, Casting und Musik sind mitreißend.
„Pretty Woman“: Vom Kinohit zum Broadway-Erfolg
Garry Marshalls US-amerikanische Liebeskomödie „Pretty Woman“ wurde 1990 mit 11 Millionen Zuschauer:innen der meistgesehene Kinofilm in Deutschland. Der Titelsong von Roy Orbison, Nr.-1-Hit 1964, erlebte ein Revival. Richard Gere als reicher Investor und Julia Roberts als Prostituierte agierten als neues Hollywood-Traumpaar. Die Liebesromanze vom „American Dream of Life“ war eine Steilvorlage für ein Musical und dennoch riskant in Anbetracht der hohen Erwartungshaltung.
2018 eroberte „Pretty Woman“ als Musical das US-amerikanische Publikum mit 21 gefühlvollen Balladen und energetischen Popsongs, komponiert von Weltstar Bryan Adams, getextet von seinem langjährigen Songwriter-Partner Jim Vallance. Der Uraufführung in Chicago folgte einige Monate später der Erfolg am Broadway in New York, 2019 in Amsterdam. Der berühmte Titelsong wurde nur noch in der Zugabe des Musicals gespielt.
„Pretty Woman Musical“: Handlung nach Filmvorlage
Die Handlung folgt dem Film. Edward Lewis, ein reicher Investor, fährt im neuen Lotus seines Freundes den Sunset-Boulevard entlang. Gewohnt, immer chauffiert zu werden, fragt er ein hübsches Mädchen nach dem Weg. Da Vivian sich als Autoexpertin outet, überlässt er ihr das Steuer, und bucht sie als Escortdame für eine Woche bei geschäftlichen Terminen, obwohl sie eine Prostituierte ist. Aus dem nüchternen Deal wird eine Liebesromanze, ein Märchen vom sozialen Aufstieg, eine Film-Ikone.
„Pretty Woman Musical“ 2025 auf Erfolgstour in Deutschland
Die Corona-Pandemie machte der deutschen En-Suite-Produktion in Hamburg 2020/21 zunächst einen Strich durch die Rechnung, so dass
das Musical „Pretty Woman“ in der Inszenierung von Limelight Live Entertainment in Kooperation mit Stage Entertainment erst Ende 2025 auf Tournee gehen konnte. Die Premiere im Admiralspalast Berlin war in jeglicher Hinsicht überwältigend.
Visuelle Umsetzung: Bühnenbild und Ausstattung
Carla Janssen Höfelts Bühnenbild spiegelt durch Lichteffekte die Metamorphose der Protagonist:innen, den sozialen Aufstieg von ganz unten nach ganz oben. Über drei Ebenen verwandelt sich das Bühnenbild vom verkommenen Prostituiertenmilieu in ein First-Class-Hotel, von der Hotelrezeption bis zur Penthousesuite durch schwenkbare Balkone in ein luxuriöses Schlafzimmer, in eine Golfplatz-Party der High Society und in einen exquisiten Bekleidungsausstatter und schließlich in ein Opernhaus. Lichteffekte schaffen perspektivische Spannungen und intime Momente, so dass das Publikum wie im Film nahtlos die unterschiedlichsten Szenen erlebt.
Kostüme: zwischen Rotlicht und Glamour
Die Kostüme unterstreichen die sozialen Unterschiede zwischen den Prostituierten und den Ladies der High Society. Vivian in kniehohen Lackstiefeln und lila Jacket wandelt sich wie im Film vom Flittchen zur unwiderstehlichen Lady im roten Abendkleid. Entsprechend wandelt sich das Tanzensemble, leger lässig oder elegant, aber immer sexy und rasant.
Regie und Choreografie
Unter der Regie von Carline Brouwer wird jede Szene entlang der Filmvorlage zu einem charmanten, schwungvollen und witzigen Ereignis, intensiviert durch die rasanten, sehr abwechslungsreichen Choreografien Elina Vroons. Das Tanzensemble setzt auf allen Ebenen fetzige Akzente. Herzerfrischend ist Vivians Tango-Tanzstunde mit sechs smarten Männern. Andere Szenen wie der Opernbesuch von „La Traviata“ bestechen durch emotionale Intensität.
Die Hauptdarsteller im Überblick
Benjamin Plautz als Roomboy Phil bringt als überaus eifriger Zimmerservice afrikanisches Voodoo-Temperament mit ein und schwingt als Underdog auf derselben Wellenlänge wie Pretty Woman. Als Happy Man, Mr. Thompson und Mr. Hollister brilliert Benedikt Ivo als witzig charmanter, sehr empathischer Verwandlungskünstler. Sophie Reinickes durchdringende Musicalstimme lässt als Vivians beste Freundin aufhorchen.
Das Zentrum bilden natürlich Vivian und Edward, mit Shanna Slaap, die die Rolle schon in Amsterdam sang, und Matthias Ebenborn bestens besetzt, ein Traumpaar optisch, sängerisch, schauspielerisch und tänzerisch.
Musik von Bryan Adams: gut ausbalanciert
Unter der musikalischen Leitung von Simone Manfredini bleibt die Musik generell sehr ausbalanciert. Er verzichtet auf extreme Bässe und Übersteuerung, wie man sie in anderen Musical-Produktionen erlebt, fokussiert Klangschönheit und zwischendurch immer wieder auf die rasanten Riffs der Elektrogitarren.
Resümee:
Der Besuch von „Pretty Woman“ lohnt. Es ist ein unterhaltsames Glanz- und Glamour-Musical mit viel Witz und Optimismus, das Szene für Szene fröhlicher stimmt.
Infos zur Musicalproduktion:
| Künstlerisches Team | Text | Jim Vallance |
| Musik | Byran Adams | |
| Regie | Carline Brouwer | |
| Choreographie | Elina Vroon | |
| In den Hauptrollen | Edward Luis | Matthias Ebenborn |
| ´ | Vivian Ward | Shanna Slaap |
| Glücklicher Mann, Barney Thompson | Benedikt Ivo | |
| Philip „Phil“ Stuckey | Benjamin Plautz | |
| Kit De Luca | Sophie Reinicke | |
| Dauer | 2 Std. 30 Min. | |
| Bewertung | ⭐⭐⭐⭐⭐ | |
| Demnächst: Ende Mai-Anfang Juni 2026 | Stuttgart | |
| Juni 2026 | Füssen | |
| Ende Juli-Anfang August 2026 | Graz |












