Film – „Maria by Callas“

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de den Film Maria by Callas

© Fonds de Dotation Maria Callas

Mit bisher noch unveröffentlichten Materialien lässt Tom Volf in seinem Dokumentationsfilm „Maria by Callas“ Maria Callas ihr Leben aus ihrer eigenen Perspektive beschreiben 

Maria Callas (1923-1977) wurde mehr, als die Mutter visionierte, nicht nur eine große Opernsängerin, sondern eine Legende. Mit ihrer charismatischen Stimme eroberte sie die großen Opernbühnen und Konzertsäle der Welt, ganz und gar Primadonna. Über Fernsehinterviews, Super-8-Aufnahmen, Briefe, persönliche Notizen kristallisiert Tom Volf enthüllt „Maria by Callas“ ganz zielstrebig ohne Anekdoten  und Nebensächlichkeiten,  wie Maria Callas als Mensch war.

Berlin – Staatsballett „Doda/Goecke/Duato

schabel-kultur-blog mit Berliner Staatsballett Dodo Goercke Duato

©Fernando Marcos

Drei exzellente Ballette präsentiert das Berliner Staatsballett unter dem Label der Choreografen „Doda/Goercke/Duato“

Sie lieben das Ungewöhnliche, Überraschende,  sind Meister im tänzerischen Detail und der tänzerischen Atmosphäre. Die neue Premiere „Doda/Goecke/Duato“ im Berliner Staatsballett zeigt herausragende Tanzstücke dieser außergewöhnlicher Choreographen, deren Leistungen international durch Preise gewürdigt wurde. 
„Was bleibt?“ fragt Gentian Doda in seiner neuesten Choreographie, die an diesem Ballett uraufgeführt wurde.

Film – „Transit“ von Christian Petzold

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de Christian Petzolds Film "Transit" nach dem Roman von Anna Seghers

©zdf/Marco Krüger

Christian Petzold lässt in der Flucht vorm Faschismus die heutige Flüchtlingsproblematik aufleuchten 

Anfangs der 40er Jahre wird Marseille zum Hoffnungsort auf der Flucht vor dem Faschismus. Die DDR-SchriftstellerinAnna Seghers thematisierte 1942 in ihrem Roman „Transit“ die Einsamkeit, Unbehaustheit, Verzweiflung der Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen und macht sie an einem Erzähler und dessen menschlichen Verwicklungen fest. 
Regisseur Christian Petzold folgt Anna Seghers Figuren, verlegt das Geschehen in die Szenerie von heute und verbindet, ohne explizit davon zu sprechen, allein durch die Szenenoptik, die Flucht vom Faschismus mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik.

Salzburg-Rossinis „L´italiana in Algeri“

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de in den Salzburger Festspielen die Oper "L`Italiana" von Rossini

©Bernd Uhlig
Salzburger Pfingstfestspiele entdecken den Frauenfreund Rossini

Rossinis Isabella aus seiner Opera buffa „L´italiana in Algeri“ ist wohl eine der selbstbewusstesten und gewitztesten Frauen der Opernliteratur. Diese Oper zum 150. Todestag im Umfeld der Me-Too-Debatte als Auftakt für die Salzburger Festspiele zu wählen, zeigt Cecilia Bartolis ganz besonderes Gespür als künstlerische Leiterin für die richtige Oper zur rechten Zeit und die richtige Partie für sich selbst.
Die Geschichte ist simpel.

Berliner Theatertreffen – Jelineks „Am Königsweg“

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de die Inszenierung von Frank Richter Jelinek "Am Königsweg" , eine Produktion des Thalia-Theaters

©Arno Declair

Der Spielplan 2017/18 stand bereits, als  sich Elfriede Jelinek doch noch entschloss ihr neues Stücke „Am Königsweg“ für die Uraufführung am Hamburger Thaliatheater  freizugeben. Regisseur Falk Richter hatte die große Aufgabe aus einem 100 Seiten langen Text ohne jegliche Regieanweisung und Personenzuordnung in ein Bühnenstück zu verwandeln. Sein Anspruch war, das wuchtige Textkonglomerat so in Szene zu setzen, dass das Publikum einen roten Faden erkennen konnte.
Das ist bei Richter eindeutig der  aktuelle Bezug zu Trump, auch wenn er nie beim Namen genannt wird.

Berlin-Staatsballett „Romeo und Julia“

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de "Romeo und Julia" von Nacho Duato getanzt vom Berliner Staatsballett Unter den Linden

©Yan Revazov
Duatos präsentiert zum Abschied seine „Romeo und Julia“-Choreographie in der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Spannend, gefühlvoll, ausdrucksstark präsentiert Nacho Duato zum Schluss  seiner Intendanz am Berliner Staatsballett „Romeo und Julia“, das er bereits 1997 als sein erstes abendfüllendes klassisches Handlungsballett choreographierte. Inspiriert von Prokofieffs subtiler  leitmotivischer Musik setzt er dessen Tonbilder in ästhetisch zauberhafte Tanzsequenzen.

Berlin-Theatertreffen-Castorfs „Faust

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de Carstorfs Faust beim Berliner Theatertreffen

©Thomas Aurin
„Lasst uns einen neuen Menschen machen!“

Castorfs viel besprochener „Faust“-Marathon sorgte selbst in der allerletzten Vorstellung ein Jahr nach dem Abschied von der Volksbühne beim Berliner Theatertreffen  noch für ekstatische  Standing Ovations. Dieser „Faust“ ist schauspielerisch und texttechnisch zweifelsohne eine Meisterleistung mit Kultcharakter,  allein die Konzeption wird aber bei einer Spielzeit von sieben Stunden letztendlich zu L´art pour l´art. 

Havanna – sicher durch Kontrollle

Michaela Schabel recherchierte für schabel-kultur-blog.de Ausschau über Sicherheit, Kontrolle, das sozialistische System in Kuba, Havanna

©Michaela Schabel
„Nicht über Politik sprechen!“ gehört immer noch zu den wichtigsten zehn Ratschlägen diverser Reiseführer für Kubatouristen. Die Realität ist in Havanna nicht ganz so rigide, fragt man danach, wie sich die Zukunft verändern wird, wird eine Grundskepsis gegen das politisches System deutlich. Die Kubaner bekennen sich zu ihrer Heimat, nicht unbedingt zu ihrem System. Deutlich genervt reagiert ein Taxifahrer, als er von der Polizei gestoppt wird. Eine alte Frau klagt im Bus „Toto esto es controlado“ (Alles wird kontrolliert).

Landestheater Niederbayern – Donizettis „Lucrezia Borgia“

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de Donizettis "Lucrezia Borgia" im Landestheater Niederbayern Landshut und Passau

© Peter Litvai
Roland Schwab gelingt Donizettis Belcante-Oper „Lucrezia Borgia“  als spannender Krimi einer Amüsiergesellschaft. Gleichzeitig rehabilitiert er das Image der Giftmörderin Lucrezia Borgia 

Lucrezia Borgia gilt als die große intrigante Giftmischerin des mächtigen Borgia-Clans. Kein geringerer als französische Dichter Victor Hugo (1802-1885) schrieb den romantischen Schauerroman „Lucrezia Borgia“, nachdem Donizettis Libretto für die gleichnamige Oper (1833) entstand und Lucrezia Borgia wiederum zum Männer mordenden Ungeheuer abgestempelt wurde. Die historische Realität ist eine andere. Gerade sie war die Ausnahme in der Borgia-Sippe und zog sich immer wieder in ein Kloster zurück, um die Schicksalsschläge, die man ihr als Giftmörderin unterschob, zu verarbeiten.  Hier setzt Regisseur Roland Schwab an.

„Das Leben ist ein Fest“ von Eric Toledano & Olivier Nakache

Michaela Schabel besuchte für schabel-kultur-blog.de den Film Das Leben ist ein Fest von Eric Toledano

Pressefoto

Kann man einen Film wie „Ziemlich beste Freunde“ noch steigern? Dieser Film  ist 1a  und machte natürlich neugierig auf die neue Produktion von Eric Toledano & Olivier Nakache. 

Nach dem etwas schleppenden Einstieg glaubt man fast „Das Leben ist ein Fest“ floppt. Ein Paar möchte edel heiraten, doch alles ist zu teuer. In einer grotesken Reduzierungsliste visioniert Monsieur Max, der frustrierte Wedding Planer,  eine preiswerte Hochzeit mit Würstchen und Billignachspeise ohne Fotograf und ohne Blumenschmuck und vergrault das Paar.  Aber es gibt sie noch die üppigen Hochzeiten, die von allem das Beste wollen.

„Aus dem Nichts“ von Fatih Akin

Michaela Schabel besuchte für schabel-klultur-blog.de den Film Aus dem Nichts von Fatih Akin

Pressefoto

Fatih Akins neuer Film macht nachdenklich.
Der Film beginnt wie eine Seifenoper, schwenkt ins Dokumentarische und endet wie ein Thriller und doch ist Fatih Akins neueste Produktion „Aus dem Nichts“ eine absolut nachvollziehbare Geschichte. In Anlehnung an die NSU-Prozesse erzählt er ein Nagelbombenattentat aus der Sicht des Opfers, sehr, subtil, emotional, empathisch, immer  den Fokus auf die Sprache der Blicke, und dadurch sehr berührend. Es geht ihm nicht um die Schuldfrage, nicht um die politischen Konsequenzen, sondern allein um Situation der Opfer und wie Gewalt Gegengewalt provoziert.