©DOK.fest München 2026
Helene Weigel, Ingeborg Bachmann, Daniela Magnani Hüller – mit Dokumentarfilmen über starke Frauen setzt das 41. DOK.fest München mit „Her Story“ neue, sehr attraktive Akzente. So rückt es, eines der bedeutendsten Dokumentarfestivals in Deutschland, gekonnt die Frauen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Jedes Porträt macht auf seine Weise neugierig. Darunter sind…
Künstlerinnen und Forscherinnen, Frauen, deren Namen man kennt oder auch nicht, deren Biografien, den Zeitgeist spiegeln, weil sie gegen gesellschaftliche Widerstände ihren Weg gegangen sind.
Eröffnungsfilm im Deutschen Theater München mit Ingeborg Bachmann (1926 – 1973)
Ein Highlight ist sicher „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ mit Sandra Hüller in der Rolle der österreichischen Schriftstellerin. Mit dieser Besetzung steigt die Erwartungshaltung enorm, zumal Filmregisseurin Regina Schilling schon mit „Igor Levit – No Fear“ (2022) ihr Talent als subtile Dokumentarfilmerin bewiesen hat (schabel-kultur-blog.de/kino/dok-fest-muenchen-2026-eroeffnet-mit-bachmann-film-mit-sandra-hueller-in-der-hauptrolle/).
Theaterstar Helene Weigel (1900 – 1971)
Helene Weigel, Ehefrau Brechts, war eine der beeindruckendsten deutschen Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts. Maria Wischnewskis Film „Helene Weigel – Revolutionärin im Rampenlicht“ erzählt deren Geschichte. Anfang der 1920er Jahre wurde Helene Weigel in Berlin ein Theaterstar und später Intendantin des Berliner Ensembles. Der Film zeigt die künstlerisch-intellektuelle Symbiose zwischen Helene Weigel und Bertolt Brecht. Ihre Briefe werden von Birgit Minichmayr und August Diehl gelesen.
Die Weltpremiere ist am 8. Mai um 18 Uhr im Deutschen Theater in Anwesenheit Filmschaffender und Angehöriger der Familie Brecht.
Mariann Sæther (1980*) – Extremsportlerin
Barbora Hollan porträtiert in „I Follow Rivers“ die Weltklasse-Kajakfahrerin und zweifache Mutter Mariann Sæther, die den Spagat zwischen Familienleben und lebensgefährlichem Extremkajak und Kajak-Freestyle meistern will.
Dokumentarfilme über Femizide: Hüller, Kessel, Robinson
Filmemacherin Daniela Magnani Hüller kehrt vierzehn Jahre, nachdem sie einen versuchten Femizid überlebt hat, in „Was an Empfindsamkeit bleibt“ zu den Menschen und Momenten von damals zurück.
Die israelische Regisseurin Livi Kessel ist ebenfalls knapp einem Femizid entkommen. In „Out of Six“ zeichnet sie nach, wie sie in der Beziehung mit einem Gewalttäter sechs der acht klassischen Eskalationsphasen durchlief, die in der Regel einem Femizid vorausgehen (Israel 2025).
Selina Miles zeigt in ihrem Film „Silenced“, wie die internationale Menschenrechtsanwältin Jennifer Robinson gegen die Instrumentalisierung von Verleumdungsgesetzen vorgeht, um Überlebende zum Schweigen zu bringen.
Filmregisseurin Barbara Hammer: Pionierin des lesbischen Experimentalfilms
Brydie O’Connor porträtiert Barbara Hammer, (1939 – 2019) eine visuelle Poetin und Pionierin des lesbischen Experimentalfilms. Fast 80 Filme hinterließ Barbara Hammer, so dass Filmemacherin Brydie O’Connor aus dem Archivmaterial ein intimes Porträt schaffen konnte, in dem Barbara Hammer mit eigener Stimme spricht: „Mein Leben wurde im Film gelebt.“
DOK.fest: Frauen und die Natur
Jens Becker und Dorothea Braun würdigen in „Eisfrauen“ die fast vergessenen Geschichten von Josephine Peary, Ada Blackjack und Louise Arner Boyd und machen ihre bislang übersehenen oder marginalisierten Leistungen sichtbar. Darüber hinaus erzählt der Film von Frauen, die heute in den Fußstapfen dieser Vorbilder stehen.
„In Singing Wings“ thematisiert die kurdische Filmregisseurin Khadijah Kaveh ihre Leidenschaft für die Natur durch die Rettung einer Störchin.
„Außergewöhnliche Frauen“ ist nur eine von 15 Programmreihen, die schrittweise bis zur Eröffnung am 6. Mai unter www.dokfest-muenchen.de/Programmreihen veröffentlicht werden. Aber gerade „Her Story“ ist nicht nur für Frauen eine der interessantesten Reihen – Ingeborg Bachmann, Helene Weigel und Barbara Hammer wegen ihrer Berühmtheit, die anderen als Neuentdeckungen.
Weitere Infos über das Programm mit 105 Filmen an 27 Orten und den Ticketvorverkauf findet man unter www.dokfest-muenchen.de.
dok@home: statt Kinobesuch Homestreaming
dokKa Karlsruhe, Kasseler Dokfest, LICHTER Filmfest Frankfurt International, Doxumentale Berlin und DOK.fest München bringen ihre Festival-Highlights auf eine gemeinsame Plattform: dok@home.
Für nur 5 € pro Film können ausgewählte internationale Dokumentarfilme deutschlandweit gestreamt werden. Filmgespräche, aufgezeichnet bei den Festivals bieten vertiefende Einblicke in die Geschichten und deren Hintergründe.
Die wichtigsten Termine beim 41. DOK.fest München
| Mittwoch, 6. Mai | Eröffnungsfeier auf Einladung | Deutsches Theater München |
| Freitag, 8. Mai | Verleihung des allin-clusive Awards | Kammerspiele München |
| Sonntag, 10. Mai | Verleihung des Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreises | Hochschule für Film, Fernsehen und Medien München |
| Samstag, 16. Mai | Preisverleihung des 41. DOK.fest | |
| Montag, 18. Mai | Finissage des 41.DOK.fest |











