Die Jury©Berliner Theatertreffen
Das Berliner Theatertreffen ist jedes Jahr ein einmaliges Theaterereignis im deutschsprachigen Raum. Sieben profunde Kulturjournalisten nominieren aus…
739 gesichteten Produktionen 35 Aufführungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Jeder Juror hat ein regionales Hauptgebiet. Wenn ein Stück gefällt, werden die anderen Juroren zum Besuch aufgefordert, um im Diskurs die Entscheidung für oder gegen die Auswahl zu treffen.
Alexandra Kedves, Vincent Koch, Sabine Leucht, Martin Thomas Pesl, Falk Schreiber, Christine Wahl und Sascha Westphal entschieden dieses Jahr, welche zehn Inszenierungen als „besonders bemerkenswert“ vom 1. Mai bis zum 17. Mai beim „Berliner Theatertreffen“ zu sehen sind. Seit fünf Jahren wird dabei eine Frauenquote von mindestens 50 Prozent in der Regieposition berücksichtigt.
Bei der Vorstellung der Theaterstücke auf der gestrigen Pressekonferenz fällt, der ernsten politischen Weltlage geschuldet, dass das Programm wie bereits wie im Vorjahr düster geblieben ist. Romanadaptionen und Theaterklassiker stehen auf dem Programm. Inszenierungen von zeitgenössischen Stücken fehlen. Ein Trend zum Soloabend ist spürbar. In minimalistischen Produktionen rückt das schauspielerische Talent in den Mittelpunkt, das durch ganz neue Facetten einen intensiven Bezug zum Publikum herstellt. Man hat wieder Lust auf lange Stücke, die über Stunden hinweg durch neue Perspektiven und Ästhetiken eine Sogwirkung bei den Zuschauer:innen entwickeln.
Eine Einladung zum „Berliner Theatertreffen 2026“ erhielten:
„Year without Summer“ von Florentina Holzinger
Regie, Choreografie und Performance: Florentina Holzinger
Uraufführung: 21.5.2025 (Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz)
Eine Produktion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Berlin), Florentina Holzinger/Spirit und neon lobster in Koproduktion mit Tanzquartier Wien, Kampnagel Internationales Sommerfestival, Dansenhus Stockholm, DE SINGEL, Maska Ljubljana, asphalt Festival, Rising Melbourne, Factory International Manchester, Divine Comedy International Theater Festival / Łaźnia Nowa Theater (Krakau) und Marvaða Iceland
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Kulturabteilung der Stadt Wien
„Der Hauptmann von Köpenick“, ein deutsches Märchen von Carl Zuckmayer
Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Premiere: 20.9.2025
Staatstheater Cottbus
„Die Glasmenagerie“, ein Spiel der Erinnerungen von Tennessee Williams
Regie: Jaz Woodcock-Stewart
Premiere: 30.1.2025
Theater Basel
„Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle
Regie: Lucia Bihler
Premiere: 27.9.2025
Schauspiel Stuttgart
„Fräulein Else“ frei nach Arthur Schnitzler
von Leonie Böhm und Julia Riedler
Regie: Leonie Böhm
Premiere: 8.2.2025
Volkstheater, Wien
„Il Gattopardo“ von Giuseppe Tomasi di Lampedusa
Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber
Bühnenfassung von Pınar Karabulut und Hannah Schünemann
Regie: Pınar Karabulut
Premiere: 29.11.2025
Schauspielhaus Zürich
„Mephisto“ nach dem „Mephisto. Roman einer Karriere“ von Klaus Mann
Regie: Jette Steckel
Premiere: 28.2.2025
Münchner Kammerspiele
„Serotonin“ nach dem Roman „Sérotonine“ von Michel Houellebecq
Aus dem Französischen von Stephan Kleiner
Theaterfassung von Sebastian Hartmann
Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Premiere: 13.12.2025
Hans Otto Theater, Potsdam
„Three Times Left is Right“ von Julian Hetzel
Konzept und Regie: Julian Hetzel
Uraufführung: 17.5.2025 (Wiener Festwochen | Freie Republik Wien)
Eine Produktion von Studio Julian Hetzel in Koproduktion mit Wiener Festwochen | Freie Republik Wien und Schauspiel Leipzig in Zusammenarbeit mit De Balie (Amsterdam), SPRING Performing Arts Festival (Utrecht) und Theater Utrecht
Regie und Bühne: Sebastian Hartmann
Premiere: 13.12.2025
Hans Otto Theater, Potsdam
„Wallenstein“, ein Schlachtfest in sieben Gängen nach Friedrich Schiller
Regie: Jan-Christoph Gockel
Premiere:4.10.2025 (Kammerspiele München)
Der Ticketverkauf beginnt am Freitag, 18. April, 10 Uhr morgens
Im Rahmenprogramm fokussiert das „Berliner Theatertreffen 2026“ auf „Mehr Drama!“ und „Mehr Diskurs“. Sechs Theaterverlage haben renommierte Autor:innen aus ihrem Programm gebeten, jeweils einen Texte beim Theatertreffen in einer Lesung mit hochkarätigen Schauspieler:innen zu präsentieren. Die ausgewählten Dramatiker:innen werden zur Spielplanveröffentlichung des Theatertreffens bekanntgegeben.
.Das diesjährige Diskursprogramm mit verschiedenen Gesprächsformaten, Filmvorführungen und Diskussionen wird inhaltlich die gesellschaftlich und politisch drängenden Themen aus den zehn bemerkenswertesten Inszenierungen aufnehmen. Die Kuration übernimmt der Theater-, Film- und Medienkritiker Matthias Dell.












