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ITB 2026 – Wie soll sich der Tourismus in den nächsten 20 Jahren verändern? – Leadership Exchange – Bericht – 03.03.2026

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ITB 2026 – Wie soll sich der Tourismus in den nächsten 20 Jahren verändern? – Leadership Exchange – Bericht – 03.03.2026

Trotz ausgebuchter Messe, besten Zahlen, beeindruckender Entwicklung des Tourismus und lächelnder Ländervertreter:innen ist die Messe überschattet von den Ereignissen im Nahen Osten. Die Messeräumlichkeiten von Israel stehen leer. Die Geschäftigkeit der touristischen Zonen im Nahem Osten wirkt eingeschränkt. Andere Länder werben mit den üblichen Klischees, die sich bei der Vermarktung auf der ITB jedes Jahr wiederholen. Doch der Tourismus steht an einem Wendepunkt (www.schabel-kultur-blog.de), weshalb man bereits im Vorfeld der ITB 2026… 

ein neues Dialogformat mit langfristigen Strategien für den globalen Tourismus entwickelte. Ganz bewusst will man über klassische Konferenzformate hinausgehen. In einem geschlossenen Kreis suchen Entscheider:innen aus Reiseindustrie, Technologie, Investment und Strategie nach strukturellen Weichenstellungen für die kommenden zwei Jahrzehnte. 

„Leadership Exchange“ – ein neues Dialogformat auf der ITB 2026

Bei dem 90-minütigen Treffen am Dienstag im CityCube Berlin kamen internationale Branchenvertreter zusammen, um wichtige Themen für die Zukunft der globalen Reisebranche zu diskutieren. Wie stark sich der Tourismus verändert, sieht man an den technologischen Innovationen, insbesondere im Bereich der KI, an den sich verändernden Marktstrukturen, geopolitischen und ökologischen Herausforderungen, die die Wertschöpfung, den Wettbewerb und die Verantwortlichkeiten grundlegend verändern. 

ITB 2026 diskutiert Zukunft des globalen Tourismus bis 2046

Statt kurzfristiger Trendbetrachtungen fokussierte die Leadership Exchange auf der Internationalen Tourismusbörse 2026 die langfristige Perspektiven. Wo wird in einer zunehmend KI-vermittelten Welt künftig Wert geschaffen? Wie lässt sich Wachstum nachhaltig gestalten, ohne die eigenen Grundlagen zu gefährden? Wer besitzt Vertrauen – und wer trägt Verantwortung? Und welche strategischen Entscheidungen müssen heute getroffen werden, um auch im Jahr 2046 relevant und wettbewerbsfähig zu sein?

Zu Beginn der Sitzung stellten die Moderatoren Pete Comeau, Geschäftsführer von Phocuswright, und Florence Kaci, Senior Director für EMEA bei Phocuswright, sieben strategische Fragen vor, und die Teilnehmer legten gemeinsam die vier Themen fest, die sie für die nächsten 20 Jahre als am relevantesten erachteten.

In interaktiven Arbeitsgruppen beleuchteten die Teilnehmenden diese aus unterschiedlichen Blickwinkeln – entlang der Dimensionen „größte Chance“, „größtes Risiko“, „unbequeme Wahrheit“ sowie „konkrete Priorität für die kommenden drei Jahre“.

  • Wer besitzt Vertrauen im Jahr 2046?  
  • Wo liegt der Wert in einer KI-nativen Branche?  
  • Ist Reisen ein Recht — oder ein Privileg? 
  • Konsolidiert Reisen — oder fragmentiert es?  

Der Leadership Exchange ist global gesehen nicht neu. Er knüpft an die Gespräche des Global Travel Tech Thinktanks in Singapur an und setzt diese in Berlin mit dem Ziel fort, konkrete Handlungsfelder für die unmittelbare Zukunft zu benennen. Die Ergebnisse, dürfen öffentlich kommuniziert werden, solange die Identität des Sprechers nicht preisgegeben wird. Eine kuratierte Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Leadership Exchange wird derzeit erstellt und Ende März 2026 in einem Bericht veröffentlicht. 

Resümee: „Leadership Exchange“  ist sicher ein guter Ansatz, doch die kapitalistische Ausrichtung des Tourismus verträgt sich wenig mit echter Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit. Die Videoinstallationen auf der ITB 2016 soufflieren Luxusleben und Unterhaltung kombiniert mit schöner Natur und Party-Lifestyle. Reisen ist das Narkotikum unserer Zeit, um dem Alltag zu entfliehen. Damit sich der Tourismus ändert, müsste sich das Bewusstsein der Touristen ändern.