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„Moscas“ – Warum zieht Fernando Eimbckes Sozialdrama bei der Berlinale 2026 so in seinen Bann?

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„Moscas“ – Warum zieht Fernando Eimbckes Sozialdrama bei der Berlinale 2026 so in seinen Bann?

Fernando Eimbcke kontrastiert in seinem neuen Film „Moscas“, („Flies“) bei den 76. Internationalen Filmfestspielen in Berlin menschliche Einsamkeit und Spielsucht mit kindlicher Spontaneität und Cleverness. Es ist ein realistisches Sozialdrama in Schwarz-Weiß, das die Tristesse in Mexiko-City einfängt und trotzdem… ergreifend poetische Momente entdeckt und in Berlin bereits ausgezeichnet wurde.

Fernando Eimbcke ist ein Meister atmosphärischer Sequenzen

Die Fliegen surren. Sie zu jagen, zu vertreiben oder zu töten scheint die einzige Lebensaufgabe von Olga zu sein. Sie ist eine vereinsamte, alte Frau, die am Leben nur noch über die Geräusche im Umfeld teilnimmt, nebenan die Streitereien zwischen Tochter und Mutter, das orgiastische Gestöhn in der Wohnung darüber, draußen permanenter Verkehrslärm. Die Möbel verweisen auf ein ehemals besseres Leben, die Sauberkeit auf einen bürgerlichen Lebensstil. Mit Ohrstöpseln mit einem PC-Programm Sudoku verwandelt sie sich in ein Sinnbild der Altersvereinsamung.

„Moscas“ – Wie man Einsamkeit knacken kann

Als das Geld für eine Operation nicht reicht, beschließt Olga einen Untermieter aufzunehmen, solange dessen Frau im Krankenhaus ist. Heimlich nimmt der Fremde nachts seinen kleinen Sohn mit. Der Schwindel fliegt schnell auf, aber gegen doppelten Mietpreis darf der Junge bleiben. Nun kommt auch der Vater in finanzielle Engpässe. Er muss arbeiten. Der Junge bleibt sich selbst überlassen, treibt sich herum. Statt sich etwas zum Essen zu kaufen, verspielt er das Geld bei Killergames. Olgas Welt gerät ins Wanken. Sie erliegt dem kindlichen Charme des Jungen, herrlich von Bastian Escobar gespielt, und den damit verbundenen Erinnerungen und verwandelt sich in eine lebenslustige, liebenswerte Frau. Ihr Eispanzer schmilzt vollends, als sich der Junge als bester Gamer outet. Es beginnt ein witziger Kampf gegen das Krankenhauspersonal und die Polizei, die dem Kind den Zugang zur kranken Mutter verwehren. Die glücklichen Tage sind gezählt. Der Film endet, wie er begann.

Fernando Eimbckes Ästhetik – Authentizität durch Schwarz-Weiß-Optik

In Schwarz-Weiß gefilmt, fokussiert Fernando Eimbcke auf den grauen Alltag in einem maroden Hochhausviertel in Mexiko-City. Armut und Einsamkeit treiben den Jungen trotz liebevoller Eltern in die Spielsucht. Andere Szenen zeigen, wie Jung und Alt harmonieren könnten. Es ist ein Film, der ohne zu romantisieren, berührt, beflügelt, Hoffnung gibt und gleichzeitig die Wunden unseres Lebensstils offenbart. 

Fernando Eimbcks sammelt bei der Berlinale 2026 eine weitere Filmauszeichnungen

„Moscas“ ist nach „Lake Tahoe“ (2008) die zweite Regiearbeit, mit der der mexikanische Regisseur Fernando Eimbcke zum Wettbewerb um den Goldenen Bären eingeladen wurde. Im Rahmen der 76. Berlinale erhielt „Moscas“ den unabhängig vergebenen „Leserpreis der Berliner Morgenpost“ und den „Preis der Ökumenischen Jury“. Noch vor seiner Fertigstellung wurde „Moscas“ auf dem „Filmfestival von San Sebastian“ mit dem „WIP Latam Industry Award“ ausgezeichnet.

Künstlerisches Team: Fernando Eimbcke (Drehbuch, Regie, Schnitt), Vanesa Garnica (Drehbuch), María Secco (Kamera), Salvador Reyes Zúñiga (Schnitt), Javier Umpierrez (Sound), Gabriela Fernández (Kostüme) 

Mit: Teresita Sánchez, Bastian Escobar, Hugo Ramírez

Die Deutsche Erstaufführung war am 18.02.2026,

Spieldauer; 99 Minuten