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Eine Party am Pool mit bunten Luftballons unterstreicht Mihails gehobenen Lebensstil. Doch seine erwachsene Tochter Roza wirkt introvertiert, einsam und bedrückt. Sie fühlt sich „nicht mehr anwesend“. Sie wirft ihrem Vater vor…
nicht Bulgarisch zu sprechen, ihr und ihrem Sohn diese Sprache vorzuenthalten und ihr nie etwas von ihrer Mutter zu erzählen, die sehr früh gestorben ist.
Vor 28 Jahren verließ Mihail seine Heimat Bulgarien und machte sich als Kurator in Montreal Karriere. Jetzt soll er nach Bulgarien reisen, um zu beurteilen, ob das Wundermädchen Nina tatsächlich so gut malen kann, wie eine italienische Galeristin über die Medien weltweit verkündet. Es wird eine Reise in ein kleines Dorf, in dem die Zeit stillgestanden zu sein scheint, eine Reise in eine vergangene Zeit voller Erinnerungen.
Die Menschen sind herzlich, ehrlich, freuen sich über Mihalis’ Interesse, laden ihn zum Trinken und Feiern ein, wobei sich seine anfänglichen Ressentiments auflösen. Die 8-jährige Nina ist tatsächlich ein Naturtalent. Sie ist resolut, weiß, was sie will. Nina möchte auf gar keinen Fall nach Italien umsiedeln, wie es die Galeristin Ninas Mutter souffliert. Mihail findet eine Lösung, die seiner Verantwortung gegenüber dem Kind und der Kunst gerecht wird.
Die simpel konstruierte Geschichte, eine väterliche Identitätssuche, aufgepeppt mit der Skepsis gegenüber moderner Kunstvermarktung, lebt von der Physiognomie des Schauspielers Galin Stoev. Oft ganz nah herangezoomt, in sonnige Lichtstimmungen getaucht, werden seine Gesichtszüge zusehends weicher, seine Emotionen nachvollziehbar, aber sie gehen nie in die Tiefe. Die Erinnerungen an die kleine, strohblonde Roza und die dunkelhaarige Mutter, schon optisch sehr klischeehaft und ein ungeklärter Gegensatz, bleiben aber an der ästhetischen Oberfläche, ohne die Frage Ninas nach ihrer Mutter zu beantworten und seine Rolle in der Familie offenzulegen. „Nina Roza“ als Wettbewerbsfilm enttäuscht.
Künstlerisches Team: Geneviève Dulude-De Celles (Drehbuch, Regie, Kamera), Joseph Marchand (Musik), Damien Keyeux (Schnitt)
Mit: Galin Stoev, Christian Bégin, Chiara Caselli, Sofia Stanina, Michelle Tzontchev, Mart Lache, Nikolay Mutafchiev,Svetlana Yancheva, Raphaël Fournier, Sylvie Lema, Alexia Roc, Maria-Radena Bozhkova












