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Exotische Blüten ploppen auf. Die Symbolik wird später auf die Frauen übertragen, allerdings negativ. Mit jedem Kind verwelkt ein Blatt. So legitimieren die Männer in…
Afghanistan, dass sie fremdgehen und ihre Frauen schlagen. Naru ist eine junge, alleinerziehende Mutter, die als Kamerafrau bei Radio Kabul arbeitet. Sie hat sich von ihrem gewalttätigen Mann getrennt, aber nicht die Scheidung eingereicht, damit ihr das Kind nicht weggenommen wird. Auch in der Arbeit erfährt sie viele Demütigungen. Ein Interview mit einem Talibanführer scheitert, weil der Schal von den Haaren rutscht.
Es gibt „no good men“. Das denken auch ihre Freundinnen und die interviewten Frauen, die viel zu jung heirateten und in der Ehe keinen einzigen guten Tag erlebten. Quoodrat, ein sehr beliebter Journalist, scheint anders zu sein. Er beginnt Narus Können und ihren Mut zu schätzen, als ihr eine sehr männerkritische Reportage anlässlich des Valentinstags gelingt. Er eröffnet ihr durch sein aufmerksames Verhalten ein ganz neues Männerbild. Aus der respektvollen Wertschätzung wird Liebe, ohne dass beide sich das eingestehen.
Im Vordergrund stehen allerdings die Probleme bei der journalistischen Recherche und das politische Chaos in Kabul, das eskaliert, als die Amerikaner sich aus Afghanistan zurückziehen.
Shahrbanoo Sadats, 1990 In Teheran geboren, die selbst einige Jahre in Afghanistan gelebt hat, offenbart mit sehr viel Empathie nicht nur die extreme Unterdrückung der Frauen in der männerdominierten, patriachalischen Gesellschaft, sondern darüber hinaus die Einengungen durch die eigenen Vorurteile. Die große Authentizität des Films beruht auf der autobiografischen Basis des Films, vor allem durch die Aufzeichnungen des Schauspielers Hashimi. Wie er diesen, zunächst unsympathisch rigorosen Journalisten in eine bescheidene, loyale und achtsame Persönlichkeit verwandelt, gibt dem Film eine mitreißende subtile Aura.
Diesen Film als Eröffnungsfilm zu präsentieren, von große Stars und berühmt Regisseuren, scheint von Intendantin Tricia Tuttle ein bewusster Schritt in Richtung politisches Kino im Sinne von grenzüberschreitendem Verständnis für die Probleme unserer Zeit.












