"Kultur macht glücklich"


Landshut – Faszinierende Blütenbilder von Rhea Standke in der Galerie Kunstwerk

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Landshut – Faszinierende Blütenbilder von Rhea Standke in der Galerie Kunstwerk

©Michaela Schabel

Blumen, wohin man blickt, von einer Leuchtkraft, wie man sie kaum…

in der Natur erlebt. Rhea Standke weiß um die Kunst, Farbe zum Leuchten zu bringen. Sie malt die Welt, in der sie leben möchte. Es ist eine Welt voller Blumen. „Roses are Red – Violets are Blue“. Standke lässt Blumen über ihre natürliche Schönheit hinaus leuchten. 

Dazu trägt sie die Farbe sehr langsam und filigran Schicht für Schicht auf, wobei chromatische Farbflächen entstehen, die die Bilder von innen strahlen lassen. 

Jede Blüte entwickelt durch ihre Farbigkeit ein wunderbares Lebensgefühl, das sich aus den barocken Farbwogen ganz klar abhebt. Durch ganz feine Pinselstriche entfalten die Blumen eine ungewöhnlich plastische Haptik, die durch lichtumflorte Blütenränder noch intensiviert wird. 

Wie kostbar die Blumen und die damit vermittelten Emotionen der Künstlerin sind, spürt man an den Titeln, in denen sie die Blüten metaphorisch als Edelsteine benennt, und sie von ihrer vergänglichen Struktur in eine alle Zeiten überdauernde Materialität erhebt. In wolkigem Ambiente sind „Rubine und Diamanten“ oder „Smaragd Rose“ zu finden. Rosen vor grünem Hintergrund mystifiziert sie in „Smaragd“- oder „Granatwald“. Veilchen lösen sich wie in einem Aquarell auf und lassen als „Lavendel“ Düfte assoziieren. 

Das zweite Narrativ ist die Steigerung ins Euphorische. Standkes intuitiv rhythmisierte Malweise entwickelt einen tänzerischen Drive, der endorphinisiert, während andere Bilder durch helle Farbflächen in der Bildmitte den Blick in perspektivisch meditative Ferne lenken. Durch die Kombination von leuchtenden Farben und rhythmisierter Plastizität, barocker Fülle und abstrahierten Farbklängen, intensivem Licht und kosmischer Weite offenbart sich in Standkes Bildern über die floralen Motive das Erblühen der Seele über Jahrhunderte Kunstgeschichte hinweg mit Blick auf das Wesentliche, auf Freude und innere Entspannung.

Anders wirken ihre „Schlagbilder“, die das Dunkle und Bedrohliche miteinbeziehen. Mit Öltüchern schleudert sie dabei die Farben an die Leinwand, wodurch schwarze, lineare Strukturen entstehen, hinter denen die Leuchtkraft der Farben wie Feuer lodert, sich Bedrohung aufbaut, in der abstrakten Dynamik figurative Details sichtbar werden und wieder verschwinden. 

Die Ausstellung ist noch bis 21. März in der Galerie Kunstwerk zu sehen, mittwochs, freitags, samstags von 15 – 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung 01729398268

Rhea Standke wurde 1972 in Dresden geboren. Nach ihrer Keramikausbildung von 1992-1995 in Herzogsägemühle studierte sie zunächst Freie Malerlei in Karlsruhe, anschließend, nach einem halbjährigen Aufenthalt als Artist-in-Residence in China, in Turin und schließlich in Düsseldorf mit Masterabschluss 2016 bei Prof. Herbert Brandl.