©Michaela Schabel
„Syntagma“, ein Fremdwort aus dem Griechischen, drückt das Zusammensetzen von Wörtern aus. Genau das macht Florian Pelka in seinen Bildern und Skulpturen aus. Abstrakte und figurative Elemente…
fügt Florian Pelka über den Titel zusammen zu vielfältigen Narrativen. Nuancierte, atmosphärische Ölfarbflächen bilden den Hintergrund, auf dem sich figurativ skizzierte oder exakt gemalte Motive abheben und sich zu mythischen, naturmagischen, historischen oder alltäglichen Geschichten verdichten. Jedes Bild leuchtet den Titel in ungewohnter Weise aus und inspiriert den Betrachter zu eigenen Interpretationen.
Florian Pelkas Arbeiten zwischen Mythos und Moderne, Realismus und Abstraktion
Wie ein Schmetterling entschlüpft „Der Tänzer“ aus einem bunt schillernden Kokon. Die blauen Flügel wachsen schon, aber noch ist der Körper umschlungen von Bändern, bevor er die Welt, die seinen Kopf symbolisch umhüllt, mit seiner Kunst erobern kann. Im „Jungbrunnen verbindet Pelka gotische Fenster mit einem stilisierten, antiken Kaskadenbrunnen, auf dem Menschen balancieren – auf der Suche nach Longevity könnte man ergänzen. „Rote Hunde“, die einer Frau im blauen Kleid hinterdrein jagen, wirken wie eine maltechnische und motivliche Weiterentwicklung von Franz Marcs Bildern. Bienen vor wabenförmigen blauen, pinkfarbenen und grünen Farbsegmenten, die wie ein Glasfenster wirken, honigfarben umrahmt, lassen das Bild regelrecht „Summen“. Wenn auf und unter einer Farbdecke mit rot ausfaserndem Farbfleck Tiere wahrnehmbar werden, verwandelt der Titel „Wunde“ scheinbar Surreales in eine konkrete Warnung vor dem Umgang mit der Natur. In seinen abstrakten Bildern wie „Trochäus“, „Thermodynamik“ und „Permutation“ spielt Pelka mit Materialveränderungen. Farbe und Form verbindet er so, dass sich durch flächige oder lineare Farbnuancen beispielsweise intensive Lila- und Pinktöne durch Rundungen und Verschlingungen sehr energetische Bildwirkungen ergeben.
Barocke Skulpturen voller Lebensfreude in der Galerie Schmalfuss Berlin/Charlottenburg
Pelkas Skulpturen glänzen wie glasierte Keramik, sind aber im Unterbau aus einer Mischung von Stahl, Styrodur, Bitumen, Ton und Epoxit geformt und mit Pigmenten bemalt, „Leila“ in Lila erinnert an einen weinseligen Bacchus. „Artemis“ zeigt er als muskulöse Jagdgöttin mit lustvollem Selbstbewusstsein. Beide Figuren ziehen die Blicke auf sich und lassen an opulentes Tischdekor denken. Pelkas Syntagmen scheinen schnell Liebhaber zu finden. Ein Fünftel der Bilder wurde bereits bei der Vernissage verkauft.
Florian Pelka (*1971in Berlin )studierte an der FU Berlin Philosophie und Literaturwissenschaft. bekam dann ein Jahresstipendium des DAAD an der Universität Paris und studierte anschließend Bildende Kunst an der UDK Berlin in der Klasse von Georg Baselitz. Daraufhin war er Künstlerisch-Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der UDK, Dozent für Visuelle Kommunikation und Mediadesign. Es folgten Lehraufträge in Berlin. Außerdem ist Florian Pelka ständiges Jurymitglied des Kunstpreises der AOK-Nordost.
Die Ausstellung ist in der Galerie Schmalfuss Berlin Charlottenburg, Knesebeckstraße 11 noch bis 11. April zu sehen.











