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Bayerisch Eisenstein – die Ausstellung „Spektrum“ in der Galerie Kuns(t)räume in Bayerisch Eisenstein kontrastiert Glasobjekte von Erwin Schmierer mit Bildern von Jan Samec

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Bayerisch Eisenstein – die Ausstellung „Spektrum“ in der Galerie Kuns(t)räume in Bayerisch Eisenstein kontrastiert Glasobjekte von Erwin Schmierer mit Bildern von Jan Samec

©Michaela Schabel

Zwei Namen, zwei Künstler? Nein…

vier Künstler stellen aus. Großvater (1917–1988), Vater (1955) und Sohn (1989) der tschechischen Künstlerfamilie Samec haben den gleichen Vornamen und präsentieren drei ganz unterschiedliche Stilrichtungen.

Der Senior war ein begeisterter Landschaftsmaler. Vorwiegend in dunklen, erdigen Farben gemalt spiegeln die ausgestellten Bilder die einsamen Stimmungen seiner südböhmischen Heimat. Mitunter signalisiert ein rosa Streifen ein „Frühlingsfeld“. In den 1970er- und 1980er-Jahren weitete er den Blick auf alte ländliche Gebäude mit ihren weißen Mauern, eckigen Giebeln und großen Toren.

Ganz anders malt sein Sohn Jan Samec, der durch seine abstrakten Kompositionen zu den avantgardistischen Künstlern Tschechiens zählt. Ausgestellt sind vor allem seine quadratischen Großformate, in denen leuchtend monochrome Farbflächen von grünlichen Abdrücken aus der Natur regelrecht aufgesprengt werden und zu Reflexionen über das Spannungsverhältnis von Konstruktion und Natur provozieren.

Der Enkel malt ebenfalls abstrakt und in großen Formaten, aber gestisch, schwungvoll, vorwiegend in Schwarz- und Grautönen auf weißemHintergrund. Die Farben trägt er auf der Rückseite der Leinwand auf, wodurch sie die Vorderseite überströmen und so überaus dynamische lineare Effekte entstehen.

Das Gegengewicht zu diesen drei Malstilen bilden Schmierers (1966, Zwiesel) Glasobjekte. Ein Leben lang widmete er sich der Glaskunst und zeigt dabei eine enorme handwerkliche und künstlerische Vielfalt. Er präsentiert Glasobjekte von intensiver Farbkraft und klarer Formschönheit, völlig abstrakt oder von figurativer Natürlichkeit. Ineinander verkantete Prismen in ungewöhnlich knalligen Farben kontrastieren mit edel geschwungenen Objekten in chargierenden Farbnuancen. Von unten beleuchtet ziehen figurative  Skulpturen wie „Don Quijote“ oder „Noahs Arche“ die Blicke auf sich. Seine in Glas getauchten oder aus den Kanten geformten Gesichter erzählen geheimnisvolle Geschichten, die sich in der Installation „Vergebung“ durch ein Spiegel-Triptychon sakral multiplizieren. Sie betrachten die Bilder und den Besucher, der im Gegenzug immer neue Perspektiven, Details und Bezüge entdeckt – „Kuns(t)träume…grenzenlos“.

Die Ausstellung „Spektrum“ ist noch bis zum 26. April in Bayerisch Eisenstein zu sehen.

Michaela Schabel

Foto: Michaela Schabel 

Ein facettenreiches „Spektrum“ der Kunst

Die Ausstellung „Spektrum“ in der Galerie Kuns(t)räume in Bayerisch Eisenstein kontrastiert Glasobjekte von Erwin Schmierer mit Bildern von Jan Samec
Zwei Namen, zwei Künstler? Nein, vier Künstler stellen aus. Großvater (1917–1988), Vater (1955) und Sohn (1989) der tschechischen Künstlerfamilie Samec haben den gleichen Vornamen und präsentieren drei ganz unterschiedliche Stilrichtungen.

Der Senior war ein begeisterter Landschaftsmaler. Vorwiegend in dunklen, erdigen Farben gemalt spiegeln die ausgestellten Bilder die einsamen Stimmungen seiner südböhmischen Heimat. Mitunter signalisiert ein rosa Streifen ein „Frühlingsfeld“. In den 1970er- und 1980er-Jahren weitete er den Blick auf alte ländliche Gebäude mit ihren weißen Mauern, eckigen Giebeln und großen Toren.

Ganz anders malt sein Sohn Jan Samec, der durch seine abstrakten Kompositionen zu den avantgardistischen Künstlern Tschechiens zählt. Ausgestellt sind vor allem seine quadratischen Großformate, in denen leuchtend monochrome Farbflächen von grünlichen Abdrücken aus der Natur regelrecht aufgesprengt werden und zu Reflexionen über das Spannungsverhältnis von Konstruktion und Natur provozieren.

Der Enkel malt ebenfalls abstrakt und in großen Formaten, aber gestisch, schwungvoll, vorwiegend in Schwarz- und Grautönen auf weißem Hintergrund. Die Farben trägt er auf der Rückseite der Leinwand auf, wodurch sie die Vorderseite überströmen und so überaus dynamische lineare Effekte entstehen.

Das Gegengewicht zu diesen drei Malstilen bilden Schmierers (1966, Zwiesel) Glasobjekte. Ein Leben lang widmete er sich der Glaskunst und zeigt dabei eine enorme handwerkliche und künstlerische Vielfalt. Er präsentiert Glasobjekte von intensiver Farbkraft und klarer Formschönheit, völlig abstrakt oder von figurativer Natürlichkeit. Ineinander verkantete Prismen in ungewöhnlich knalligen Farben kontrastieren mit edel geschwungenen Objekten in chargierenden Farbnuancen. Von unten beleuchtet ziehen figurative (WH) Skulpturen wie „Don Quijote“ oder „Noahs Arche“ die Blicke auf sich. Seine in Glas getauchten oder aus den Kanten geformten Gesichter erzählen geheimnisvolle Geschichten, die sich in der Installation „Vergebung“ durch ein Spiegel-Triptychon sakral multiplizieren. Sie betrachten die Bilder und den Besucher, der im Gegenzug immer neue Perspektiven, Details und Bezüge entdeckt – „Kuns(t)träume…grenzenlos“. (entweder Kuns(t)räume oder gleich ‚Kunst-Träume'(?))

Die Ausstellung „Spektrum“ ist noch bis zum 26. April in Bayerisch Eisenstein zu sehen.

Michaela Schabel