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Die Nudeln bruzeln im riesigen Wok. Jeder Handgriff verrät jahrelanges Training, wenn Junyangs Vater die Nudelgerichte für ein singapurisches Bierrestaurant zubereitet. Er ist…
dürr, ausgemergelt von der Arbeit und den Sorgen, ein Witwer, dessen 21-jähriger Junyang gerade die Wehrpflicht absolviert und ansonsten das Leben mit seiner hübschen, gutbürgerlichen Freundin genießt. Bee Hwa will studieren und evtl. Pianistin werden, wenn sie die Prüfung besteht. Ihre Zukunftspläne zerplatzen, weil ist sie schwanger ist. Die Mutter, vom ihrem Mann verlassen besteht darauf, dass Bee Hwa und Jungyan heiraten, und zwar auf 5-Sterne-Niveaus, zu zahlen von Junyangs Vaters, der sich in seiner gutmütigen Art verschulden muss, und, und verliebt in Lydia, eine hübsche Bierkellnerin, wenig später auf sehr einfachen Niveau im Lokal seines Arbeitsplatzes heiratet.
Als das Baby kommt, leben sie zu fünft auf engsten Raum. Junyang verdient als Pizzafahrer wenig, erlebt als Immobilienmakler die Machenschaften betrügerischer Verkäufer von vorgetäuschten Luxuswohnungen, während sein Vater unermüdlich arbeitet, bis er zusammenbricht und innerhalb weniger Woche an Krebs stirbt. Zur Trauer kommen Schuldforderungen. Der Versuch, über TikTok Geld verbilligte pharmazeutische Produkte zu verkaufen, endet mit einer mehrjähriger Gefängnisstrafe von Lydia, die alle Schuld auf sich nimmt, damit das junge Paar zusammenbleiben kann.
Der über dreieinhalbstündige Film entwickelt einen Sog, der das singapurische Leben zwischen glatter architektonischen, pieksauberen Oberfläche und herzlicher Menschlichkeit im kleinen familiären Umfeld emotional miterleben lässt. Regisseur Anthony gelingt ein berührendes Bild, wie man trotz aller persönlicher Hemmnisse durch seelische Verbundenheit glückliche Momente erleben kann, die durch über ein schweres Leben hinweghelfen und neue Perspektiven ermöglichen.
„We Are All Strangers“ ist nach „Ilo Ilo“ (2013) und „Wet Season“ (2019) der dritte und letzte Teil von Anthony Chens Growing-up-Serie, in der er das Erwachsenwerden in den familiären und gesellschaftlichen Strukturen in Singapur in seiner komplexen Vielschichtigkeit derart atmosphärisch verdichtet, dass trotz Überlänge des Films keine Langeweile entsteht. Ein empfehlenswerter Film!
Künstlerisches Team: Anthony Chen (Drehbuch, Regie), Teoh Gay Hian (Kameramann), Kin Leonn, Thomas Foguenne (Musik), Lim Ting Li (Sound Design) Hoping Chen (Filmschnitt) verantwortlich.
Mit: Yeo Yann Yann (Bee Hwa), Koh Jia Ler (Junyang), Andi Lim (Boon Kiat) und Regene Lim (Lydia) zu sehen.p












