©Osterfestspiele Salzburg
Wagners „Ring“ elektronisch transformiert? Das klingt…
interessant. Die Musikerin Anja Schneider wird gemeinsam mit Fotograf Sven Marquardt eine elektronische Berliner Neuinterpretation von Richard Wagners »Ring« erarbeiten.
„Wir wollen Wagners Klangwelten in einen modernen Kontext überführen. Dazu schwebt mir ein urbaner, technoider, dubbiger Sound vor, der dunkel und geheimnisvoll sein wird, ganz wie die von Wagner neuinterpretierten Geschichten des mittelalterlichen Nibelungenlieds“, erklärt Anja Schneider. Als ideale Location für den Elektro-Abend dient wieder die Felsenreitschule – also dieselbe Bühne, auf der Dirigent Kirill Petrenko und Regisseur Kirill Serebrennikov die Neuinszenierung mit »Das Rheingold« die Festspiele 2026 eröffnen werden.
Dieser Raum soll in Verbindung mit Schneiders DJ-Set und den Visuals von Sven Marquardt zu einem Gesamterlebnis werden. Dazu hat der Berliner Fotograf eigens Werke geschaffen, die düster und atmosphärisch wie der Sound, Wagners „Ring“ neu erlebbar machen sollen. „Mich reizt besonders, eine Brücke zwischen Festspieltradition und Clubästhetik zu schaffen“, bekennt Marquardt. Seine Arbeiten erzählen von Anfang an von seiner Faszination für das Thema „Nacht“.
1967 wurden die Osterfestspiele Salzburg von Herbert von Karajan gegründet. Seit 2023 weitet sich das klassische Programm durch zeitgenössischen Tanz und Elektro. Den Auftakt machte DJ-Legend Westbam mit „Western meets Wagner“. Ein Jahr später präsentierte der britische Sound-Tüftler Max Cooper seine immersive Show „Seme“. 2025 begeisterten ALMA und Milk&Sugar mit „Wounds &Wonders“.
Davon profitieren Besucher wie Veranstalter. Durch diese innovative Programmreihe schwinden Berührungsängste zwischen klassischer und elektronischer Musik. Es entstehen Synergieeffekte durch die Neugier, über den eigenen Tellerrand hören und schauen zu wollen, und es erschließen sich neue Besuchergruppen, zumal die Karten zwischen 10 € (Stehplätze) und 40 € sehr niedrig angesetzt sind.
Die Berliner Musikerin Anja Schneider ist eine feste Größe im Bereich der elektronischen Musik. Als DJ, Produzentin und Labelchefin prägt sie die deutsche und internationale House- und Technokultur seit den 1990er Jahren entscheidend mit. Ihr Sound zeichnet sich durch eine große emotionale Tiefe aus, in der sich elegante Melodik und energetische Beats vereinen, ein Stil, der sich sowohl in ihren DJ-Sets als auch in ihren eigenen Tracks wiederfindet. Mit ihrem Label Sous Music schafft Anja Schneider seit 2017 einen kreativen Raum, der künstlerische Freiheit in den Mittelpunkt stellt.
Außerdem ist Anja Schneider eine profilierte Stimme im deutschen Radio, wo sie als Gastgeberin eigener Shows auf radioeins und Fritz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und im Privatradio zu hören ist. Parallel produziert sie ihren eigenen Interview-Podcast »Club Room Backstage«, in dem sie auf bekannte Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Politik trifft.
Der gebürtige Ostberliner Sven Marquard gilt als das berühmteste Gesicht der Clubszene. Der Autor und Fotograf war ab Mitte der 1980er Jahre maßgeblich an der Entstehung der Punk- und New-Wave-Szene in Prenzlauer Berg beteiligt. Ende der 90er-Jahre begann er als Türsteher im legendären Club Ostgut zu arbeiten und wurde zu einer Ikone des Berliner Nachtlebens, gleichzeitig zu einem genauen Beobachter und Biograf der Szene.
Seit 2015 zeigt Sven Marquardt seine fotografischen Arbeiten international. Er arbeitet für Magazine wie i-D, Interview, Numéro Berlin, Der Spiegel, Vogue, ZOO und für Modelabels wie Hugo Boss, Levi’s, Baldessarini, Liebeskind, Adidas oder G-Star. Seit 2015 unterrichtet er als Dozent an der Ostkreuz School of Photography, seit 2019 als Gastdozent am Polimoda International Institute in Florenz. Seit einigen Jahren werden Marquardts analoge Bildwelten in Zusammenarbeit mit jungen Visual-Artists neu interpretiert.












